E-Learning. Zukünftige Alternative oder Ergänzung zur traditionellen betrieblichen Weiterbildung?


Hausarbeit, 2013
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. E-Learning
2.1 Definition
2.2 Begriff
2.3 Akzeptanz und Eigenverantwortung
2.4 Vorteile
2.5 Nachteile
2.6 Mobile Learning
2.7 Blended Learning

3. Betriebliche Weiterbildung
3.1 Definition
3.2 Abgrenzung
3.3 E-Learning-Formen
3.3.1 Inhaltsorientierte E-Learning-Formen
3.3.2 Prozessorientierte E-Learning-Formen
3.4 Netzbasiertes Lernen

4. Bedeutung, Aufgaben und Rolle der Personalentwicklung

5. Konnektivismus-Theorie

6. Online-Verhalten in Deutschland

7. Neue Medien

8. Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse und Ausblick in die Zukunft

Literaturverzeichnis

Anmerkung:

In dieser Arbeit wird aus Vereinfachungsgründen ausschließlich die männliche Form gewählt. Selbstverständlich schließt dies die weibliche Form mit ein.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In der heutigen Zeit müssen in einem global permanent wachsenden Wettbewerb Waren und Dienstleistungen immer schneller auf den Markt gebracht werden. Von den Mitarbeitern der Unternehmen wird daher eine kontinuierliche Spezialisierung sowie die Aneignung von möglichst immer aktuellem Wissen erwartet.[1] Mit fortwährenden technologischen Veränderungen und Weiterentwicklungen werden von den Arbeitnehmern zunehmend auch mehr komplexere kognitive Fähigkeiten verlangt. So bedingt zum Beispiel (z. B.) die Bedienung von immer vielgestaltiger werdenden Maschinen verstärkt metakognitive Fähigkeiten und damit weitere Kompetenzen.[2] Die Geschwindigkeit, wie schnell die Mitarbeiter lernen und in der Lage sind, neue passfähige Ideen zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen, ist dabei von ganz entscheidender Bedeutung für den zukünftigen Erfolg der Unternehmen und der Individuen selbst.[3]

Übereinstimmend akzentuieren die Wissenschaft, die Politik sowie die breite mediale Öffentlichkeit die Bedeutsamkeit von Bildung als wirtschaftlichem Standortfaktor.[4] In nationalen und internationalen Diskussionen wird heute die Kompetenz der in einer Organisation tätigen Personen als potenzieller Wettbewerbsfaktor der Zukunft postuliert.[5] Folglich ist eine ständige betriebliche Weiterbildung und somit ein dauerhaftes Tätigwerden der Personalentwicklung dringend geboten.

Da in diesem Zusammenhang angezweifelt wird, ob die traditionelle betriebliche Weiterbildung die hierfür benötigten Kompetenzen vermitteln kann, ist diese in Kritik geraten. Hier ist zu prüfen, wie Weiterbildung nachhaltig und nutzbringend gestaltet werden kann. Gefordert ist die Personalentwicklung, aber auch Forscher, Führungskräfte, Teilnehmer, externe Weiterbildungsanbieter und Trainer.[6] In Analogie des sich seit einigen Jahren aufgrund der Innovationen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien vollziehenden Wandels der betrieblichen Arbeitsorganisation ist es eine Aufgabe der betrieblichen Weiterbildung, mit entsprechend veränderten Weiterbildungsstrukturen und Weiterbildungsangeboten zu reagieren. Um den veränderten betrieblichen und auch gesellschaftlichen Ansprüchen, insbesondere der Förderung des lebenslangen Lernens entsprechen zu können, ist auch die Organisation der betrieblichen Weiterbildung damit selbst vielfältigen Anpassungs- und Veränderungstendenzen unterworfen.[7] In diesem Zusammenhang wird der Einsatz von E-Learning schon seit Mitte der 1990er Jahre gründlich diskutiert.[8] In der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft wird technologiebasiertes, immer häufiger auch schon mobiles Lehren und Lernen, immer wichtiger. Ein ortsunabhängiger Laptop oder ein noch kleineres mobiles Endgerät wie der Subnotebook, ein am Körper tragbarer und kompakter Kleincomputer wie der Personal Digital Assistant (PDA) oder auch ein leistungsfähiges Smartphone gewinnen in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung. Neben dem drahtgebundenen Inter-/Intranet werden auch das drahtlose Inter-/Intranet und die Mobilfunknetze für netzabhängige Lehrangebote genutzt.[9] Die informationstechnische Infrastruktur wird permanent weiter ausgebaut. Die dadurch entstehende größere Mobilität von Nutzern webbasierter Systeme hat dazu geführt, dass Daten immer öfters nicht mehr offline, sondern online abgespeichert und verwaltet werden. Somit ist von verschiedenen Orten und Geräten ein Zugriff auf die Daten möglich. Dies ist als großer Vorteil, auch für E-Learning, zu werten.[10]

Demzufolge wird in dieser Arbeit unter den nachfolgend geschilderten Aspekten untersucht, ob E-Learning zukünftig eine Alternative oder eine Ergänzung zur traditionellen betrieblichen Weiterbildung darstellt. Das konkrete methodische Vorgehen dazu gestaltet sich wie folgt:

Im zweiten Kapitel wird der Begriff „E-Learning“, beginnend mit einem kleinen geschichtlichen Rückblick, interdisziplinär beleuchtet. Der Begriff „Betriebliche Weiterbildung“ wird anschließend in Kapitel drei erläutert. In Kapitel vier werden die Bedeutung, die Aufgaben und die Rolle der Personalentwicklung, hier die vorhandene enge Verbindung zwischen der betrieblichen Weiterbildung und der Personalentwicklung, dargestellt. Danach findet in Kapitel fünf ein Blick auf die von GEORGE SIEMENS geprägte Konnektivismus-Theorie statt, in der dieser „(…) dem Lernen im und durch das Netz(-werk) eine zentrale Bedeutung“[11] zuschreibt. Das Online-Verhalten in Deutschland wird im sechsten Kapitel betrachtet. Mit einer Exkursion auf die Neuen Medien schließt Kapitel sieben. Danach schließt die Arbeit mit einer Reflexion der gewonnenen Erkenntnisse sowie einem Ausblick in die Zukunft ab. Wegen des umfangreichen Themas war es aus Sicht des Verfassers unerlässlich, die Untersuchungen und Ausführungen auf bestimmte und aus seiner Sicht wichtige Aspekte zu beschränken und eine hohe Aktualität zu wahren. Daher erhebt der Verfasser mit dieser Arbeit auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Ausführungen zum Thema. Ziel der Arbeit ist es jedoch, einen realistischen und sinnvollen Einblick in das Thema zu vermitteln und mit einer darauf bezogenen Abgabe einer Prognose der Ausgangsfrage gerecht zu werden.

2. E-Learning

Schon im Jahr 1926 wurden Maschinen zur Realisierung von Tests entwickelt.[12] Diese mechanischen Automaten wurden als Lernapparate bezeichnet.[13] Damit war es schon möglich, einem Lernenden schriftlich Fragen zu stellen. Zusätzlich wurden vier Antworten angeboten. In den späten 1950er Jahren gab es dann die ersten Anzeichen durch die Anwendung von elektronischen Maschinen menschliches Lernen zu unterstützen. Die Verbreitung diesbezüglicher Absichten wurde durch den Enthusiasmus an der Technik in dieser Zeit gefördert. Durch die Verwendung von Lernmaschinen sollte Mitte der 1960er Jahre in Deutschland eine objektivere Wissensvermittlung angeboten werden. Leider konnten die verschiedenen Lerngeschwindigkeiten der Lernenden dabei nur unzureichend berücksichtigt werden. In Amerika fand in den 1960er Jahren eine Implementation der ersten großen computerunterstützten Lernsysteme durch die Universitäten statt. In den Folgejahren wurde aber durch verschiedene Evaluationsstudien festgestellt, dass durch die computerunterstützten Lernsysteme kein erheblich erkennbares wirkungsvolleres Lernen stattgefunden hat.[14] In den 1980er Jahren wurde die Entwicklung der Personal Computer (PC) und des Internets immer schneller forciert. Es trat eine Änderung von der Vorstellung des Lernens von Erwachsenen ein.[15] Die PCs eroberten den Markt. Schnell wurden diese in Lernszenarien eingesetzt. Zu Beginn dieser Zeit wurde der PC ausnahmslos zur Kommunikation und Informationsgewinnung genutzt.[16] Anfang der 1980er Jahre war die heute sehr weitverbreitete Vorstellung, dass Lernen zu einem lebenslangen, kontinuierlichen Prozess werden müsse, noch ein totales Novum. Daher war eine umfangreichere Herstellung von Lernsoftware erst Ende der 1980er Jahre erstmals rentabel. Der Grund lag in der ständigen Weiterentwicklung der PCs und im veränderten Bewusstsein der Öffentlichkeit hinsichtlich des lebenslangen Lernens.[17] Immer mehr private Haushalte legten sich in den 1980er und in den 1990er Jahren einen PC zu. Zugleich entstanden Zukunftsvisionen, wie computerbasiertes Lernen durchgeführt werden sollte. Durch spezifisch gestaltete Lernprozesse hoffte man auf eine Erhöhung der Lerneffizienz. In diesem Zusammenhang wurden lokale PCs ab Mitte der 1990er Jahre umfangreicher miteinander vernetzt.[18] Das Internet erlangte Ende der 1990er Jahre eine immer größere Bedeutung. Dadurch verlagerten sich die Inhalte des computerbasierten Lernens immer mehr auf das Internet.[19] In Deutschland war die Entwicklung des E-Learning-Marktes, trotz einer sich ständig weiter entwickelnden Technik, deutlich schlechter als im Vorfeld erwartet.[20] Derzeit ist Blended Learning, eine Kombination von Präsenz- und Online-Phasen, wahrscheinlich das federführende Konzept beim Einsatz von E-Learning-Angeboten.[21] Eine nähere Erläuterung dazu erfolgt unter Punkt 2.7.

2.1 Definition

E-Learning ist ein ambivalenter Begriff. Daher ist es kaum möglich, für diesen Begriff eine exakte Definition zu erstellen. So gibt es schon unterschiedliche Schreibweisen wie beispielsweise E-Learning, e-learning, elearning und eLearning.[22] Auch die Bedeutung des „E“ im Begriff ist bisher nicht eindeutig definiert.[23] Der Verfasser dieser Arbeit hat sich für die Schreibweise „E-Learning“ entschieden, da er der Meinung ist, dass diese Schreibweise am besten zur deutschen Sprache passt.

Überwiegend lässt sich eine extensive und eine restriktive Verwendung des Begriffes E-Learning erkennen. Bei der extensiven Begriffsbestimmung von E-Learning wird teilweise das „E“ bei E-Learning mit „electronic“ gleichgesetzt. Daher wird in diesem Zusammenhang E-Learning als Lernen unter Zuhilfenahme verfügbarer Formen von elektronischen Medien interpretiert.[24] Auch SAASEN versteht darunter alle Arten des Lernens mithilfe elektronischer Medien.[25] EHLERS weist darauf hin, dass unter E-Learning alle Formen des Lernens mithilfe elektronischer Medien, online wie auch offline, zu verstehen sind.[26] Was die restriktive Begriffsbestimmung angeht, so wird unter E-Learning ein internet- bzw. ein intranetbasiertes Lernen, im weitesten Sinn noch ein computergestütztes Lernen, verstanden. Insgesamt ist festzustellen, dass es für E-Learning in der Literatur und in der Praxis immer noch keine unumstrittene Definition gibt.[27] Aus Sicht des Verfassers haben SEEL/IFENTHALER eine zeitgemäße und aktuelle Formulierung gewählt. Sie beschreiben E-Learning als „Nutzen neuer Medien und Internettechnologien zur Gestaltung von computerbasierten Lernumgebungen.“[28]

2.2 Begriff

Bevor sich der Begriff E-Learning durchsetzen konnte, wurden hierfür auch Bezeichnungen wie Computer Based Learning (CBL), Computer Based Training (CBT), Computer Based Instruction (CBI), Computer Assisted Learning (CAL), Computer Unterstütztes Lernen (CUL), Computer Unterstützter Unterricht (CUU) oder Web Based Training (WBT) verwendet. Dadurch wird deutlich, welche Ungewissheiten in dem Gebiet des elektronisch unterstützten Lernens anzutreffen sind.[29] In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten hat sich der Begriff „E-Learning“ (elektronisches Lernen) gegenüber anderen Begriffen für das Lernen mit Unterstützung von Computern in der Wissenschaft und in der Praxis durchgesetzt. Dabei setzt „E-Learning“ das „E-Teaching“ (elektronisches Lehren) der Lehrenden voraus. Zwei Varianten haben sich dazu in der Entwicklungsphase herauskristallisiert. Es handelt sich um das am Einzelplatz orientierte Computer Based Training (CBT) und das an Kommunikation orientierte Web Based Training (WBT).[30] Beim CBT beschäftigen sich die Lernenden interaktiv über die Lernsoftware mit bestimmten Lernmaterialien. Beim WBT kommt dem Internet eine gravierende Rolle zu, da hier neue Alternativen des interaktiven Lernens vorhanden sind.[31]

[...]


[1] Vgl. Kauffeld, S. 2010: 95.

[2] Vgl. Kauffeld, S. 2010: 6.

[3] Vgl. Kauffeld, S. 2010: 14.

[4] Vgl. Dobischat, R./ Fischell, M./ Rosendahl, A. 2010: 163.

[5] Vgl. Kauffeld, S. 2010: 6.

[6] Vgl. Kauffeld, S. 2010: 14.

[7] Vgl. Schröder, T. 2009: 15.

[8] Vgl. Baumgartner, P./ Häfele, H./ Maier-Häfele, K. 2002: 13.

[9] Vgl. Breitner, M. H. et al. 2010: V.

[10] Vgl. Lohmann, S. 2010: 199.

[11] Kuhlmann, A./ Sauter, W. 2008: 47.

[12] Vgl. Holten, R./ Nittel, D. 2010: 10.

[13] Vgl. Flindt, N. 2005: 14.

[14] Vgl. Holten, R./ Nittel, D. 2010: 10 - 12.

[15] Vgl. Flindt, N. 2005: 20.

[16] Vgl. Holten, R./ Nittel, D. 2010: 12.

[17] Vgl. Flindt, N. 2005: 21.

[18] Vgl. Holten, R./ Nittel, D. 2010: 13.

[19] Vgl. Flindt, N. 2005: 21 - 22.

[20] Vgl. Flindt, N. 2005: 22 - 23.

[21] Vgl. Holten, R./ Nittel, D. 2010: 14.

[22] Vgl. Flindt, N. 2005: 23.

[23] Vgl. Nikolopoulos, A. S. 2010: 46.

[24] Vgl. Flindt, N. 2005: 25.

[25] Vgl. Saasen 2007: 45.

[26] Vgl. Ehlers, U-D. 2011: 34.

[27] Vgl. Flindt, N. 2005: 26 - 27.

[28] Seel, N. M./ Ifenthaler, D. 2009: VII.

[29] Vgl. Nikolopoulos, A. S. 2010: 46.

[30] Vgl. Arnold, P. et al. 2011: 17 - 18.

[31] Vgl. Flindt, N. 2005: 28.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
E-Learning. Zukünftige Alternative oder Ergänzung zur traditionellen betrieblichen Weiterbildung?
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Veranstaltung
Studium Personalentwicklung
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V273162
ISBN (eBook)
9783656649779
ISBN (Buch)
9783656649762
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
E-Learning, Betriebliche Weiterbildung, Personalentwicklung, Konnektivismus-Theorie, Online-Verhalten, Neue Medien
Arbeit zitieren
Dipl. Verwaltungswirt (FH), Master of Arts (TU) Heribert Schmitt (Autor), 2013, E-Learning. Zukünftige Alternative oder Ergänzung zur traditionellen betrieblichen Weiterbildung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273162

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