„Leitbilder geben Auskunft über die angestrebte Identität eines Unternehmens“, sie sind eine „schriftliche Festlegung“ des „Selbstverständnisses“ und der organisatorischen Grundprinzipien“, bilden eine „Basis“ des Unternehmens und geben „Orientierung“, „Handlungssicherheit“, stiften „Nutzen“ für die Bezugsgruppen, stellen den „roten Faden“ des Unternehmens, vermitteln „Sinn und Identität im Inneren und Äußeren“ etc. Mit diesen und weiteren ähnlich lautenden Stichworten aus der einschlägigen Leitbildliteratur werden der Fokus und Tenor der Arbeit vom Autor beschrieben und ihre Relevanz auf den Sozialen Sektor übertragen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2 AUFGABE UND STRUKTUR VON LEITBILDERN
3. BESONDERHEITEN VON LEITBILDERN IN SOZIALUNTERNEHMEN
3.1. FESTLEGUNG DER VISION IN EINEM LEITBILD
3.2. DIE VERANKERUNG DER MISSION IN EINEM LEITBILD
4. UNTERNEHMENSKULTUR ALS WERTEBAUSTEIN EINES LEITBILDES
5. DAS LEITBILD ALS EIN ELEMENT DER CORPORATE IDENTITY
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung, Struktur und Implementierung von Leitbildern in Sozialunternehmen. Das Hauptziel besteht darin, die Herausforderungen bei der Leitbildentwicklung vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs und eines wachsenden Professionalisierungsdrucks in der Sozialwirtschaft zu analysieren.
- Grundlagen und Funktionen von Leitbildern
- Besonderheiten von Sozialunternehmen im Vergleich zur Privatwirtschaft
- Methoden der Festlegung von Vision und Mission
- Unternehmenskultur als wertebasiertes Fundament
- Integration von Leitbildern in die Corporate Identity
Auszug aus dem Buch
3. Besonderheiten von Leitbildern in Sozialunternehmen
Die Sozialarbeit kann sich in ihrer Tätigkeit von daher auch nicht an solvente Konsumenten unter wertfreien marktwirtschaftlichen Interessen richten, welches nur etwas erbringt und verkauft, was dem Angebot und der Nachfrage entspricht. Dazu muss sie im Wesentlichen nach eigenen Werten und normativen Grundsätzen handeln, die dem Gemeinwohl dienlich sind und sich am Bedarf der Leistungsempfänger und -träger orientieren.
Leitbilder müssen neben Konzeptionen der freien Träger in der Sozialwirtschaft also Aussagen zur ethischen Grundhaltung und zur Qualität der Leistungen enthalten, die verdeutlichen, inwiefern ihre Dienstleistungen am bestehenden Markt relevant sind. (vgl. Graf/Spengler 2013, S.23ff)
Die schriftliche Fixierung sollte folgende Elemente enthalten:
• strategische Mission (Unternehmenszweck, Nutzenstiftung für die Anspruchsgruppen);
• Grundwerte (z.B. allgemeine Handlungsleitlinien; Verhaltensgrund-sätze bezüglich Führung, Kooperation, Partizipation, Innovation);
• strategische Intention (Ziel);
• Grundstoßrichtungen (z.B. Tätigkeitsfelder: Märkte, Kunden, Re-gionen);
• Kernkompetenzen oder strategische Erfolgspositionen;
• Rahmenbedingungen (z.B. Organisationsstruktur, Managementsys-teme).
(vgl. Lombriser/Abplanalp 2010, S. 248)
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Definiert Leitbilder als Instrumente zur Identitätsbildung und Orientierung und beleuchtet deren Rolle im normativen Management.
2 AUFGABE UND STRUKTUR VON LEITBILDERN: Diskutiert die Kriterien für eine inhaltlich fundierte Leitbilderstellung, wie Konsistenz und Realisierbarkeit.
3. BESONDERHEITEN VON LEITBILDERN IN SOZIALUNTERNEHMEN: Analysiert den wachsenden Wettbewerbsdruck in der Sozialbranche und die Notwendigkeit einer klaren strategischen Ausrichtung.
3.1. FESTLEGUNG DER VISION IN EINEM LEITBILD: Beschreibt die Vision als richtungsweisenden Orientierungsrahmen, der zukünftige Entwicklungen antizipiert.
3.2. DIE VERANKERUNG DER MISSION IN EINEM LEITBILD: Betrachtet die Mission als Existenzgrundlage der Organisation und deren Bedeutung für die Leistungserbringung.
4. UNTERNEHMENSKULTUR ALS WERTEBAUSTEIN EINES LEITBILDES: Untersucht das Zusammenspiel von Werten, Normen und Unternehmenskultur als Basis für berechenbares Handeln.
5. DAS LEITBILD ALS EIN ELEMENT DER CORPORATE IDENTITY: Erläutert die Rolle des Leitbildes als zentrales Dokument für die interne und externe Kommunikation.
6. FAZIT: Fasst die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Aushandlung von Leitbildern in einer sich verändernden Sozialwirtschaft zusammen.
Schlüsselwörter
Leitbild, Sozialunternehmen, Normatives Management, Vision, Mission, Unternehmenskultur, Werte, Corporate Identity, Sozialwirtschaft, Strategie, Nonprofit-Organisationen, Stakeholder, Wettbewerbsfähigkeit, Gemeinwohl, Organisationsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Leitbildern als strategisches Steuerungsinstrument, insbesondere für Organisationen im sozialen Sektor.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Vision und Mission, die Bedeutung der Unternehmenskultur sowie die Einbettung des Leitbildes in die Corporate Identity.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sozialunternehmen durch ein durchdachtes Leitbild Orientierung schaffen und im wachsenden Wettbewerb bestehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende theoretische Konzepte des Managements auf die spezifischen Bedingungen von Sozialunternehmen überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Struktur von Leitbildern, die Besonderheiten bei deren Erstellung in der Sozialwirtschaft sowie die Verknüpfung mit Werten und Identität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leitbild, Sozialwirtschaft, normative Managementführung und Corporate Identity geprägt.
Warum stehen Sozialunternehmen heute unter einem besonderen Veränderungsdruck?
Aufgrund von Ökonomisierung, veränderten Finanzierungsmodellen und einem zunehmenden Wettbewerb müssen Sozialunternehmen ihre Positionierung und Kommunikation stärker professionalisieren.
Welche Rolle spielt die Einbeziehung der Mitarbeiter bei der Leitbildentwicklung?
Eine breitangelegte Leitbildentwicklung unter Einbeziehung nachgeordneter Organisationsebenen fördert die Akzeptanz und ist motivierender als eine reine Top-down-Vorgabe.
- Arbeit zitieren
- Sven-Niels Oelker (Autor:in), 2014, Leitbilder zur Orientierung in Sozialunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273014