Möglichkeiten und Grenzen der Literaturkritik anhand von Gregor Sanders "Winterfisch"


Hausarbeit, 2012

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Index:

1. Notwendigkeit und Relevanz der Literaturkritik
1.1 LiteraTour Nord
1.2 Das Publikum
1.3 Der Literaturbetrieb und der Status
1.4 Preise und Ehrungen
1.5 These

2. Gregor Sander
2.1 Vita
2.2 „Winterfisch“

3. Möglichkeiten der Wertung
3.1 Axiologische Werte
3.2 Attributive Werte

4. Analyse zweier Rezensionen zu „Winterfisch“
4.1 Deutschlandradio Kultur, 12.05.2011 - Ursula März
4.1.1 Individuelle, kognitive Werte und der Erkenntnisgehalt
4.1.2 Ästhetische und formale Werte
4.1.3 Individuelle praktische Werte
4.1.4 Relationale Werte und die Abwesenheit negativer Werte
4.2 Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2011 - Nicole Henneberg
4.2.1 Formale und inhaltliche Werte der Literarizität
4.2.2 Individuell-affektive und hedonistische Werte
4.2.3 Memorabilität und relationale Werte
4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

5. Abschließende Stellungnahme

6. Literaturverzeichnis

1. Notwendigkeit und Relevanz der Literaturkritik

1.1 LiteraTour Nord

Seit 20 Jahren (1992) wird der mit 15.000 Euro dotierte Preis der LiteraTour Nord an Schriftsteller/innen für ihr aktuelles Werk vergeben. In den Monaten vor der endgültigen Preisverleihung findet eine Lesereise durch den norddeutschen Raum statt. Zu den Veranstaltungsorten gehören Bremen, Hannover, Lübeck, Lüneburg, Oldenburg und Rostock. Im Rahmen dieser kulturellen Veranstaltung fand an der Leuphana Universität Lüneburg ein begleitendes Seminar statt, welches sich mit den Autoren, sowie der Kritik und der Wertung von Literatur auseinandersetzte.1

1.2 Das Publikum

Die meisten Leser werden sich bei der Rezeption eines literarischen Werkes wohl auf ihr Bauchgefühl und ihren Geschmack verlassen, anstatt sich mit theoretischen Aspekten von Kritik und Wertung auseinanderzusetzen. Doch was ist die Literaturkritik letztendlich mehr, als die wissenschaftliche Ausformulierung und Benennung ästhetischer und moralischer Wirkungen, die ein lyrischer oder prosaischer Text evozieren kann? Hier stellt sich erst einmal die Frage nach der Notwendigkeit und der Relevanz der Literaturkritik. Kann Literaturkritik ein Urteil von intersubjektiver Gültigkeit erlangen, bzw. die Subjektivität des Kritikers abstreifen und den Charakter eines letztgültigen Urteils annehmen?

1.3 Der Literaturbetrieb und der Status

Die Literaturkritik hat in dem Sozialsystem der Literatur einen eigenen Status eingenommen. Ihr Einfluss ist nicht zu unterschätzen, auch wenn Sigrid Löffler schreibt: „[…] die Literaturkritik, wie wir sie kennen, ist verschwunden.“2 und „Es geht nicht um Urteilskompetenz, nicht um kritische Fachmeinung, schon gar nicht um Urteilsbegründung. Es geht um die flotte Wortspende, es geht um das Testimonial, aber möglichst von jemandem, den man aus dem Fernsehen kennt.“3 Auch wenn Löffler so gegen die zeitgenössische Literaturkritik wettert, so kann dennoch die Reputation eines Schriftstellers hier geformt und auch beschädigt werden. Durch die Literaturkritik erfolgt eine verstärkte und veränderte Außenwirkung eines Werkes. „Für die Mehrzahl der Autoren wäre das Schweigen der Kritiker existenzgefährdend, vielleicht sogar existenzvernichtend.“4, schreibt Löffler. Beispielsweise erfolgen hier die Zuschreibung der literarischen Gattung durch Betrachtung der verwendeten Sprache, oder eine Hinterfragung des ästhetischen und gesellschaftlich-relevanten Gehalts. Auch werden kulturelle Trends und zeitgenössische Fragen zur politischen Identität durch die Hervorhebung der Kritik forciert. Beinahe wirkt die Kritik so wie eine politische Institution, welche Interessen artikuliert und aggregiert. Hier geht es um das Bauchgefühl des einzelnen Lesers und auch über das Werk an sich hinaus, denn eine literaturkritische Betrachtung fragt nicht nur nach der Rezeption, sondern ebenfalls nach der Relevanz des Werkes, nach dem innovativem oder dem gesellschaftskritischen Gehalt.

1.4 Preise und Ehrungen

Neben Rezensionen in Zeitungen oder Buchbesprechungen in Gesprächsrunden bilden dotierte Preise eine weitere Möglichkeit der Literaturkritik. Über die lobenden Worte hinaus, erhält der Schriftsteller hier ebenfalls einen materiellen Preis. Gleichzeitig erfolgt ein künstlerisches Kräftemessen. Bewertet von einer Jury oder dem Publikum treten die Werke der Schriftsteller in einem Wettkampf gegen einander an, ein Vorgang, der in der reinen Literaturkritik eher indirekt abläuft.

1.5 These

In dieser Hausarbeit sollen zwei Buchrezensionen zu Gregor Sanders „Winterfisch“ untereinander verglichen und darüber hinaus mit den Werten der Literaturkritik in einen Kontext gesetzt werden. Es soll versucht werden, die Wertung eines literarischen Textes anhand wissenschaftlicher Theorien nachzuvollziehen. Daher lautet meine These: „Die untersuchten Rezensionen zur Gregor Sanders „Winterfisch“ berücksichtigen die theoretischen Aspekte der Literaturkritik.“

2. Gregor Sander

2.1 Vita

Geboren wurde Gregor Sander am 24. April 1968 in Schwerin. Sanders umfangreicher beruflicher Werdegang umfasst eine Ausbildung zum Schlosser und zum Krankenpfleger mit anschließendem Medizinstudium in Rostock, sowie ein Studium der Germanistik und der Geschichte in Berlin. Nach seinem Studium besuchte er die Berliner Journalistenschule. 2002 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband „Ich aber bin hier geboren“ (Rowohlt). 2007 folgte sein erster Roman „Abwesend“ (Wallstein Verlag). Sander erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen wie bspw. ein Stipendium des Deutschen Literaturfonds, eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis oder den Förderpreis zum Hölderlinpreis.5 Am 1. März 2012 erhielt er den von der VGH-Stiftung mit 15.000 Euro dotierten Preis der LiteraTour Nord und setzte sich dabei gegen seine Schriftstellerkollegen Sherko Fatah, Sybille Lewittscharoff und Inka Parei durch.6

[...]


1 Vgl.: http://www.literatournord.de/data/docs/Preis_der_LitNord_2012.pdf

2 Löffer, Sigrid - Die versalzene Suppe und ihre Köche S. 28

3 Löffer, Sigrid - Die versalzene Suppe und ihre Köche S. 27

4 Löffer, Sigrid - Die versalzene Suppe und ihre Köche S. 33

5 Vgl.: http://www.gregorsander.com/biografie.html

6 Vgl.: http://www.literatournord.de/data/docs/Preis_der_LitNord_2012.pdf

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen der Literaturkritik anhand von Gregor Sanders "Winterfisch"
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Kritik aktueller Romane
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V273752
ISBN (eBook)
9783656664772
ISBN (Buch)
9783656664956
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gregor Sander, Winterfisch, Kritik, Romane, Literatur, Literaturkritik, Werte, Axiologische Werte, Attributive Werte, Praktische Werte, Rezensionen, FAZ, Deutschlandradio
Arbeit zitieren
Matthias Jessen (Autor), 2012, Möglichkeiten und Grenzen der Literaturkritik anhand von Gregor Sanders "Winterfisch", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273752

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