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Genus-Sexus-Beziehungen aus der linguistischen und fremdsprachendidaktischen Perspektive

Titre: Genus-Sexus-Beziehungen aus der linguistischen und fremdsprachendidaktischen Perspektive

Thèse de Bachelor , 2012 , 55 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Natalja Groo (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Die Genus-Sexus-Beziehungen in der Germanistik sind von derart zeitloser Aktualität, dass es nicht verwundert, immer wieder neue Ansätze zu finden, die dieses Relationsgefüge in unterschiedlicher Akzentuierung darstellen. Die Forschungsdiskussion reicht in synchroner Betrachtung von der Antike bis zur Gegenwart, in diachroner Betrachtung berührt sie fast alle humanitären Wissenschaften: Sprachwissenschaft, Literatur, Philosophie, Psychologie, Soziologie, Ethnologie, Politologie, Rechtswissenschaft usw.
Sehr oft weisen die Beiträge zur Genus-Sexus-Problematik einen provozierenden, widersprüchlichen, manchmal expressiven oder auch revolutionären Charakter auf, aber gerade deswegen sind sie einem Linguisten oder einer Linguistin nie gleichgültig und regen meist durch ihre Kontrastivität zum Mitdenken, oder auch zu eventueller Teilnahme an der Diskussionen an.
Aufgabe dieser Arbeit ist es, das Wesentliche des Forschungsstandes zu den Genus-Sexus-Beziehungen aus den linguistischen und fremdsprachendidaktischen Perspektiven
herauszufinden und zu analysieren. Sehr wichtig ist es dabei, eine einseitige Darstellung der Problematik zu vermeiden und ein möglichst unabhängiges, objektives Forschungsbild zu
schaffen. Aus diesem Grund werden in dieser Arbeit vor allem die kontroversen genustheoretischen Aufsätze bevorzugt.
Als erstes soll die Auseinandersetzung zwischen Grimm/Rothe und Brugmann/Michels beachtet werden (Kap. 2). Zum einen, weil sie in der Forschungsdiskussion als grundlegend gilt, und zum anderen, weil sie auf alle anderen Forschungsrichtungen einen unmittelbaren Einfluss hat. Unabhängig davon, ob nun die Funktionen der grammatischen Kategorie „Genus“ (Kap. 3) oder die Faktoren der Genuszuweisung in der deutschen Grammatik (Kap. 4), der generische Gebrauch des Maskulinums in der feministischen Linguistik (Kap. 5) oder auch der Problemgehalt des Genuserwerbs in den DaF-Didaktiken (Kap. 6) diskutiert werden, steht die von Grimm/Roethe und Brugmann/Michels angesprochene Problematik der Arbitrarität bzw. Motiviertheit der grammatischen Kategorie „Genus“ immer im Mittelpunkt.
Auf bereits erwähnte Themenkreise soll im Forschungsüberblick entsprechend vertiefend eingegangen werden. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Ziel und Rahmen dieser Arbeit

1 Allgemeines

2 Historische Erklärungsmodelle für die Entstehung der Genera

2.1 Sexus-Unterschied als primäre Ursache der Genusdifferenzierung

2.2 Sexus als sekundärer Genusaspekt

2.3 Zusammenfassung

3 Funktionen des Genus in der deutschen Gegenwartsprache

4 Faktoren der Genuszuweisung im Deutschen

4.1 Morphologische Faktoren für die Genuszuweisung

4.2 Semantische Faktoren für die Genuszuweisung

4.3 Lautliche Faktoren für die Genuszuweisung

4.4 Genusschwankungen

5 Genus-Sexus-Beziehung aus feministischer Sprachperspektive

5.1 Das generische Maskulinum

5.2 Auseinandersetzung um den generischen Sprachgebrauch

5.3 Vorschläge für die sprachliche Gleichbehandlung von Männern und Frauen

5.4 Sprachwandel unter dem Einfluss der feministischen Linguistik

6 Genus-Sexus-Beziehung aus fremdsprachendidaktischer Perspektive

6.1 Ursachen für die Lehr- und Lernschwierigkeit der Kategorie „Genus“

6.2 Didaktische Vorschläge für die Erleichterung des Genuserwerbs

6.2.1 Mnemotechniken

6.2.2 Didaktische Adaptation von Genuszuweisungsprinzipien

6.2.3 Arbeit am Text und grammatische Übungen

6.3 Zusammenfassung

Fazit

Zielsetzung und Themen

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, den wissenschaftlichen Forschungsstand zu den Beziehungen zwischen Genus und Sexus aus linguistischer sowie fremdsprachendidaktischer Perspektive systematisch zu analysieren. Dabei wird ein objektives Forschungsbild angestrebt, das insbesondere kontroverse Theorien zur Entstehung und Funktion des Genus beleuchtet und die Relevanz dieser Kategorie für den DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache) unterstreicht.

  • Historische Erklärungsmodelle zur Entstehung der grammatischen Genera.
  • Funktionen der Kategorie Genus in der deutschen Gegenwartssprache.
  • Faktoren und Regeln der Genuszuweisung (morphologisch, semantisch, lautlich).
  • Diskussion um das generische Maskulinum aus feministischer Sprachperspektive.
  • Didaktische Konzepte zur Erleichterung des Genuserwerbs für Deutschlernende.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sexus-Unterschied als primäre Ursache der Genusdifferenzierung

Einerseits wurde behauptet, dass der Sexusunterschied die primäre Ursache der Genus-Differenzierung sei, also dass das Genus-System dank der schon vorhandenen Sexus-Unterscheidung entstand. Durch Personifizierung waren alle Nomen weiblich oder männlich, das Genus-System entstand erst später, auf das Sexus-System bezogen. Als Urvater dieser Theorie gilt Protagoras; er soll wohl als erster die Kategorien maskulin, feminin und unbelebt als „Kennzeichnungen für Substantive verwendet und Genus mit Sexus gleichgesetzt haben“. Dabei hat er sich nicht gescheut, das seinen philosophischen Vorstellungen nicht entsprechende Genus einfach zu korrigieren. So mussten z. B. die einst femininen Wörter „Helm“ und „Zorn“ seiner Ansicht nach ein passenderes maskulines Genus bekommen.

Zu Beginn der 1770er-Jahre gewinnt die durch die in der Philosophie, Literatur und Sprachwissenschaft herrschenden romantischen Stimmungen ideologisch beeinflusste Genustheorie im deutschen Raum immer mehr an der Popularität. Die dogmatische Denkweise verliert zu Gunsten einer historisch-kritischen an Bedeutung. Es wird überall nach einem rationalen Kern gesucht. Der Mensch selbst, nicht der allmächtige Gott, und die Gesetze der Natur, nicht Wunder oder Magie, stehen jetzt im Zentrum von allen Wissenschaften. So sucht auch der Philosoph, Theologe und Schriftsteller J. G. Herder eine natürliche Erklärung für die Entstehung der Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Allgemeines: Einführung in die Grundlagen des Verhältnisses von Genus und Sexus unter Berücksichtigung saussurescher Terminologie.

2 Historische Erklärungsmodelle für die Entstehung der Genera: Analyse der Debatten zwischen Vertretern einer sexusbasierten Genustheorie (Grimm) und Vertretern formaler Ansätze (Brugmann).

3 Funktionen des Genus in der deutschen Gegenwartsprache: Erörterung der syntaktischen und organisierenden Funktionen des Genus, die über die bloße Sexusanzeige hinausgehen.

4 Faktoren der Genuszuweisung im Deutschen: Zusammenfassung von morphologischen, semantischen und lautlichen Regeln sowie Schwankungsphänomenen bei der Genusvergabe.

5 Genus-Sexus-Beziehung aus feministischer Sprachperspektive: Kritische Auseinandersetzung mit dem generischen Maskulinum und Vorschläge zur sprachlichen Gleichbehandlung.

6 Genus-Sexus-Beziehung aus fremdsprachendidaktischen Perspektive: Untersuchung der Lernschwierigkeiten im DaF-Unterricht und Darstellung didaktischer Methoden zur Genusvermittlung.

Schlüsselwörter

Genus, Sexus, Linguistik, DaF-Unterricht, Genuszuweisung, Sprachwandel, Feministische Linguistik, Generisches Maskulinum, Morphologie, Semantik, Sprachdidaktik, Mnemotechniken, Grammatik, Sprachvergleich, Arbitrarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Genus (grammatisches Geschlecht) und Sexus (natürliches Geschlecht) in der deutschen Sprache aus wissenschaftlicher und didaktischer Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen historische Genustheorien, die Funktionen des Genus, Regeln der Genuszuweisung, die feministische Kritik am Sprachgebrauch sowie Methoden zur Vermittlung des Genus im Fremdsprachenunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Forschungsstand objektiv zu analysieren und aufzuzeigen, wie Genus und Sexus interagieren und welche Konsequenzen dies für die Sprachpraxis und den DaF-Unterricht hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Positionen der Germanistik und DaF-Didaktik gegenüberstellt und kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Genusentstehung, den Funktionen des Genus, verschiedenen Faktoren der Genuszuweisung, der feministischen Sprachkritik und didaktischen Ansätzen zum Genuserwerb.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Genus, Sexus, Sprachwandel, feministische Linguistik, Genuszuweisung und DaF-Didaktik charakterisieren.

Welche Rolle spielen die "Grimm-Theorien" in diesem Dokument?

Die Theorien von Jacob Grimm stehen für eine sexualistische Auffassung, die das Genus als Folge der menschlichen Einbildungskraft und Personifizierung versteht, was in der Arbeit als historisch grundlegend, aber wissenschaftlich umstritten dargestellt wird.

Warum ist das Thema im DaF-Unterricht so schwierig?

Laut der Autorin liegt die Schwierigkeit in der Arbitrarität der Genus-Substantiv-Beziehung, mangelnden didaktischen Regeln in Lehrwerken und der Interferenz durch die Muttersprache der Lernenden.

Welche Rolle spielt die feministische Linguistik bei der Genusdebatte?

Sie kritisiert das generische Maskulinum als diskriminierend und fordert eine Veränderung des Sprachsystems, um Frauen durch Beidbenennung oder Neutralisierung sichtbarer zu machen.

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Résumé des informations

Titre
Genus-Sexus-Beziehungen aus der linguistischen und fremdsprachendidaktischen Perspektive
Université
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Germanistik)
Note
1,5
Auteur
Natalja Groo (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
55
N° de catalogue
V274064
ISBN (ebook)
9783656763123
ISBN (Livre)
9783656763116
Langue
allemand
mots-clé
Sexus Genus Genuszuweisung Entstehung der Genera generisches Maskulinum generischer Sprachgebrauch sprachliche Gleichbehandlung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Natalja Groo (Auteur), 2012, Genus-Sexus-Beziehungen aus der linguistischen und fremdsprachendidaktischen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274064
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Extrait de  55  pages
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