Deutschland ist von einem demografischen Wandel geprägt. Die Bevölkerung wird zunehmend älter. Aus heutiger Sicht ist jeder Fünfte älter als 65 Jahre, zur Mitte des Jahrhunderts erwartet man, dass es jeder Dritte sein wird. Ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung und eine erhöhte Nachfrage nach einer besseren und umfangreicheren Versorgung mit gesundheitsspezifischen Produkten sind zu verzeichnen. Weiterhin ist eine steigende Ausgabenbereitschaft im Gesundheitsbereich durch die Bevölkerung zu beobachten.
Für viele Krankheiten, wie z.B. Krebs, AIDS und Multiple Sklerose, gibt es jedoch nach wie vor kein „Heilmittel“. Viele Pharmaunternehmen befassen sich mit der Forschung und Entwicklung etwaiger Wirkstoffe. Gesetzliche Rahmenbedingungen verschärfen jedoch die Zulassung neuer Wirkstoffe. Rentable Arzneimittel verlieren nach und nach ihren Patentschutz. Das bedeutet, dass für andere Pharmahersteller der Weg zur Herstellung von Generikas geebnet ist. Gleiche Wirkstoffpräparate werden von vielen renommierten Pharmaunternehmen, wie z.B. Ratiopharm®, Hexal® und Stada® produziert. Rund 86000 Medikamente sind derzeit gelistet. Dem stehen aber nur rund 2750 Wirksubstanzen gegenüber.
Gesetzliche Beschlüsse tragen zusätzlich zur Veränderung des heutigen Gesundheitsmarktes bei. Zu den jüngeren Regulierungsinstrumenten (April 2007) zählen die Rabatte, die zwischen den Krankenkassen und Arzneimittelherstellern vereinbart werden. Für jeden Wirkstoff und jede Krankenkasse ist ein anderer Hersteller denkbar. Die Apotheken sind gesetzlich dazu verpflichtet diese Rabattarzneimittel abzugeben. Demzufolge ist eine entsprechende Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden ein Wettbewerbsvorteil.
Durch die sich ändernden Gegebenheiten, wird der Distribution eine immer größer werdende Bedeutung zugeschrieben. Da viele Arzneimittel Besonderheiten in Lagerung und Transport aufweisen, ist es für Distributionsteilnehmer eine große Herausforderung allen Ansprüchen und gesetzlichen Vorschriften gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele und Vorgehensweise der Arbeit
2. Grundlagen der Distribution
2.1 Definition Distribution
2.2 Akquisitorische Distribution
2.2.1 Direkte und indirekte Distribution
2.2.2 Bezug direkte und indirekte Distribution auf Pharmamarkt
2.2.3 Distributionsorgane
2.2.4 Bezug Distributionsorgane auf Pharmamarkt
2.3 Marketinglogistik
2.3.1. Verpackung
2.3.2 Bezug Verpackung auf Pharmamarkt
2.3.3 Lagerhaltung und Transport
2.3.4 Bezug Lagerhaltung und Transport auf Pharmamarkt
3. Grundlagen des Pharmamarktes
3.1 Definition Pharmazie
3.2 Definition Pharmamarkt
3.3 Einteilung pharmazeutischer Produkte
3.3.1 Arzneinmittel
3.3.1.1 Verschreibungspflichtige Arzneimittel
3.3.1.2 Apothekenpflichtige Arzneimittel (OTC)
3.3.1.3 Freiverkäufliche Arzneimittel
3.3.2 Hilfsmittel
3.3.3 Nahrungsergänzungsmittel
3.3.4 Diätetische Lebensmittel
3.4 Distributionswege im Pharmamarkt
3.4.1 Pharmazeutische Unternehmen
3.4.2 Pharmazeutische Großhändler
3.4.3 Apotheken
3.4.3.1 Präsenzapotheken
3.4.3.2 Krankenhausapotheken
3.4.3.3 Internetapotheken
3.4.4 Mass Market
3.5 Rechtliche Rahmenbedingungen und Vorschriften
3.5.1 Arzneimittelgesetz mit ausgewählten Paragraphen
3.5.1.1 §9 Der Verantwortliche für das Inverkehrbringen
3.5.1.2 §47 Vertriebswege
3.5.1.3 §47a Sondervertriebswege, Nachweispflichten
3.5.1.4 §72 Einfuhrerlaubnis
3.5.2 Arzneimittelhandelsverordnung
3.5.3 Betäubungsmittelgesetz
3.5.4 Transfusionsgesetz
4. Arzneimittelfälschung
5. Ausblick
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, die aktuellen Distributionswege innerhalb des deutschen Pharmamarktes zu analysieren und die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erläutern, die den Vertrieb von Arzneimitteln maßgeblich bestimmen. Dabei wird untersucht, wie logistische Anforderungen und rechtliche Regularien das Bindeglied zwischen Hersteller, Großhandel und Apotheke bilden.
- Strukturen der Distributionswege im deutschen Pharmamarkt
- Gesetzliche Grundlagen und Anforderungen (z.B. Arzneimittelgesetz)
- Logistische Herausforderungen wie Lagerung, Transport und Kühlkette
- Prävention von Arzneimittelfälschungen und Qualitätssicherung
- Zukünftige Entwicklungen und Deregulierungsdiskussionen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Direkte und indirekte Distribution
Innerhalb der Distribution unterscheidet man zwischen der direkten und indirekten Distribution.
Bei der direkten Distribution werden die Produkte direkt an den Endkunden verkauft. Dass heißt, dass keine weiteren Handelsbetriebe zwischengeschaltet sind.
Ein direkter Vertrieb bietet sich tendenziell an, bei
Produkten mit starker Erklärungs- bzw.- Überzeugungsbedürftigkeit,
Produkten, deren hoher Preis eine Lagerung aus wirtschaftlichen Gründen ausschließt,
transportempfindlichen Gütern,
starker regionaler Konzentration von Abnehmern bzw. Bedarfspotenzialen und
Gütern, deren Anschaffung nur in großen zeitlichen Abständen erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den demografischen Wandel und die Auswirkungen auf den Pharmamarkt sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen der Distribution: Erläutert die allgemeinen Konzepte der Distribution, Marketinglogistik und deren spezifische Bedeutung für Arzneimittel.
3. Grundlagen des Pharmamarktes: Definiert zentrale Begriffe, kategorisiert pharmazeutische Produkte und stellt rechtliche Anforderungen sowie Vertriebswege dar.
4. Arzneimittelfälschung: Analysiert die Gefahren illegaler Nachahmungen und die Bedeutung der Sicherung der legalen Lieferkette.
5. Ausblick: Diskutiert zukünftige technologische Entwicklungen zur Fälschungssicherheit und die Debatte um eine mögliche Deregulierung des Marktes.
6. Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse bezüglich der Distributionswege, Gesetzgebung und der Sicherheitsaspekte auf dem deutschen Pharmamarkt zusammen.
Schlüsselwörter
Pharmamarkt, Distribution, Arzneimittelgesetz, Logistik, Arzneimittelfälschung, Apotheken, Großhandel, Marketingmix, Kühlkette, Produktsicherheit, Vertriebswege, Arzneimittelpreisverordnung, Patientensicherheit, Gesetzliche Rahmenbedingungen, Pharmazeutische Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Distribution von pharmazeutischen Produkten im deutschen Markt sowie den rechtlichen und logistischen Bedingungen, die dabei eine Rolle spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen Distributionswege, Marketinglogistik im pharmazeutischen Bereich, gesetzliche Vorschriften durch das Arzneimittelgesetz und die Herausforderungen durch Arzneimittelfälschungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die aktuellen Distributionswege im Pharmamarkt darzustellen und die rechtlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen, die den Handel mit Arzneimitteln eingrenzen und steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte theoretische Analyse, die aktuelle Literatur, gesetzliche Regelungen und branchenrelevante Daten zur Distribution heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Distribution, die spezifische Organisation des Pharmamarktes, eine detaillierte Einteilung der Produkte sowie eine Analyse der rechtlichen Anforderungen an den Vertrieb.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Pharmamarkt, Distribution, Arzneimittelgesetz, Logistik, Fälschungssicherheit und Apothekenrecht.
Welche Rolle spielt die Kühlkette bei der Distribution?
Die Kühlkette ist für viele Arzneimittel (z.B. Impfstoffe, Insulin) essenziell, um die Wirksamkeit und Qualität zu gewährleisten, da Unterbrechungen das Produkt unbrauchbar machen können.
Wie unterscheidet sich der Pharmamarkt vom allgemeinen Konsumgütermarkt?
Der Pharmamarkt ist aufgrund strenger gesetzlicher Regularien, der beratungsintensiven Abgabe und der Notwendigkeit zur Qualitätssicherung ein hochregulierter Markt, in dem klassische Angebot-Nachfrage-Mechanismen nur bedingt gelten.
- Citation du texte
- Anja Gröbner (Auteur), 2013, Die Distribution im deutschen Pharmamarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273022