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Journalismus, Wirtschaft und Politik. Der Fluch der Abhängigkeit?

Ursachen, Ausprägung und Auswirkungen der Einflüsse von Wirtschaft und Politik auf den Journalismus in Deutschland

Titel: Journalismus, Wirtschaft und Politik. Der Fluch der Abhängigkeit?

Hausarbeit , 2013 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Andrea Beckert (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der eigene Anspruch von Journalisten daran, diese öffentliche Aufgabe sorgsam zu erfüllen und die Gesellschaft über bedeutungsvolle Themen aufzuklären, ist Voraussetzung für einen öffentlichen Diskurs, welcher die Möglichkeit bietet, durch Nutzung von Informationen und Einsichten in verschiedene Perspektiven einen gesellschaftlichen Konsens auszuhandeln. Dennoch genießen Journalisten zunehmend geringeres Vertrauen unter der Bevölkerung. So gab in der Studie „Entzauberung eines Berufs“ nur etwa ein Drittel der Befragten an, hohes Vertrauen in den Journalismus zu besitzen. Dieses sinkende Vertrauen kann also unter anderem dem Bewusstsein seitens der Gesellschaft zu Grunde liegen, dass der Journalist verschiedenen Einflüssen ausgesetzt ist, die ihn in der wahrheitsgemäßen, sorgfältigen und objektiven Berichterstattung beeinflusst.
Die Einbindung des Journalisten in ein Gesamtgefüge, das unter anderem aus dem Medium, den Publikumsinteressen, weiteren vorherrschenden Rahmenbedingungen und der eigenen beruflichen Sozialisation besteht, wirken auf die Berichterstattung und die journalistische Qualität ein. Die Forschung hat sich deshalb mit der Frage beschäftigt, welchen Einflussfaktoren der Journalist ausgesetzt ist und auf diese Weise die Ansprüche an die öffentliche Aufgabe begrenzen. Durch wirtschaftliche Interessen ist der Journalismus heute mehr denn je in seiner Freiheit und dem Anspruch an Unabhängigkeit beeinträchtigt. Es stellt sich deshalb die Frage, ob und inwieweit wirtschaftliche und politische Interessen und PR den Journalismus tatsächlich beeinflussen und welche Auswirkungen diese Faktoren auf das Vertrauen in den Journalismus haben. Die folgende Arbeit soll deshalb zuerst den Einfluss der Kommerzialisierung auf den Journalismus näher beleuchten, anschließend konkret auf ökonomische Einflüsse, danach auf das Verhältnis von PR und Journalismus eingehen und zuletzt Einflüsse aus dem Bereich der Politik und deren Konsequenzen betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommerzialisierung des Mediensystems

3. Wirtschaftliche Einflüsse

4. Journalismus und PR

5. Journalismus und Politik

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen, Ausprägungen und Auswirkungen von wirtschaftlichen und politischen Einflüssen auf den Journalismus in Deutschland. Ziel ist es, die zunehmende Kommerzialisierung und das problematische Verhältnis zwischen Medien, Wirtschaft und PR zu beleuchten, um deren Konsequenzen für die journalistische Unabhängigkeit und das Vertrauen der Bevölkerung zu analysieren.

  • Die Auswirkungen der Kommerzialisierung auf journalistische Qualität und Inhalte.
  • Wirtschaftliche Abhängigkeiten von Werbekunden und deren Folgen für die Berichterstattung.
  • Die ambivalenten Beziehungen zwischen Public Relations (PR) und dem Journalismus.
  • Der Einfluss politischer Akteure auf mediale Inszenierung und Themenmanagement.
  • Die Folgen für das öffentliche Vertrauen in die Medien und die innere Pressefreiheit.

Auszug aus dem Buch

3. Folgen von wirtschaftlichen Einflüssen auf den Journalismus

Eine Dominanz marktwirtschaftlicher Orientierungen von Medienunternehmen kann sich in verschiedener Art und Weise auf Medieninhalte auswirken. Ausgehend vom gesellschaftlichen Anspruch an den Informations- und Wahrheitsgehalt von Medien, gelten eine Anpassung von Medieninhalten zu Werbezwecken verbunden mit einer zunehmende Boulevardisierung, die Verletzung der Trennungsnorm, ein Einfluss auf Veröffentlichungsentscheidungen sowie Auswirkungen auf die Vielfalt und Qualität als besonders problematisch. Dies soll im Folgenden näher erläutert werden.

In einer Studie zeigte sich, dass Journalisten subjektiv das Wirken von wirtschaftlichen Einflüssen auf die journalistische Tätigkeit geringer einschätzen als individuelle Einflüsse oder Einflüsse des Redaktionsalltags (Hanitzsch 2009, S.165). Allerdings weist die Studie selbst darauf hin, dass bei der Wiedergabe der subjektiven Wahrnehmung zu beachten ist, dass Journalisten die Einflüsse vordergründig wahrnehmen, welche in ihrem unmittelbaren Umfeld vorzufinden sind. Einige wirtschaftliche Einflüsse spielen sich eher im Hintergrund ab, ihr Vorhandensein ist in der Forschung dennoch unbestritten.

Der spezielle oben beschriebene Marktmechanismus erfordert eine Anpassung der publizistischen Ziele an den wirtschaftlichen Erfolg des Medienunternehmens. Um für einen Werbekunden ansprechend zu sein, muss das Medium eine Verbreitungs- und Wirkungswahrscheinlichkeit im Sinne einer Reichweite, eines Zielgruppenbezugs und eines wirksamen Werbeumfelds vorweisen (vgl. Heinrich 2010, S. 192). Nur dann kann die Werbebotschaft auch von ausreichend vielen Rezipienten angenommen werden. Das Überwiegen wirtschaftlicher Ziele äußert sich dann, wenn sich die Medienproduktion deshalb auf die Werbung in der Art orientiert, dass Umfang und Zielorientierung von Inhalten auf die Werbung angepasst werden und nicht nach journalistischen Kriterien ausgewählt werden. Beobachtet werden konnte besonders im Bereich der privaten Hörfunksendern, dass ein Anpassungsdruck an den Markt insofern stattfindet, dass durch Programmanpassungen wie mehr Musik und Unterhaltung, weniger Wort und Information, publizistische Konzepte revidiert und modifiziert werden (vgl. Altmeppen 2004, S. 514).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Journalismus für die Demokratie ein, thematisiert das Selbstverständnis als unabhängiger Informationsvermittler und benennt den zunehmenden Vertrauensverlust der Bevölkerung als zentrales Problem.

2. Kommerzialisierung des Mediensystems: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Rahmenbedingungen von Medien, die durch Kostenwettbewerb und Werbefinanzierung geprägt sind, und zeigt auf, wie diese zur Kommerzialisierung und Abhängigkeit von Werbekunden führen.

3. Wirtschaftliche Einflüsse: Hier werden die konkreten Folgen ökonomischer Zwänge untersucht, darunter die Boulevardisierung, die Gefährdung der inhaltlichen Vielfalt und die zunehmende Vermischung von redaktionellen Inhalten mit werblichen Interessen.

4. Journalismus und PR: Dieses Kapitel analysiert das spannungsreiche Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus, wobei Modelle wie das Intereffikationsmodell die gegenseitige Abhängigkeit und die Problematik unkritisch übernommener PR-Botschaften beleuchten.

5. Journalismus und Politik: Die Untersuchung des Einflusses der Politik zeigt, wie politische Akteure Medien als Bühne für Selbstdarstellung und Themenmanagement nutzen, was zur Instrumentalisierung der Berichterstattung führen kann.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert die Auswirkungen wirtschaftlicher und politischer Einflussnahmen auf die journalistische Unabhängigkeit und betont die Notwendigkeit von mehr Transparenz, um das Vertrauen des Publikums zu stärken.

Schlüsselwörter

Journalismus, Mediensystem, Kommerzialisierung, Public Relations, Boulevardisierung, Pressefreiheit, Wirtschaftliche Einflüsse, Politische Kommunikation, Medienethik, Journalistische Qualität, Öffentlichkeitsarbeit, Medienökonomie, Vertrauensverlust, Themenmanagement, Intereffikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Einflussfaktoren von Wirtschaft und Politik auf den Journalismus in Deutschland und analysiert, wie diese Einflüsse die journalistische Arbeit sowie das Vertrauen der Bevölkerung in Medien verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Kommerzialisierung des Mediensystems, der Druck durch wirtschaftliche Interessen, das Verhältnis von Public Relations zum Journalismus sowie die politische Einflussnahme auf Medieninhalte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit wirtschaftliche und politische Interessen die Unabhängigkeit des Journalismus beeinträchtigen und welche Auswirkungen dies auf die Qualität der Berichterstattung und das Vertrauen des Publikums hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis kommunikationswissenschaftlicher Literatur und relevanter Studien, um die beschriebenen Phänomene und Abhängigkeiten systemtheoretisch und empirisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Kapitel, die detailliert auf die Kommerzialisierung, die Folgen wirtschaftlicher Interessen, die Rolle von PR und die Einflussnahme politischer Akteure auf mediale Prozesse eingehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Kommerzialisierung, Journalismus, PR, Unabhängigkeit, Boulevardisierung und Medienethik beschreiben.

Wie beeinflusst PR die tägliche journalistische Arbeit?

PR beeinflusst Journalisten insbesondere durch den Zeit- und Kostendruck in den Redaktionen, was dazu führen kann, dass PR-Mitteilungen ungeprüft übernommen werden, anstatt eigene Recherchen durchzuführen.

Was bedeutet der Begriff „Entmeritorisierung“ in diesem Kontext?

Entmeritorisierung beschreibt den Prozess, bei dem journalistische Medienprodukte aufgrund ökonomischer Rentabilitätsziele ihre gesellschaftlich wichtige Funktion als Informationsquelle für Bürger verlieren und stattdessen verstärkt als reine Waren oder Dienstleistungen behandelt werden.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Journalismus, Wirtschaft und Politik. Der Fluch der Abhängigkeit?
Untertitel
Ursachen, Ausprägung und Auswirkungen der Einflüsse von Wirtschaft und Politik auf den Journalismus in Deutschland
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
Journalismusforschung
Note
1,7
Autor
Andrea Beckert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V273013
ISBN (eBook)
9783656652991
ISBN (Buch)
9783656692416
Sprache
Deutsch
Schlagworte
journalismus wirtschaft politik fluch abhängigkeit ursachen ausprägung auswirkungen einflüsse deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Beckert (Autor:in), 2013, Journalismus, Wirtschaft und Politik. Der Fluch der Abhängigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273013
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Leseprobe aus  26  Seiten
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