Durch die zunehmende Bedeutung des Internets im privaten wie auch im beruflichen
Bereich wird auch das Thema Netzregulierung immer wichtiger. Wünschenswert wäre
eine humanere und demokratischere Netzregulierung- gerade auch in autoritären
Systemen. Die Arbeit soll dazu beitragen, die Berichterstattung deutschsprachiger
Qualitätspresse zu analysieren und herauszufinden, inwiefern es Unterschiede im Bericht
über autoritäre Staaten und Demokratien in Bezug auf die Netzpolitik gibt.
Im Anschluss an eine intensive Literaturrecherche wurden eine Forschungsfrage und drei
dazu passende Hypothesen aufgestellt, welche es durch die quantitative Methode der
Inhaltsanalyse, zu beantworten gilt. In dieser Untersuchung ist es interessant, wie die
Mehrheit der Artikel mit der Berichterstattung über Netzpolitik umgeht. Die quantitative
Untersuchung schließt vom Allgemeinen auf den Einzelfall, deshalb sollen möglichst viele
Artikel untersucht werden, um auf die subjektive Zielsetzung des einzelnen Artikels
schließen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1. Gesetzeslage in Deutschland & Österreich
1.2. Einführung: Freiheit im Internet
1.3. Allgemeine Relevanz des Themas & Zielsetzung
1.4. Vorgehensweise
2 Hauptteil
2.1. Problemdefinition & Forschungsstand
2.2. Operationalisierung der zentralen Begriffe
2.2.1. Demokratie
2.2.2. Autoritäres System
2.2.3. Internetpolitik/- Zensur am Beispiel China
2.2.4. Russland als autoritäres Regime
3 Empirischer Teil
3.1. Forschungsfrage & Hypothesen
3.2. Methodenbeschreibung & Stichprobenermittlung
4 Ergebnisdarstellung
4.1. Ergebnisse der Auswertung in SPSS
4.2. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie deutschsprachige Qualitätsmedien über die Internetpolitik in autoritären Regimen im Vergleich zu Demokratien berichten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der qualitativen Analyse von Zensurmechanismen und der Verwendung von Nachrichtenfaktoren liegt.
- Analyse der Berichterstattung deutschsprachiger Medien über Netzpolitik
- Vergleich zwischen autoritären Regimen und demokratischen Systemen
- Untersuchung von Zensurpraktiken am Beispiel Chinas und Russlands
- Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf politische Netzberichterstattung
- Empirische Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln (2009-2013)
Auszug aus dem Buch
2.2.3. Internetpolitik /- Zensur am Beispiel China
Seit dem Beginn des World Wide Web gibt es Debatten um die (Selbst-) Regulierung des Internets. Die große Reichweite und Verbreitung des Internets machen es zwingend notwendig, das Netz zu reglementieren und dieselben oder zumindest ähnliche Regeln geltend zu machen, die auch im realen Leben von Wichtigkeit sind.
Deshalb wurde die ICANN („Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“) gegründet. Doch gerade autoritäre Staaten, wie China, lehnen sich gegen diese Organisation auf. Denn China ist ein kommunistisches Regime, bei dem der Staat den Anspruch erhebt, ein absolutes Informationsmonopol zu haben. Der Staat will durch Zensur und massive Durchsuchungen den Austausch von Information kontrollieren und sogar größtenteils verhindern. Der Weg, das zu erreichen, ist die Zensur. Die Medien Radio, Fernsehen und Zeitung sind relativ leicht zu zensieren. Das Internet liefert jedoch neue Dimensionen für den Einzelnen, eine Zensur zu umgehen. Deshalb stellt das Internet für solch diktatorische Regime eine Gefahr dar, den Informationsfluss nicht mehr ausreichend kontrollieren zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die rechtlichen Grundlagen sowie die hohe gesellschaftliche Relevanz des Internets dar und formuliert die Zielsetzung der Forschungsarbeit.
2 Hauptteil: Hier werden zentrale Begriffe wie Demokratie und Autoritarismus operationalisiert und die spezifischen Internet-Kontrollmechanismen in China und Russland theoretisch erörtert.
3 Empirischer Teil: Dieses Kapitel definiert die Forschungsfragen und Hypothesen und beschreibt das methodische Vorgehen der quantitativen Inhaltsanalyse.
4 Ergebnisdarstellung: Hier werden die Resultate der SPSS-Auswertung präsentiert und die Hypothesen anhand der erhobenen Daten diskutiert sowie in einer Conclusio zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Internetpolitik, Netzregulierung, Zensur, Autoritäres System, Demokratie, Nachrichtenwerttheorie, Inhaltsanalyse, China, Russland, Meinungsfreiheit, Informationsmonopol, Internet Governance, Netzneutralität, Datenschutz, Digitale Überwachung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Berichterstattung deutschsprachiger Medien über die Internetpolitik, insbesondere im Kontext von Zensur und Überwachung in autoritären Staaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Internetzensur, staatliche Regulierung, Pressefreiheit, die Nachrichtenwerttheorie sowie den Vergleich zwischen autoritären Regimen und Demokratien im Netz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Unterschiede in der Berichterstattung über Internetpolitik in autoritären Staaten im Vergleich zu Demokratien aufzuzeigen und den "Tenor" der Presseberichte zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die quantitative Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln aus vier deutschsprachigen Qualitätsmedien im Zeitraum von 2009 bis 2013.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung und Begriffsdefinition von Demokratie, autoritären Systemen sowie einer detaillierten Betrachtung der Zensurmodelle in China und Russland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internetzensur, Netzregulierung, Autoritarismus und die Nachrichtenwerttheorie geprägt.
Wie reagiert China auf das "Multi-Stakeholder-Modell" der ICANN?
China lehnt dieses internationale Modell ab und bevorzugt eine nationale "Netzsouveränität", um die staatliche Kontrolle über den Informationsfluss innerhalb seiner Grenzen zu wahren.
Welche Rolle spielt der Faktor "Valenz" in der Berichterstattung?
Die Valenz fungiert als Nachrichtenfaktor, der besagt, dass vor allem negative Ereignisse (wie Konflikte oder Unterdrückung) eine hohe Aufmerksamkeit erzeugen, was bei der Berichterstattung über autoritäre Regime stark hervortritt.
- Quote paper
- Sarah Well (Author), 2012, Die Berichterstattung deutsch-sprachiger Medien über die Internetpolitik in autoritären Regimen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274087