Diese Forschungsarbeit befasst sich mit ausländerfeindlicher Einstellung sowie möglichen Hintergrundvariablen solcher Einstellungsmuster. Ausländerfeindlichkeit ist ein Thema, das immer wieder aus verschiedenen Gründen diskutiert wird. Oftmals tragen politische oder gesellschaftliche Ereignisse zu einer Thematisierung dieses Gesichtspunktes bei. Beispielsweise werden (neue) Gesetzgebungen, die Migranten betreffen, unter dem Aspekt der Ausländerfeindlichkeit diskutiert. Solch vielleicht kurzzeitig aufflammenden öffentlichen Thematisierungen von Ausländerfeindlichkeit sollten dennoch nicht davon wegtäuschen, dass es sich bei Ausländerfeindlichkeit um eine bei einzelnen Individuen über die Zeit hinweg stabile Einstellung handeln kann. Interessant ist es also zu untersuchen, inwiefern solche stabilen Einstellungsmuster auf bestimmte Merkmale zurückzuführen sind. Das Ziel dieses Forschungsberichtes ist es daher zu überprüfen, ob es entscheidende Bedingungen für ausländerfeindliche Haltungen gibt und ggf. sollen deren Effekte analysiert werden. Hierzu ist die Arbeit wie folgt aufgebaut: Zu Beginn wird der theoretische Rahmen abgesteckt, d. h. wichtige Variablen werden erläutert bzw. definiert und deren Zusammenhänge erörtert. Anschließend werden daraus die zu beantwortenden Hypothesen abgeleitet. Die aufgestellten Hypothesen werden dann im empirisch-statistischen Teil getestet und die Ergebnisse interpretiert, um so im Endeffekt auch die Forschungsfrage nach möglichen Bedingungen für Ausländerfeindlichkeit zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Aspekte
2.1 Erklärungsansätze für Ausländerfeindlichkeit
2.2 Unterscheidung der politischen Dyade „Rechts“ und „Links“
2.3 Ausländerfeindlichkeit als theoretisches Modell
3. Datenanalyse
3.1 Darstellung der Analysevariablen
3.2 Erläuterungen der statistischen Methode und des statistischen Modells
3.3 Empirische Ergebnisse der Regressions- und Residuenanalyse
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedingungen und Hintergründe ausländerfeindlicher Einstellungen in Deutschland empirisch zu untersuchen und zu analysieren, ob bestimmte sozioökonomische Faktoren sowie politische Orientierungen signifikanten Einfluss auf die Ausprägung fremdenfeindlicher Haltungen haben.
- Analyse des Einflusses von Bildungsniveaus auf Ausländerfeindlichkeit
- Untersuchung der politischen Selbsteinstufung (Rechts-/Links-Spektrum) als Erklärungsfaktor
- Überprüfung sozialstruktureller Variablen wie Lebensalter und Geschlecht
- Statistische Operationalisierung von Ausländerfeindlichkeit durch Indexbildung
- Empirischer Hypothesentest mittels linearer OLS-Regression
Auszug aus dem Buch
2.1 Erklärungsansätze für Ausländerfeindlichkeit
Zunächst soll Ausländerfeindlichkeit als die im Endeffekt zu untersuchende Variable betrachtet werden. Wie noch zu erkennen sein wird, spielt bei dieser Betrachtung schon die schulische Bildung eine wesentliche Rolle. Zu Beginn soll Ausländerfeindlichkeit definiert werden als jede Weigerung, Ausländern dieselben Rechte einzuräumen, die Inländer innehaben, solange die Ausländer noch nicht die bisher geltende Inländeridentität angenommen haben. Die angesprochene Verweigerung derselben Rechte bezieht sich konkret auch auf die Verweigerung von Karrieren bzw. Lebenswegen von Ausländern, die in die vollen Inländerrechte münden, solange sie nicht Deutsche werden (vgl. Hoffmann/Even 1984: 179f.). Hiermit sollte ein erstes Verständnis für das Konstrukt der Ausländerfeindlichkeit entstehen, was durch die in der wissenschaftlichen Literatur diskutierte Erklärungsansätze begleitet werden kann. Einige der häufig diskutierten Ansätze werden nun veranschaulicht. Dabei sollte der Leser berücksichtigen, dass sich Ausländerfeindlichkeit sowohl auf Haltungen/Einstellungen oder aber auf aggressives Handeln beziehen kann. Im Rahmen dieser Arbeit soll Ausländerfeindlichkeit als Einstellungsdimension betrachtet werden und dementsprechend sind auch die anschließenden Erklärungsansätze vornehmlich in dieser Hinsicht zu verstehen (vgl. Tsiakalos 1983: 9).
Ein Ansatz zur Erklärung von Ausländerfeindlichkeit, für den es allerdings keine eindeutigen empirischen Befunde gibt, ist der der Xenophobie (Angst vor Fremden). Trotz fehlender wissenschaftlicher Erkenntnisse wird dieser Ansatz immer wieder in Literatur und Medien aufgeworfen. Hierbei wird behauptet, dass wir Menschen eine genetisch fixierte Grunddisposition inne habe, die eine Abneigung gegenüber Fremden bzw. Ausländern hervorrufe (vgl. Tsiakalos 1983: 46f.). Die Gefahr dieses Ansatzes sieht der Autor dieser Arbeit darin, dass geringer gebildete Leute weniger Zugang zur diesen Ansatz bestreitenden wissenschaftlichen Literatur und mehr bzw. undifferenzierteren Zugang zu Massenmedien haben, die diese Aussagen (mit-)verbreiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Ausländerfeindlichkeit ein, definiert die Relevanz stabiler Einstellungsmuster und stellt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Theoretische Aspekte: Dieses Kapitel erörtert theoretische Hintergründe, insbesondere den Zusammenhang zwischen (Schul-)Bildung, politischer Orientierung (Rechts-/Links-Einstufung) und fremdenfeindlichen Haltungen unter Einbeziehung sozialstruktureller Faktoren.
2.1 Erklärungsansätze für Ausländerfeindlichkeit: Es werden verschiedene wissenschaftliche Ansätze wie Xenophobie und psychosoziale Erklärungen diskutiert, um das Konstrukt der Ausländerfeindlichkeit definitorisch einzugrenzen.
2.2 Unterscheidung der politischen Dyade „Rechts“ und „Links“: Dieses Unterkapitel analysiert die politische Selbsteinstufung als deskriptives und wertendes Merkmal, welches Einfluss auf die Beurteilung von Gleichheit und Ausländern haben kann.
2.3 Ausländerfeindlichkeit als theoretisches Modell: Hier wird das theoretische Modell zusammengeführt, in dem Bildung und politische Orientierung als zentrale Erklärungsfaktoren sowie Alter und Geschlecht als Kontrollvariablen fungieren.
3. Datenanalyse: Das Kapitel widmet sich der empirischen Überprüfung der Hypothesen auf Basis der Allbus-Umfrage 2006 mittels statistischer Verfahren.
3.1 Darstellung der Analysevariablen: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung der Stichprobe, der Gewichtung sowie der Operationalisierung der verwendeten Variablen, inklusive der Konstruktion eines Ausländerfeindlichkeits-Indexes.
3.2 Erläuterungen der statistischen Methode und des statistischen Modells: Hier wird die Anwendung der linearen OLS-Regression begründet und das für die Analyse verwendete statistische Modell spezifiziert.
3.3 Empirische Ergebnisse der Regressions- und Residuenanalyse: Dieser Abschnitt präsentiert die Ergebnisse des Hypothesentests, diskutiert die Regressionskoeffizienten und führt eine diagnostische Überprüfung der Modellgüte (Residuenanalyse) durch.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothesen vorläufig und reflektiert die Limitationen sowie die Aussagekraft der Studie.
Schlüsselwörter
Ausländerfeindlichkeit, Politische Orientierung, Bildungsniveau, Allbus, OLS-Regression, Sozialstrukturelle Faktoren, Xenophobie, Rechts-Links-Schema, Kognitive Mobilisierung, Residuenanalyse, Empirische Sozialforschung, Migranten, Einstellungsmuster, Statistische Analyse, Hypothesentest
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen für ausländerfeindliche Einstellungen bei Individuen in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Einflusses von formalem Bildungsgrad und politischer Selbsteinstufung auf die Ausländerfeindlichkeit, kontrolliert durch Alter und Geschlecht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu überprüfen, ob bestimmte Bedingungen – insbesondere Bildung und politische Orientierung – entscheidende Faktoren für die Ausprägung ausländerfeindlicher Haltungen sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine empirisch-statistische Analyse unter Nutzung der Daten der Allbus-Umfrage 2006, wobei eine lineare OLS-Regression zur Hypothesenprüfung angewandt wird.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Zusammenhänge, eine detaillierte Operationalisierung der Variablen sowie die eigentliche statistische Datenanalyse und Residuenprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Ausländerfeindlichkeit, Bildungsniveau, Politische Orientierung, OLS-Regression, Allbus und statistische Residuenanalyse.
Warum spielt das Alter eine Rolle als Kontrollvariable?
Das Alter dient als Kontrollvariable für die politische Bildung, da es Einfluss auf die kognitive politische Mobilisierung und damit indirekt auf die Einstellungen ausüben kann.
Was ergab die Residuenanalyse für die Qualität des Modells?
Die Residuenanalyse bestätigte weitestgehend, dass die OLS-Regressionsschätzung angebracht ist, auch wenn die Erklärungskraft des Gesamtmodells als niedrig bis mittel eingestuft wird.
- Quote paper
- Michael Gauch (Author), 2013, Hintergrundvariablen ausländerfeindlicher Einstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274230