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Selbst- und Feindbild im Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges

Ein sozialhistorischer Vergleich zwischen Richard Dehmels "Zwischen Volk und Menschheit" und Hans Carossas "Rumänisches Tagebuch"

Titel: Selbst- und Feindbild im Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges

Hausarbeit , 2014 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor dem Hintergrund der Propaganda-Forschung behandelt diese Arbeit die Fragestellung, wie sich das Selbst- und Fremd- bzw. Feindbild in den beiden Kriegstagebüchern gestaltet. Von besonderem Interesse ist die Beobachtung, wie das Kriegsgeschehen subjektiv geschildert wird und ob sich Unterschiede dabei ergeben. Es liegt die Hypothese zugrunde, dass die beiden Texte nicht nur die Kriegserlebnisse an der Front schildern, sondern auch eine Interpretation dessen bieten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Geist von 1914

3. Kriegsliteratur als Sinnstifterin

3.1 Dehmel: „Zwischen Volk und Menschheit“

3.2 Hans Carossa: „Rumänisches Tagebuch“

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich das Selbst-, Fremd- und Feindbild in den beiden Kriegstagebüchern „Zwischen Volk und Menschheit“ von Richard Dehmel und „Rumänisches Tagebuch“ von Hans Carossa gestaltet. Ziel ist es, die subjektive Schilderung des Kriegsgeschehens zu analysieren und zu prüfen, ob die Texte über die bloße Darstellung der Fronterlebnisse hinaus eine Interpretation des Krieges liefern, die als Propaganda zur Stützung der Volksgemeinschaft dient.

  • Analyse des Mythos vom „Geist von 1914“ als propagandistisches Mittel.
  • Untersuchung der literarischen Sinnstiftung nach der Kriegsniederlage.
  • Kontrastierung der nationalistischen Sichtweise Dehmels mit der neutraleren Beobachtung Carossas.
  • Reflexion über die moralische Verrohung und den Verlust des Heldenmythos im Kriegsverlauf.
  • Bedeutung der Volksgemeinschaftsideologie in der Weimarer Republik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Dehmel: „Zwischen Volk und Menschheit“

Bei Dehmel gestaltet sich das Fremdbild weniger als das Bild eines Feindes, als eher das eines Andersartigen, welcher dem Deutschen jedoch unterlegen ist. Bereits auf den ersten Seiten zeigt sich der Nationalstolz des Ich-Erzählers: „Was wir ‚Menschheit‘ im sittlichen Sinne nennen […] dürfen [wir] ohne Prahlhansigkeit heute unserm eigenen Volk […] zusprechen“. Er erhebt den deutschen Geist über den anderer Länder:

Wir sind humaner als die andern Nationen; wir haben mehr Zucht und Sitte im Leibe, mehr Geist und Gemüt und Phantasie, daher auch mehr Mitgefühl mit fremder Art. Also haben wir auch ein adliges Recht auf die Weltherrschaft unseres Geistes. (Dehmel 1919, 12) [Hervorhebung im Original]

Die „anderen Nationen“ hingegen beschreibt er als unsittlich: Da ist der „Barbarenstaat“ Russland (ebd., 10), die französische Nation, die sich bereits „überlebt“ hat und deren Leistungen für die humane Kultur Deutschland längst in sich aufgenommen hat (ebd., 9), Italien, wo eine ähnliche Situation herrscht, nur dass in Oberitalien noch „deutsches Blut steckt, das die romantische Dekadenz noch eine Zeitlang hinhalten wird“ (ebd., 10), Japan und China „wie überhaupt die Asiaten“ (ebd., 10), die den Europäern „zu wesensfremd“ sind, als das die Deutschen ihr „humanes Niveau gerechterweise abschätzen könnten“, jedoch auf jeden Fall nicht dazu in der Lage wären unser „wertvolles Geistesgut aufzunehmen“ (ebd., 10) und nicht zuletzt England, der „aalglatte britische Haifisch“ (ebd., 13), dem außer „Beutegier“ und „Gewinnsucht“ nichts von Bedeutung und zudem „das Mutterland des Amerikanismus“ ist (ebd., 11).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Modulthema der literarischen Kriegskonstellationen ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Selbst- und Feindbilder in den Werken von Dehmel und Carossa.

2. Der Geist von 1914: Das Kapitel erläutert den propagandistischen Mythos einer nationalen Einheitserfahrung, der zur Mobilisierung des Volkes und zur Rechtfertigung des Krieges konstruiert wurde.

3. Kriegsliteratur als Sinnstifterin: Hier werden die unterschiedlichen Ansätze der Autoren zur Deutung des Krieges analysiert, wobei besonders die Divergenz zwischen Dehmels nationalistischem Pathos und Carossas reflektierter Beobachtung hervortritt.

3.1 Dehmel: „Zwischen Volk und Menschheit“: Dieses Unterkapitel analysiert Dehmels Ich-Erzähler, der zunächst von der geistigen Überlegenheit Deutschlands überzeugt ist, im Verlauf des Krieges jedoch eine zunehmende Ernüchterung erlebt.

3.2 Hans Carossa: „Rumänisches Tagebuch“: Diese Analyse fokussiert auf Carossas neutrale Arztperspektive, die den Krieg durch Anekdoten und Symbole statt durch direkte Heldenidealisierung darstellt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass beide Texte den Krieg nicht als Ort der Ehre, sondern als Schauplatz von Leid und Eigennutz entlarven und kritisch zur Propaganda der Volksgemeinschaft stehen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der literaturwissenschaftlichen Analyse.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Geist von 1914, Volksgemeinschaft, Richard Dehmel, Hans Carossa, Kriegstagebuch, Propaganda, Fronterlebnis, Selbstbild, Feindbild, Literaturgeschichte, Weimarer Republik, Sinnstiftung, Nationalstolz, Ästhetik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht zwei literarische Kriegstagebücher aus der Zeit der Weimarer Republik, um zu analysieren, wie deutsche Autoren den Ersten Weltkrieg reflektiert, gedeutet und für propagandistische Zwecke instrumentalisiert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Propaganda, der „Geist von 1914“, die Konstruktion nationaler Identität sowie die Darstellung von Fremd- und Feindbildern im Kontext militärischer Gewalt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie sich das Selbst- und Feindbild in den Tagebüchern gestaltet, wie subjektiv das Kriegsgeschehen geschildert wird und inwiefern die Texte über das Kriegserlebnis hinaus eine Sinnstiftung oder Interpretation bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten im Kontext historischer Propaganda-Forschung, wobei der Fokus auf inhaltlichen Aussagen und ihrer symbolischen Interpretation liegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Werke von Richard Dehmel und Hans Carossa einzeln analysiert. Dabei wird untersucht, wie Dehmel den deutschen Geist überhöht und Carossa eine ärztliche, eher neutrale und ästhetisch geprägte Sicht auf den Krieg einnimmt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Volksgemeinschaft, Kriegstagebuch, Propaganda, Nationalstolz, Fronterfahrung und Sinnstiftung.

Inwiefern unterscheidet sich Carossas Sicht von der Dehmels?

Während Dehmels Protagonist an einem nationalistischen Pathos festhält, das den deutschen Geist als überlegen darstellt, nimmt Carossas Erzähler als Arzt eine beobachtende, moralisch reflektierte und distanziertere Position ein.

Was bedeutet die "Katzen-Anekdote" in Carossas Werk?

Sie dient als Symbol für einen Lernprozess: Erst durch das Mitleiden mit einem anderen Lebewesen erkennt der Mensch das wahre Grauen des Krieges und entwickelt den Wunsch nach Frieden.

Wie bewerten die Autoren den "Geist von 1914" nach der Niederlage?

Beide Texte zeigen eine zunehmende Ernüchterung. Sie stellen fest, dass das Konstrukt einer einheitlichen "Volksseele" den realen Bedingungen an der Front nicht standhält und propagandistisch überlagert wird.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Selbst- und Feindbild im Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges
Untertitel
Ein sozialhistorischer Vergleich zwischen Richard Dehmels "Zwischen Volk und Menschheit" und Hans Carossas "Rumänisches Tagebuch"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Im Kampf um das höhere Erlebnis. Kriegstagebuch und Kriegsroman in der Weimarer Republik 1916–1931
Note
1,7
Autor
Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V273439
ISBN (eBook)
9783656658009
ISBN (Buch)
9783656657996
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selbst- feindbild kriegstagebuch ersten weltkrieges vergleich richard dehmels zwischen volk menschheit hans carossas rumänisches tagebuch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Autor:in), 2014, Selbst- und Feindbild im Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273439
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Leseprobe aus  17  Seiten
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