Das Überangebot an Hotelzimmer und –betten hat zu einer sehr niedrigen Durchschnittsrate in der deutschen Hotellerie geführt. Laufende Hotelneueröffnungen, Companies, aber auch private Unternehmer, kaufen sich mit neuen Hotels in den Markt ein, mit tiefen Raten, die das allgemeine Preisniveau senken (vgl. S. Gerhard in Der Hotelier 14.10.06). Dieser Umstand hat zu enormen Überkapazitäten auf dem deutschen Hotelmarkt geführt. Die durchschnittliche Zimmerbelegung der letzten Jahre in der deutschen Hotellerie beträgt gerade einmal ca. 42%. Die deutsche Hotellerie bemüht sich mehr um Marktanteile anstatt um ihre Raten (vgl. Touristik Report 01.07.04). Der derzeitige Wettbewerb in der Beherbergungsbranche spielt sich viel zu häufig über den Preis – und nicht über die Qualität der Beherbergungsleistung ab. Der Grund hierfür ist recht simpel, die Gäste reagieren schneller auf Preis- anstatt auf Leistungsänderungen. Natürlich ist es für die Hoteliers auch bequemer und vor allem einfacher an der Preisschraube zu drehen – anstatt Leistung, Qualität, Einrichtung und Service zu verbessern.
Die Arbeit behandelt vor allem die Themen Preisbildung, Preisdifferenzierung und die Besonderheiten der Preispolitik in der Hotellerie.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Besonderheiten der Preispolitik im der Hotellerie
Grundlagen der Preisbildung
Exkurs: Preiselastizität
Niedrig- oder Hochpreispolitik?
Arten der Preispolitik
Preisdifferenzierung in der Hotellerie
Rabatte in der Hotellerie
Preispolitik und Budgetierung
Empfehlungen für die Preisgestaltung in der Hotellerie
Vorschläge für ein besseres Hotel-Pricing
Exkurs: Der fehlende Referenzpreis in der Hotellerie
Was ist dem Gast wichtig?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der komplexen Preispolitik in der Hotellerie, mit dem Ziel, die Mechanismen hinter Preisbildung und Preisdifferenzierung aufzuzeigen sowie Wege zu einer ertragsoptimierten und für den Gast nachvollziehbaren Preisgestaltung zu finden.
- Analyse der Besonderheiten und Herausforderungen der Preispolitik im Hotelwesen
- Untersuchung von Niedrig- und Hochpreisstrategien sowie deren Auswirkungen
- Evaluation verschiedener Formen der Preisdifferenzierung und Rabattpolitik
- Strategische Ansätze zur Rentabilitätssteigerung durch professionelles Hotel-Pricing
Auszug aus dem Buch
Niedrig- oder Hochpreispolitik?
Mit der Preispolitik, werden meist unterschiedliche Zielsetzungen wie z.B. Erhöhung der Kundenzufriedenheit, die Bindung von Stammgästen, Gewinnung neuer Gästegruppen, Erhöhung des Marktanteils oder ganz allgemein, die Erhöhung des Gewinns angestrebt. Neben diesen sog. preispolitischen Zielsetzungen, lassen sich in der Hotellerie auch marktgerichtete Ziele der Preispolitik wie z.B. der Aufbau und die Pflege des Images oder die Beeinflussung der Kundenerwartungen und -wahrnehmungen erkennen. Wichtig ist, dass Hotelleistungen zu bestimmten (gewinnbringenden) Preisen und in ausreichender Menge abgesetzt werden müssen, um die übergeordneten Marketing- und Unternehmensziele zu erreichen. Auf dem heutigen Hotelmarkt ist vor allem eine extreme Niedrigpreispolitik vorzufinden, nach dem Motto „Geiz ist geil“ werden Hotelzimmer zu Schleuderpreisen an den Gast gebracht. Besonderst über das Internet werden Last-Minute-Angebote und Packages zu einem verhältnismäßig gering kalkulierten Preis vertrieben. Doch ist mit einer solchen Niedrigpreispolitik wirklich auch Geld zu verdienen? Welche Vor- und Nachteile ergeben sich bei solch einer Preisstrategie?
Auch mit einer Niedrigpreispolitik können die Hotels/Unternehmen Gewinne erwirtschaften, ein Beispiel ist z.B. der französische Accor Konzern der mit seinem klaren und sehr preiswerten Konzept ETAP bislang unangefochtener Marktführer im Bereich der 1 Sterne Hotellerie in Deutschland ist. Die Accor-Brands Formule 1 und Ibis sind im sog. Low Budget Segment angeordnet und werden zu günstigen Preisen auf dem Hotelmarkt vertrieben. Nach dem Motto „Schlafen ist Vertrauenssache“ bzw. „preiswert übernachten“ versucht die Accor Gruppe ihren Kunden an jeweils verkehrsgünstig und zentral gelegenen Standorten einen in allen Häusern gleich bleibenden Standard der Gastlichkeit zu bieten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Besonderheiten der Preispolitik im der Hotellerie: Der Abschnitt analysiert das Überangebot und den ruinösen Preiskampf in der deutschen Hotellerie sowie die Folgen für die Ertragssituation.
Grundlagen der Preisbildung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionen des Preises und geht auf die theoretischen Grundlagen der Preisermittlung ein.
Exkurs: Preiselastizität: Hier wird der Zusammenhang zwischen Preisveränderungen und der Nachfrageentwicklung durch die Gäste untersucht.
Niedrig- oder Hochpreispolitik?: Das Kapitel vergleicht die Vor- und Nachteile von Niedrigpreisstrategien gegenüber Hochpreisansätzen und deren Wirkung auf das Markenimage.
Arten der Preispolitik: Es erfolgt eine Darstellung der strategischen und taktischen Möglichkeiten der Preispolitik im Hotel-Marketing-Mix.
Preisdifferenzierung in der Hotellerie: Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene Methoden, wie zeitliche, räumliche oder personelle Differenzierungen zur optimalen Marktausschöpfung genutzt werden können.
Rabatte in der Hotellerie: Es wird die Rabattpolitik als Instrument zur Auslastungssteuerung analysiert und kritisch hinterfragt.
Preispolitik und Budgetierung: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Budgetierung als Planungs- und Kontrollinstrument für eine aktive Preispolitik dient.
Empfehlungen für die Preisgestaltung in der Hotellerie: Der Autor gibt praktische Tipps zur Gestaltung transparenter und fairer Preissysteme.
Vorschläge für ein besseres Hotel-Pricing: Hier werden konkrete Verfahren und Tätigkeiten definiert, die eine ertragsoptimale Preisgestaltung ermöglichen.
Exkurs: Der fehlende Referenzpreis in der Hotellerie: Es wird erörtert, warum die Bestimmung eines objektiven Referenzpreises für Hotelzimmer so komplex ist.
Was ist dem Gast wichtig?: Dieses Kapitel beleuchtet die zentralen Faktoren, die die Zahlungsbereitschaft und den Nutzen aus Sicht der Kunden beeinflussen.
Schlüsselwörter
Preispolitik, Hotellerie, Preisbildung, Preisdifferenzierung, Yield Management, Ertragsoptimierung, Marketing-Mix, Preisgestaltung, Kundenorientierung, Nachfrage, Marktanteil, Rabattpolitik, Budgetierung, Wettbewerb, Hotelauslastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Preisgestaltung in der Hotellerie und zeigt auf, wie durch strategisches Preismanagement und Differenzierung die Rentabilität gesteigert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören Preisbildung, Preisdifferenzierung, Yield Management, Rabattpolitik sowie die Ausrichtung der Preisstrategie an den Kundenbedürfnissen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Hoteliers Wege aufzuzeigen, wie sie sich aus dem ruinösen Preiskampf befreien und durch eine professionelle, wertorientierte Preispolitik nachhaltige Erträge sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Untersuchung von Best-Practice-Beispielen sowie der Auswertung von Marktdaten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Instrumente der Preispolitik, beleuchtet die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Preisstrategien und diskutiert Methoden zur Ertragssteigerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Preispolitik, Yield Management, Hotellerie, Ertragsoptimierung und Kundennutzen beschreiben.
Warum ist der "ruinöse Preiskampf" ein so zentrales Thema im Buch?
Der Autor argumentiert, dass dieser Kampf die Branche schwächt, da Hoteliers ihre Leistungen oft ausschließlich über den Preis statt über Qualität verkaufen, was langfristig die Rentabilität und das Image des gesamten Sektors untergräbt.
Welche Rolle spielt das Yield Management in der Preisstrategie?
Yield Management wird als das entscheidende Werkzeug beschrieben, um durch dynamische Preismodelle und Preisdifferenzierung die Auslastung und den Umsatz in Abhängigkeit von der Nachfrage zu steuern.
Warum ist laut Autor die Transparenz gegenüber dem Gast so wichtig?
Da Gäste durch undurchsichtige "kreative" Preisgestaltungen verunsichert werden, führt Transparenz zu mehr Glaubwürdigkeit, Fairness und somit zu einer nachhaltigeren Kundenbindung.
- Citation du texte
- Marc Sölter (Auteur), 2007, Preispolitik in der Hotellerie. Preisbildung, Preisdifferenzierung und Besonderheiten der Preispolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273400