Diese Arbeit diskutiert das bildungspolitische Thema der Inklusion. Dabei werden der geschichtliche Kontext und Heterogenität als theoretisches Fundamentum herausgearbeitet. Im Anschluss daran folgt der Hauptteil: Die Umsetzung der Inklusion im aktuellen Schulsystem mit Kritik und Anregungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inklusion im historischen Kontext
2.1. Geschichtliche Entwicklung der sonderpädagogischen Anfänge bis in die Gegenwart
2.2. Definition Inklusion
2.3. Ruf nach Inklusion
3. Heterogenität in inklusiven Lerngruppen
3.1. Heterogenitätskonzepte in inklusiver Pädagogik
3.2. Entwicklungslogische Didaktik
4. Umsetzung im Schulsystem
4.1. Vorbehalte von Lehrern und Eltern
4.1.1. „Kinder mit Behinderung leiden in integrativen Klassen“
4.1.2. „Mein normalbegabtes Kind wird vernachlässigt“
4.1.3. „Mein Kind mit Behinderung erfährt keine ausreichende und gerechte Förderung an der Regelschule“
4.1.4. „Inklusion stellt eine hohe Belastung für Lehrkräfte dar“
4.2. Grundlagenproblem: Lehrkräfte
4.3. Aktuelle Problematiken in den Rahmenbedingungen inklusiven Unterrichts
5. Nachhaltigkeit von Inklusion
5.1. Schulabschluss
5.2. Berufswelt
6. Index für Inklusion als Konzept für Inklusion
6.1. Der Index als Schlüsselelement inklusiver Pädagogik
6.2. Der Index für Inklusion in der Praxis
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen, die mit der Inklusion von Menschen mit Behinderung in das allgemeine Schulsystem und die Gesellschaft verbunden sind, mit dem Ziel, notwendige Rahmenbedingungen für ein gelingendes inklusives System aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Sonderpädagogik und Entstehung der Inklusionsidee.
- Didaktische Konzepte für heterogene Lerngruppen.
- Umgang mit Vorbehalten von Lehrkräften und Eltern im schulischen Alltag.
- Nachhaltigkeit inklusiver Bildung und der Übergang in die Berufswelt.
- Praktische Anwendung des „Index für Inklusion“ als Evaluationsinstrument.
Auszug aus dem Buch
3.1. Heterogenitätskonzepte in inklusiver Pädagogik
Ein wesentliches Merkmal von Schulklassen ist eine vorherrschende Heterogenität, welche nicht nur in inklusiven Settings eine übergeordnete Rolle spielt, sondern in jeder Schulform. Heterogenität in pädagogischen Settings beschreibt eine ‚Inhomogenität‘ einer Schülerschaft innerhalb einer bestimmten Lerngruppe. Dabei liegt der Fokus auf der Unterschiedlichkeit einzelner Schüler hinsichtlich verschiedener Eigenschaften, die zum Lernerfolg beitragen, wie z.B. Alter, Geschlecht, kulturelle Hintergründe oder Behinderung. Durch das Konzept der Inklusion wird die angestrebte Homogenität innerhalb des differenzierten Schulsystems aufgebrochen und Lerngruppen werden heterogener.
In der performativen Theorie der Behinderung wird der Zusammenschluss all derjenigen Erfahrungen, wie Behinderung als Differenz, bzw. Abgrenzung von Gleichheit zu Ungleichheit, und der zugehörigen Referenzposition, beschrieben, die die Theorie der Behinderung im Sinne eines Unterschiedes festhält, dass etwas nicht geht, von dem man erwartet, dass es geht. Diese Theorie beschreibt somit die Verfahrensweise, auf welche Art und Weise etwas geschieht, wobei alle Formen des ‚Sich-Bewegen, Sich-Verhalten, Agieren und Interagieren‘ sowohl im Fokus von Personen, als auch von Einrichtungen und Strukturen der Gesellschaft stehen; sie zielt also auf die Beobachtung, ‚wie sich Menschen und Dinge verhalten, aufführen und organisieren, und welche Grenzeffekte dadurch als Behinderung hervorgebracht werden.‘ Diese Theorie kann demzufolge als Heterogenitätskonzept interpretiert werden, welches den Beobachtungsschwerpunkt auf die Inklusiven Settings gelegt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema Inklusion vor dem Hintergrund der Behindertenrechtskonvention vor und erläutert die Forschungsfrage sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Inklusion im historischen Kontext: In diesem Kapitel wird die Entwicklung von der exkludierenden Sonderschule bis hin zur Forderung nach Inklusion historisch nachgezeichnet.
3. Heterogenität in inklusiven Lerngruppen: Das Kapitel behandelt theoretische Grundlagen zur Heterogenität und stellt didaktische Modelle vor, die individualisiertes Lernen ermöglichen.
4. Umsetzung im Schulsystem: Hier werden die praktischen Probleme bei der Umsetzung, wie Vorbehalte von Eltern und Lehrern sowie Mängel in den Rahmenbedingungen, analysiert.
5. Nachhaltigkeit von Inklusion: Das Kapitel untersucht, wie sich inklusive Beschulung auf Bildungsabschlüsse auswirkt und welche Perspektiven Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt haben.
6. Index für Inklusion als Konzept für Inklusion: Dieses Kapitel präsentiert den „Index für Inklusion“ als ein Instrument zur Selbstevaluation und Qualitätsentwicklung für Schulen.
7. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen sowie die notwendigen weiteren Schritte für ein erfolgreich inklusives Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Inklusion, Sonderpädagogik, Heterogenität, Regelschule, Förderschule, Entwicklungslogische Didaktik, Teamteaching, Inklusionsgesetz, Barrierefreiheit, Arbeitsassistenz, Index für Inklusion, Schulentwicklung, Bildungsgerechtigkeit, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Inklusion als Herausforderung an das deutsche Schulsystem und den Unterricht sowie mit den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Berufswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der sonderpädagogischen Förderung, didaktische Ansätze zur Gestaltung heterogener Lerngruppen, die Bewältigung von Vorbehalten durch Lehrkräfte und Eltern sowie die Analyse von Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Inklusion professionell umgesetzt werden kann, um eine echte Teilhabe von Menschen mit Behinderung im gesamten Bildungsweg und Berufsleben zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte sowie die Darstellung aktueller gesetzlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen, um die Problematik und Lösungswege der Inklusion zu erörtern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung von Inklusion, die Analyse praktischer Probleme in Schulen, die Untersuchung der Nachhaltigkeit inklusiver Bildung und die Vorstellung des „Index für Inklusion“ als Steuerungsinstrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Inklusion, Heterogenität, sonderpädagogische Förderung, Teamteaching, Barrierefreiheit und der Index für Inklusion.
Welche Bedeutung hat die „entwicklungslogische Didaktik“ nach Georg Feuser?
Sie dient als didaktischer Ansatz, der Inklusion nicht als bloßes Nebeneinander von Schülern versteht, sondern durch einen „Gemeinsamen Gegenstand“ kooperatives Lernen auf unterschiedlichen Entwicklungsniveaus ermöglicht.
Warum ist der Übergang in die „Berufswelt“ so problematisch für Schüler mit Behinderung?
Die Arbeit verdeutlicht, dass trotz inklusiver Schulerfahrung der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt oft an Vorbehalten der Betriebe sowie an strukturellen Barrieren scheitert, was häufig in Werkstätten für Menschen mit Behinderung mündet.
Kann der „Index für Inklusion“ jedes Problem lösen?
Nein, der Index ist ein Instrument zur Selbstreflexion und Evaluation. Er bietet keine Patentlösung, sondern unterstützt Schulen dabei, Barrieren für Lernen und Teilhabe zu identifizieren und abzubauen.
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- Martin Linke (Author), 2014, Inklusion als Herausforderung an Schule und Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273525