Eine weltumspannende Lieferkette ist heutzutage nachwievor meist eine "Black Box", die keinen Einblick in die genauen Abläufe ermöglicht. Insbesondere ein wochenlanger Seetransport erzeugt Informationsdefizite hinsichtlich des aktuellen Aufenthalts und Zustands eines Containers und der darin transportierten Ware.
Container Security Devices sind Geräte, die an einem Container angebracht werden und dessen aktuelle Position, Informationen über den Zustand des Innenraums sowie Türöffnungen und Einbrüche ermitteln und fast in Echtzeit an den Nutzer leiten können. Sie lassen einen Container "smart" werden, erhöhen somit die Visibilität, und machen den Transport sicherer und effizienter.
Die Arbeit fokussiert den Empfänger eines Containers als potentiellen Nutznießer eines Container Security Devices, da er ein besonders hohes Interesse am fehlerfreien Eintreffen der Ware hat. Die Interessen des Container-Empfängers werden ermittelt und mit dem aktuellen Stand der Technik in Bezug gesetzt. Zentraler Punkt der Arbeit ist ein Leitfaden, der dazu befähigt, die ökonomische Bewertung eines spezifischen Anwendungsfalls vorzunehmen.
Darüber hinaus wird eine umfangreiche Analyse von 20 Geräten hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften durchgeführt, die gut vergleichbar in einer Tabelle dargestellt werden.
Weitere zentrale Themen der Arbeit behandeln Container Security Devices als Möglichkeit zur Verbesserung des Supply Chain Risiko Managements und als Möglichkeit, die Gefahr vor terroristischen Anschlägen im internationalen Containerverkehr zu verringern.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Literaturübersicht
3 Der ökonomische Nutzen eines Container Security Devices aus Sicht des Container-Empfängers
3.1 Definitionen und Begriffsverwendungen
3.1.1 Container Security Device
3.1.2 Smartcontainer
3.1.3 Logistische Begriffsdefinitionen
3.1.4 Visibilität
3.1.5 Wirtschaftlichkeit
3.1.6 Indikatoren
3.1.7 Sicherheit
3.1.7.1 Safety & Security
3.1.7.2 "Sicherheit" aus wirtschaftlicher und staatlicher Sicht
3.2 Rahmenbedingungen
3.2.1 Globalisierung
3.2.2 Wachsende Bedrohung durch Terrorismus und Piraterie
3.2.3 Der Container
3.2.4 Akteure eines Containertransports
3.3 Ermittlung der Interessen des Container-Empfängers
3.3.1 Die Lehren des Supply Chain Risiko Managements
3.3.1.1 Das Supply Chain Risiko Management
3.3.1.2 Die steigende Relevanz des Supply Chain Risiko Managements
3.3.1.3 Risiko-Definitionen
3.3.1.4 Kategorisierung von Risiken
3.3.1.5 Risiken in einer Supply Chain
3.3.1.6 Arten von Risikoverhalten und risikoverringernden Maßnahmen
3.3.2 Aufschlüsselung Logistikkosten
3.3.3 Fazit: Interessen des Container-Empfängers
3.4 Stand der Technik
3.4.1 Allgemeine Funktionsweise eines Smartcontainer-Systems
3.4.2 Allgemeine Bau- und Funktionsweise eines CSD's
3.4.3 Techniken zur Sicherung der Integrität und Zuverlässigkeit des CSD's
3.4.3.1 Montage-Schalter
3.4.3.2 Schutzart
3.4.3.3 Betriebstemperatur
3.4.3.4 Stromversorgung und Betriebsdauer
3.4.4 Techniken zur Sicherung und Überwachung der Integrität des Containers
3.4.4.1 Physischer Verschluss
3.4.4.2 Türöffnungsüberwachung
3.4.4.3 Einbruchüberwachung
3.4.5 Techniken zur Zustandsüberwachung des Innenraums
3.4.5.1 Temperatursensor
3.4.5.2 Luftfeuchtesensor
3.4.5.3 Schock-Sensor
3.4.5.4 Sonstige Sensoren
3.4.6 Techniken zur Positionsermittlung des Containers
3.4.7 Techniken zur Datenübertragung / Kommunikation
3.4.7.1 Satellitenkommunikation
3.4.7.2 GSM: SMS und GPRS
3.4.7.3 RFID
3.4.7.4 Weitere Kommunikationsschnittstellen
3.4.8 Kontrollzentrums-Funktionen
3.4.9 In der Entwicklung befindliche und künftig denkbare Technologien
3.5 Identifizierung von Indikatoren für eine wirtschaftliche Bewertung aktueller CSD's
3.5.1 Bisherige Studien zur Wirtschaftlichkeit von CSD's
3.5.2 Methodik
3.5.3 Annahmen zur Fähigkeit eines Smartcontainer-Systems
3.5.4 Technische Einschränkungen
3.5.4.1 Die eingeschränkte Möglichkeit zur Vermeidung unerwünschter Zustände
3.5.4.2 Die eingeschränkte Möglichkeit zur Erkennung unerwünschter Zustände
3.5.4.3 Der eingeschränkte Schutz der Integrität des CSD's
3.5.4.4 Die eingeschränkte Zuverlässigkeit des CSD's
3.5.5 Äußere Gegebenheiten
3.5.5.1 Transportversicherungen
3.5.5.2 Unterschiede in der Relevanz von Risikoquellen für die Ware
3.5.5.3 Geringe Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs des Containers
3.5.5.4 Geringe Wahrscheinlichkeit einer Manipulation der Ware (Sabotage)
3.5.5.5 Eingeschränkte Verfügbarkeit des GNSS-Signals
3.5.5.6 Eingeschränkte Verfügbarkeit der Datenübertragungs-Infrastruktur
3.5.5.7 Fehlmengen müssen nicht immer vermieden werden
3.5.5.8 Fehlmengen können teilweise auch ohne Früherkennung vermieden werden
3.5.5.9 Eingeschränkte Interventions-Möglichkeiten
3.5.5.10 Fragwürdige Umsetzbarkeit der Erzielung von Versicherungseinsparungen
3.5.6 Kosten des Smartcontainer-Systems
3.5.6.1 Kosten der Hard- und Software
3.5.6.2 Kosten der Montage und des Entfernens des CSD's
3.5.6.3 Kosten der Datenübertragung
3.5.6.4 Kosten der Administration
3.5.6.5 Kosten der Intervention
3.5.6.6 Kosten der Geräte-Rückführung
3.5.6.7 Kosten der Wartung
3.5.7 "Neue" Vorteile von Smartcontainern
3.5.8 Das Potential von Smartcontainer-Technik für Reefer-Container
3.5.9 Zusammenfassende Übersicht und Zielkonflikte
3.6 Fallbeispiele
3.7 Aktuelle Container Security Devices im Vergleich
3.7.1 Methodik
3.7.2 Allgemeine Erkenntnisse
3.7.3 Hervorzuhebende Eigenschaften ausgewählter Geräte
3.8 Exkurs: Smartcontainer in der aktuellen Diskussion um die Sicherheit im internationalen Containerverkehr
3.8.1 Aktuelle und zukünftige Rahmenbedingungen für US-Importcontainer
3.8.1.1 Die "24-Stunden Regel" (AMS) und die "10+2 Regel" (ISF)
3.8.1.2 Die "Customs-Trade Partnership Against Terrorism" (C-TPAT)
3.8.1.3 Die "Container Security Initiative" (CSI) und das "100%-Scanning"
3.8.2 Der "ISPS-Code"
3.8.3 Die "Green Lane"
3.8.4 Die Zukunftsaussichten von Smartcontainern zwischen Pflicht und Benefits
3.8.5 Das Problem eines fehlenden CSD-Standards
4 Kritische Diskussion
4.1 Kritik an der Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit
4.2 Kritik an den angeblichen wirtschaftlichen Vorteilen durch Smartcontainer
4.3 Kritik an der angeblich erhöhten Sicherheit durch Smartcontainer
4.4 Kritik an den Auswirkungen von Smartcontainern
4.5 Smartcontainer-Alternativen
4.6 Ansatzpunkte für weitere Forschung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den ökonomischen Nutzen von Container Security Devices (CSD) aus der Perspektive des Container-Empfängers. Ziel ist es, Indikatoren zu identifizieren, die eine ökonomische Bewertung des CSD-Einsatzes für spezifische Anwendungsfälle ermöglichen, und einen Leitfaden für Entscheidungsprozesse zu entwickeln.
- Analyse des "Status Quo" der Container-Sicherheitstechnik und deren Funktionsweisen.
- Erfassung der spezifischen Interessen und Risikowahrnehmung von Warenempfängern in globalen Lieferketten.
- Untersuchung technischer und wirtschaftlicher Limitierungen sowie Einflussparameter von CSD-Systemen.
- Vergleich von 20 marktgängigen CSD-Lösungen hinsichtlich ihrer technischen Ausstattungsmerkmale.
- Kritische Reflexion über den Nutzwert von CSDs im Kontext staatlicher Sicherheitsinitiativen (z.B. 100%-Scanning).
Auszug aus dem Buch
1 Problemstellung
Eine weltumspannende Lieferkette ist heutzutage nachwievor meist eine "Black Box", da die Komplexität internationaler Warenströme meist keinen Einblick in die genauen Abläufe ermöglicht. Insbesondere wochenlanger Seetransport erzeugt Informationsdefizite hinsichtlich des aktuellen Aufenthalts und Zustands eines Containers bzw. der darin transportierten Ware.
Container Security Devices können diesen Informationsdefiziten entgegenwirken. Es handelt sich bei ihnen um Geräte, die an einem Container angebracht werden und dessen aktuelle Position, Informationen über den Zustand des Innenraums sowie Türöffnungen und Einbrüche ermitteln und fast in Echtzeit an den Nutzer leiten können. Sie lassen einen Container "smart" werden und erhöhen die Visibilität für einen sichereren und effizienteren Transport der in dem Container enthaltenen Ware.
Die zahlreichen Vorteile, die ein (funktionierendes) System für die beteiligten Unternehmen einer Supply Chain mit sich bringen könnte, lässt die unterschiedlichsten Interessengruppen auf diese Technologie aufmerksam werden. Allerdings gibt es meist eine Divergenz zwischen dem technischen Umfang von Container Security Devices auf der Angebotsseite und den tatsächlichen Bedürfnissen der am Transport beteiligten Unternehmen auf der Nachfrageseite. In den Anfängen der Technologie wurden die Kunden zu wenig von den Herstellern in den Entwicklungsprozess eingebunden und es wurde zum Teil am Kunden vorbei entwickelt. Nun werben die Hersteller entsprechender Geräte oftmals mit einer Vielzahl von angeblich entstehenden Einsparpotentialen, die bislang selten von der Wissenschaft auf ihre tatsächliche Plausibilität hin untersucht wurden.
Der ökonomische Nutzen eines Container Security Devices ist darüber hinaus nur schwer als monetäre Größe darstellbar, da die Ausprägungen der wirtschaftlichen Vorteile und der Kosten stark vom jeweils eingesetzten Gerät und vom Anwendungsszenario abhängt. Es gibt daher die unterschiedlichsten Angaben zu den monetären Vorteilen von Container Security Devices.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Diese Einleitung identifiziert die Intransparenz der globalen Lieferkette als zentrales Problem und führt Container Security Devices (CSD) als Lösungsansatz zur Steigerung der Visibilität ein.
2 Literaturübersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und weist auf den Mangel an wissenschaftlicher Literatur zur ökonomischen Bewertung von CSDs hin.
3 Der ökonomische Nutzen eines Container Security Devices aus Sicht des Container-Empfängers: Dieser umfangreiche Hauptteil definiert die CSD-Technik, analysiert die Interessen der Warenempfänger anhand von Supply-Chain-Risikomodellen und erarbeitet Indikatoren für eine wirtschaftliche Bewertung.
4 Kritische Diskussion: In diesem Teil werden die Vorgehensweise, die Wirtschaftlichkeit und die tatsächliche Sicherheitswirkung von Smartcontainern kritisch hinterfragt sowie alternative Lösungsansätze diskutiert.
5 Zusammenfassung: Das abschließende Fazit resümiert, dass sich der Einsatz von Smartcontainern primär für zeitkritische oder hochwertige Waren lohnt und fordert eine realistischere Bewertung der Kosteneffizienz.
Schlüsselwörter
Container Security Devices, Smartcontainer, Supply Chain Management, Logistikrisiken, Visibilität, Containertransport, Warenempfänger, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Containersicherheit, RFID, GPS, GSM, Supply Chain Event Management, Risikomanagement, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Nutzen von sogenannten "Container Security Devices" (CSD), also technischen Systemen zur elektronischen Überwachung von Containern während ihres globalen Transports.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen das Supply Chain Risikomanagement, die technische Ausstattung von Überwachungsgeräten für Logistikzwecke, sowie die wirtschaftliche Bewertung von Investitionen in solche Technologien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht darin, einen Leitfaden und Indikatoren zu identifizieren, mit denen ein Unternehmen (der Container-Empfänger) bewerten kann, ob ein Smartcontainer-System für den eigenen Anwendungsfall ökonomisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturrecherche, der logischen Herleitung von Nutzenindikatoren anhand von Supply-Chain-Theorien sowie einer detaillierten Marktanalyse und einem technischen Vergleich von 20 verschiedenen Geräten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert zunächst die Interessen und Bedürfnisse der Anwender, beschreibt detailliert die technische Funktionsweise von CSDs (Sensorik, Kommunikation, Ortung) und leitet daraus Bewertungsindikatoren ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Container Security Devices, Visibilität, Supply Chain Risiko, Wirtschaftlichkeit und globaler Containertransport charakterisiert.
Warum wird das "100%-Scanning" in den USA so kontrovers diskutiert?
Das 100%-Scanning wird aufgrund der immensen Kosten für die Infrastruktur in den Häfen, der drohenden Wettbewerbsverzerrungen und der logistischen Verzögerungen im Welthandel als teilweise unpraktikabel oder ineffizient angesehen.
Welche Rolle spielen Smartcontainer bei der Ladungssicherheit?
Sie ermöglichen eine proaktive Echtzeitüberwachung von Position und Integrität, können jedoch physische Manipulationen nicht vollständig verhindern, sondern lediglich detektieren, um dem Empfänger frühzeitig zu informieren.
Was unterscheidet ein "Smartcontainer-System" von einem einfachen mechanischen Siegel?
Ein Smartcontainer-System bietet elektronische Funktionen wie weltweite Ortung, automatische Zustandsüberwachung (Temperatur, Schock) und die Kommunikation von Ereignissen per Mobilfunk oder Satellit an ein zentrales Kontrollsystem.
- Citar trabajo
- Lars Böttjer (Autor), 2010, Identifizierung von Indikatoren für eine wirtschaftliche Bewertung aktueller Container Security Devices, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273148