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Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Geschichte einer unglücklichen Liebe

Título: Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Geschichte einer unglücklichen Liebe

Estudio Científico , 2014 , 29 Páginas

Autor:in: Hans-Georg Wendland (Autor)

Filología alemana - Historia de la literatura, Épocas
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Mit der Erzählung "Romeo und Julia auf dem Dorfe" nahm Gottfried Keller das traditionsreiche Motiv zweier junger Menschen auf, deren Liebe sich wegen der unüberwindbaren Feindschaft zwischen ihren Familien nicht verwirklichen kann und deren gemeinsamer Weg unwiderruflich auf ein tragisches Ende zuläuft. Dieses Grundmotiv wird in zwei miteinander verflochtenen und verwobenen Handlungssträngen entwickelt. Ausgangsbasis und Ursache dieses unaufhaltsamen Verfallsprozesses ist die Streitgeschichte der Väter, mit der sie sich selbstzerstörerisch auf abschüssiger Bahn ins materielle und moralische Elend und ins gesellschaftliche Abseits manövrieren und ihren Kindern die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft zerstören. Der zweite Handlungsstrang, die Liebesgeschichte der beiden Kinder, bildet die verhängnisvolle Fortsetzung dieser gestörten Familienbeziehung im Sinne einer sich fortzeugenden "Schuld", die sich auf die nachfolgende Generation überträgt und sie dazu führt, im Gegensatz zu dem einstmals erlebten Zustand kindlicher Unschuld ihrerseits "Schuld" auf sich zu laden und das erlittene Leid zu vergrößern. Dieses Geschehen spielt sich auf einem zeitgeschichtlichen Hintergrund ab, in dem das rigide Werte- und Normensystem der bäuerlichen Welt den Liebenden keine Möglichkeit lässt, ihr Zusammenleben in gesellschaftlich sanktionierte Bahnen zu lenken. Damit wird ihre gleichsam schicksalhaft vorbestimmte und zugleich unmögliche Liebe zu ihrem Verhängnis, dem sie nicht "entfliehen" können.
Der Autor war sich darüber im Klaren, dass er sich mit dem auf Shakespeares berühmtes Drama anspielenden Titel seiner Erzählung auf eine jener "Fabeln" eingelassen hatte, "auf welche die großen alten Werke gebaut sind" (Einleitung zur Erzählung, Seite 3). Er löste den Stoff jedoch aus dem feudalen Milieu zweier Veroneser Adelsgeschlechter bei dem von ihm sehr verehrten literarischen Vorgänger und verpflanzte ihn in eine fiktive ländliche Umgebung seiner schweizerischen Heimat mit völlig unterschiedlichen Lebensverhältnissen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitender Überblick

2. Zur Entstehungsgeschichte

3. Inhaltliche Zusammenfassung

4. Aufbau, Struktur und Perspektive

- Symmetrie der Teile

- Strukturschema eines Dramas

- Zeitraffendes und zeitdehnendes Erzählen

- Filmisches Erzählen: Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht

- Symbol der "untergehenden Gestirne"

- Wechsel der Erzählerhaltung

- Theatralisches Erzählen

5. Bilder, Symbole und Leitmotive

- Die Sternbilder

- Der verwilderte Acker

- Der Fluss

- Das Haus

- Farbsymbolik

6. Poetischer Realismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe" hinsichtlich ihrer erzählerischen Struktur, ihrer leitmotivischen Symbolik sowie der gesellschaftskritischen Dimensionen, die den tragischen Untergang der beiden Protagonisten Sali und Vrenchen in einem repressiven bäuerlichen Milieu bestimmen.

  • Die Analyse der Handlungsstränge: Väter-Feindschaft und Kinder-Liebesgeschichte.
  • Die Untersuchung der narrativen Struktur und filmischen Erzählweise.
  • Die Deutung der zentralen Symbole (Acker, Fluss, Haus, Sterne).
  • Die Einordnung der Novelle in den Kontext des poetischen Realismus.

Auszug aus dem Buch

Makel der Heimatlosigkeit

Der Titel der Erzählung scheint mit dem harmlos klingenden Zusatz "auf dem Dorfe" diesen gravierenden Sachverhalt zu unterlaufen. Er erweckt die Vorstellung eines idyllischen, naturnahen Lebens auf dem Lande nach dem Muster der zu Kellers Zeit beliebten Gattung der "Dorfgeschichte", wie man sie beispielsweise in der Familienzeitschrift "Die Gartenlaube" lesen konnte, und zwar in dem Sinne, dass das beschauliche Landleben in angenehmer Tönung dem unruhigen, wechselvollen und unangenehm getönten Stadtleben kontrastierend gegenüber gestellt wird. Die Stadt ist hier das nur eine halbe Stunde Fußmarsch entfernte Seldwyla, dessen Lebensverhältnisse durch das ausufernde Gewinnstreben und das Konkurrenzdenken seiner Bevölkerung geprägt wird. Aber die Vorstellung von der Harmonie und Beschaulichkeit des Landlebens wird mit Kellers Erzählung gründlich widerlegt. Wer nicht aufgrund von Geburt, Stand und Besitz ein Heimatrecht erworben hat, wer keinen Taufschein vorweisen kann und nicht ins Bürgerbuch seiner Gemeinde eingetragen ist, gilt - wie der "schwarze Geiger" und sein Gefolge - als heimatlos und als sozialer Schandfleck. Er wird als Paria angesehen, ist Verunglimpfungen und Verfolgungen ausgesetzt und hat jeden Anspruch auf soziale Eingliederung verloren. Damit wird er gezwungen, das Leben eines Ausgegrenzten und Geächteten zu führen, dem die Türen zur bäuerlichen Gemeinschaft für immer verschlossen bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitender Überblick: Eine Einführung in die Grundthematik von Kellers Novelle, welche das Motiv der verhängnisvollen Liebe zweier Kinder aufgrund der Feindschaft ihrer Väter beleuchtet.

2. Zur Entstehungsgeschichte: Darstellung der Inspiration durch einen Zeitungsbericht und Kellers Einordnung des Stoffs in ein universelles, archetypisches Grundmuster.

3. Inhaltliche Zusammenfassung: Strukturierung der Novelle in vier wesentliche Handlungsphasen, von der Kindheit auf dem Acker bis hin zum tragischen Freitod.

4. Aufbau, Struktur und Perspektive: Untersuchung der erzähltechnischen Mittel, wie Zeitraffung, filmische Perspektivwechsel und die dramatische Struktur der Handlung.

5. Bilder, Symbole und Leitmotive: Tiefgehende Analyse der zentralen Symbole wie der Sternbilder, des verwilderten Ackers und des Flusses als Ausdruck der Zerstörung.

6. Poetischer Realismus: Reflexion über Kellers literarische Strömung und die Verbindung zwischen beobachteter Realität und symbolischer Überhöhung.

Schlüsselwörter

Gottfried Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Poetischer Realismus, soziale Ausgrenzung, Liebestod, Sali und Vrenchen, schwarzer Geiger, Leitmotiv, Symbolik, Seldwyla, Pauperismus, erzählerische Struktur, bäuerliches Milieu, Identität, Heimatlosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in Gottfried Kellers Werk grundsätzlich?

Es geht um die tragische Liebesgeschichte zweier junger Menschen, deren Lebensentwurf an der unüberbrückbaren Feindschaft ihrer Eltern und an den starren sozialen Normen ihrer bäuerlichen Umwelt scheitert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Novelle?

Zu den zentralen Themen gehören soziale Ausgrenzung, die Zerstörungskraft von Habgier und familiärem Hass, der Verlust von Heimat sowie der Konflikt zwischen individueller Sehnsucht und gesellschaftlichem Zwang.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Keller durch erzählerische Mittel und symbolische Aufladung die soziale Bedingtheit des Schicksals seiner Protagonisten verdeutlicht und das Motiv des Liebestodes modern interpretiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Analyse folgt einer literaturwissenschaftlichen Interpretationsmethodik, die sich auf Textstellen, Motivanalysen und den Vergleich mit literarhistorischen Kontexten wie dem Realismus stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählstruktur, die Bedeutung der zentralen Leitmotive sowie eine detaillierte Untersuchung der filmischen und theatralischen Erzählweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Realitätsbezug", "Todessymbolik", "soziale Randgruppen" und "Erzählerironie", welche die komplexe Gestaltung des Textes verdeutlichen.

Welche Funktion hat der "schwarze Geiger" in der Geschichte?

Er fungiert sowohl als Verkörperung des sozialen Außenseiters als auch als Unheil verkündendes Symbol, dessen Doppelbödigkeit die Liebenden in ihren Bann zieht und ihr Schicksal besiegelt.

Warum ist das "Paradiesgärtlein" eine wichtige Szene?

Es ist die finale Station der Wanderschaft, in der Realität und Traum verschwimmen, und dient als parodistische Entlarvung einer Welt, in der die Liebe nur noch im Jenseits verwirklicht werden kann.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Geschichte einer unglücklichen Liebe
Universidad
University of Hannover  (Philosophische Fakultät)
Autor
Hans-Georg Wendland (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
29
No. de catálogo
V274300
ISBN (Ebook)
9783656665885
ISBN (Libro)
9783656665878
Idioma
Alemán
Etiqueta
gottfried kellers novelle romeo julia dorfe geschichte liebe
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Hans-Georg Wendland (Autor), 2014, Gottfried Kellers Novelle "Romeo und Julia auf dem Dorfe". Geschichte einer unglücklichen Liebe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274300
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