Ein Machtwechsel nach langem Kampf in Jemen


Hausarbeit, 2014
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Jemen
2.1. Die geographische Lage des Jemen
2.2. Die Republik Jemen

III. Die Politische Entwicklung des Jemen
3.1. Die politische Entwicklung im Nordjemen
3.2. Die politische Entwicklung im Südjemen
3.3. Die Vereinigung des Jemen

IV. Ursachen des Machtwechsels in Jemen
4.1. Die Bevölkerungsentwicklung
4.3. Die wirtschaftliche Lage

V. Der Anlass des Machtwechsels
5.1. Tawakkul Karmān
5.2. Verfassungsänderung von Ali Abdallah Salih

VI. Der Machtwechsel
6.1. Verlauf des Kampfes
6.2. Resultate des Kampfes

VII. Fazit

VIII. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der arabische Frühling, welcher in Tunesien anfing und sich wie ein Zündfunken in der ganzen arabischen Welt verbreitete, nahm auch seinen Platz in Jemen ein. Jemen war vor dem arabischen Frühling eher durch seine innenpolitischen Machtkämpfe bekannt, doch waren bis dato keine Massendemonstrationen gegen das eigene Regime festzustellen. So stellte sich in erster Etappe die Frage was die Beweggründe der Studenten in Sanaa waren, um gegen das eigene Regime so lange zu protestieren bis Sie letzten Endes ein Machtwechsel bewirkten.

Nach dem Politikwissenschaftler Werner Ruf sind „ die soziale Lage und die Unterdrückung jeder Meinungsäußerung das, was insgesamt mit dem Begriff „Würde“ gefasst wird“ ein Anlass zu Massendemonstrationen in der arabischen Welt.[1] Denn auch wenn die konkreten Forderungen von Land zu Land variierten, hatten die Proteste in den arabischen Ländern eins gemeinsam, nämlich die stets verbindenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Anliegen, um ein Leben in Würde zu führen.

Aus diesem Grund befasst sich die vorliegende Hausarbeit mit verschiedenen Aspekten des Jemen, die zum Machtwechsel herbeigeführt haben. Dabei wird als erstes eine geographische Einführung in das Land Jemen gemacht, um zum einen zu wissen wer die Nachbarn sind und zum anderen die außenpolitischen Konflikte zu verstehen. Anknüpfend wird eine kurze Erläuterung über die Entstehung der Republik Jemen gegeben.

Im zweiten Teil dieser Arbeit wird die politische Entwicklung des Jemen beleuchtet. Es wird auf die politische Entwicklung in Nord- und Südjemen ab 1962 eingegangen. Darauf folgend wird die Vereinigung des Jemen und die daraus resultierenden Probleme geschildert.

Anschließend wird auf die Hauptessenz, nämlich auf die Ursachen des Machtwechsels aufgebaut. Es wird auf drei Faktoren eingegangen, die Anlass zu Forderungen gegeben haben, nämlich die Bevölkerungsentwicklung, die soziale Lage und die wirtschaftliche Lage.

Darauf folgend wird auf den Anlass des Machtwechsels aufgebaut, der zum einen durch die Festnahme von Tawakkul Karmān und der Verfassungsänderung von Ali Abdallah Salih in Gang Gesetzt werden sollte.

Abschließend wird auf den Machtwechsel eingegangen. Es wird der Verlauf des langen Kampfes für einen Machtwechsel dargestellt und die daraus resultierenden Resultate, welche einen Machtwechsel bezwingt haben.

Gegenstand dieser Arbeit ist es hinter die Kulissen des Machtwechsels in Jemen zu blicken. Dabei sollte keinesfalls der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Vielmehr liegt der Fokus darauf, verschiedene essentielle Faktoren zu analysieren, die Rolle der Akteure zu beleuchten und schließlich die Resultate des Machtwechsels zu benennen.

II. Jemen

Im folgenden wird auf die geographische Lage des Jemen eingegangen, um die Nachbarn so wie die außenpolitischen Konflikte des Jemen zu verstehen. Des weiteren wird in kurzer Form die Entstehung der Republik Jemen erläutert.

2.1. Die geographische Lage des Jemen

Um vor Augen zu halten wo genau sich Jemen auf der Weltkarte befindet, wird eine geographische Zuordnung des Landes vorgenommen. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Grenzen des Landes überwiegend in jüngster Zeit (2000) vertraglich vereinbart wurden. Vor den Vereinbarungen kam es immer wieder durch Grenzkonflikte zu Unruhen. Insbesondere waren die Beziehungen zu Saudi Arabien belastet.[2]

Jemen ist ein Staat in Vorderasien und liegt im Süden der arabischen Halbinsel. Im Vergleich zu Deutschland ist er anderthalb mal so groß. Jemen: 527.970km² (2011), Deutschland: 348.570 km² (2011).[3] Die Nachbarn Jemens sind im Norden Saudi-Arabien, im Osten ʿumān , im Süden Golf von Aden und das arabische Meer und im Westen das Rote Meer. Zum Jemen gehören auch die 3.814 km² große Inselgruppe Suqutrā, genau so wie zahlreiche Inseln im Bāb al-mandab, im roten Meer und im arabischen Meer. Die Hauptstadt Jemens ist Sanaa. Im Inneren ist die Republik derzeit in 20 Provinzen unterteilt, wobei die Hauptstadt Sanaa erst im Jahr 2000 einen eigenen Provinzstatus erhalten hat.[4]

2.2. Die Republik Jemen

Die Republik Jemen ist ein vergleichsweise junger Staat. In Ihrer heutigen Form existiert sie erst seit 1990. Vorher waren Nord- und der Südteil des arabischen Landes lange Zeit geteilt. Während der Süden britische Kronkolonie und anschließend eine sozialistische Volksrepublik war, wurde der Norden durch muslimische Imame beherrscht und war durch eine traditionelle Stammesgesellschaft geprägt. Nach der Vereinigung kam es 1994 zu einem kurzen Bürgerkrieg zwischen den beiden Landesteilen. Bis heute hat sich keine einheitliche staatliche Identität herausbilden können.[5]

III. Die politische Entwicklung des Jemen

Wie schon erwähnt war der Jemen bis 1990 in Nord- und Südjemen geteilt. Bis 1990 hatten beide Landesteile verschiedene politische Entwicklungen durchgemacht. Im folgenden soll auf die politische Entwicklung beider Landesteile eingegangen werden, um die Divergenz beider zu verdeutlichen

3.1. Die politische Entwicklung des Nordjemen

DieJemenitische Arabische Republik, welche auch als die Arabische Republik Jemenoder Nordjemen bekannt ist, war ein von 1962 bis 1990 bestehender Staat.

Das Land entstand nach dem Sturz derMonarchieimKönigreich Jemenund wurde von einer Einheitspartei, dem Allgemeinen Volkskongress, regiert. Im folgenden wird die politische Entwicklung des Nordjemen vom Sturz der Monarchie im Königreich Jemen bis zur Entstehung des Allgemeinen Volkskongresses wiedergegeben.

Am 26. September 1962 endete die autokratische Herrschaft der Imāme mit der Revolution und dem Sturz von Imām al-Badr. Der Oberst Abdallah as- Sallal, welcher der Anführer des Militärputsches war, wurde zum Präsidenten der Republik berufen.[6]

Imām al-Badr hatte die Herrschaft erst eine Woche vor dem Tod seines Vaters, dem Imām Ahmad übernommen. Nach dem Sturz gelang ihm die Flucht und er nahm den Kampf um die Rückgewinnung der Herrschaft auf, so dass das Land in einen langwierigen Bürgerkrieg gezogen wurde. Aufgrund der militärischen Intervention von Ägypten konnte sich die Republik halten. Doch auch Imām al-Badr wurde durch Saudi Arabien unterstützt, welcher sich darin veranlasst sah das Lager des Imāms mit Geld und Waffen zu unterstützen. Durch die Niederlage Ägyptens im Junikrieg gegen Israel, erklärte sich der ägyptische Präsident Nasser im Rahmen eines Ausgleichs mit König Faysal von Saudi Arabien zum Abzug seiner Truppen bereit. Somit wurden die Weichen für eine Beendigung des Bürgerkrieges gestellt.[7]

Im Mai 1970 kehrten dann die konservativen Politiker nach Sanaa zurück und übernahmen Ämter in der Regierung und im Präsidialrat, womit der Bürgerkrieg endete. Jedoch wurde Imām al-Badr und seiner Familie die Rückkehr verweigert. Im selben Jahr wurde dann eine neue Verfassung verabschiedet und ein Jahr später fanden erstmals Wahlen für das Parlament statt. Die Stämme, die während des Bürgerkrieges auf beiden Seiten gekämpft und eine unabhängigere Stellung gegenüber der Zentralregierung erlangt hatten, widersetzten sich gegen den Präsidenten al-Iryani. Der Grund dessen lag an der Tatsache, dass al-Iryani eine Politik verfolgte, welche für die Stärkung der Zentralgewalt war. Aufgrund der Unzufriedenheit mit der Politik al-Iryanis und dem wachsenden Einfluss der konservativen Kräfte, übernahm im Juni 1974 das Militär unter Führung von Oberst Ibrahim al-Hamdi die Macht im Staat.[8]

Al-Hamdi geriet durch die Suspendierung von Verfassung und Parlament in Konflikt mit den Stämmen, die über das Parlament Einfluss auf die Politik ausübten. Im Oktober 1977 am Vorabend einer geplanten Reise nach Aden wurde al-Hamdi ermordet, das gleiche geschah auch mit seinem Nachfolger, dem Oberst al-Ghashmi.[9]

Somit wählte das Parlament am 17. Juli 1978 Oberst Ali Abdallah Salih zum Präsidentenamt.

Dadurch, dass Ali Abdallah Salih Angehöriger des Stammes der Sanhān in der Stammeskonföderation der Hāshid war, genoss er die Unterstützung von Shaykh Abdallah Ibn Husayn al-Ahmar, der als Obershaykh dieser Konföderation und als einer der mächtigsten Männer im Jemen galt. Ein Jahr später wurde die Zahl der Parlamentarier von 99 auf 159 erhöht und es wurde ein 15-köpfiges Konsultativrat gebildet. Im selben Jahr noch wurde ein Vereinigungsabkommen mit dem Südjemen geschlossen, wodurch Ali Abdallah Salih erreichte, dass Aden seine militärische Unterstützung für die oppositionelle Nationaldemokratische Front einstellte. Des weiteren wurde eine politische Organisation des Allgemeinen Volkskongresses (AVK) gegründet, wodurch Salih im Jahre 1982 seine Macht auf eine größere Basis stellen und konsolidieren konnte.[10]

[...]


[1] Naji, Fawzy: Arabischer Frühling: Hintergründe, Ziele und Hindernisse. Norderstedt 2012. S. 14

[2] Kopp, Horst (Hrsg.): Länderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005. S. 1

[3] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Flaeche.html

[4] Kopp, Horst (Hrsg.): Länderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005. S. 2 f.

[5] http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/laender_regionen/naher_osten_nordafrika/jemen/index.html

[6] Koszinowski, Thomas; Kopp, Horst (Hrsg.): Länderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005. S. 159.

[7] Koszinowski, Thomas; Kopp, Horst (Hrsg.): Länderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005. S. 159.

[8] Vgl. Ebd. S.159.

[9] Vgl. Ebd. S.159.

[10] Koszinowski, Thomas; Kopp, Horst (Hrsg.): Länderkunde Jemen. Reichert, Wiesbaden 2005. S. 159.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ein Machtwechsel nach langem Kampf in Jemen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V273335
ISBN (eBook)
9783656655862
ISBN (Buch)
9783656655855
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
machtwechsel, kampf, jemen
Arbeit zitieren
Reyhan Aksu (Autor), 2014, Ein Machtwechsel nach langem Kampf in Jemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273335

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