Diese Arbeit bietet eine detaillierte Analyse von Christian Krachts Bestseller "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" bezüglich dystopischer und utopischer Elemente, wobei ebenfalls sein (zusammen mit Niermann geschriebener) Roman "Metan" und sein neuestes Werk "Metan" en detail untersucht und hinsichtlich ihrer kategorischen Einteilung in literarische Dystopien (Metan) und literarische Utopien (Imperium) analysiert werden. Des Weiteren werden bei dieser Analyse v.a. auch die Parallelen zwischen diesen drei Werken herausgearbeitet und ein besonderes Augenmerk liegt auf der Kracht-typischen Motivik, die seinen (fast schon grundsätzlich) kritischen Werken zu Grunde liegt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Metan
III. Imperium
IV. Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
1. Dystopie – Parallelen zu Metan
2. Utopie – Parallelen zu Imperium
3. Kracht'sche Motivik
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die utopischen und dystopischen Elemente im Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten von Christian Kracht, wobei sie diese in einen vergleichenden Kontext zu seinen Werken Metan (als dystopisches Referenzmodell) und Imperium (als utopisches Referenzmodell) stellt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Analyse der Kracht'schen Motivik, seines speziellen Sprachstils sowie der Erzählerinstanzen, um das Werk als komplexe literarische Parabel innerhalb der Gegenwartsliteratur zu verorten.
- Analyse utopischer und dystopischer Erzählstrukturen bei Christian Kracht
- Vergleichende Untersuchung der Motive und Themen in Metan, Imperium und Ich werde hier sein...
- Untersuchung des Kracht'schen Sprachstils und der Rolle der Erzählerinstanz
- Diskussion der Konzepte von "alternative history" und "Totalitarismus"
- Reflektion über die gesellschaftskritische Dimension von Krachts fiktiven Welten
Auszug aus dem Buch
IV. Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Auch Ich werde hier sein wurde bei seiner Publikation vielfach in der Presse diskutiert. Mit dem Handlungsraum des Romans, der „in einer Zeit [angelegt ist], die Vergangenheit und Zukunft zugleich ist“, mischt Kracht „die Weltgeschichte auf“ und hat eine Geschichte in der Art der Sience Fiction konstruiert, die beim besten Willen weder ein „deutscher Gegenwartsroman“, noch ein „richtiger Heimatroman [ist], obwohl die Schweiz, Geburtsland des Autors, darin eine prägnante Rolle spielt“. „Der Gattungshintergrund, in dem allein“ ein solch einerseits bizarr-groteskes und andererseits grandios-fiktionales Spiel dieser alternativen Weltgeschichte „möglich ist, heißt Phantastik“, geprägt von zahlreichen utopischen und dystopischen Elementen, wie sich im weiteren Textverlauf zeigen wird. Zunächst ist jedoch eine kurze Zusammenfassung des Inhalts gegeben: Protagonist ist ein afrikanischer, in der Schweiz ausgebildeter Offizier, der sich – zeitgleich als namenloser Ich-Erzähler – in dem bereits fast 100 Jahre andauernden Krieg, zwischen den „europäischen Großmächte[n]“ und den „ins Geschichtemachen nachdrängenden 'Amexikaner[n]'“, nachdem er vom „Revolutionskomitee in Schweizerisch-Salzburg“ den Befehl erhalten hatte, „den hiesigen Sowjet, einen gewissen Oberst Brazhinsky sofort festzunehmen“, auf der Suche nach diesem quer durch die Schweiz, die „der Zürcher Exilant Lenin […] bolschewisiert hat, statt nach Russland zurückzukehren“, befindet. Dabei ist zu beachten, dass das Szenario des „Totalitarismus einer kommunistischen Schweiz“, im Grunde eine Weiterführung der Erzählung des „latent nationalsozialistisch[en]“ Deutschlands, „das der Ich-Erzähler in Faserland durchreist“, ist, was auch ein Beleg für die Klassifizierung seiner ersten drei Romane als Trilogie darstellt; angefangen mit 1979 bewegt sich Krachts Ich-Erzähler quasi von einem (faschistischen) Regime zum nächsten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Untersuchungsthema ein und definiert den methodischen Rahmen der Analyse utopischer und dystopischer Elemente in den Romanen von Christian Kracht.
II. Metan: Dieses Kapitel liefert eine Inhaltsangabe des Romans Metan und eine theoretische Definition des Dystopie-Begriffs, um das Werk als dystopische Fiktion einzuordnen.
III. Imperium: Das Kapitel bietet eine Inhaltsanalyse des Romans Imperium sowie eine Definition utopischer Literatur, um das utopische Potenzial der Engelhardt-Kolonie zu untersuchen.
IV. Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten: Hier werden utopische und dystopische Motive sowie die spezifische Kracht'sche Motivik und Erzählweise im Fokusroman detailliert analysiert und mit den anderen beiden Werken verknüpft.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Werk als komplexe Kombination utopischer und dystopischer Erzählmuster, die sich einer eindeutigen Zuordnung entziehen.
Schlüsselwörter
Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten, Metan, Imperium, Dystopie, Utopie, Popliteratur, alternative history, Totalitarismus, Erzählerinstanz, Motivik, Kriegsszenario, Anthropophagie, Kokovorismus, Intertextualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert utopische und dystopische Elemente in Christian Krachts Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten und stellt diese in einen Kontext zu seinen Werken Metan und Imperium.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die literarische Darstellung von Utopie und Dystopie, das Konzept der "alternative history", der Einfluss politischer Ideologien auf die Erzählung sowie die Kracht'sche Motivik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse der dystopischen und utopischen Motivik im Sonnenschein-Roman unter Berücksichtigung von Krachts individuellem Sprachstil und der gewählten Erzählerinstanzen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt einen komparativen literaturwissenschaftlichen Ansatz, bei dem definitorische Merkmale von Utopie und Dystopie auf die Primärtexte angewendet und vergleichend gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils Metan, Imperium und den Sonnenschein-Roman analysieren, wobei Parallelen in Motiven, Ideologien und Erzähltechniken herausgearbeitet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind u.a. Christian Kracht, Dystopie, Utopie, alternative history, Totalitarismus und das Projekt Menschheit.
Wie bewertet die Arbeit Krachts Verhältnis zur Popliteratur?
Die Autorin ordnet Krachts spätere Werke kritisch ein und betont, dass seine Bücher über eine reine Popliteratur-Zuordnung hinausgehen und sich konventionellen literarischen Diskursen entziehen.
Welche Bedeutung hat das Motiv der Kokosnuss in Imperium?
Die Kokosnuss wird als gottgleiches Element und symbolische Basis für den Utopie-Versuch August Engelhardts analysiert, dessen Scheitern in den Kannibalismus führt.
Wie wird das Ende von Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten interpretiert?
Das Ende wird als ambivalent diskutiert, einerseits als Scheitern der dystopischen Welt, andererseits als Möglichkeit einer neuen, vorzivilisatorischen Ordnung durch die Rückkehr des Ich nach Afrika.
- Citar trabajo
- Stefanie Weber (Autor), 2014, Dystopie und Utopie bei Christian Kracht. „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, „Metan“ und „Imperium“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273270