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Die Patientenverfügung als Mittel zur Durchsetzung der Patientenautonomie am Ende des Lebens

Title: Die Patientenverfügung als Mittel zur Durchsetzung der Patientenautonomie am Ende des Lebens

Term Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl. Pflegewirt Daniel Fischer (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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Die Zahl der Patientenverfügungen in Deutschland ist momentan stetig steigend. Dies zeigt sich schon bei der Internetrecherche mit dem Stichwort „Patientenverfügung“: zu Beginn der Nachforschungen für diese Arbeit vor circa drei Monaten waren es noch 14.600 Treffer – heute bekommt man eine Angabe von ungefähr 16.500 Treffern. Inzwischen gibt es eine kaum zu überblickende Vielzahl an Vordrucken und Mustern von verschiedenen Institutionen.
Mit vielen Mustern haben sich auch viele Begriffe entwickelt, die gebräuchlichsten sind Patientenverfügung, Patiententestament oder Patientenbrief. In Deutschland scheint sich in der Umgangssprache der Begriff Patiententestament durchzusetzen. Da die Patientenverfügung nicht wie das Testament ein Geschäft mortis causa ist, also grundsätzlich mit dem Tod zusammenhängt, setzt sich in der Fachliteratur der Begriff Patientenverfügung durch (statt vieler vgl. Baumgarten 2000, S. 303). Dieser Begriff wird auch in dieser Arbeit verwendet.
Die Patientenverfügung wird verfasst um die Patientenautonomie auch am Ende des Lebens zu sichern. Aus diesem Grund wird zu Beginn der Arbeit der Begriff der Patientenautonomie näher beleuchtet. Hierbei wird unterschieden zwischen einwilligungsfähigen Patienten und einwilligungsunfähigen Patienten. Im folgenden Kapitel wird die Sonderform der Patientenautonomie beim einwilligungsunfähigen Patienten dargestellt, welche auch der Schwerpunkt dieser Arbeit sein wird – die Patientenverfügung. Hierbei wird im Rahmen einer thematischen Einführung eine genauere Definition vorgenommen und die Herkunft der Patientenverfügung erklärt. Das dritte Kapitel behandelt die rechtlichen Aspekte, die gesetzlichen Grundlagen durch die eine Patientenverfügung möglich ist und vor allem die viel umstrittene Bindungswirkung. Anhand dieser Grundlagen wird im anschließenden Kapitel erklärt, wie man eine rechtskräftige, dem eigenen Willen entsprechende Patientenverfügung verfasst. Der Abschluss der Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten der Patientenverfügung und den Problemen die durch diese auftreten können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1 Die Autonomie des Patienten

1.1 Autonomie bei einwilligungsfähigen Patienten

1.1.1 Voraussetzung für Autonomie

1.1.2 Die Wichtigkeit der Selbstentscheidung

1.1.3 Das Recht auf Achtung der Autonomie

1.1.4 Der Informed Consent

1.1.5 Patientenautonomie und Pflege

1.2 Autonomie bei einwilligungsunfähigen Patienten

2 Einführung in die Patientenverfügung

2.1 Definition der Patientenverfügung

2.2 Historische Entwicklung der Patientenverfügung

2.3 Inhalte der Patientenverfügung

3 Rechtliche Aspekte der Patientenverfügung

3.1 Gesetzliche Grundlagen der Patientenverfügung

3.2 Bindungswirkung der Patientenverfügung

3.3 Widerrufsmöglichkeiten der Patientenverfügung

3.4 Exkurs: Weiter Möglichkeiten zur Sicherung der Patientenautonomie

3.4.1 Die Vorsorgevollmacht

3.4.2 Die Betreuungsverfügung

3.4.3 Vor- und Nachteile von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

3.5 Leitlinien in der Praxis

4 Erstellen einer Patientenverfügung

4.1 Inhaltliche Auseinandersetzung mit der Patientenverfügung

4.2 Darstellung verschiedener Patientenverfügungen

4.2.1 Die christliche Patientenverfügung

4.2.2 Die persönliche Patientenverfügung

4.2.3 Die Patientenverfügung der Aktion Leben e. V.

4.3 Der Weg zur Vorsorge

5 Ethische Aspekte der Patientenverfügung

5.1 Grenzfälle der Patientenverfügung

5.2 Patientenverfügungen und Sterbehilfe

5.3 Ethische Probleme durch die Patientenverfügung

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Patientenverfügung als Instrument zur Wahrung der Patientenautonomie am Lebensende, wobei der Fokus auf der medizinischen, ethischen und rechtlichen Relevanz dieser Vorsorgeform liegt. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Patienten ihre Selbstbestimmung effektiv sichern können, wenn sie in den Zustand der Einwilligungsunfähigkeit gelangen.

  • Grundlagen der Patientenautonomie und deren Bedeutung in der Pflege
  • Rechtliche Verbindlichkeit und historische Entwicklung der Patientenverfügung
  • Praktische Erstellung und Varianten von Patientenverfügungen
  • Ethische Grenzfragen sowie der Zusammenhang mit Sterbehilfe
  • Vorsorgeinstrumente wie Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Auszug aus dem Buch

WER SOLL FÜR MICH ENTSCHEIDEN?

Herr B. ist 79 Jahre alt und benötigt für alle Verrichtungen des täglichen Lebens die Hilfe anderer. Er kann zunehmend schlechter hören und sehen, er hat keine Interessen mehr und ist häufig geistig verwirrt. Weil er früher starker Raucher war, ist die Durchblutung seiner Beine gestört; er kann nur wenige Meter ohne Schmerzen laufen. Durch eine Gefäßoperation im Bauchraum könnten die Schmerzen beim Gehen behoben werden, seine Bewegungsfähigkeit verbessert und seine Hilfsbedürftigkeit reduziert werden. Herr B. ist aber nicht in der Lage, sich zu den Vorteilen und Risiken des Eingriffs sinnvoll zu äußern. Seine Kinder halten den geplanten Eingriff für problematisch und neigen dazu, ihrem Vater die Operation zu ersparen, da sie meinen, dass seine Lebensqualität dadurch nur unwesentlich verbessert werden würde. Herr B. selbst hat sich früher, als er noch Situationen klar verstehen und auch in ihnen entscheiden konnte, nie zu Fragen künftiger medizinischer Behandlungen geäußert.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Autonomie des Patienten: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Patientenautonomie, unterscheidet zwischen einwilligungsfähigen und einwilligungsunfähigen Patienten und beleuchtet das Modell des Informed Consent.

Einführung in die Patientenverfügung: Hier wird die Patientenverfügung definiert, ihre historische Herkunft skizziert und aufgezeigt, welche Inhalte üblicherweise in solchen Dokumenten festgehalten werden.

Rechtliche Aspekte der Patientenverfügung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen im deutschen Rechtssystem, diskutiert die Bindungswirkung der Verfügungen und stellt ergänzende Vorsorgemöglichkeiten wie die Vorsorgevollmacht vor.

Erstellen einer Patientenverfügung: Es werden praktische Ansätze und Vorgehensweisen zur Erstellung einer Patientenverfügung erläutert, inklusive der Vorstellung konkreter Vorlagen und Krankengeschichten als Entscheidungshilfe.

Ethische Aspekte der Patientenverfügung: Dieses Kapitel befasst sich mit ethischen Grenzfällen, dem Spannungsfeld zur Sterbehilfediskussion und den moralischen Problemen, die durch die Umsetzung von Patientenverfügungen in der Pflege entstehen können.

Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Patientenverfügung trotz rechtlicher und ethischer Herausforderungen ein unverzichtbares Mittel zur Wahrung der Autonomie am Lebensende ist.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung, Patientenautonomie, Selbstbestimmung, Informed Consent, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Sterbehilfe, Lebensende, Ethik, Medizinrecht, Pflegeethik, Einwilligungsunfähigkeit, Patientenrechte, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Patientenverfügung als zentrales Instrument, um die Selbstbestimmung kranker Menschen zu bewahren, auch wenn diese aufgrund von Krankheit oder Alter nicht mehr selbst entscheiden können.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Die Untersuchung umfasst die rechtlichen Rahmenbedingungen, die ethischen Implikationen bei Behandlungsentscheidungen am Lebensende sowie praktische Tipps zur Erstellung einer rechtssicheren Patientenverfügung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Lesern zu vermitteln, wie eine Patientenverfügung zur Sicherung der Autonomie beitragen kann und welche Aspekte bei der Erstellung berücksichtigt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung aktueller juristischer sowie ethischer Diskurse und Gerichtsurteile zur Patientenverfügung.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Patientenautonomie, rechtliche Grundlagen, praktische Erstellungsverfahren für Dokumente sowie eine ethische Auseinandersetzung mit Grenzfällen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Patientenverfügung vor allem Autonomie, Vorsorge, Informed Consent, rechtliche Verbindlichkeit und der ethische Diskurs um das Sterben.

Warum ist eine inhaltliche Auseinandersetzung laut Autorin wichtiger als reine Formulare?

Die Autorin betont, dass bloßes Unterschreiben von Vordrucken die Verbindlichkeit mindert; eine ernsthafte Reflexion über eigene Wünsche und Risikoprofile stärkt hingegen die Durchsetzbarkeit des Patientenwillens.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Pflegepersonal und Patientenverfügungen?

Sie beleuchtet die schwierige Situation des Pflegepersonals, wenn deren ethische Grundsätze (z.B. Lebenserhaltung) mit dem durch eine Patientenverfügung geforderten Behandlungsabbruch kollidieren, wie am Beispiel des Falles „Peter K.“ erläutert.

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Details

Title
Die Patientenverfügung als Mittel zur Durchsetzung der Patientenautonomie am Ende des Lebens
College
Protestant University of Applied Sciences Darmstadt  (Fachbereich II Pflege und Gesundheitswissenschaften)
Grade
1,3
Author
Dipl. Pflegewirt Daniel Fischer (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V27325
ISBN (eBook)
9783638294041
ISBN (Book)
9783638729901
Language
German
Tags
Aspekte Patientenverfügung Mittel Durchsetzung Patientenautonomie Ende Lebens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Pflegewirt Daniel Fischer (Author), 2003, Die Patientenverfügung als Mittel zur Durchsetzung der Patientenautonomie am Ende des Lebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27325
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