Die vorliegende Arbeit „Demokratielernen – Wie lässt sich der Klassenrat im Jg. 5 implementieren? Erstellung und Implementierung eines Schulentwicklungskonzepts“ beschreibt den Prozess der Entwicklung bis zur Implementierung eines Schulentwicklungskonzepts an einer hessischen Gesamtschule. Inhaltlich befasst sich das entwickelte Schulentwicklungskonzept mit dem „Demokratielernen“ in der Schule und dessen Umsetzung im Klassenrat, der für Schülerinnen und Schüler einen möglichen
partizipatorischen Ansatz darstellt, um Demokratiekompetenz und Wertevorstellungen zu erfahren, zu entwickeln und zu trainieren.
Was aber veranlasst den Autor, sich mit der Thematik „Demokratielernen“ auseinanderzusetzen, ein Konzept zu entwickeln und dieses anschließend an der Schule zu implementieren? Die folgenden Ausführungen dieser Einleitung beschreiben den Inhalt
und Aufbau dieser Masterarbeit, geben einen Überblick über die Problemstellung und skizzieren die vom Autor festgestellte Forschungslücke. Weiterhin werden durch den Autor Kernfragen aufgestellt, anhand derer Zielsetzungen fixiert werden, bevor eine
Eingrenzung des Themas vorgenommen, die methodische Vorgehensweise und die eingeschlagenen Arbeitsschritte erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Inhalt und Aufbau der Masterarbeit
1.2 Problemstellung und IST-Stand
1.3 Die Forschungslücke
1.4 Kernfragen, Zielsetzung und SOLL-Stand
1.5 Die Vorgehensweise
2. Konzepte und Verfahren der Schulentwicklung
2.1 Schulentwicklung: Ein Entwicklungsprozess
2.2 Das Drei-Wege-Modell der Schulentwicklung: Organisationsentwicklung, Personalentwicklung und Unterrichtsentwicklung
2.2.1 Organisationsentwicklung
2.2.2 Personalentwicklung
2.2.3 Unterrichtsentwicklung
2.2.4 Schulentwicklung im Systemzusammenhang
2.3 Gelingensbedingungen von Schulentwicklung
2.4 Misslingensbedingungen von Schulentwicklung
2.5 Umsetzungsstrategien der Schulentwicklung
2.6 Schulentwicklung zwischen Selbststeuerung und Kontrolle
3. Demokratielernen
3.1 „Demokratiepädagogik“, „Politische Bildung“ und „Demokratielernen“: Eine Einordnung
3.2 Demokratie als Lebens-, Gesellschafts- und Herrschaftsform
3.3 Demokratiekompetenz
3.4 Der Klassenrat: Ein partizipatorischer Ansatz
3.4.1 Was ist der Klassenrat?
3.4.2 Welche Rolle nehmen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte ein?
3.4.3 Wozu dient der Klassenrat?
3.4.4 Wie funktioniert der Klassenrat?
4. Das eigene Schulentwicklungskonzept
4.1 Der Strukturplan
4.2 Die Bausteine und deren Umsetzung in die Praxis
4.2.1 A: Vorüberlegungen der Innovatoren
4.2.2 A 2: Fachwissen „Klassenrat“ aneignen
4.2.3 B 1: Elemente des Innovationsmanagements
4.2.4 B 1.2: Qualitätsentwicklung
4.2.5 B 2: Elemente der Schulentwicklung
4.3 Die Rolle der Schulleitung
5. Darstellung der Ergebnisse
5.1 Ergebnisse des Schülerfragebogens
5.2 Ergebnisse des Lehrerfragebogens
5.3 Erreichung der Zielstellungen
6. Fazit
6.1 Ergebnisdiskussion
6.2 Widerstände
6.3 Beantwortung der Kernfragen
6.4 Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit hat zum Ziel, ein Schulentwicklungskonzept zur Implementierung des Klassenrats im 5. Jahrgang einer hessischen Gesamtschule zu erstellen und in die Praxis umzusetzen, um so Demokratielernen als festen Bestandteil der Schulkultur zu verankern.
- Entwicklung eines partizipatorischen Ansatzes für demokratisches Lernen
- Verknüpfung von Schulentwicklungsmaßnahmen mit dem Klassenrat
- Evaluation der Auswirkungen auf die Kompetenzentwicklung von Schülerinnen und Schülern
- Entlastung der Lehrkräfte durch effektivere Konfliktlösungen
- Fortschreibung des Schulprogramms im Bereich Demokratielernen
Auszug aus dem Buch
1.2 Problemstellung und IST-Stand
Die Schülerschaft des 5. Jahrgangs zeichnet sich durch große Heterogenität im Verhalten, der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit aus. Durch äußere Differenzierung, Schülerinnen und Schüler besuchen entweder den Zweig der Förderstufe oder die gymnasialen Eingangsklassen, wird dieser Heterogenität Rechnung getragen. Aus dieser „Zweiteilung“ der Schülerschaft entwickelt sich in vereinzelten Köpfen der Förderstufenschüler ein Minderwertigkeitsgefühl und bei einem Anteil der Schülerschaft der gymnasialen Eingangsklassen das Gefühl, eine Elite darzustellen. Vermehrt im Bereich der Förderstufe reagieren die Schülerinnen und Schüler gelegentlich mit Vandalismus, Gewalt, Absentismus an gemeinsam zu tragenden Entscheidungen und äußerst problematischer Fäkalsprache (Zunehmend ist zu beobachten, dass Schülerinnen und Schüler als „Juden“ beschimpft werden; Ein Zustand der in Deutschland nicht tragbar ist und wogegen die Schulgemeinde mit äußerster Entschiedenheit vorgeht).
Dies ist ein Faktum, der sich nach Manfred Spitzer negativ auf das Lernen auswirkt, weil positive Sozialkontakte eine wesentliche Voraussetzung bei gelingenden Lernprozessen einnehmen.
Massive Toleranzdefizite gegenüber „Schwächeren“ stellt die Lehrerschaft bei Teilen der selbst ernannten Elite fest. Ähnliche Schwierigkeiten formulierte Himmelmann, der eine zunehmende Disziplin-, Toleranzlosigkeit und Gewaltbereitschaft an deutschen Schulen feststellt. Insgesamt lässt sich diagnostizieren, dass der Umgang der Schülerinnen und Schüler zunehmend weniger von gegenseitigem Respekt und Empathie geprägt ist, demokratische Kompetenzen mangelhafter ausgeprägt sind, obwohl die 16. SCHELL-Studie herausarbeitete, dass das politische Interesse der 12- bis 14-Jährigen von 11% (2002) auf 21 % im Jahr 2010 gestiegen ist. Gleichzeitig empfinden sich jedoch 15 % der Jugendlichen sozial abgehängt und blicken daher ohne Zuversicht und Vertrauen in die eigene Familie in die Zukunft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Beweggründe für die Arbeit, definiert die Problemstellung sowie die Forschungslücke und legt die methodische Vorgehensweise fest.
2. Konzepte und Verfahren der Schulentwicklung: Erläutert das theoretische Fundament der Schulentwicklung unter besonderer Berücksichtigung des Drei-Wege-Modells von Rolff sowie Gelingens- und Misslingensbedingungen.
3. Demokratielernen: Ordnet die Begriffe Demokratiepädagogik und Demokratielernen theoretisch ein und stellt den Klassenrat als partizipatorischen Ansatz zur Demokratiebildung vor.
4. Das eigene Schulentwicklungskonzept: Detailliert den entwickelten Strukturplan und die praktische Umsetzung der einzelnen Bausteine, inklusive Innovationsmanagement und Rollenbildern.
5. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert und analysiert die aus Schüler- und Lehrerbefragungen gewonnenen empirischen Daten zur Implementierung des Konzepts.
6. Fazit: Reflektiert kritisch die erzielten Ergebnisse, diskutiert Widerstände im Kollegium, beantwortet die Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Schulentwicklung, Demokratielernen, Klassenrat, Demokratiekompetenz, Partizipation, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Unterrichtsentwicklung, Projektmanagement, Innovationsmanagement, Schulleitung, Demokratiepädagogik, Schülerbefragung, Lehrerbefragung, Schulprogramm.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung eines Schulentwicklungskonzepts, das den Klassenrat als Methode für Demokratielernen an einer hessischen Gesamtschule einführt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft Konzepte der Schulentwicklung (Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung) mit Ansätzen der Demokratiepädagogik und dem spezifischen Instrument des Klassenrats.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die erfolgreiche Implementierung eines praxistauglichen Klassenrat-Konzepts im 5. Jahrgang, um Demokratiekompetenzen der Schüler zu fördern und die Schulkultur nachhaltig zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und einer empirischen Erhebung mittels standardisierter Fragebögen bei Schülern und Lehrkräften.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Schulentwicklungsmodellen, eine Auseinandersetzung mit Demokratiebegriffen sowie die detaillierte Darstellung des eigenen, auf Projektmanagement-Methoden basierenden Schulentwicklungskonzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schulentwicklung, Klassenrat, Demokratiekompetenz, Partizipation und die Trias aus Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung.
Welche Rolle spielt die Schulleitung laut dem Autor?
Die Schulleitung fungiert als zentraler „Gatekeeper“ und Ermöglicher, der für Ressourcen sorgt und das Projekt in einem Rahmen stellvertretender Führung unterstützt, ohne den Prozess bottom-up zu ersticken.
Wie wurde mit Widerständen im Kollegium umgegangen?
Durch konstruktive Gesprächsführung mit Kritikern, Einbindung von deren Expertise und eine transparente Kommunikation der Vorteile wurde versucht, Ängste vor Mehrbelastung abzubauen.
Was sind die zentralen Ergebnisse der Befragung?
Die Befragungen zeigen eine mehrheitlich positive Einschätzung des Klassenrats hinsichtlich der Konfliktlösungskompetenz und der Verbesserung des Klassenklimas, trotz punktueller kritischer Stimmen im Kollegium.
- Quote paper
- Franz-Michael Becker (Author), 2013, „Demokratielernen. Wie lässt sich der Klassenrat im Jg. 5 implementieren? Erstellung und Implementierung eines Schulentwicklungskonzepts“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274277