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Wie unpolitisch ist der Sport? Einflussnahme von Politik auf Olympia

Title: Wie unpolitisch ist der Sport? Einflussnahme von Politik auf Olympia

Term Paper , 2013 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Johannes Bullmann (Author)

Politics - Region: Other States
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„The NOCs must preserve their autonomy and resist all pressures of any kind, including but not limited to political, legal, religious or economic pressures which may prevent them from complying with the Olympic Charter.“
„No kind of demonstration or political, religious or racial propaganda is permitted in any Olympic sites, venues or other areas.“
In diesen zwei Absätzen der Olympischen Charta wird der Versuch unternommen, das weltweit größte Sportereignis, das alle vier Jahre stattfindet, außerhalb der Politik zu stellen. Sport als Ausdruck von nationaler und auch internationaler Politik hat dabei aber eine lange Tradition. Es geht um Nationalstolz, das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und nicht zuletzt auch um wirtschaftliche Faktoren. Die Olympischen Spiele, die Hunderte von Millionen Zuschauer, sogar Milliarden, vor die Fernseher und mittlerweile auch das Internet locken und einen immensen logistischen, organisatorischen und auch politischen Aufwand erfordern, bilden hierbei keine Ausnahme, eher im Gegenteil. Auch wenn es in den Augen Vieler nicht wünschenswert erscheint, so sind gerade internationale Sportereignisse nicht nur der jüngeren olympischen Geschichte auch immer auf verschiedenen Ebenen mit der Politik vernetzt worden. Im Bezug auf die Olympischen Spiele gilt dieser Umstand in besonderem Maße, denn hier geht es schon aufgrund der medialen Berichterstattung und der enormen Reichweite weit mehr als um Medaillen und das Feiern herausragender Sportler. Die modernen Spiele haben mit allen Arten politischer Agitation vor dem Hintergrund internationaler Politik zu kämpfen gehabt, von Kriegen wie in Afghanistan und daraus resultierenden Boykotts, über Proteste, Menschenrechtsfragen wie in Peking 2008 und dem terroristischen Anschlag in München 1972. Die Motivationen seitens der Politik, sportliche Ereignisse im Allgemeinen und die Olympischen Spiele im Besonderen zu nutzen, können dabei ganz verschieden sein und sind auch vom jeweiligen historischen Kontext abhängig. Der Anschlag auf die israelischen Sportler 1972 hing unmittelbar mit dem Nahostkonflikt zusammen, während die gegenseitigen Boykotts der Spiele 1980 und 1984 durch die Supermächte USA und Sowjetunion Ausdruck des Blockdenkens während einer Hochphase des Kalten Krieges waren. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Theoretische Überlegungen

2.1 Die realistische Schule

2.2 Was ist Macht?

2.3 Die sanfte Macht

2.4 Soft Power und Globalisierung

3. Die Olympischen Spiele und ihr Verhältnis zur Politik: ein Abriss

4. Olympia als politischer Machtfaktor?

5. Fallbeispiele für die Einflussnahme von Politik auf Olympia

5.1 1968 Mexiko City

5.2 1976 Montreal

5.3 1980 Moskau

5.4 1984 Los Angeles

5.5 2008 Peking

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter Fallbeispiele der Olympischen Sommerspiele seit dem Zweiten Weltkrieg, inwieweit politische Akteure erfolgreich mittels des „Soft Power“-Ansatzes Einfluss auf die Spiele nehmen konnten oder diese selbst als Instrument der Soft Power nutzten.

  • Analyse der Machttheorien in den Internationalen Beziehungen
  • Die historische Verflechtung von Olympischen Spielen und Politik
  • Untersuchung von Boykott-Strategien und deren Wirksamkeit
  • Die Rolle der Olympischen Spiele als Wirtschaftsfaktor
  • Fallstudien zu den Spielen von 1968, 1976, 1980, 1984 und 2008

Auszug aus dem Buch

5.1 1968 Mexiko City

Die Spiele in Mexiko City haben in der Geschichte nicht zuletzt wegen der Solidaritätsbezeugung durch den „Black Power“ Grußes des 200 Meter Sprinters Tommie Smith einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sowohl nationale Ereignisse in Mexiko selbst als auch internationale Konflikte und Fragen der Menschenrechte machten die Spiele zu einem Politikum. Im Fokus stand die Teilnahme Südafrikas, das aufgrund seiner Apartheidpolitik von den Spielen in Tokio 1964 bereits ausgeschlossen worden war. Das South African Olympic Committee (SAOC) hatte schwarze Sportler von einer möglichen Teilnahme an den Spielen generell ausgeschlossen. Dies wiederum verstieß gegen die Prinzipien der Olympischen Charta, die ausdrückliche jegliche Diskriminierung verbietet. SAOC, als nationaler Ableger des International Olympic Committee (IOC), aber finanziell von der südafrikanischen Regierung abhängig, lehnte es ab, gegen die Apartheidpolitik der Regierung zu protestieren. Unabhängig von der Teilnahme an den Spielen hatte sich inzwischen eine breite Anti-Apartheid-Bewegung auf dem afrikanischen Kontinent etabliert, die gegen südafrikanische Diskriminierung und Rassenpolitik vorging und international Aufmerksamkeit erregte. Bedingt durch die Dekolonisationspolitik der Europäer in den 60iger Jahren entstand in Afrika ein neues Nationalgefühl mit dem Ziel, den gesamten Kontinent zu befreien. Gleichzeitig war das südafrikanische Regime aufgrund seiner strikten anti-kommunistischen Haltung ein wertvoller Verbündeter des Westens, insbesondere der USA, weswegen das Thema Apartheid nur zögerlich angegangen wurde. Die Pan-Afrikanische Bewegung erfasste allerdings auch die USA, in denen die Bürgerrechtsbewegung nach neuen Verbündeten im Kampf gegen die Diskriminierung von Schwarzen suchte.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Theoretische Überlegungen: Einführung in die realistische Schule, den Machtbegriff, das Konzept der „Soft Power“ nach Joseph S. Nye sowie die Auswirkungen der Globalisierung auf staatliche Machtverhältnisse.

3. Die Olympischen Spiele und ihr Verhältnis zur Politik: ein Abriss: Ein historischer Überblick über die instrumentelle Nutzung der Spiele seit der Antike bis hin zur modernen Ära, geprägt durch ideologische Konflikte.

4. Olympia als politischer Machtfaktor?: Analyse der Bedingungen, unter denen sportliche Großereignisse für politische Zwecke und zur Imagepflege instrumentalisiert werden, unter Einbeziehung des IOC als wirtschaftlichem Akteur.

5. Fallbeispiele für die Einflussnahme von Politik auf Olympia: Detaillierte Untersuchung spezifischer Spiele, in denen Boykotte und politischer Druck eingesetzt wurden, um internationale oder nationale Ziele zu erreichen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Erfolgsaussichten von Soft-Power-Strategien und der anhaltenden Relevanz von Hard-Power-Faktoren im Kontext olympischer Boykotte.

Schlüsselwörter

Olympische Spiele, Soft Power, Hard Power, Politische Instrumentalisierung, Internationale Beziehungen, Apartheid, Boykott, IOC, Menschenrechte, Kalter Krieg, Macht, Globalisierung, Außenpolitik, Nationale Identität, Prestige.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der olympischen Idee der Neutralität und der tatsächlichen politischen Instrumentalisierung der Spiele durch verschiedene Staaten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen internationale Machtbeziehungen, die Theorie der Soft Power, die Rolle des IOC und die historische Analyse politisch motivierter Boykotte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Soft-Power-Strategien mittels sportlicher Großereignisse effektiv zur Durchsetzung politischer Ziele beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein theoretischer Rahmen (Soft Power nach Nye) auf eine Reihe ausgewählter Fallbeispiele (Sommerspiele 1968-2008) angewendet und mittels Sekundärliteratur analysiert.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, wie politische Akteure – insbesondere während des Kalten Krieges und im Kontext des südafrikanischen Apartheid-Regimes – versucht haben, die Spiele als Hebel für ihre Agenda zu nutzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Soft Power, Politische Instrumentalisierung, Boykott und Internationale Beziehungen sind zentral für das Verständnis der Argumentation.

Warum war der Boykott der Spiele 1980 aus Sicht der USA ein Fehlschlag?

Trotz des Boykotts änderten die Sowjets ihre Afghanistan-Politik nicht, und der Boykott diente Carter primär als innenpolitisches Signal statt als wirksames außenpolitisches Druckmittel.

Wie bewertet der Autor die Rolle Chinas bei den Spielen 2008?

China konnte die Spiele erfolgreich nutzen, um sein nationales Image zu stärken und das eigene Nationalgefühl zu festigen, während politische Forderungen der Kritiker nahezu wirkungslos blieben.

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Details

Title
Wie unpolitisch ist der Sport? Einflussnahme von Politik auf Olympia
College
Berlin School of Economics and Law
Grade
1,7
Author
Johannes Bullmann (Author)
Publication Year
2013
Pages
30
Catalog Number
V273660
ISBN (eBook)
9783656659921
ISBN (Book)
9783656659891
Language
German
Tags
sport einflussnahme politik olympia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Bullmann (Author), 2013, Wie unpolitisch ist der Sport? Einflussnahme von Politik auf Olympia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273660
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