In den „Pariser Prinzipien“ (2007), die neben Deutschland weitere 59 Staaten unterschrieben haben, definiert man den Begriff Kindersoldat als „Kinder, die mit Streitkräften oder bewaffneten Gruppen assoziieren". Dies sind „alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden oder wurden, egal in welcher Funktion oder Rolle, darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt wurden. Ausdrücklich sind es nicht nur Kinder, die aktiv an Kampfhandlungen teilgenommen haben."
Folgende Kriterien treffen somit im Allgemeinen auf jeden Kindersoldaten zu:
– Sie kommen aus armen oder anderweitig benachteiligten Gesellschaften
– Sie stammen aus aktuellen Konfliktzonen
– Sie kommen aus gestörten oder nicht existenten Familienstrukturen
Die UN-Kinderrechtskonvention, die von 193 Staaten ratifiziert wurde, garantiert in über vierzig Artikeln, jedes Kind der Welt vor körperlichem und geistigen Schaden oder Missbrauch, Verwahrlosung oder Vernachlässigung, Misshandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauches und jeglicher Art des Kinderhandels zu schützen. Durch den Artikel 38 [Schutz bei bewaffneten Konflikten vor der Einziehung zu den Streitkräften] der UN-Kinderrechtskonventionen stellen die Vertragsstaaten sicher, dass Kinder in einem bewaffneten Konflikt besonders geschützt und betreut werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Themenfindung
2. Wer/Was sind Kindersoldaten
2.1 Allgemeine Definition des Begriffes „Kindersoldat“
2.2 Rechtslage
2.3 Betroffene Gruppe
3. Situation der Kindersoldaten
3.1 Weshalb werden Kinder als Soldaten eingesetzt?
3.1.1 Rekrutierung von Kindern als Soldaten
3.1.2 Einsatz von Kindern als Soldaten
3.2 Ausbildung zum Kindersoldaten
3.3 Leben als Kindersoldat
3.3.1 Mädchen in bewaffneten Konflikten
3.3.2 Flucht aus dem Krieg
4. Kindersoldaten in Zentral-Afrika
4.1 Ein regionaler Überblick
4.2 Betrachtung des Einsatzes von Kindersoldaten in Uganda
4.2.1 Die Lord´s Resistance Army (LRA)
4.2.2 Anführer der LRA: Joseph Kony
5. Folgen, die Kinder davon tragen
5.1 Auswirkungen auf die Kindersoldaten
5.1.1 Psychische Auswirkungen auf die Kindersoldaten
5.1.2 Physische Auswirkungen auf die Kindersoldaten
5.1.3 Soziale Folgen für die Kinder
5.2 Demobilisierung der Kindersoldaten
5.2.1 Die Reintegration in die Gesellschaft
5.3 Hilfsorganisationen
5.3.1 Deutsches Bündnis Kindersoldaten
5.3.2 Aktion Rote Hand
6. Persönliches Resümee und abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Existenz von Kindersoldaten weltweit, mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Zentralafrika und Uganda, um aufzuzeigen, welches Leid diese Minderjährigen ertragen müssen und warum die Problematik tief in politischen und sozialen Strukturen verwurzelt ist.
- Definition des Begriffs Kindersoldat und aktuelle Rechtslage
- Rekrutierungsmethoden und Einsatzgebiete von Kindern im bewaffneten Konflikt
- Psychische, physische und soziale Folgen für die betroffenen Kinder
- Spezifische Fallbetrachtung der Lord’s Resistance Army (LRA) in Uganda
- Möglichkeiten der Demobilisierung und Reintegration in die Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Einsatz von Kindern als Soldaten
Kinder sind leichter zu rekrutieren als Erwachsene, da sie körperlich und geistig noch nicht ausgewachsen sind. Somit sind sie leichter manipulieren und ideologisch zu beeinflussen als Erwachsene. Sie können aufgrund ihres Entwicklungsstatus kaum Widerstand gegen die Anweisungen leistenxix. Ihnen wird das Töten vom ersten Tag als Soldat an beigebracht. Sie sind skrupelloser, da sie das Töten als gängige Konfliktlösung lernen. Gefahren und Taten, die sie begehen, erscheinen ihnen harmlos. Sie nehmen die Situationen spielerisch wahr – eben wie ein Kind. Unter anderem sind Kinder genügsamer bei der Rationierung von Lebensmitteln und Ausrüstungsgegenständen.
Im Gegensatz zu erwachsenen Soldaten, werden die Kinder unentgeltlich oder gegen einen kleinen Obolus (wie z.B. Zigarettenpäckchen) in den Kampf geschickt. Das macht sie zu einer Art billiger Streitkraft. Trotz der geringen Bedürfnisse ist die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser, Nahrung, Medizin und Hygiene mangelhaft. Zu Beginn der Ausbildung werden Kinder zu Hilfsdiensten wie Lasten tragen, Küchenhilfe oder als Mechaniker eingesetzt. Oftmals aber dienen die Kinder bereits in ihren jüngsten Jahren schon als Spione und bekommen die Aufgabe Informationen zu überbringen.
Nach einer kurzen Grundausbildung, nehmen die Kinder dann aktiv an bewaffneten Kämpfen teil und müssen bei Massakern und Massenhinrichtungen teilnehmen und Schießbefehle ausführen. Sie werden als lebende Schutzschilder, Kugelfang, Bombenentschärfer, Koch-, Putz- und Sexsklaven benutzt.xx Da die Kinder schlecht ausgerüstet sind und im Kampf direkt an der Front kämpfen, werden sie von den Vorgesetzten oftmals als Kanonenfutter betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenfindung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation zur Auseinandersetzung mit Kindersoldaten, ausgelöst durch mediale Berichterstattung und Fragen sozialer Gerechtigkeit.
2. Wer/Was sind Kindersoldaten: Dieses Kapitel definiert den Begriff Kindersoldat anhand der Pariser Prinzipien und beleuchtet die Diskrepanz zwischen völkerrechtlichen Vorgaben und der Realität.
3. Situation der Kindersoldaten: Es werden die Hintergründe der Rekrutierung, die Ausbildungsmethoden sowie das entbehrungsreiche Leben – insbesondere von Mädchen – in Konfliktgebieten dargelegt.
4. Kindersoldaten in Zentral-Afrika: Ein regionaler Überblick zeigt die Konzentration von Kindersoldaten in afrikanischen Staaten auf, mit einem detaillierten Blick auf die Lord's Resistance Army in Uganda.
5. Folgen, die Kinder davon tragen: Dieses Kapitel analysiert die weitreichenden psychischen, physischen und sozialen Auswirkungen sowie die Prozesse der Demobilisierung und Reintegration.
6. Persönliches Resümee und abschließende Gedanken: Der Autor fasst seine Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von mehr öffentlicher Präsenz und politischer Unterstützung zur Verbesserung der Situation.
Schlüsselwörter
Kindersoldaten, Zentralafrika, Uganda, Lord's Resistance Army, Rekrutierung, Zwangssoldaten, Menschenrechte, Traumatisierung, Demobilisierung, Reintegration, Kinderschutz, Kriegführung, Kindheit, Gewalt, Hilfsorganisationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindersoldaten in Afrika und den verheerenden Auswirkungen von bewaffneten Konflikten auf Minderjährige.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind Rekrutierungsmethoden, die Ausbildung, das Leben im Krieg, gesundheitliche Folgen sowie die Reintegration in die Zivilgesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Kinder in Kriege gezwungen werden und welches unermessliche Leid sie dabei ertragen müssen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehend aus Fachbüchern, Berichten von Hilfsorganisationen, Internetquellen und biografischen Werken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse der Situation, regionale Schwerpunkte in Zentralafrika und eine ausführliche Betrachtung der Langzeitfolgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kindersoldaten, Zwangskonscription, psychische Traumata, Menschenrechtsverletzungen und Reintegration.
Warum spielt die Lord’s Resistance Army eine so große Rolle?
Die LRA dient als prominentes und besonders brutales Fallbeispiel für die systematische Entführung und militärische Ausbeutung von Kindern in Uganda.
Welche Rolle spielt Joseph Kony in diesem Kontext?
Als Anführer der LRA ist Kony für die Zwangserfassung zehntausender Kinder und die damit verbundenen Gräueltaten in Norduganda verantwortlich.
Was sind die größten Schwierigkeiten bei der Reintegration?
Die größten Hürden sind die psychischen Traumata, die gesellschaftliche Stigmatisierung und der Verlust der ursprünglichen sozialen Bindungen (Familie).
Gibt es einen Ansatzpunkt für die Politik?
Der Autor fordert eine stärkere internationale Präsenz, konsequentere Bestrafung von Verantwortlichen und gezielte Entwicklungshilfe zur Unterstützung der Kinder.
- Citar trabajo
- Tom Hackenberg (Autor), 2013, Kindersoldaten in Zentralafrika. Analyse der aktuellen Situation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274070