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Maries Scheitern in ihrer Selbstverwirklichung in den "Soldaten" von Jakob Michael Reinhold Lenz

Titre: Maries Scheitern in ihrer Selbstverwirklichung in den "Soldaten" von Jakob Michael Reinhold Lenz

Dossier / Travail , 2012 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Nadia Müller (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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Jakob Michael Reinhold Lenz, ein bedeutender Repräsentant des Sturm und Drang thematisiert in seinem Werk „Die Soldaten“ die soziale Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft zu seiner Gegenwart sowie die sexuellen Machtverhältnisse, denen bürgerliche Mädchen ausgesetzt waren.
In meiner Hausarbeit werde ich zunächst einen kurzen Einblick zum Topos der Verführung im bürgerlichen Trauerspiel geben, da das Thema der Verführung das zentrale Thema zur Zeit des 18. Jahrhunderts darstellt. Als nächstes werde ich herausarbeiten, inwiefern Marie Wesener, ein Mädchen von bürgerlicher Herkunft, die nach Autonomie strebt, ihre ersehnte Freiheit nach Autonomie verwirklichen kann und welche Grenzen aufgrund der gesellschaftlichen Umstände bestehen bleiben. Darauf folgt ein Einblick in die Genieästhetik von Lenz, der als Sturm und Dränger in seiner Tragikomödie die handelnden, schöpferischen und individualisierten Charaktere im Zentrum stehen lässt. Marie Wesener repräsentiert die Strömung des Sturm und Drang. An dieser Stelle werde ich auf die Merkmale, die Marie als Vertreterin der Genieästhetik kennzeichnet, eingehen. Aufgrund der Verobjektivierung Maries', zu der ich in dieser Hausarbeit Stellung nehmen werde, kann ihr Drang zur Individualisierung nicht erfolgen. Hier werde ich Bezug auf das Verhältnis zwischen Marie und den Soldaten sowie auf das Verhältnis zwischen Marie und ihrem Vater nehmen, das ausschlaggebend dafür ist, dass Marie keine Chance hat, eigenständig als Subjekt zu agieren. Danach werde ich erörtern, inwiefern Marie als schuldig oder unschuldig zu betrachten ist. Es soll geklärt werden, inwiefern sie ein selbstverschuldetes Opfer der Verführungskünste von den Soldaten ist und wie Lenz als Sturm und Dränger auf diese Position Bezug nimmt. Inwieweit entspricht Marie tatsächlich dem Motiv der „verführten Unschuld“? Am Ende der Hausarbeit wird eine abschließende Zusammenfassung der Analyseergebnisse folgen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bild der Weiblichkeit

3. Autonomiestreben versus Determination

3.1. Lenz' Genieästhetik

3.2. Marie als Repräsentantin der Genieästhetik

3.3 Verobjektivierung Maries - Das bürgerliche Mädchen als Objekt der Triebbefriedigung

4. Maries Schuld oder Unschuld – „Marie als Engel oder Hure“

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale Ungleichheit und die restriktiven Machtverhältnisse im 18. Jahrhundert am Beispiel von Jakob Michael Reinhold Lenz' Werk „Die Soldaten“, mit besonderem Fokus auf die Protagonistin Marie Wesener und deren Scheitern im Versuch, Autonomie und Individualität zu erlangen.

  • Das bürgerliche Trauerspiel und der Topos der Verführung
  • Die Genieästhetik nach Lenz im Kontext des Sturm und Drang
  • Maries Rolle als Objekt männlicher Triebbefriedigung
  • Die gesellschaftliche Konstruktion der Frau als „Engel oder Hure“
  • Determiniertheit des Individuums durch patriarchale Strukturen und soziale Umstände

Auszug aus dem Buch

3.3 Verobjektivierung Maries - Das bürgerliche Mädchen als Objekt der Triebbefriedigung

„Was der nun aus ihr macht, will ich abwarten, (lacht höhnisch) (V,3).“ Diese Aussage trifft der skrupellose Desportes, in dessen Persönlichkeit Marie anfangs ein „gutes Gemüt“ und ein „gutes Herz“ (I,6) zu erkennen glaubt (I,4), während ihr Vater Desportes' Intention schon am Anfang durchschaut: WESENER: „Weil er dir ein paar Schmeicheleien und so und so – Einer ist so gut wie der andere, lehr du mich die jungen Milizen nit kennen. Da laufen sie in alle Aubergen und in alle Kaffeehäuser, und erzählen sich, und eh man sich's versieht, wips ist ein armes Mädel in der Leute Mäuler. Ja, und mit der und der Jungfer ist's auch nicht am Besten bestellt, und die und die kenne ich auch, und die hätt ihn auch gern – (I,4).“

Desportes beweist der bürgerlichen, naiven Marie genau das Gegenteil von ihrem anfänglichem Bild des Offiziers: Er macht Marie mit seiner heuchlerischen Verführungskunst zum Objekt seiner Begierde. In seinem skrupellosen Verhalten bringt er sein „gutes Herz“ nicht zum Ausdruck. Bereits aus der Aussage, abwarten zu wollen, was aus ihr gemacht wird, geht die Passivität, der Marie ausgesetzt ist, hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der sozialen Ungleichheit und der Machtverhältnisse im 18. Jahrhundert ein und umreißt die Forschungsfrage bezüglich Maries Autonomiebestrebungen.

2. Bild der Weiblichkeit: Dieses Kapitel beleuchtet die damals vorherrschende Aufteilung der weiblichen Rolle in die Stereotypen „Heilige“ oder „Hure“ und die resultierende Unmöglichkeit für Frauen, sich als Individuum zu entfalten.

3. Autonomiestreben versus Determination: Hier wird der theoretische Rahmen der Genieästhetik von Lenz auf die Protagonistin übertragen und die Diskrepanz zwischen ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung und der faktischen Fremdbestimmtheit analysiert.

3.1. Lenz' Genieästhetik: Analyse der künstlerischen und philosophischen Forderungen von Lenz und dessen Kritik an der Ständegesellschaft.

3.2. Marie als Repräsentantin der Genieästhetik: Untersuchung von Maries individuellem Freiheitsdrang und ihrem gleichzeitigen Scheitern an gesellschaftlichen Normen.

3.3 Verobjektivierung Maries - Das bürgerliche Mädchen als Objekt der Triebbefriedigung: Aufzeigen der Mechanismen, durch welche Marie von den Soldaten und ihrem Umfeld zum passiven Objekt degradiert wird.

4. Maries Schuld oder Unschuld – „Marie als Engel oder Hure“: Kritische Auseinandersetzung mit der Schuldfrage unter Einbeziehung zeitgenössischer Diskursmuster und späterer literaturwissenschaftlicher Interpretationen.

5. Schluss: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die Maries Scheitern als notwendige Konsequenz der gesellschaftlichen und patriarchalen Bedingungen bestätigt.

Schlüsselwörter

Sturm und Drang, Jakob Michael Reinhold Lenz, Die Soldaten, Marie Wesener, bürgerliches Trauerspiel, Verführung, Genieästhetik, Autonomie, Determination, Triebbefriedigung, Patriarchat, Weiblichkeit, Schuldfrage, Sozialkritik, Objektivierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk „Die Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz im Hinblick auf die sozialen und geschlechtsspezifischen Machtverhältnisse des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen der Topos der Verführung, die Rolle der Frau zwischen bürgerlicher Tugend und Hurenbild sowie das Spannungsfeld zwischen individuellem Autonomiestreben und gesellschaftlicher Determination.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die Protagonistin Marie Wesener in der Lage ist, ihre Freiheit zu verwirklichen, und inwieweit sie durch gesellschaftliche Umstände als Opfer konstruiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung zeitgenössischer sowie fachspezifischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Genieästhetik, die Analyse von Maries Repräsentation dieser Strömung, ihre Verobjektivierung durch die Soldaten sowie eine tiefgreifende Diskussion der Schuldfrage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sturm und Drang, Autonomie, Determination, Patriarchat, Verführung und das Motiv der verführten Unschuld.

Wie bewertet Lenz die Rolle der Soldaten im Stück?

Lenz stellt die Soldaten als skrupellose Akteure dar, deren Handeln primär durch ihre Triebe bestimmt ist, wodurch sie bürgerliche Mädchen als bloße Objekte für ihre Zwecke missbrauchen.

Welche Rolle spielt die Figur des Vaters in der Argumentation?

Der Vater, Herr Wesener, agiert als Teil des patriarchalen Systems, indem er Marie einerseits unterdrückt und andererseits aus Eigennutz in Situationen drängt, die ihre moralische Integrität gefährden.

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Résumé des informations

Titre
Maries Scheitern in ihrer Selbstverwirklichung in den "Soldaten" von Jakob Michael Reinhold Lenz
Université
University of Paderborn
Note
1,3
Auteur
Nadia Müller (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
18
N° de catalogue
V273516
ISBN (ebook)
9783656657170
ISBN (Livre)
9783656657149
Langue
allemand
mots-clé
maries scheitern selbstverwirklichung soldaten jakob michael reinhold lenz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nadia Müller (Auteur), 2012, Maries Scheitern in ihrer Selbstverwirklichung in den "Soldaten" von Jakob Michael Reinhold Lenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273516
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