Die Arbeit gibt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen von Schriftlichkeit und Mündlichkeit unter Berücksichtigung der Modelle Ludwig Sölls und derer von Koch/ Österreicher. Im zweiten Teil der Arbeit werden anhand eines Comics sowie einer politschen Rede Chiracs die konkreten Merkmale der französischen Nähe- und Distanzsprache aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verschiedene Modelle von Mündlichkeit und Schriftlichkeit
2.1 Medium und Konzeption nach Ludwig Söll
2.2 Das Nähe- Distanz Modell nach Koch/ Österreicher
2.2.1 Die Kommunikationssituation
2.2.3 Versprachlichungsstrategien
3 Korpus Analysen
3.1 Nähesprachliche Merkmale im Comic La vie secrète des jeunes von Riad Sattouf
3.1.1 Textuell- pragmatischer Bereich
3.1.1.1 Gliederungssignale
3.1.1.2 Turn-taking-Signale
3.1.1.3 Kontaktsignale (Sprecher- und Hörersignale)
3.1.1.4 Überbrückungsphänomene (hesitation phenomena)
3.1.1.5 Korrektursignale
3.1.1.6 Interjektionen
3.1.1.7 Abtönungsphänomene
3.1.2 Syntaktischer Bereich
3.1.2.1 Kongruenz- Schwächen
3.1.2.2 Anakoluthe; Kontamination, Engführungen, Ellipsen
3.1.2.3 Parataxe und Hypotaxe
3.1.2.4 Interrogation
3.1.2.5 Negation
3.1.3 Semantischer Bereich
3.1.3.1 Passe- partout- Wörter
3.1.3.2 Präsentative
3.1.4 Lautlicher Bereich
3.2 Distanzsprachliche Merkmale in der politischen Rede Les changements climatiques dans le monde von Jacques Chirac
3.2.1 Textuell- pragmatischer Bereich
3.2.2 Syntaktischer Bereich
3.2.3 Semantischer Bereich
4 Resümée
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die linguistischen Unterschiede zwischen Nähe- und Distanzsprache im Französischen, indem sie konzeptionell mündlich geprägte Comicauszüge einer konzeptionell schriftlich geprägten politischen Rede gegenüberstellt.
- Theoretische Modelle von Mündlichkeit und Schriftlichkeit (Söll, Koch/Österreicher)
- Analyse nähesprachlicher Merkmale in alltäglichen Dialogen
- Untersuchung distanzsprachlicher Strukturen in formalen Diskursen
- Identifikation von Strategien wie Gliederungssignalen, Syntax und Wortwahl
- Auswirkungen moderner Technologien auf Sprachwandel und Schriftsprache
Auszug aus dem Buch
3.1.1.2 Turn-taking-Signale
Ein sogenannter turntaking (Sprecherwechsel) findet umso rascher und unvermittelter statt, je stärker die Kommunikation am Pol der Nähe orientiert ist, d.h. je größer Spontaneität und emotionale Beteiligung sind (vgl Koch/ Österreicher, S.55). Die turn – taking - Signale können in zwei Hauptklassen eingeteilt werden: Jene zur Markierung einer turn - Übernahme, die unter Umständen sogar in Form einer Unterbrechung geschieht und mittels Ausdrücken wie ouais, ben oder écoute eingeleitet werden kann. Zum anderen finden sich Signale zur Markierung eines turn - Endes, die durch n’est-ce pas oder hein zum Ausdruck kommen und so das „Rederecht“ an den Partner übergeben.
Ho und Oh oui in I-1-4 und I-1-6 markieren jeweils die Übernahme des weiteren Gespräches; ebenso kennzeichnet das ouais in I-6-2/6/8 eine Turnübernahme, auf die weitere Ausführungen der Person folgen. Das Gespräch wurde so „übernommen“. Im Gegenzug dazu wird in I-6-1 mit tu vois und non das Ende eines turns ausgedrückt, auf den eine Reaktion des Gesprächspartners erwartet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Ausdifferenzierung menschlicher Kommunikation ein und erläutert das Ziel, anhand von zwei Textbeispielen die Merkmale französischer Nähe- und Distanzsprache aufzuzeigen.
2 Verschiedene Modelle von Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Dieses Kapitel stellt theoretische Grundlagen vor, insbesondere die Modelle von Söll sowie Koch/Österreicher, welche die Unterscheidung zwischen medialer und konzeptioneller Sprache klären.
3 Korpus Analysen: In diesem Hauptteil wird das theoretische Instrumentarium auf konkrete Textbeispiele angewandt, um die Merkmale von Nähesprache in Comics und Distanzsprache in politischen Reden empirisch zu analysieren.
4 Resümée: Das Resümee fasst die Erkenntnisse über die Tendenz zu sprachlichen Verkürzungen zusammen und diskutiert mögliche Auswirkungen neuer Technologien auf die Schriftsprache.
Schlüsselwörter
Nähesprache, Distanzsprache, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Koch/Österreicher, Gliederungssignale, Turn-taking, Syntaktischer Bereich, Französische Sprache, Sprachwandel, Kommunikation, Konzeption, Medium, Interjektionen, Passe-partout-Wörter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die linguistischen Merkmale der französischen Sprache in Bezug auf das Spannungsfeld zwischen Nähe- und Distanzkommunikation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie die praktische Untersuchung von Sprachstrukturen in unterschiedlichen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch eine korpusbasierte Analyse (Comics vs. politische Rede) aufzuzeigen, wie sich Nähe- und Distanzsprache im modernen Französisch manifestieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Textkorpora basierend auf den Modellen von Ludwig Söll sowie Koch und Österreicher, um pragmatische, syntaktische, semantische und lautliche Merkmale zu klassifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung nähesprachlicher Merkmale im Comic "La vie secrète des jeunes" und distanzsprachlicher Merkmale in einer politischen Rede von Jacques Chirac.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Nähe- und Distanzsprache, Sprachwandel, Turn-taking, Gliederungssignale, Syntax, Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
Wie unterscheiden sich die untersuchten Textbeispiele in Bezug auf ihre Kommunikationssituation?
Die Comics bilden alltägliche, spontane Gesprächssituationen ab (Nähesprache), während die politische Rede einen geplanten, monologischen und formellen Charakter aufweist (Distanzsprache).
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf moderne Kommunikationsmittel?
Der Autor konstatiert eine zunehmende Tendenz zu sprachlichen Verkürzungen und wirft die Frage auf, wie sich informelle digitale Sprachstile langfristig auf die formelle Schriftsprache auswirken könnten.
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- Christina Rogler (Autor), 2010, Sprache der Nähe und der Distanz. Mündlichkeit und Schriftlichkeit des Französischen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273873