Anhand eines Praxisbeispiels zur Einführung eines Energie- und Umweltmanagementsystems legt diese Arbeit die Vorgänge einer GAP-Analyse offen. Die GAP- oder Lückenanalyse ist ein Instrument des strategischen Managements, die Abweichungen zwischen unterschiedlichen Erwartungen, Zielen und Entwicklungsverläufen dokumentiert.
Mit einer kombinierten Zertifizierung von Energie- und Umweltsystemen gehen Unternehmen einen Kompromiss ein, bei dem beide Aspekte einen ähnlichen Stellenwert erlangen – ohne dass das Energiemanagement das Umweltmanagement überlagert. Neben den rechtlichen Grundlagen zu Energie- und Umweltmanagement enthält diese Untersuchung außerdem die Dokumentation aller Daten und Schritte von der Grundsatzentscheidung des Unternehmens bis zur Durchführung eines internen Audits – also der abschließenden Revision des Prozesses.
Die Daten der GAP-Analyse helfen, die erkannten Lücken (GAPs) zu schließen. Durch das konkrete Praxisbeispiel liefert der Autor und Diplom-Kaufmann Herbert F. Berg außerdem exemplarische Vorschläge zur weiteren Vorgehensweise für die Unternehmensführung. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess wirkt sich nicht nur auf das Einsparen von Ressourcen aus, sondern kann auch langfristig die betriebliche Organisation und Mitarbeitermotivation deutlich optimieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rechtliche Grundlagen
2.1 Umweltrecht
2.2 Energiesteuergesetz (EnergieStG)
2.3 Stromsteuergesetz (StromStG)
2.4 Erneuerbare- Energien- Gesetz
2.5 Energieeinsparverordnung (EnEV)
2.6 Vorschriften und Normen
2.7 Betriebsbeauftragter für Energie- und Umweltschutz
3 Aktuelle Handhabung im Beispielbereich
3.1 Datenerfassung
3.1.1 Mitarbeiterbefragung
3.1.2 Standort und Gebäude
3.1.3 Betriebsbegehung
3.1.4 Verbrauchsdaten
3.1.5 Dokumente und Rechtskataster
3.1.6 Schulung und Mitarbeiterinformation
3.2 Aspekte der Schwachstellenidentifizierung
3.2.1 Mitarbeiterbefragung
3.2.2 Gebäudedaten
3.2.3 Betriebsrundgang
3.2.4 Verbrauchsdaten
3.2.5 Dokumente Rechtskataster
3.2.6 Schulung und Mitarbeiterinformation
4 Entscheidungsprozesse
4.1 Beurteilung der daten und Schwachstellen
4.2 Maßnahmenkatalog
4.2.1 Sofortmaßnahmen
4.2.2 Kurzfristige Maßnahmen
4.2.3 Mittelfristige Maßnahmen
4.2.4 Langfristige Maßnahmen
5 Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise
6 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit analysiert die Einführung eines kombinierten Energie- und Umweltmanagementsystems (EUMS) in einem produzierenden Unternehmen vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen und betrieblicher Schwachstellen. Ziel ist es, durch eine GAP-Analyse aufzuzeigen, wie ein Unternehmen seine Energieeffizienz steigern, Ressourcen schonen und durch entsprechende Zertifizierungen steuerliche Vergünstigungen sichern kann, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Grundlagen des Energie- und Umweltrechts in Deutschland
- Methodik der Datenerfassung und Schwachstellenidentifizierung im Praxisbeispiel
- Analyse steuerlicher Entlastungsmöglichkeiten durch Energie- und Umweltmanagement
- Entwicklung von Maßnahmenkatalogen zur Prozessoptimierung
- Bedeutung der Mitarbeiterinformation und -motivation für den Erfolg eines EUMS
Auszug aus dem Buch
3.1 Datenerfassung
Datenerfassung und- Analyse beschränkt sich nicht nur auf die Erfassung von reinen Messdaten, sondern umfasst alle umweltrelevanten Teile und Bereiche des Unternehmens.
Dazu gehören die Dokumentation, rechtliche Anforderungen, bauliche Anlagen, Notfallverfahren, Produktionsverfahren und auch die Schulungsvorhaben für die Mitarbeiter. Im Beispielbereich wird das QM prozessorientiert praktiziert. Bei der Vorbereitung zur Datenerfassung wurde festgestellt, dass die prozessorientierten Verfahrensweisen auch für das Energie- und Umweltmanagement angewendet werden. Für die Durchführung, die Herausgabe und Verwaltung der einzelnen relevanten Prozessanweisungen zeichnet der QM-EM-UM – Manager verantwortlich. Die Datenerfassung wird auf der Grundlage der nachfolgenden Entscheidungen und Unterlagen durchgeführt.
Die von der Unternehmensleitung verabschiedete, unterschriebene Energie- und Umweltpolitik liegt vor und ist im Management-Handbuch QM-EM-UM verankert. Sie wird sowohl den Mitarbeitern, als auch den Kunden und den Lieferanten entsprechend kommuniziert. Die Projekt-Teams EM und UM wurden berufen,
• das Management-Handbuch (Qualität, Energie und Umwelt) wurde verabschiedet und in Kraft gesetzt. Es entspricht den Erfordernissen der Normen DIN EN ISO9001:2008/ISO/TS 16949:2009 / DIN EN ISO 14001:2004/DIN EN ISO 6001, DIN ISO 50001;
• der QS-EM-UM-Manager wurde berufen und in die Unternehmenshierarchie eingegliedert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Notwendigkeit und Motivation für Unternehmen, Energie- und Umweltmanagement zu koppeln und zu zertifizieren, insbesondere um rechtliche Anforderungen zu erfüllen und Wettbewerbsvorteile durch Effizienzsteigerung zu nutzen.
2 Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das komplexe Geflecht aus nationalem und europäischem Umweltrecht, einschließlich energiesteuerlicher Regelungen und Normen, die Unternehmen bei der Implementierung eines Managementsystems beachten müssen.
3 Aktuelle Handhabung im Beispielbereich: Hier wird der Ist-Zustand im Unternehmen detailliert durchleuchtet, wobei Datenerhebung, Schwachstellen in der Gebäudeisolierung, Produktionsprozesse und die Mitarbeiterkommunikation als zentrale Untersuchungsfelder dienen.
4 Entscheidungsprozesse: Dieses Kapitel beschreibt methodische Ansätze zur Bewertung der identifizierten Schwachstellen und leitet daraus einen strukturierten Katalog mit Sofort-, Kurz-, Mittel- und Langfristmaßnahmen ab.
5 Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise: Der Verfasser plädiert für eine ganzheitliche Integration des EUMS in die Unternehmensstrategie, wobei er besonders die Bedeutung qualifizierter und motivierter Mitarbeiter als Schlüsselfaktor für den nachhaltigen Erfolg hervorhebt.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Notwendigkeit des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (PDCA) und betont, dass das interne Audit nur der erste Schritt ist, um die festgestellten Schwachstellen dauerhaft zu beseitigen und ökologische sowie ökonomische Ziele zu vereinen.
Schlüsselwörter
Energie- und Umweltmanagement, EUMS, GAP-Analyse, Energiesteuergesetz, Stromsteuergesetz, DIN EN ISO 14001, DIN ISO 50001, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP, Prozessmanagement, Schwachstellenidentifizierung, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, Mitarbeiterbefragung, Zertifizierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einführung eines kombinierten Energie- und Umweltmanagementsystems (EUMS) in einem produzierenden Unternehmen und zeigt auf, wie durch eine systematische Analyse Schwachstellen behoben und Effizienzpotenziale erschlossen werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Rahmenbedingungen für Energie- und Umweltschutz, die Durchführung einer GAP-Analyse, die Auswertung von Verbrauchsdaten, die Implementierung von Zertifizierungsnormen sowie das Change-Management innerhalb der Belegschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Vorgehensweise zur Einführung eines EUMS, um durch Transparenz und Optimierung sowohl den Umweltschutz zu verbessern als auch betriebswirtschaftliche Ziele, wie die Senkung von Energiekosten und die Sicherung steuerlicher Vergünstigungen, zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Verfasser nutzt eine praxisorientierte GAP-Analyse (Lückenanalyse), die den Ist-Zustand des Unternehmens mit den Anforderungen der relevanten Normen (ISO 14001, ISO 50001) abgleicht, unterstützt durch Datenerhebungen wie Mitarbeiterbefragungen und Betriebsrundgänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Grundlagen, die Beschreibung der aktuellen betrieblichen Situation und Datenerfassung, die Identifizierung von Schwachstellen sowie die Ableitung von konkreten Maßnahmenkatalogen zur kontinuierlichen Verbesserung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Energiemanagement, Umweltmanagement, GAP-Analyse, Ressourceneffizienz, Zertifizierung nach DIN ISO 50001, Prozessoptimierung und Nachhaltigkeit im produzierenden Gewerbe charakterisiert.
Welchen Einfluss haben die Energiesteuergesetze auf das Vorhaben des Unternehmens?
Die Energiesteuergesetze dienen als wichtiges Motivationsinstrument, da sie für produzierende Unternehmen Steuerentlastungen vorsehen, deren Inanspruchnahme zunehmend an den Nachweis nachhaltiger Umweltschutzmaßnahmen und entsprechende Zertifizierungen gebunden ist.
Welche Schwachstellen wurden in Bezug auf die Mitarbeiter festgestellt?
Die Mitarbeiterbefragung offenbarte Defizite in der internen Kommunikation, eine mangelnde Motivation bei der Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen sowie Informationslücken bezüglich der Ziele und Anforderungen des Energiemanagements.
Wie bewertet der Verfasser die Nutzung von Abwärme durch Kompressoren?
Der Verfasser sieht in der Abwärmenutzung bei den Produktionsanlagen ein signifikantes Einsparpotenzial, weist jedoch darauf hin, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung stark von der technischen Machbarkeit und der Investitionshöhe im Verhältnis zur Hallengröße abhängt.
- Citar trabajo
- Herbert F. Berg (Autor), 2012, Die GAP-Analyse. Praxisbeispiel zur Einführung eines Energie- und Umweltmanagementsystems, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274193