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Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction

Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction-Werken wiederfinden?

Titel: Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction

Hausarbeit , 2012 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Natalja Fischer (Autor:in)

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Was ist denn überhaupt Zeit? Wer könnte das leicht und kurz erklären? Wer kann etwas über sie zur Sprache bringen oder sie auch nur in Gedanken erfassen? Was aber ist uns im Reden vertrauter und sicherer gegenwärtig als die Zeit? Und wir verstehen das Wort durchaus, wenn wir es aussprechen; und wir verstehen es auch, wenn wir es hören, falls ein anderer es ausspricht. Was also ist Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es einem Fragenden erklären will, weiß ich es nicht.“

Wie das Zitat aus Aurelius Augustinus Bekenntnissen zeigt, beschäftigte die Frage nach dem Wesen der Zeit bereits Philosophen der Antike. Gleichzeitig zeigt Augustins Überlegung auch bereits die Schwierigkeit auf, sich mit einem alltäglichen und auf den ersten Blick so selbstverständlichen Phänomen auseinander zu setzen. Eine endgültige Erklärung für die Beschaffenheit der vierten Dimension ist – trotz bahnbrechender Erkenntnisse durch Einsteins Relativitätstheorie - bis heute nicht gefunden. Stattdessen sammelten sich seit der Antike eine Vielzahl an Studien und Theorien aus dem Bereich der Physik und Astrophysik sowie Hypothesen und theoretische Überlegungen aus dem Gebiet der Philosophie und Geistesgeschichte. Auch im Feld der Kunst wurde sich der Thematik der Zeit vielfach gewidmet und besonders Literatur und Film beschäftigten sich dabei oft auch mit der Möglichkeit von Zeitreisen. Die dabei entstanden Werke werden im Allgemeinen dem Genre der Science-Fiction zugeordnet.

In dieser Arbeit wird es darum gehen, eine Brücke zwischen den Überlegungen der verschiedenen Fachbereiche zu schlagen. Die Fragestellung dabei lautet: Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction Werken wiederfinden? Es soll also erörtert werden, in welchem Maße sich die in Literatur und Film dargestellten Zeitkonzepte auf philosophische (oder zum Teil auch physikalische) Grundlagen stützen oder ob es sich doch eher um vollkommen freie und fiktionale Gedankenspiele handelt. Um diese Frage zu beantworten, soll zunächst in das Genre der Science-Fiction eingeführt werden. Daraufhin sollen aus Beispielen der Literatur- und Filmgeschichte die jeweils dargestellten Zeitkonzepte herausgearbeitet werden. Als Forschungsobjekte wurden Klassiker des Genres ausgewählt, deren Zeitkonzepte sich alle etwas unterschiedlich darstellen. Zur Überprüfung dieser Zeitkonzepte werden Texte und Theorien verschiedenster Epochen und Philosophen herangezogen, die in Zusamm...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Science-Fiction als Genre

3 Science-Fiction Werke und Zeitkonzept-Analysen

3.1 Zeitreisen in die Zukunft

3.1.1 Die Zeitmaschine

3.1.1.1 Analyse

3.1.2 Planet der Affen

3.1.2.1 Analyse

3.2 Zeitreisen in die Vergangenheit

3.2.1 A Sound of Thunder

3.2.1.1 Analyse

3.2.2 Die Langoliers

3.2.2.1 Analyse

4 Fazit

5 Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen fiktionalen Zeitreise-Konzepten in Literatur und Film sowie realen philosophischen und physikalischen Zeit-Theorien. Ziel ist es zu analysieren, ob Science-Fiction-Werke lediglich auf freien Gedankenspielen basieren oder sich auf fundierte theoretische Konzepte stützen.

  • Verknüpfung von Science-Fiction-Motiven mit der Zeitphilosophie.
  • Untersuchung von Zeitreisen in die Zukunft basierend auf Einsteins Relativitätstheorie.
  • Analyse von Zeitreisen in die Vergangenheit und damit verbundener Paradoxa.
  • Diskussion phänomenologischer Zeitbegriffe nach Husserl und Augustinus.
  • Bewertung der Glaubwürdigkeit fiktionaler Welten durch wissenschaftliche Bezüge.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die Zeitmaschine

Den Grundstein für Zeitreisegeschichten legte 1895 H. G. Wells mit seinem Roman Die Zeitmaschine (orig. The Time Machine). Die Idee, mit einem wie auch immer gearteten Apparat durch die vierte Dimension reisen zu können, inspirierte seither zahlreiche Autoren ähnliche Geschichten zu erfinden, wobei sich diese teilweise auch direkt auf Wells beziehen wie beispielsweise in Carl Grunerts Novelle Pierre Maurignacs Abenteuer (1908) oder im Roman Flucht ins Heute (1979) von Karl Alexander. Mittlerweile wurde Wells Klassiker mehrfach verfilmt und im Folgenden soll zunächst eine kurze Zusammenfassung des Sciene Fiction- und Zeitreiseklassikers erfolgen. Diese basiert auf Grundlage des Buches:

Protagonist des Romans ist ein Wissenschaftler, der im Buch nur als „Der Zeitreisende“ bezeichnet wird. Dieser hat eine Maschine entwickelt, die es ihm möglicht macht, durch die vierte Dimension zu reisen. In einem Selbstversuch testet er diese und landet im Jahr 802.701, wo er eine Welt mit neuen Bewohnern und einem stark ausgeprägten Zwei-Klassen-System vorfindet. Bald darauf reist der Protagonist noch weiter in die Zukunft, wo er mit dem Ende der Menschheit konfrontiert wird. Bei der Rückkehr in seine Gegenwart schenkt keiner seiner Erzählung Glauben und um seine Erfahrungen zu belegen tritt er, ausgestattet mit einer Kamera, eine erneute Reise mit der Zeitmaschine an von der er jedoch nicht zurückkehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Zeit und Zielsetzung der Untersuchung, Zeitreisen in der Kunst und Philosophie zu verknüpfen.

2 Science-Fiction als Genre: Definition des Genres, seiner utopischen und dystopischen Ausrichtungen sowie die Rolle von Zeitreisen als zentrales Motiv.

3 Science-Fiction Werke und Zeitkonzept-Analysen: Hauptteil, in dem verschiedene Werke anhand ihrer spezifischen Zeitkonzepte (Zukunft/Vergangenheit) analysiert werden.

3.1 Zeitreisen in die Zukunft: Untersuchung dystopischer Zukunftsentwürfe und physikalischer Theorien zur Zeitdilatation.

3.1.1 Die Zeitmaschine: Analyse von H.G. Wells Werk unter Berücksichtigung der Zeit als vierter Dimension.

3.1.1.1 Analyse: Theoretische Auseinandersetzung mit Zeit als Anschauungsform nach Kant und Husserl.

3.1.2 Planet der Affen: Betrachtung des Zeitdilatationseffekts in Franklin J. Schaffners Verfilmung.

3.1.2.1 Analyse: Erläuterung der Relativitätstheorie als Grundlage für Zeitreisen in die Zukunft.

3.2 Zeitreisen in die Vergangenheit: Erörterung der Problematik von Veränderungen der Vergangenheit und resultierender Paradoxa.

3.2.1 A Sound of Thunder: Darstellung des Schmetterlingseffekts durch Ray Bradburys Kurzgeschichte.

3.2.1.1 Analyse: Diskussion der theoretischen Machbarkeit von Zeitreisen durch Wurmlöcher.

3.2.2 Die Langoliers: Vorstellung eines einzigartigen Zeitkonzepts basierend auf der Novelle von Stephen King.

3.2.2.1 Analyse: Bezugnahme auf die A- und B-Reihe von McTaggert und die Zeitauffassung bei Augustinus.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Fundierung von Zeitkonzepten in der Science-Fiction.

5 Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Zeitphilosophie, Science-Fiction, Zeitreise, Relativitätstheorie, Zeitdilatation, Wurmlöcher, Schmetterlingseffekt, Großvater-Paradoxon, Husserl, Augustinus, McTaggert, Zeitbewusstsein, Dystopie, vierte Dimension, Zeitkonzeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie philosophische und physikalische Theorien über die Zeit in Science-Fiction-Werken als Grundlage für Zeitreise-Narrative dienen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Zeitphilosophie, die theoretische Physik (Relativitätstheorie) und deren mediale Umsetzung in Literatur und Film.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction Werken wiederfinden?

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine deskriptive Analyse ausgewählter Klassiker des Genres, die mit zeitphilosophischen Schriften und physikalischen Theorien in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen von Zeitreisen in die Zukunft (z.B. Zeitmaschine, Planet der Affen) und in die Vergangenheit (z.B. A Sound of Thunder, Die Langoliers).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zeitkonzeptionen, Science-Fiction, Relativitätstheorie, Paradoxa, Zeitbewusstsein und Ontologie der Zeit.

Was besagt das Großvater-Paradoxon in diesem Kontext?

Das Paradoxon beschreibt den logischen Widerspruch, dass eine Zeitreise in die Vergangenheit zur Verhinderung der eigenen Existenz führen könnte, was wiederum die Zeitreise selbst unmöglich machen würde.

Wie unterscheidet McTaggert zwischen A- und B-Reihe?

Die A-Reihe ordnet Ereignisse subjektiv nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, während die B-Reihe eine objektive, unveränderliche Abfolge von Ereignissen nach „früher“ und „später“ darstellt.

Welche Rolle spielt die Relativitätstheorie bei Zeitreisen in die Zukunft?

Sie dient als physikalische Begründung dafür, dass Zeit bei Annäherung an Lichtgeschwindigkeit langsamer vergeht, was Reisen in eine „spätere“ Zeit der Außenwelt ermöglicht.

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Details

Titel
Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction
Untertitel
Inwieweit lassen sich philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction-Werken wiederfinden?
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft)
Veranstaltung
Konzepte moderner Zeitphilosophie
Note
1,0
Autor
Natalja Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V273509
ISBN (eBook)
9783656657064
ISBN (Buch)
9783656696179
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitphilosophie Science-Fiction Film
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalja Fischer (Autor:in), 2012, Philosophische Zeitkonzeptionen in Science-Fiction, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273509
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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