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Aspekte der Unterweltfahrt in Vergils 'Aeneis', im 'Roman d'Eneas' und in Heinrichs von Veldeke 'Eneasroman'

Titre: Aspekte der Unterweltfahrt in Vergils 'Aeneis', im 'Roman d'Eneas' und in Heinrichs von Veldeke 'Eneasroman'

Epreuve d'examen , 2014 , 87 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Voßen (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit sind Aspekte der Unterweltfahrt in Ver-gils „Aeneis“, im „Roman d’Eneas“ und in Heinrichs von Veldeke „Eneasroman“. Dabei wird eine systematische Untersuchungsmethode angestrebt, deren Grundlage eine breit gefächerte Auswahl relevanter Themen ist. Durch einen strukturierten und analytischen Vergleich der drei Werke werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gewählten Aspekte beschrieben, unter Einbezug des aktuellen Forschungsstandes eingeordnet und – sofern es möglich erscheint – kritisch hinterfragt und interpretiert. Aufgrund des Entstehungskontextes der Werke ist es naheliegend, Vergils „Aeneis“ an den Anfang einer jeden Untersuchung zu stellen, um davon ausgehend die Ausführungen in den beiden mittelalterlichen Romanen zu erörtern. Unterschieden werden insgesamt fünf inhaltliche Themenbereiche, denen jeweils ein Kapitel gewidmet ist.
Mit den beiden zentralen Protagonisten der Unterweltfahrt, Aeneas und Sibylle, befasst sich Kapitel 1. Für die Figur des Aeneas werden drei ausgewählte Bereiche von tragender Bedeutung untersucht: Mit seiner Ansprache vor Sibylle vollzieht der Held einen wichtigen Schritt, um seine Reise in die Unterwelt zu legitimieren und zu ermöglichen. Das zweite Thema sind die verschiedenen Emotionen des Protagonisten, die ihn während seiner Reise erfassen. Schließlich folgt der dritte Abschnitt, der der Frage nachgeht, inwiefern der Figur des Aeneas in den unter-schiedlichen Darstellungen Eigenverantwortung attestiert werden kann und ob er sein eigenes Handeln kritisch reflektiert. Auch für die Figur der Sibylle werden insgesamt drei Aspekte ausgewählt: Zunächst werden die verschieden konzipierten Beschreibungen der Sibylle betrachtet. Anschließend folgt eine Analyse der in den Jenseitsdarstellungen auftauchenden Handlungen der Sibylle, um davon ausgehend ihre (übermenschlichen) Fähigkeiten und Funktionen abzuleiten. Die Betrachtung des Wohnortes der Sibylle, der gleichzeitig Informationen zur Lokalität des Un-terwelteingangs liefert, rundet die Untersuchung ab.
Im zweiten Kapitel wird der Fokus auf die unterschiedlich dargestellten Begeg-nungen des Aeneas mit zwei Verstorbenen gelegt: Dido und Anchises. Dabei werden die jeweiligen Reaktionen der Figuren, das Verhältnis zwischen Aeneas und Dido sowie die Heldenschau des Anchises thematisiert. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Protagonisten der Unterweltfahrt

1.1 Aeneas

1.1.1 Das Begehren um Zutritt in die Unterwelt: Die Ansprache des Aeneas

1.1.2 Angst, Tränen, Freude und Scham: Die Emotionen des Aeneas

1.1.3 Ein Exkurs: Verantwortung, Selbstreflexion und die Autorität der Götter in den mittelalterlichen Romanen

1.2 Sibylle

1.2.1 Die Beschreibung der Sibylle

1.2.2 Die Funktionen und Fähigkeiten der Sibylle

1.2.3 Die Heimat der Sibylle

2 Die Begegnungen des Aeneas mit Dido und Anchises

2.1 Dido

2.2 Anchises

2.2.1 Ein Exkurs: Die Erscheinung des Anchises vor der Unterweltfahrt

2.2.2 Die Begegnung des Aeneas mit Anchises in der Unterwelt: Die Heldenschau

2.2.3 Ein Exkurs: Der Blick in die Zukunft im Epilog der mittelalterlichen Romane in Anknüpfung an die Heldenschau des Anchises

3 Die Kreaturen der Unterwelt

3.1 Charon

3.2 Cerberus

4 Der antike Götterapparat und die Opfergabe

5 Die Topographie der Unterwelt

5.1 Der Tartarus

5.2 Das Elysium

5.3 Die Gewässer der Unterwelt

5.3.1 Die Namensgebung und die Beschaffenheit der Flüsse

5.3.2 Ein Exkurs: Die Wirkung des Vergessenstranks und die Seelenwanderungslehre

5.4 Der Eingang der Unterwelt

5.5 Der Ausgang der Unterwelt

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch und analytisch die Unterweltfahrt des Protagonisten Aeneas in Vergils Epos „Aeneis“ sowie in den beiden mittelalterlichen Adaptationen, dem französischen „Roman d’Eneas“ und dem mittelhochdeutschen „Eneasroman“ von Heinrich von Veldeke. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung zentraler Aspekte der Katabasis herauszuarbeiten, in den aktuellen Forschungsstand einzuordnen sowie die erzähltechnischen Anpassungen der mittelalterlichen Dichter kritisch zu interpretieren.

  • Protagonisten der Unterweltfahrt (Aeneas und Sibylle)
  • Begegnungen mit Verstorbenen (Dido und Anchises)
  • Darstellung mythischer Unterweltkreaturen (Charon und Cerberus)
  • Funktion des Götterapparats und Bedeutung von Opferritualen
  • Topographie der Unterwelt (Eingang, Ausgang, Flüsse und Orte)

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Das Begehren um Zutritt in die Unterwelt: Die Ansprache des Aeneas

Vergils „Aeneis“ zufolge führt Achates Sibylle zu Aeneas und den anderen Trojanern (Aen. VI, 33-35). Das Gespräch zwischen Aeneas und Sibylle bei ihrem ersten Zusammentreffen beginnt die Seherin. In einer ersten Rede (Aen. VI, 56-76) bittet Aeneas Sibylle darum, ihn mithilfe ihrer Weissagung (sors, Aen. VI, 72) in das Geheimnis (arcanum, Aen. VI, 72) seines Schicksals (fatum, Aen. VI, 72) einzuweihen. Gewährt wird ihm sein Anliegen durch einen prophetischen Spruch der Sibylle (Aen. VI, 83-97), von der unmittelbar zuvor der Gott Apollo Besitz ergriffen hat (Aen. VI, 77-80). Danach folgt in direkter Rede die ausführliche Ansprache des Aeneas, in der er sein Begehren vorstellt, begründet und zu legitimieren versucht (Aen. VI, 106-123). Er beginnt seine Rede demütig (supplex, Aen. VI, 115) und betont flehend (precari, Aen. VI, 117), nennt Anchises als Ziel seiner Reise (Aen. VI, 108f.), hebt hervor, dass er von seinem Vater zur Sibylle (Aen. VI, 115f.) geschickt worden sei, und führt mit vielen Einzelheiten aus, wie Anchises aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes während der Irrfahrten auf den Meeren sein Leben ließ (Aen. VI, 112f.). Zur Legitimation seines Vorhabens hebt er fünf Helden und deren Geschichte hervor, die bereits vor ihm in die Unterwelt hinabgestiegen sind: Orpheus (Aen. VI, 119f.), die Brüder Pollux und Castor (Aen. VI, 121f.), Theseus (Aen. VI, 122) und Herkules (Aen. VI, 122f.). Aeneas schließt seine Rede mit einem Verweis auf seine göttliche Herkunft, womit er sich auf eine Stufe mit den genannten Helden stellt (Aen. VI, 123) und seinem Anliegen, die Unterwelt zu betreten, – nun mit deutlich weniger Demut – Nachdruck verleiht.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Protagonisten der Unterweltfahrt: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von Aeneas und Sibylle, wobei insbesondere das Motiv des Zutrittsbegehrens, die Emotionen des Helden sowie Sibylles Funktion als Seherin und Reiseführerin beleuchtet werden.

Die Begegnungen des Aeneas mit Dido und Anchises: Der Fokus liegt auf der inhaltlichen und emotionalen Gestaltung der Treffen mit den Verstorbenen Dido und Anchises sowie auf der Bedeutung der Heldenschau.

Die Kreaturen der Unterwelt: Die Darstellung von Charon und Cerberus wird hinsichtlich ihrer Beschreibung und Bedeutung für Aeneas und seine Reise untersucht.

Der antike Götterapparat und die Opfergabe: Dieses Kapitel analysiert die Veränderung des göttlichen Einflusses und der Opferrituale im Vergleich zur lateinischen Vorlage.

Die Topographie der Unterwelt: Die verschiedenen Orte der Unterwelt, wie Tartarus, Elysium und die Flüsse, sowie die Darstellung von Eingang und Ausgang stehen hier im Zentrum der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Aeneis, Roman d’Eneas, Eneasroman, Unterweltfahrt, Katabasis, Aeneas, Sibylle, Anchises, Dido, Charon, Cerberus, Adaptationsgeschichte, Mittelalter, Mythologie, Jenseitsdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Bearbeitung und Transformation der antiken Unterweltfahrt des Aeneas aus Vergils „Aeneis“ in zwei mittelalterlichen Adaptationen, dem „Roman d’Eneas“ und Heinrich von Veldekes „Eneasroman“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Charakterisierung der Protagonisten, die Begegnungen mit Verstorbenen, die Darstellung übernatürlicher Kreaturen, die Rolle des antiken Götterapparates und die spezifische topographische Gestaltung der Unterwelten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist ein systematischer, vergleichender Analyseansatz, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Werke aufzuzeigen und die Gründe für die erzählerischen Eingriffe der mittelalterlichen Dichter wissenschaftlich zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine systematische Vergleichsmethode angewandt, die den antiken Ausgangstext mit den Adaptationen konfrontiert, den aktuellen Forschungsstand integriert und die Veränderungen auf Basis literaturwissenschaftlicher Kriterien interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf thematische Kapitel, die von den Protagonisten über die Begegnungen mit Dido und Anchises, die Kreaturen der Unterwelt und den Götterapparat bis hin zur Topographie des Jenseits reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem die drei Primärtexte (Aeneis, Roman d’Eneas, Eneasroman), Katabasis, Adaptationsgeschichte, Jenseitsmotive und literarische Rhetorik.

Wie begründen die mittelalterlichen Dichter die Scham des Aeneas vor den gefallenen Trojanern?

Die Forschung diskutiert hierzu kontrovers: Während einige Forscher darin eine selbstkritische Reflexion und einen Verrat an der Heimat sehen, deuten andere die Scham als Ausdruck eines christlich-mittelalterlichen Ehrverständnisses gegenüber den Gefallenen.

Warum ändert Veldeke in seinem Eneasroman den Wohnort der Sibylle nach Iconium?

Die Gründe bleiben in der Forschung teils spekulativ; einige Ansätze vermuten den Einfluss der Heidelberger Handschrift oder eine allgemeine Geographiewahrnehmung des 12. Jahrhunderts, bei der antike Orte für das zeitgenössische Publikum an Bedeutung verloren.

Welche Rolle spielt der Fluss im Elysium bei Veldeke?

Im Gegensatz zur antiken Lethe ist der Fluss bei Veldeke ein rein christlich motiviertes Element, das durch seine Klarheit eine Spiegelfunktion erhält, die dem Helden Anchises erst ermöglicht, die Zukunftsvision der Nachkommenschaft zu vermitteln.

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Résumé des informations

Titre
Aspekte der Unterweltfahrt in Vergils 'Aeneis', im 'Roman d'Eneas' und in Heinrichs von Veldeke 'Eneasroman'
Note
1,0
Auteur
Stefan Voßen (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
87
N° de catalogue
V273142
ISBN (ebook)
9783656650102
ISBN (Livre)
9783656650096
Langue
allemand
mots-clé
aspekte unterweltfahrt vergils aeneis roman eneas heinrichs veldeke eneasroman vergil heinrich eneit unterwelt entmythologisierung adaptation hades
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Citation du texte
Stefan Voßen (Auteur), 2014, Aspekte der Unterweltfahrt in Vergils 'Aeneis', im 'Roman d'Eneas' und in Heinrichs von Veldeke 'Eneasroman', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273142
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