Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Medicine and Health

Die Patientenverfügung. Individuelle Behandlunsgmöglichkeiten bei schweren Krankheitsverläufen

Title: Die Patientenverfügung. Individuelle Behandlunsgmöglichkeiten bei schweren Krankheitsverläufen

Term Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Kosslers (Author)

Sociology - Medicine and Health
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Sowohl der Umgang mit Krankheiten, als auch ihre medizinische Behandlung sind sehr persönliche Themen, die mit individuellen Ängsten, Wünschen und Vorstellungen einhergehen. Auch die Haltung in Bezug auf Tod und damit verbunden der Prozess des Sterbens sind geprägt von unterschiedlichsten Ansichten über medizinische Eingriffe sowie ein würdevolles Lebensende. Entsprechend stimmen die Wünsche und Hoffnungen der Patienten/innen nicht immer mit denen der Angehörigen, der Ärzte/innen oder dem geltenden Recht und somit dem Norm- und Werteverständnis der Gesellschaft überein.
Mit den neuen Möglichkeiten der modernen Medizin des 20. Jahrhunderts haben sich sowohl neue Behandlungsmöglichkeiten, als auch neue Fragestellungen bezüglich Leben und Tod, Recht und Ethik ergeben. Zwar können heutzutage mit Hilfe der Intensivmedizin zuvor tödlich verlaufende Krankheiten vielfach geheilt oder zumindest gelindert werden, doch besteht auch die Gefahr, dass der Sterbeprozess durch lebenserhaltende Maßnahmen verlängert und so ein würdevoller Tod hinausgezögert wird.
Mit Hilfe der Patientenverfügung (im Folgenden PV abgekürzt) sollen die individuellen Wünsche der Patienten/innen über ihre medizinische Behandlung im Falle der krankheitsbedingten Äußerungs- und Entscheidungsunfähigkeit im Rahmen des geltenden Rechts berücksichtigt werden können. Des Weiteren soll den persönlichen Wünschen und Vorstellungen über das eigene würdevolle Sterben ein rechtlich verbindlicher Ausdruck und Rahmen verliehen werden.
Im Verlauf einer mehrjährigen, öffentlich und politisch geführten Auseinandersetzung sind unterschiedliche Positionen bezüglich Würde, Selbstbestimmung und Fürsorge in medizinischen Behandlungsfragen dargestellt worden. Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen und Kommissionen gegründet, die zum Teil konträre Ansichten und Empfehlungen in die Diskussion eingebracht haben. Zudem wurde das Thema in den Medien auch von der breiten Öffentlichkeit diskutiert.
Im Folgenden wird zunächst die vorangegangene politische und ethische Debatte dargestellt. Um das Ausmaß dieser Arbeit nicht zu sprengen, werden die wichtigsten Meinungen nur kurz vorgestellt werden können. Anschließend wird auf die Gesetzesgrundlage, die drei Gesetzentwürfe sowie die seit dem 01.09.2009 geltenden Gesetzesänderungen eingegangen. Daraufhin werden Hoffnungen bzw. Ängste zur Sprache gebracht, die mit der Patientenverfügung einhergehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

1 Politische und ethische Debatte um die Patientenverfügung (PV)

1.1 Arbeitsgruppe „Patientenautonomie am Lebensende“

1.2 Bundesärztekammer (BÄK)

1.3 Deutsche Hospizstiftung (DHS)

1.4 Enquete-Kommission

1.5 Nationaler Ethikrat (NER)

1.6 Vertreter der Kirchen

1.7 Diskussion in den Medien

2 Rechtliche Grundlagen in Deutschland

2.1 Gesetzentwürfe

2.2 Patientenverfügungsgesetz/Patientenverfügung (PV)

2.2.1 Vorsorgevollmacht

2.2.2 Betreuungsvollmacht

3 Hoffnungen und Ängste unmittelbar Beteiligter

3.1 Patienten/Patientinnen

3.2 Ärzte/Ärztinnen

3.3 Angehörige

4 Konfliktpotential

5 Kritik

B Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der rechtlichen Absicherung von Patientenwünschen bei schweren Krankheitsverläufen und dem Sterbeprozess. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit das seit 2009 geltende Patientenverfügungsgesetz dazu beigetragen hat, die Selbstbestimmung der Patienten zu stärken und Rechtsklarheit für alle Beteiligten zu schaffen.

  • Politische und ethische Debatte zur Patientenautonomie
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und Gesetzentwürfe
  • Psychologische Aspekte: Ängste und Hoffnungen von Patienten, Ärzten und Angehörigen
  • Konfliktpotentiale im medizinischen Behandlungsalltag
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit und Beratungssituation

Auszug aus dem Buch

1 Politische und ethische Debatte um die Patientenverfügung (PV)

Die ersten Patientenverfügungen (PV) wurden Anfang der 70er Jahre verfasst. Nach Putz und Steldinger (2007, S.7f) kam, aufgrund der wachsenden medizinischen Möglichkeiten, Leben zu verlängern, bei vielen Menschen die Angst vor einer „qualvollen Verlängerung ihres Sterbens durch die Apparatemedizin in hoch technisierten Krankenhäusern“ auf. Die ersten Verfügungen wurden jedoch von Ärzten/innen zunächst nicht ernst genommen, da sie vielfach so unkonkret und laienhaft formuliert waren, dass sie in Bezug auf anstehende Behandlungen medizinisch nicht anwendbar waren. Es kam jedoch zur Einsicht, dass nicht alles medizinisch Machbare, das zur Lebensverlängerung beiträgt, dem Wohl und dem Willen des/der Patienten/in entsprechen muss (vgl. Putz/Steldinger 2007).

Die seither bestehende Diskussion um die Verbindlichkeit einer PV basiert auf einem zunehmend gestärkten Selbstbestimmungsrecht der Patienten/innen. Das zuvor paternalistische Arzt-Patientenverhältnis – die Entscheidung über eine Behandlung liegt allein beim Arzt – wandelte sich immer mehr zu einem partnerschaftlichen Arzt-Patientenverhältnis. Im Idealfall erörtern Arzt/Ärztin und Patient/in medizinische Handlungsoptionen und entscheiden gemeinsam im Sinne des Informed Consent, d.h. Aufklärung durch den Arzt/die Ärztin und Zustimmung von Seiten des/der Patienten/in. Entsprechend gilt die PV als eine vorsorgliche Willensbekundung über medizinische Maßnahmen und Eingriffe (vgl. Woellert/Schmiedebach 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinethische Relevanz der Patientenverfügung und definiert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.

1 Politische und ethische Debatte um die Patientenverfügung (PV): Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Positionen von Institutionen wie der Bundesärztekammer, der Hospizstiftung und der Enquete-Kommission im Vorfeld der gesetzlichen Regelung.

2 Rechtliche Grundlagen in Deutschland: Es werden die juristischen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung des Patientenverfügungsgesetzes und ergänzender Instrumente wie Vorsorge- und Betreuungsvollmacht erläutert.

3 Hoffnungen und Ängste unmittelbar Beteiligter: Hier wird die Perspektive der Patienten, Ärzte und Angehörigen eingenommen, um die emotionalen und ethischen Herausforderungen bei der Umsetzung des Patientenwillens aufzuzeigen.

4 Konfliktpotential: Das Kapitel widmet sich den Schwierigkeiten, die bei der Auslegung von Patientenverfügungen oder bei widersprüchlichen Interessen zwischen Behandelnden und Betreuern entstehen können.

5 Kritik: Diese Sektion bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Gesetzgebung und den geäußerten Bedenken hinsichtlich Beratungspflicht und praktischer Anwendbarkeit.

B Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Verschiebung der Verantwortung im medizinischen Kontext durch das neue Gesetz.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung, Selbstbestimmungsrecht, Patientenautonomie, Medizinethik, Patientenverfügungsgesetz, Sterbehilfe, Palliative Medizin, Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht, Informed Consent, ärztliche Indikation, Sterbeprozess, Patientenrechte, Rechtsklarheit, Behandlungsziel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche und ethische Bedeutung von Patientenverfügungen im Kontext der modernen Intensivmedizin und der schwierigen Gratwanderung zwischen Lebensverlängerung und Sterbenlassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Patientenautonomie, die gesetzlichen Grundlagen in Deutschland, die Rolle von Vorsorgeinstrumenten sowie die psychologischen Auswirkungen auf das ärztliche und pflegende Personal sowie Angehörige.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der gesetzlichen Regelung zur Patientenverfügung nachzuzeichnen und zu bewerten, inwieweit diese für Patienten und Ärzte eine verbesserte Rechtssicherheit bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Debatten, medizinethischer Stellungnahmen und der juristischen Gesetzeslage zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 2010.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Debatte, die rechtliche Analyse, eine Untersuchung der Betroffenenperspektiven sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Konfliktsituationen bei der Umsetzung des Patientenwillens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Patientenverfügung, Selbstbestimmungsrecht, Palliative Medizin, Vorsorgevollmacht und Patientenautonomie.

Welche Rolle spielt die Schriftform für die Wirksamkeit der Patientenverfügung?

Obwohl das Gesetz keine starre Form vorschreibt, betonen viele Fachgremien die Schriftlichkeit als essenziell, um den Patientenwillen eindeutig dokumentierbar zu machen und Fehlinterpretationen vorzubeugen.

Warum kann es trotz einer Patientenverfügung zu Konflikten kommen?

Konflikte entstehen häufig dann, wenn der verfügte Wille nicht präzise auf eine konkrete, neue medizinische Situation passt oder wenn Ärzte und Bevollmächtigte eine unterschiedliche Einschätzung bezüglich des Patientenwohls und der medizinischen Indikation vertreten.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Die Patientenverfügung. Individuelle Behandlunsgmöglichkeiten bei schweren Krankheitsverläufen
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Grade
1,0
Author
Julia Kosslers (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V273093
ISBN (eBook)
9783656656388
ISBN (Book)
9783656656357
Language
German
Tags
Patientenverfügung vorverfügter Wille Selbstbestimmung Vorsorgevollmacht Betreuungsvollmacht gesetzlicher Betreuer Indikation mutmaßlicher Wille
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kosslers (Author), 2010, Die Patientenverfügung. Individuelle Behandlunsgmöglichkeiten bei schweren Krankheitsverläufen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273093
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint