Durch das Benutzen der SAVE-Studie soll gezeigt werden, in wie weit sich das Sparverhalten der Deutschen in Zeiten der Finanzkrise verändert hat. Es wurden insgesamt vier Hypothesen geprüft, welche mit der FInanzkrise und dem Sparverhalten der Deutschen zu tun haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sparen
2.1 Was bedeutet Sparen?
2.2 Warum sparen die Deutschen?
3. Die deutsche Finanzkrise – Ein Kurzüberblick
4. Theorien zum Sparen
5. Datensatzbeschreibung und methodisches Vorgehen
6. Ergebnisse und Ergebnisauswertung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Finanzkrise von 2007 bis 2009 auf das Sparverhalten der deutschen Bevölkerung, um zu analysieren, ob Krisenzeiten zu einem bewussten Anstieg des Sparens aus Unsicherheit führen oder ob Ersparnisse zur Kompensation von Wohlstandsverlusten aufgebraucht werden.
- Analyse des Sparverhaltens während der Finanzmarktkrise
- Überprüfung der Lebenszyklustheorie und der Theorie des Sparens aus Ungewissheit
- Empirische Auswertung der SAVE-Datensätze (2006-2010)
- Vergleich von Sparmotiven und tatsächlichem Sparvermögen
- Diskussion über die Auswirkungen von Krisenkommunikation auf die Konsumentenpsychologie
Auszug aus dem Buch
2.1 Was bedeutet Sparen?
Sparen kommt ursprünglich von dem altergermanischen Wort „spar“, was soviel wie erhalten und bewahren bedeutet. Dieser Bedeutung wird auch heute noch im Englischen Rechnung getragen wo das Wort „to spare“ eben jenen Sinngehalt trägt. Die monetäre Konnotation des Wortes kam erst später, mit der zunehmenden Wichtigkeit des Geldes und der Geldwirtschaft, hinzu. Im Mittelalter wurde das Sparen besonders damit verbunden, den Konsum eines Gutes, in den meisten Fällen Geld, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ein Äquivalent für die damalige Bedeutung des Wortes wäre heute das „Horten“. Auch heute gibt es noch lebende Beispiele für das sogenanntes Hortgeld.
Auf den Palauinseln gibt es beispielsweise Geldstücke, welche einen gewaltigen Wert haben, jedoch immer im Kreis der Familie bleiben und in der Regel nicht ausgegeben werden. Dieses Geld hat nur einen sehr geringen Wirkungskreis und wird nur um seiner selbst Willen gehortet (Gerloff 1952: 67ff). Im 19. Jahrhundert, war es für die breite Öffentlichkeit möglich, durch die weitläufige Einführung von Sparkassen, ihr Geld anstatt zu horten, dem Wirtschaftskreislauf wieder zuzufügen. Da das Gesparte oftmals verzinst wird, ist das Anlegen von Geld und das Sparen auf einem Sparkonto vom reinen Horten zu eine Strategie zur Geldvermehrung avanciert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zum Einfluss der Finanzkrise auf das Sparverhalten der Deutschen unter Verwendung des SAVE-Datensatzes.
2. Sparen: Definition des Sparbegriffs von der etymologischen Herkunft bis zur modernen Geldanlage und Untersuchung der Sparmotive der Deutschen.
3. Die deutsche Finanzkrise – Ein Kurzüberblick: Darstellung des zeitlichen Verlaufs der Finanzkrise in Deutschland zwischen 2007 und 2009 sowie deren Auswirkungen auf Banken und Realwirtschaft.
4. Theorien zum Sparen: Erläuterung theoretischer Erklärungsmodelle wie der Lebenszyklustheorie und der Theorie des Sparens aus Ungewissheit von Felix Wilke.
5. Datensatzbeschreibung und methodisches Vorgehen: Beschreibung der SAVE-Studie sowie der methodischen Herangehensweise bei der Auswertung der jährlichen Durchschnitte und Likertskalen.
6. Ergebnisse und Ergebnisauswertung: Statistische Analyse und Prüfung der aufgestellten Hypothesen anhand des vorliegenden Datenmaterials.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Interpretation der Diskrepanz zwischen Sparzielen und tatsächlichem Verhalten sowie Ausblick auf soziologische Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Sparverhalten, SAVE-Studie, Sparen aus Ungewissheit, Lebenszyklustheorie, Konsumverhalten, Ersparnisse, Sparmotive, Rezession, Wirtschaftskrise, Geldpolitik, Anlageschutz, Soziologie, Finanzmarktkrise, Vorsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Finanzkrise 2007-2009 auf das Sparverhalten und die Sparmotive der deutschen Bevölkerung ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die soziologische Definition von Sparen, die wirtschaftliche Chronologie der Finanzkrise sowie die psychologische Komponente des Sparens aus Unsicherheit.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob die Bevölkerung in Krisenzeiten aufgrund von Ungewissheit mehr spart oder ob Ersparnisse zur Deckung des Lebensunterhalts verbraucht werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Sekundärdatenanalyse der SAVE-Studie, wobei Mittelwerte der Sparbeträge und Spargründe über den Zeitraum 2006 bis 2010 verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Lebenszyklustheorie, Theorie nach Wilke), die methodische Datenauswertung und die Überprüfung spezifischer Hypothesen zum Sparvermögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Finanzkrise, Sparverhalten, Sparen aus Ungewissheit und die SAVE-Studie des Max-Planck-Instituts.
Warum wurde die Hypothese H3 abgelehnt?
Die Daten zeigten eine Abnahme in der Wichtigkeit des Spargrundes „Ungewissheit“, was den Erwartungen der Theorie von Wilke entgegenstand.
Welches überraschende Ergebnis lieferte die Untersuchung bezüglich der Sparziele?
Entgegen der Erwartungen sanken die Sparziele der Befragten während der Krisenjahre, obwohl das tatsächliche Sparvermögen stieg, was auf eine Differenz zwischen geplantem und tatsächlichem Verhalten hindeutet.
- Arbeit zitieren
- Bernd Lauert (Autor:in), 2014, Der Einfluss der Finanzkrise auf das Sparverhalten der Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273062