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Die Situation mehrsprachiger Jugendlicher in der deutschen Gesellschaft

Eine Auseinandersetzung mit dem Problem der Zweisprachigkeit bei türkisch- und russischsprechenden Jugendlichen

Titel: Die Situation mehrsprachiger Jugendlicher in der deutschen Gesellschaft

Hausarbeit , 2014 , 25 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Swetlana Krieger (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als junge Aussiedlerin verkehre ich seit meiner Kindheit in den Kreisen von Meinesgleichen. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass sowohl erwachsene als auch jugendliche Aussiedler die deutsche und die russische Sprache miteinander verknüpfen.
Ich finde das sehr interessant und habe beschlossen, der Sache genauer auf den Grund gehen. Zunächst versuchte ich selbst zu überlegen, warum sie die beiden Sprachen miteinander vermischen und von Sprache zu Sprache „springen“ und kam zu dem Ergebnis: Die Aussiedlerjugendlichen sprechen gemischt, weil sie die deutsche Sprache noch nicht perfekt können, die russische aber auch nicht weiter entwickeln. Diese Tatsache machte mir zuerst Sorgen. Dann stieß ich beim Recherchieren auf einen interessanten Aufsatz von Volker Hinnenkamp, in dem er das „Gemischt sprechen“ der Jugendlichen gar nicht tadelt, sondern lobt.1 Dies führte dazu, dass ich anfing, das Problem von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten und die Ergebnisse meines weiteren Recherchierens zum Thema dieser Arbeit zu machen.
Ich halte es für sinnvoll, auf den ersten Seiten dieser Arbeit das Problem der Intelligenz und der Zweisprachigkeit zu erläutern, damit der Leser mit einigen Meinungsverschiedenheiten bekannt gemacht wird. Dann erst stelle ich zwei sprachliche Welten nebeneinander: Die russischsprachige und die türkischsprachige Welt. Den Schwerpunkt legte ich auf die junge Generation der beiden Welten, wobei ich vom
Vorschulstand der Kinder langsam auf das Jugendalter fortschreite. Erwähnenswert finde ich auch die Ansichten der Jugendlichen über ihr Sprechverhalten und ihr emotionales Empfinden. Zum Schluss versuche ich einige positive Argumente für das „Gemischt sprechen“ anzuführen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Bilinguale Entwicklung des Kindes als Weg zum präzisen Switchen

2. Switchen als Zeichen der Intelligenz

3. Russischer Migrationshintergrund

3.1 Geschichtlicher Exkurs

3.2 Die Situation russischsprechender Jugendlicher

3.2.1 Die Vorschulkinder

a) Einfluss der Eltern

b) Aneignung der Sprachen im frühen Kindesalter

c) Aneignung der Sprachen mit zunehmendem Alter

d) Besondere Fähigkeiten der Kinder

3.2.2 Die Jugendlichen

a) Ausreisen aus dem Herkunftsort

b) Einstellung der Jugendlichen gegenüber den beiden Sprachen

c) Strittige Identität?

d) Unterschiedliche Ansichten der Jugendlichen

e) Alter und Spracherwerb

f) Sprachförderung

g) Deutsch-russisch der Aussiedlerjugendlichen

4. Türkischer Migrationshintergrund

4.1 Zuwanderzugsgeschichte

4.2 Die Maßnahmen

4.3 Situation der türkeistämmigen Jugendlichen

4.3.1 Die Vorschulkinder

a) Besonderheiten im Spracherwerb

b) Emotionale Vorlieben

4.3.2 Türkisch-deutsch der türkeistämmigen Jugendlichen

a) Sprachspiel

b) Die Sicht der Jugendlichen

c) Situationen des Sprachwechsels

5. „Gemischt sprechen“ – ein Zeichen des aktiven Sprachhandels

5.1 Code-Switching aus der Vergangenheit

5.2 Sprachhandel und Gesellschaft

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sprachlichen Phänomene des „Gemischtsprechens“ und Code-Switchings bei jugendlichen Aussiedlern und türkeistämmigen Jugendlichen in Deutschland, mit dem Ziel, diese Praktiken als Ausdruck von Kreativität, Flexibilität und hoher Sprachkompetenz zu verstehen und die zugrunde liegenden Motivationsfaktoren zu analysieren.

  • Analyse des bilingualen Spracherwerbs bei Kindern und Jugendlichen.
  • Untersuchung des Zusammenhangs von Identität, Sprache und Integrationsprozessen.
  • Vergleich der Sprachsituationen russisch- und türkischstämmiger Jugendlicher.
  • Erforschung von Mustern des Sprachwechsels und Sprachmischens im Alltag.
  • Bedeutung von Sprachspielen und „Gastarbeiterdeutsch“ für die Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

3. Russischer Migrationshintergrund

Laut Bernhard Brehmers Ausführungen kann man heute nicht genau sagen, wie groß die russischsprachige Minderheit in Deutschland ist. Er ist sich nur in der dreiteiligen Gruppierung dieser Minderheit sicher. Zur ersten Gruppe gehören die russlanddeutschen (Spät-) Aussiedler, die in ehemaligen deutschen Siedlungsorten der Sowjetunion aufgewachsen sind und nach Art. 116 Abs. 1 GG einen Anspruch auf Einbürgerung und den Status eines „Vertriebenen“ haben. Diese Gruppe hat eine geschichtliche Vergangenheit. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden aufgrund mehrerer Faktoren Abwanderungen aus dem süddeutschen Raum in die bevölkerungsarmen Regionen Russlands (Siebenbürgen, Wolga-Region und Neurußland) statt. Der Grund dafür war die Überbevölkerung in Deutschland. Die Deutschen in Russland schlugen Wurzeln und ihre vierte und fünfte Generation folgte dann dem Art.116 Abs.1 GG.

Die zweite Gruppe bilden die jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die nach dem Beschluss vom 9. Januar 1991 die Möglichkeit bekamen, im Zuge des sog. „Kontingentflüchtlingsgesetzes“ in die Bundesrepublik Deutschland einzuwandern. Die letzte Gruppe besteht aus russischsprachigen Ausländern, die aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gekommen sind und ohne die deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland leben.

Da die russische Sprache den gemeinsamen Nenner dieser drei Gruppen bildet und praktisch als dominante Sprache darin gelten kann, fasst Brehmer alle drei Gruppen unter der russischsprechenden Minderheit zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bilinguale Entwicklung des Kindes als Weg zum präzisen Switchen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der zweisprachigen Entwicklung bei Kindern und verdeutlicht, dass eine Trennung der Sprachen schon im frühen Kindesalter erfolgt.

2. Switchen als Zeichen der Intelligenz: Hier werden gegensätzliche wissenschaftliche Meinungen zur Zweisprachigkeit diskutiert, wobei die These gestützt wird, dass Bilingualität die Flexibilität im Denken und die kognitiven Fähigkeiten fördern kann.

3. Russischer Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe der russischsprachigen Minderheit sowie die spezifische Sprachsituation von russlanddeutschen Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

4. Türkischer Migrationshintergrund: Das Kapitel behandelt die Zuwanderungsgeschichte türkischer Gastarbeiter und analysiert die komplexen Sprachmuster sowie die identitätsstiftende Funktion des Sprachwechsels bei türkeistämmigen Jugendlichen.

5. „Gemischt sprechen“ – ein Zeichen des aktiven Sprachhandels: Hier wird das „Gemischtsprechen“ als dynamische, kreative Ausdrucksform und als aktiver Sprachhandel interpretiert, der die bilinguale Jugend als Medium zwischen den Kulturen positioniert.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das „Gemischtsprechen“ kein Anzeichen für ein Sprachdefizit ist, sondern eine kompetente Ausdrucksweise darstellt, die mit wachsender Aufenthaltsdauer und Integration weiter plastisch geformt wird.

Schlüsselwörter

Bilingualität, Code-Switching, Gemischtsprechen, Spracherwerb, Migrationshintergrund, Russlanddeutsche, Türkeistämmige, Identität, Sprachdynamik, Sprachkompetenz, Integration, Gastarbeiterdeutsch, Sprachmischung, Sprachförderung, Zweisprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Praxis des „Gemischtsprechens“ (Code-Switching) bei jugendlichen Aussiedlern und türkeistämmigen Jugendlichen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der bilinguale Spracherwerb, der Einfluss von Herkunft und Integration auf die Sprachwahl, die identitätsstiftende Rolle von Sprache sowie die kreative Dynamik des Sprachwechsels im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das Mischen von Sprachen bei bilingualen Jugendlichen nicht auf ein Defizit hindeutet, sondern eine kompetente, kreative und flexible Sprachstrategie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. von Hinnenkamp, Brehmer, Soultanian, Keim) und verbindet diese mit Beobachtungen zu sprachlichen Phänomenen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des russischen und türkischen Migrationshintergrunds, vergleicht Sprachsituationen von Vorschulkindern und Jugendlichen und beleuchtet die sozialen sowie identitätsrelevanten Aspekte des Code-Switchings.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bilingualität, Code-Switching, Sprachidentität, russischsprachige Minderheit, Gastarbeiter, Sprachkompetenz und kreativer Sprachhandel.

Wie unterscheidet sich das Sprachmischen bei den zwei untersuchten Gruppen?

Während bei beiden Gruppen das Wechseln der Sprache als Werkzeug dient, zeigen sich bei der türkeistämmigen Gruppe spezifischere Sprachspiele und eine explizitere Abgrenzung sowie ein bewussterer Umgang mit Identitätsmarkern durch Sprache.

Was bedeutet das Konzept des „We-Code“ in diesem Zusammenhang?

Der „We-Code“ steht für die spezifische Sprachvarietät der Jugendlichen, die einerseits ihren Sprachmangel verdeutlichen kann, andererseits aber vor allem Ausdruck ihrer besonderen Kreativität und Selbstbestimmung ist.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Situation mehrsprachiger Jugendlicher in der deutschen Gesellschaft
Untertitel
Eine Auseinandersetzung mit dem Problem der Zweisprachigkeit bei türkisch- und russischsprechenden Jugendlichen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Variationslinguistik
Note
3,0
Autor
Swetlana Krieger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
25
Katalognummer
V273745
ISBN (eBook)
9783656660880
ISBN (Buch)
9783656660873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprache Russisch Türkisch Jugendsprache Migration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Swetlana Krieger (Autor:in), 2014, Die Situation mehrsprachiger Jugendlicher in der deutschen Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273745
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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