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Zusammenhänge zwischen Industrie und Politik in der wilhelminischen Zeit

Über die gegenseitige Beeinflussung staatlicher und wirtschaftlicher Stellen vor dem Ersten Weltkrieg

Título: Zusammenhänge zwischen Industrie und Politik in der wilhelminischen Zeit

Trabajo Escrito , 2014 , 17 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Francesco Drakidis (Autor)

Historia de Alemania - 1848, Imperio alemán, Imperialismo
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Als einer der umsatzstärksten Industriezweige kann die Schwerindustrie als ein gewichtiger Faktor der Gestaltung von Innen- und Außenpolitik des Reiches betrachtet werden. Es waren nicht nur die millionenschweren Unternehmen, die mit ihren Interessen auf die Politik Einfluss hätten ausüben können, sondern auch die Personen an der Unternehmensspitze selbst, hatten beste Möglichkeiten sich in der Gestaltung der weltpolitischen Rolle Deutschlands einzumischen. Ein Beispiel dafür könnte Friedrich Alfred Krupp sein, der eine persönliche Freundschaft zu Kaiser Wilhelm II. unterhielt. Wer zu hohem Staatsbesuch in Berlin empfangen worden war, der ließ sich auch auf der Villa Hügel sehen. Wie eine solche Freundschaft sich auf ökonomische und politische Entschlüsse auswirken kann, wird im weiteren Text untersucht.

Doch nicht nur die persönlichen Kontakte zwischen Wirtschaft und Politik sind von besonderem Interesse. Auch das Handeln der Industrie im Ausland und seine Auswirkungen auf Entscheidungen der reichsdeutschen Politik sind eine genauere Betrachtung wert. Das wichtigste Ziel der Industrie war und ist es vornehmlich, Gewinne umzusetzen. Gerade in der Zeit des Imperialismus hieß es, eine ausreichend hochgehaltene Spannung zwischen den Nationen zu fördern, um von den darauf folgenden Rüstungswettläufen profitieren zu können. Je größer die Spannung, desto größer das Interesse nach Kriegsgerät aller Art.

Es ist auffallend, wie sich das Reich schon vor 1888, das Jahr des Amtsantrittes Kaiser Wilhelm II., auf einen Pfad begab, der langsam aber sicher in die Sackgasse des Ersten Weltkrieges führte. Inwiefern die Industrie an dieser schicksalshaften Entwicklung der Außenpolitik des kaiserlichen Deutschlands beteiligt war und in welcher Form, ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlegender historischer Kontext zu Entwicklungen und Besonderheiten von reichsdeutscher Ökonomie und Außenpolitik

2. Industrie und Politik Hand in Hand auf Kriegspfad

2.1. Eine Hand wäscht die Andere

2.2. Flottenrüstung

3. Die Folgen der von der Industrie unterstützten Weltpolitik Kaiser Wilhelms II.

3.1 Ein- bzw. Auskreisung

3.2 Kriegsziele des Reiches und der Industrie

Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die enge Verflechtung zwischen der deutschen Schwerindustrie und der staatlichen Außenpolitik während der wilhelminischen Ära vor dem Ersten Weltkrieg. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern wirtschaftliche Interessen und persönliche Kontakte zwischen Industriellen und politischen Entscheidungsträgern die außenpolitische Ausrichtung des Deutschen Reiches und den Weg in den Konflikt beeinflussten.

  • Historische Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaftsentwicklung nach 1871.
  • Die symbiotische Beziehung zwischen staatlicher Machtpolitik und Rüstungsindustrie.
  • Der Einfluss der Flottenrüstung und imperialer Bestrebungen auf die diplomatische Isolation des Reiches.
  • Die ökonomischen Hintergründe von Kriegszielen und imperialer Expansionspolitik.
  • Fallbeispiel: Die Rolle des Unternehmens Krupp und dessen Verhältnis zum Kaiserhaus.

Auszug aus dem Buch

2.1. Eine Hand wäscht die Andere

Der einflussreiche Mix aus profitgesteuerter Wirtschaft, machthungrigem Militär und geltungssüchtiger Politik bewies seine Fähigkeit, das Schicksal des Deutschen Reiches aktiv zu beeinflussen. Wie bereits beschrieben, war der Flottenverein Ausdruck der kollektiven Wünsche und Sehnsüchte des Reiches. Inwiefern die Wirtschaft explizit Einfluss auf die Politik des Reiches nehmen konnte, wird am Beispiel der persönlichen Freundschaft zwischen den Krupps und dem Kaiserhaus deutlich.

Der Name Krupp wurde jahrzehntelang mit der deutschen Rüstungsindustrie synonym gesetzt. Als eines der umsatzstärksten Unternehmen dieses Industriezweiges bietet sich die Firma Krupp ideal dafür an, um die heikle Beziehung zwischen staatlicher Politik und Rüstungsindustrie kritisch zu beleuchten. 1874 beeinflusste das Unternehmen Krupp, genauer gesagt, Unternehmensleiter Alfred Krupp, das erste Mal die damaligen Machthaber im Deutschen Reich. Der Rüstungskonzern schrieb zwar schwarze Zahlen, 60% des Gesamtvermögens waren allerdings Fremdkapital. 37% von diesem Fremdkapital waren darüber hinaus kurzfristig zu tilgende Kredite. Trotz der immensen Umsätze, 1873 40 Millionen Mark, gelang es dem Unternehmen nicht, diese kurzfristigen Schulden in Höhe von 32 Millionen Mark zu tilgen. Krupp wandte sich hilfesuchend an die Reichsregierung, diese lehnte zunächst allerdings die Bereitstellung von finanziellen Mitteln ab. Was nun geschah, umschreibt Bölcke ganz passend damit, dass Krupp dem Staat, in Form Kaiser Wilhelms I., »gewissermaßen die Pistole auf die Brust setzt«. Alfred Krupp machte dem Kaiser deutlich, dass sein Unternehmen von großer Bedeutung für die Wehrhaftigkeit Deutschlands sei. Sollten die finanziellen Hilfsmittel ausbleiben, könnte dies ernsthaft den europaweiten Vorsprung der deutschen Streitkräfte gefährden. Die Unterzeichnung der Anleihen im Wert von 10 Millionen Mark für die Firma Krupp sollte deswegen auch im eigensten Interesse des Staates selbst sein. Der Kaiser gab nach und wies die Behörden an, jene millionenschwere Hilfsanleihe zu unterzeichnen. Krupp hatte wieder Oberwasser und die Produktion und Lieferung von stählernen Gütern aller Art konnte weiter ausgebaut werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegender historischer Kontext zu Entwicklungen und Besonderheiten von reichsdeutscher Ökonomie und Außenpolitik: Dieses Kapitel beleuchtet den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands nach 1871 und die enge Kopplung von industrieller Produktivitätssteigerung an staatliche und militärische Interessen.

2. Industrie und Politik Hand in Hand auf Kriegspfad: Hier wird die wechselseitige Abhängigkeit von Industrie und Staat analysiert, wobei besonders das Beispiel der Firma Krupp die Verschränkung von Profitinteressen und imperialer Machtpolitik verdeutlicht.

2.1. Eine Hand wäscht die Andere: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die persönlichen Beziehungen und die direkte Einflussnahme industrieller Akteure auf staatliche Finanzierungsentscheidungen zugunsten der Rüstungsindustrie.

2.2. Flottenrüstung: Das Kapitel behandelt die Rolle der Schwerindustrie bei der Entwicklung der deutschen Hochseeflotte und die Nutzung des Flottenvereins als Instrument der Propaganda.

3. Die Folgen der von der Industrie unterstützten Weltpolitik Kaiser Wilhelms II.: Untersucht werden die außenpolitischen Konsequenzen wie die diplomatische Isolation des Reiches, die durch die aggressive Expansions- und Flottenpolitik mitverursacht wurde.

3.1 Ein- bzw. Auskreisung: Analysiert die Reaktion der europäischen Mächte auf die deutsche Industriepolitik und die daraus resultierenden geopolitischen Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg.

3.2 Kriegsziele des Reiches und der Industrie: Dieses Kapitel thematisiert die Bestrebungen der Industrie, im Falle eines Krieges ökonomische Hegemonie durch Annektionen und die Kontrolle über europäische Wirtschaftsräume zu sichern.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Industrie, Außenpolitik, Rüstungsindustrie, Krupp, Flottenrüstung, Weltpolitik, Imperialismus, Wirtschaftspolitik, Septemberprogramm, Wilhelminische Zeit, Erster Weltkrieg, Hegemonie, Expansion, Machtpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der deutschen Industrie und der Außenpolitik in der wilhelminischen Ära und zeigt auf, wie wirtschaftliche Interessen maßgeblich zum Weg in den Ersten Weltkrieg beitrugen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die industrielle Entwicklung nach der Reichsgründung, die Rüstungslobby, die Flottenrüstungspolitik und die Verbindung von wirtschaftlicher Expansion mit staatlichen Kriegszielen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die politisch-ökonomische Verflechtung darzulegen und aufzuzeigen, wie industrielle Akteure durch direkten Einfluss und Lobbyismus die deutsche Außenpolitik in Richtung Weltmachtstreben steuerten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und Korrespondenzen basiert, um Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichem Aufstieg und politischem Handeln zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Aufstieg der Schwerindustrie, die Rolle einflussreicher Firmen wie Krupp, die Bedeutung des Flottenbaus und die konkreten Pläne der Industrie zur ökonomischen Absicherung des Reiches vor und während des Ersten Weltkriegs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie deutsche Rüstungsindustrie, imperialistische Weltpolitik, industrielle Hegemoniebestrebungen und die ökonomisch-politische Symbiose im Kaiserreich definieren.

Welche Rolle spielte die Firma Krupp in der Außenpolitik des Kaiserreichs?

Die Firma Krupp agierte nicht nur als Rüstungsproduzent, sondern nahm durch persönliche Verbindungen zum Kaiserhaus und massives Lobbying direkten Einfluss auf die staatliche Politik, um die eigene Monopolstellung und den Absatz ihrer Produkte zu sichern.

Inwiefern beeinflusste die "Flottenrüstung" die Isolation Deutschlands?

Der massive Ausbau der Hochseeflotte, unterstützt durch industrielle Propaganda, wurde von anderen Großmächten – insbesondere Großbritannien – als direkte Bedrohung wahrgenommen, was Deutschland zunehmend diplomatisch isolierte.

Worum ging es beim sogenannten "Septemberprogramm"?

Das Septemberprogramm beschreibt die von der deutschen Führung (unterstützt durch wirtschaftliche Interessenverbände) formulierten Ziele, durch den Krieg eine deutsche wirtschaftliche und politische Vorherrschaft in Mittel- und Westeuropa sowie weitreichende Gebietsannektionen zu erreichen.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Zusammenhänge zwischen Industrie und Politik in der wilhelminischen Zeit
Subtítulo
Über die gegenseitige Beeinflussung staatlicher und wirtschaftlicher Stellen vor dem Ersten Weltkrieg
Universidad
University of Siegen
Curso
Proseminar "Einführung in die Neuzeit"
Calificación
2,0
Autor
Francesco Drakidis (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
17
No. de catálogo
V273869
ISBN (Ebook)
9783668102262
ISBN (Libro)
9783668102279
Idioma
Alemán
Etiqueta
Krupp Rüstungsindustrie Kriegsziele Flottenverein
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Francesco Drakidis (Autor), 2014, Zusammenhänge zwischen Industrie und Politik in der wilhelminischen Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273869
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