Der Autor zeigt die Unfähigkeit der menschlichen Gesellschaft auf, allen ihren Mitgliedern ein humanes und materiell gesichertes Leben zu garantieren, von der Urgesellschaft bis heute. Er analysiert die Wurzeln des Kommunismus und zeigt auf, weshalb dieser Gesellschaftsentwurf scheitern mußte. Gleichzeitig wird der Strukturwandel des Kapitalismus, von der sozialen Marktwirtschaft hin zum Turbokapitalismus seit 1990/91 untersucht. Der Autor zeigt Wege auf, wie sich die spätbürgerliche Gesellschaft auch ohne gewalttätige Revolten humanisieren lässt.
Inhaltsverzeichnis
1. Des Einen Leid, des Anderen Freud?
2. Die Wurzeln: der gierige Mensch (Homo avidus)
3. Neuzeit und Aufklärung: Die Geburt des Homo oeconomicus und das Zeitalter der begrenzten Teilhabe
4. Der Kapitalist: der neue Herr der Erde
5. Die wissenschaftliche Theorie der sozialen Gerechtigkeit
6. Die Sozialdemokratie
7. Ausgerechnet Russland oder die Hintertür in der Theorie von Karl Marx
8. Der kleine Mann mit Victor-Emanuel-Bart und Mütze
9. Eigentum
10. Wirtschaftsleben
11. Polizeistaat
12. Weltrevolution und Kriege
13. Kalter Krieg (1945 – 1991)
14. Novus Ordo Seclorum, das Vierte Reich oder die Weltherrschaft des Kapitals
15. Rüstet sie zu Tode! Die Reagan-Doktrin: Kernstück der amerikanischen Außenpolitik der 1980er Jahre
16. Habemus papam! Karol Józef Wojtyła (1920 – 2005) wird Johannes Paul II.
17. Das neue Gesicht des Kapitalismus
18. Den Zweiten Weltkrieg zum dritten Mal verloren…
19. Vereinigungskriminalität
20. Kolonialisierungspolitik oder die nicht vereinigten Eliten
21. Closed Society: Gesellschaft ohne Chancengleichheit
22. Widerstandsrecht
23. „Freiheit“
24. Gewollte Obsoleszenz
25. Kriegserklärungen an das Volk: die Agenda 2010, Sozialabbau und ungebremste Sparwut bei den Ärmsten als Tendenzen urdeutsche Innen- und Sozialpolitik
26. Reichtum ohne moralische und soziale Verpflichtungen: ein Hebel des Bösen
27. Abzocke und Geldschneiderei
28. Einiges zu Grundrechten: das Recht auf Arbeit und die Pressefreiheit, der Generalstreik
29. Die schimmernde deutsche Wehr im Ausland
30. Vom Versagen des Staates
31. Verrohung und Individualisierung der Bürger
32. Das bedingungslose Grundeinkommen oder Bürgergeld
33. Basisdemokratie
34. Verstaatlichung (Rekommunalisierung und Selbstverwaltung)
35. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die gesellschaftlichen Unzulänglichkeiten kapitalistischer und sozialistischer Gesellschaftsentwürfe vor dem Hintergrund historischer und gegenwärtiger Machtstrukturen. Zentral ist dabei die Frage, wie soziale Ungleichheit, Profitgier und der Rückzug des Staates aus der sozialen Verantwortung das menschliche Zusammenleben, die Demokratie sowie die Möglichkeiten für ein gerechtes, menschenwürdiges Leben beeinflussen.
- Historische und soziologische Analyse von Macht, Gier (Homo avidus) und Eigentum
- Kritik an den Auswirkungen des Kapitalismus und der Agenda 2010 auf die soziale Gerechtigkeit
- Untersuchung von Transformationsprozessen in Russland und der Sowjetunion sowie deren Folgen
- Diskussion über alternative Gesellschaftsmodelle wie das bedingungslose Grundeinkommen und Basisdemokratie
- Reflexion über die Rolle von Zivilcourage und Widerstandsrechten in modernen, als geschlossen empfundenen Gesellschaften
Auszug aus dem Buch
Die Wurzeln: der gierige Mensch (Homo avidus)
Der Mensch hat vieles hervorgebracht. Gutes und Schlechtes. Kunst und Kultur sind darunter, Philosophie und Religion. Wobei die Religion bereits mit Vorsicht zu betrachten ist. Trägt sie doch den Virus des Eigennutzes und die Möglichkeit und Wirklichkeit ihres Missbrauches als ein Machtinstrument bereits in sich, wie jede Lehre, die Menschen einzuschüchtern und zu verdammen weiß, die sie klein hält und im Bewusstsein einer angeblichen und nicht zu tilgenden Schuld. Vieles hat der Mensch also hervorgebracht. Gutes und Schlechtes, im Verlaufe seiner langen und grausamen und blutigen Geschichte. Er hat sich selbst reflektiert, hat die Schönheit der Welt gepriesen und ist doch seit Generationen damit beschäftigt, diese Schönheit unablässig zu zerstören.
Er hat die Liebe besungen, die Selbstaufopferung und die Brüderlichkeit, aber nie, von den temporären punktuell aufflackernden Taten Einzelner, die im Strudel aus Blut, Elend und Gewalt untergehen, einmal abgesehen, nie sind diese Eigenschaften zu fundamentalen Grundpfeilern der menschlichen Gesellschaft oder der menschlichen Seele geworden. Sie sind nichts, als bloße Worthülsen. Plakative Reden und bunte Gemälde, schön, im Museum anzusehen, aber man will sie selbst nicht im eigenen Speisezimmer hängen haben. Der Mensch bekämpft sich unablässig selbst. Neidet seinem Mitmenschen selbst das kleinste Stück Brot. Neid, Missgunst und Gier prägen das menschliche Verhalten stärker, als alle anderen Eigenschaften. Homo sapiens, so hat er sich dreist selbst genannte, der Mensch. Aber er ist nicht weise. Er ist alles andere, nur nicht weise!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Des Einen Leid, des Anderen Freud?: Die Einleitung beleuchtet die globale Ungleichheit bei der Verteilung von Ressourcen und prangert die wachsende Empathielosigkeit sowie das moralische Versagen angesichts des Leids in der Welt an.
2. Die Wurzeln: der gierige Mensch (Homo avidus): Das Kapitel erörtert die anthropologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens, wobei Gier als stärkste, zivilisationsprägende Triebkraft identifiziert und die Bezeichnung Homo avidus anstelle von Homo sapiens vorgeschlagen wird.
3. Neuzeit und Aufklärung: Die Geburt des Homo oeconomicus und das Zeitalter der begrenzten Teilhabe: Hier wird der historische Übergang vom Feudalismus zum Frühkapitalismus analysiert, insbesondere die Rolle von Geldwirtschaft und Zins bei der Entstehung sozialer Abhängigkeiten.
4. Der Kapitalist: der neue Herr der Erde: Das Kapitel beschreibt den Machtwechsel vom Landadel zum Geldadel durch Revolutionen und die Konsolidierung des Kapitalismus als dominierende Gesellschaftsform.
5. Die wissenschaftliche Theorie der sozialen Gerechtigkeit: Eine Untersuchung über die Geschichte zivilen Ungehorsams und Aufständen von Unterdrückten sowie die Entstehung marxistischer Ansätze zur Analyse gesellschaftlicher Klassenverhältnisse.
6. Die Sozialdemokratie: Der Text zeichnet die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie von ihren Ursprüngen bis hin zur Abspaltung des marxistischen Flügels während des Ersten Weltkriegs nach.
7. Ausgerechnet Russland oder die Hintertür in der Theorie von Karl Marx: Eine Analyse der spezifischen sozialen und wirtschaftlichen Rückständigkeit Russlands und wie dies zur Radikalisierung und dem Erfolg des Marxismus im Zarenreich beitrug.
8. Der kleine Mann mit Victor-Emanuel-Bart und Mütze: Das Kapitel porträtiert Lenin und reflektiert das Dilemma der Oktoberrevolution: das Ziel der Befreiung durch Anwendung repressiver Gewaltmittel.
9. Eigentum: Die Diskussion konzentriert sich auf die Problematik der Kollektivierung von Eigentum in der Sowjetunion und die Schwierigkeit, ein emotionales Verhältnis zum Volkseigentum aufzubauen.
10. Wirtschaftsleben: Eine kritische Betrachtung der Mangelwirtschaft in sozialistischen Staaten, des Primats der Schwerindustrie und der daraus resultierenden Starrheit des Wirtschaftssystems.
11. Polizeistaat: Das Kapitel befasst sich mit der Repressionsfunktion des Sicherheitsapparates in sozialistischen Staaten, die als Ausdruck des Misstrauens gegenüber dem Individuum gedeutet wird.
12. Weltrevolution und Kriege: Hier wird der Anspruch der Weltrevolution und die damit verbundene notwendige militärische Aufrüstung sozialistischer Staaten im Kontext imperialistischer Bedrohungen erläutert.
13. Kalter Krieg (1945 – 1991): Eine Betrachtung der Appeasement-Politik der westlichen Staaten als Reaktion auf die Systemkonkurrenz durch den Sozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg.
14. Novus Ordo Seclorum, das Vierte Reich oder die Weltherrschaft des Kapitals: Eine kritische Analyse der Dominanz des US-amerikanischen Finanzkapitals und seiner geopolitischen Strategien nach 1945.
15. Rüstet sie zu Tode! Die Reagan-Doktrin: Kernstück der amerikanischen Außenpolitik der 1980er Jahre: Das Kapitel behandelt die aggressive Rollback-Politik Ronald Reagans und deren Ziel, die Sowjetunion wirtschaftlich durch ein forciertes Wettrüsten in die Knie zu zwingen.
16. Habemus papam! Karol Józef Wojtyła (1920 – 2005) wird Johannes Paul II.: Es wird der Einfluss von Johannes Paul II. auf die Demokratisierung in Polen und die damit verbundene Schwächung des sozialistischen Lagers beleuchtet.
17. Das neue Gesicht des Kapitalismus: Eine Beschreibung des Zerfalls des sozialistischen Systems und der anschließenden Transformation der ehemaligen Ostblockstaaten in kapitalistische Strukturen.
18. Den Zweiten Weltkrieg zum dritten Mal verloren…: Das Kapitel reflektiert die Befindlichkeiten der Ostdeutschen nach der Wiedervereinigung und die Wahrnehmung eines erneuten Verlusts von Identität und Sicherheit.
19. Vereinigungskriminalität: Ein Bericht über die kriminellen Aspekte der Privatisierung von Volkseigentum im Zuge der deutschen Wiedervereinigung.
20. Kolonialisierungspolitik oder die nicht vereinigten Eliten: Eine vergleichende Betrachtung der sozialen Folgen der Reconstruction in den USA und der Umwälzungen nach der Wende in Deutschland.
21. Closed Society: Gesellschaft ohne Chancengleichheit: Dieses Kapitel kritisiert die mangelnde Chancengleichheit in der Bundesrepublik und die Aufweichung sozialer Standards.
22. Widerstandsrecht: Eine Reflexion über das juristische Verständnis des Widerstandsrechts im Grundgesetz und dessen eingeschränkte Bedeutung in der Praxis.
23. „Freiheit“: Der Autor hinterfragt den Begriff der Freiheit im Kapitalismus und entlarvt ihn als oft bloße ökonomische Kaufkraft, die soziale Gerechtigkeit maskiert.
24. Gewollte Obsoleszenz: Eine Analyse über die künstliche Begrenzung der Produktlebensdauer als Strategie des Kapitalismus zur Sicherung von Maximalprofiten.
25. Kriegserklärungen an das Volk: die Agenda 2010, Sozialabbau und ungebremste Sparwut bei den Ärmsten als Tendenzen urdeutsche Innen- und Sozialpolitik: Eine scharfe Kritik an der Agenda 2010, die als ein Angriff auf die sozialen Rechte der Bevölkerung interpretiert wird.
26. Reichtum ohne moralische und soziale Verpflichtungen: ein Hebel des Bösen: Das Kapitel thematisiert die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland und die moralische Verantwortungslosigkeit der Eliten.
27. Abzocke und Geldschneiderei: Eine Betrachtung über die Verbreitung krimineller Praktiken im Wirtschaftsleben als inhärenter Bestandteil der Profitmaximierung.
28. Einiges zu Grundrechten: das Recht auf Arbeit und die Pressefreiheit, der Generalstreik: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Natur der Grundrechte und deren faktischer Einschränkung durch ökonomische Interessen.
29. Die schimmernde deutsche Wehr im Ausland: Eine kritische Hinterfragung der Auslandseinsätze der Bundeswehr und deren Verknüpfung mit ökonomischen Interessen.
30. Vom Versagen des Staates: Eine staatstheoretische Einordnung des "schwachen Staates", der nicht mehr in der Lage ist, die Macht seiner Eliten zu begrenzen.
31. Verrohung und Individualisierung der Bürger: Das Kapitel analysiert die psychosozialen Auswirkungen des Neoliberalismus und die resultierende Verrohung der Gesellschaft.
32. Das bedingungslose Grundeinkommen oder Bürgergeld: Eine Diskussion über das Bürgergeld als mögliche Alternative zur Sicherung eines menschenwürdigen Lebens in einer gerechteren Gesellschaft.
33. Basisdemokratie: Hier wird das Potenzial moderner Kommunikationstechnologien für eine direktere Teilhabe am politischen Prozess unter dem Begriff der Basisdemokratie erörtert.
34. Verstaatlichung (Rekommunalisierung und Selbstverwaltung): Das abschließende Kapitel fordert die Rückführung zentraler Lebensbereiche in staatliche oder kommunale Aufsicht, um sie dem Spekulationsdruck zu entziehen.
35. Fazit: Die Zusammenfassung plädiert für einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel, der den Menschen und dessen Würde ins Zentrum stellt, statt Profitmaximierung als oberstes Ziel zu verfolgen.
Schlüsselwörter
Kapitalismus, Sozialismus, Soziale Gerechtigkeit, Machtstrukturen, Agenda 2010, Klassenkampf, Widerstandsrecht, Grundeinkommen, Gier, Eigentum, Demokratie, Turbokapitalismus, soziale Ungleichheit, Systemkritik, Privatisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Das Buch ist eine kritische essayistische Auseinandersetzung mit der moralischen und gesellschaftlichen Verfasstheit moderner kapitalistischer und ehemals sozialistischer Systeme, wobei der Fokus auf Machtkonzentration und sozialer Ungerechtigkeit liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kritik an der Profitlogik des Kapitalismus, die Analyse von Machtstrukturen, die Rolle von Eigentum und Staat sowie die Frage nach einer gerechteren Gesellschaftsordnung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die strukturellen Defizite in beiden Systemen aufzuzeigen und einen humaneren Mittelweg zu finden, der das Leben des Einzelnen absichert, ohne ihn zum Spielball von Profitinteressen oder diktatorischen Strukturen zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt einen essayistischen und systemkritischen Ansatz, der historische Ereignisse, philosophische Zitate und soziologische Analysen verknüpft, um seine These der strukturellen Amoralität des Kapitals zu untermauern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Entstehung und Entwicklung des Kapitalismus, die Probleme des Realsozialismus, die Auswirkungen der Globalisierung, die Agenda 2010 sowie das Versagen des modernen Staates gegenüber Finanzeliten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kapitalismus, Soziale Gerechtigkeit, Turbokapitalismus, Macht, Gier, Eigentum, Systemkritik, Agenda 2010, Demokratie und soziale Ungleichheit.
Welche Rolle spielt der Begriff "Homo avidus" in diesem Werk?
Der Begriff "Homo avidus" (der gierige Mensch) wird vom Autor eingeführt, um darzulegen, dass Gier die grundlegende und gefährliche Triebkraft des modernen Menschen ist, die dessen Zivilisation maßgeblich bestimmt.
Wie bewertet der Autor die Wiedervereinigung Deutschlands?
Er bewertet sie kritisch als einen Prozess, in dem die ökonomische Logik des Kapitalismus die sozialen Errungenschaften zerstörte und eine neue Form der Deklassierung für Teile der ehemaligen DDR-Bürger schuf.
Warum hält der Autor ein bedingungsloses Grundeinkommen für notwendig?
Es wird als notwendiges Mittel angesehen, um den Menschen aus dem existenziellen Zwang zur Lohnarbeit unter ausbeuterischen Bedingungen zu befreien und ihm einen mündigen Status in der Gesellschaft zu ermöglichen.
Was ist die Kernbotschaft des "Fazits"?
Das Fazit fordert ein radikales Umdenken der Menschheit, weg von der Profitlogik und hin zu einem System, das die materielle Grundsicherung für jeden Menschen als unveräußerliches Recht garantiert, um das Überleben der Spezies und die Wahrung der Menschlichkeit zu sichern.
- Citation du texte
- Ralph Ardnassak (Auteur), 2014, Konsumterror oder Mangelwirtschaft? Die Unzulänglichkeiten zweier Gesellschaftsentwürfe., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273386