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Byzanzrezeption in der Allerheiligen-Hofkirche in München

Titre: Byzanzrezeption in der Allerheiligen-Hofkirche in München

Dossier / Travail , 2014 , 13 Pages

Autor:in: Lisa Wossal (Auteur)

Art - Architecture / Histoire de l'architecture, Entretien des monuments
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Die Zitate aus verschiedensten Zeitepochen machen es deutlich: byzantinische oder Byzanz-rezipierende Kirchengebäude haben seit jeher eine außerordentliche Wirkung auf ihre Besucher. So kam es am Anfang des 19. Jahrhunderts dazu, dass Ludwig I. von Bayern den Plan fasste, in seiner Heimat eine ebensolche Kirche nach byzantinischem Vorbild zu errichten. Zu dieser Zeit entwickelt sich der Historismus in Architektur und Kunst, bei dem Stilelemente vergangener Epochen wieder verwendet, vermischt, kopiert oder neu interpretiert werden. Ludwig Wamser sieht diese Neu- oder, je nach Sichtweise, Rückentwicklung als Reaktion auf die neuen zeitlichen Umstände. Mit der wachsenden Industrialisierung zeigt sich eine Umverteilung in der Gesellschaft; es entsteht eine größer werdende Arbeiterschicht, die ein demokratisches System verlangt. Nun lassen die Herrscher Gebäude errichten, die stilistisch aus Zeiten stammen, in denen eine Person, oft in Einklang mit der Kirche, von Gott gewollt, allein und unangefochten herrschte. So versuchten sie wohl „auch mit Mitteln der Kunst die alten Zustände zu erhalten oder ein Ausgleich zu schaffen“, wie es Wamser formuliert. Dabei entwickelte sich unter Ludwig I. zum ersten Mal eine Vorliebe für den „byzantinischen Stil“. Die Vorstellung dieses Stils unterscheidet sich jedoch in der damaligen Zeit stark von unserer heutigen, da die Bauten des heutigen Griechenlands und der Türkei noch kaum bekannt, vor allem nicht untersucht waren. Wohl bekannt waren dagegen die vom byzantinischen Reich beeinflussten Bauten in Italien, wie die Capella Palatina in Palermo. Diese besuchte Ludwig I. zur Weihnachtsmesse im Jahr 1823 auf seiner Italienreise. Die Wirkung dieser Kirche, mit ihrer Mosaikausstattung und Kuppelgewölben, die am Weihnachtsabend von Kerzen erleuchtet wurden, muss einen enormen Eindruck auf Ludwig gemacht haben. Besonders deutlich wird das in einem Zitat von Leo von Klenze, der später als Hofarchitekt Ludwigs I. galt und auch mit dem Bau der neuen, von Palermo beeinflussten Kirche beauftragt wurde: „Der Goldgrund dieser Gemälde, das sonderbare, phantastische Verhältnis des Ganzen, der Rost eines ehrwürdigen Alterthums, die geschichtlichen Erinnerungen, welche sich daran knüpften, und die heilige Handlung bei mitternächtlicher Beleuchtung hatten auf den Kronprinzen so gewaltigen Eindruck gemacht, dass er nicht Worte finden konnte, mir denselben zu beschreiben.“

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Wirkung des Goldes

2. Leo von Klenze und die Vorbereitungen

3. Der Kirchenbau in München

3. 1. Innenbau

3.2. Außenbau

3.3. Zerstörung im zweiten Weltkrieg

4. Die Bedeutung der Byzanz-Rezeption für Ludwig I.

5. Abbildungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte, architektonische Gestaltung und kunsthistorische Einordnung der Allerheiligen-Hofkirche in München unter Ludwig I., mit besonderem Fokus auf die Rezeption byzantinischer Vorbilder und deren ideologische Instrumentalisierung zur Herrschaftslegitimation.

  • Die architektonische Konzeption durch Leo von Klenze im Kontext des Historismus.
  • Die Diskrepanz zwischen der byzantinisch inspirierten Innenraumgestaltung und dem klassizistischen Außenbau.
  • Die Rolle der Kirche als Mittel der Repräsentation und Gottesgnadentum-Inszenierung für Ludwig I.
  • Der Einfluss der byzantinischen Kunstbegeisterung auf die bayerische Kulturlandschaft und Wissenschaft.

Auszug aus dem Buch

3. 1. Innenbau

Leider ist die Allerheiligenkirche im zweiten Weltkrieg so stark beschädigt worden, dass die Wandausschmückung im Inneren, ein Freskenzyklus von Heinrich Hess, nicht mehr restauriert werden konnte und so für uns heute nur noch von früheren Bildern und den Entwürfen nachzuempfinden ist. Der Innenraum ist durch zwei hintereinander liegende Kuppelräume, einer Vorhalle im Osten und der Apsis im Westen gebildet. Die Münchner Bürger konnten die Kirche auf dem Marstallplatz vom Osten her betreten, wogegen Ludwig I. von seiner Residenz aus direkten Zugang zu den Emporen hatte. Vom Osten tritt man in die Vorhalle, die durch Arkaden getrennt zum ersten Kuppelraum führt. Jeweils eine Bogenzone verbindet jenen ersten mit dem zweiten Kuppelraum und diesen mit der Apsis. Die Wölbung der Apsis mit ihrem schimmernden Goldanstrich bildete einen weichen Abschluss und führte den Blick aus dem Langhaus wieder zurück. Durch Arkadenreihen die die Emporen tragen vom Hauptschiff abgetrennt, sind schmale Seitenschiffe ausgearbeitet. Die Emporen öffnen sich zu den Kuppelräumen jeweils durch einen großen, sie überspannenden Bogen. Die Aufreihung der Kuppeln mit den seitlichen Emporen hat Klenze an das Langhaus von San Marco in Venedig angelehnt. Und doch hat der Architekt viel wesentliches von San Marco nicht übernommen, wie den Kreuzgrundriss und die hohen durchfensterten Kuppeln, die auch in der Capella Palatina in Palermo zu sehen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Wirkung des Goldes: Einleitende Betrachtung zur Faszination byzantinischer Baukunst auf Ludwig I. und den historischen Kontext des Historismus.

2. Leo von Klenze und die Vorbereitungen: Analyse des komplexen Verhältnisses zwischen König und Architekt sowie der ersten Entwurfsphasen unter dem Einfluss der Capella Palatina.

3. Der Kirchenbau in München: Detaillierte Baubeschreibung mit Fokus auf die divergierende Gestaltung von Innenraum und Fassade sowie die kriegsbedingte Zerstörung.

4. Die Bedeutung der Byzanz-Rezeption für Ludwig I.: Reflexion über die ideologische Instrumentalisierung byzantinischer Stilelemente und deren langfristige Auswirkungen auf die Kunstgeschichte in Bayern.

5. Abbildungen: Zusammenstellung visueller Quellen zur Veranschaulichung der architektonischen Entwürfe und des Innenraums.

Schlüsselwörter

Allerheiligen-Hofkirche, Ludwig I., Leo von Klenze, Byzanz-Rezeption, Historismus, Architektur, Kirchenbau, Goldgrund, Freskenmalerei, Herrschaftslegitimation, San Marco, Capella Palatina, Klassizismus, München, Byzantinistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und architektonische Bedeutung der Allerheiligen-Hofkirche in München als ein spezifisches Beispiel für die Rezeption byzantinischer Kunst im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Historismus, der Zusammenarbeit zwischen König Ludwig I. und seinem Architekten Leo von Klenze sowie der politischen Symbolik kirchlicher Architektur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es wird erforscht, inwieweit die architektonische Gestaltung und Ausschmückung der Kirche zur Legitimierung des königlichen Herrschaftsanspruchs beitragen sollten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse, die architektonische Baubeschreibungen, historische Briefquellen und den zeitgenössischen Diskurs der Byzanz-Rezeption kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Innen- und Außenbaus, die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf das Gebäude sowie die theoretische Fundierung der Byzanz-Rezeption.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Allerheiligen-Hofkirche, Byzanz-Rezeption, Leo von Klenze, Historismus und Herrschaftslegitimation.

Warum wird der Innenraum als byzantinisch wahrgenommen, obwohl er architektonisch davon abweicht?

Die byzantinische Anmutung entsteht vor allem durch das christliche Bildprogramm, den Einsatz von Goldgrund und die Wirkung des Lichts in den Kuppelräumen.

Welche Rolle spielte Ludwig I. bei der Gestaltung der Allerheiligen-Hofkirche?

Ludwig I. übte maßgeblichen Einfluss auf das Projekt aus, indem er seine Vorliebe für byzantinische Vorbilder (wie die Capella Palatina) gegen die klassizistischen Bedenken von Klenze durchsetzte.

Wie wirkte sich die Byzanz-Rezeption langfristig in Bayern aus?

Die Begeisterung für byzantinische Kunst inspirierte unter anderem Ludwig II. beim Bau von Schloss Neuschwanstein und führte zur Gründung des ersten Lehrstuhls für Byzantinistik in München.

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Résumé des informations

Titre
Byzanzrezeption in der Allerheiligen-Hofkirche in München
Université
Martin Luther University
Auteur
Lisa Wossal (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
13
N° de catalogue
V273697
ISBN (ebook)
9783656660194
ISBN (Livre)
9783656699606
Langue
allemand
mots-clé
byzanzrezeption allerheiligen-hofkirche münchen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lisa Wossal (Auteur), 2014, Byzanzrezeption in der Allerheiligen-Hofkirche in München, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273697
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