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Die Bukowina zur Habsburger Zeit

Título: Die Bukowina zur Habsburger Zeit

Trabajo Escrito , 2014 , 26 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Janka Vogel (Autor)

Ciencias Culturales - Europa del Este
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Die Bukowina sei „ein Museum - ohne gleichen - einer glorreichen rumänischen Vergangenheit", schwärmt Nandris, den der rumänische Historiker Octavian Lupu zitiert. Sein Text zur Bukowina erscheint zu einer Zeit, da diese längst (wieder) Teil rumänischer Geschichte geworden ist. Anfang des letzten Jahrzehnts der Ceauşescu-Diktatur, wo die Bestrebungen Rumäniens zu einer „nationalen Unabhängigkeit“ einem nie dagewesenen Höhepunkt zustreben, kommt Lupus kulturgeschichtliche Abhandlung zur Bukowina heraus. Sie atmet den antiwestlichen (besonders anti-österreichischen) Geist, der Anfang der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts politischer Mainstream in Rumänien geworden war. Dementsprechend negativ fällt die Einschätzung der österreichischen Annexion und der Habsburger Zeit für die Bukowina aus.

Wie aber lässt sich die Periode, in der die Bukowina - deutsch auch „Buchenland“ genannt - Teil des österreichischen Kronlandes war, beschreiben? Wie ist diese Phase zu bewerten? Zugang zu Wissen über die Zeit zwischen 1775 und 1918 ist nur vermittelt über einzelne Quellen und über Literatur möglich, der wiederum Quellen zugrunde liegen. Zu fragen ist dabei auch kritisch, welche Absichten und Motivationen hinter den Texten stecken mögen, welcher Nationalität der Autor angehört, aber auch zu welcher Zeit ein Text abgefasst wurde. Den „unverstellten Blick“, wie ihn Siegfried Zimmer in der Auslegung biblischer Texte sucht, gilt es auch im Folgenden zu suchen, wenn anhand teils kontroverser Aussagen, Zuspitzungen und Lücken eine Zeitspanne von knapp 150 Jahren rekonstruiert werden soll.

Die Bukowina, ein 10.442 km² großes Gebiet heute zwischen der Ukraine und Rumänien, liegt nicht nur an der Schnittstelle von Ost- und Südosteuropa oder derjenigen zwischen „katholischem Abendland“ und „orthodoxen Morgenland“, sondern ist auch ein Gebiet an der Peripherie Europas, eine „strukturschwache Region“, wie Wahba schreibt. Im öffentlichen Diskurs spielt sie eine geringe Rolle; die Informationen über sie beschränken sich meist auf das Thema der von dort nach Deutschland kommenden Arbeitsmigrantinnen und die Tatsache, dass es dort einmal eine deutsche Minderheit gab. Andernorts spielt die Bukowina in historiographischen Artikeln und Aufsätzen im Zusammenhang mit den Weltkriegen und ihren Folgen (Vertreibungen, Holocaust) eine Rolle. Eine Ausnahme bildet an dieser Stelle die Bukowinaforschung, die sich auf der Schittstelle von Geografie und Geschichtswissenschaft bewegt [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Bukowina bis 1775

2.1 Wüst und leer oder blühende Obstgärten?

2.2 Kurze Begriffsgeschichte

2.3 Vorgeschichte der „Bukowina“

3. Die Habsburger Zeit 1775-1918

3.1 Die Annexion

3.2 Konsolidierung und Modernisierung

3.3 Die Bukowina als Teil Galiziens

3.4 Kirche, Kultur und Bildung

3.5 Herzogtum Bukowina

3.6 Das Schicksal der Bauern

3.7 Die jüdische Bevölkerung

3.8 Der Erste Weltkrieg

3.9 Der Anschluss an Rumänien

4. Die Bukowina nach 1918

4.1 Rivalitäten von Sowjetunion und Rumänien

4.2 Bukowinaforschung heute

5. Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Bukowina während der Ära der Habsburger Herrschaft (1775–1918) unter kritischer Berücksichtigung divergierender Quellen und historiographischer Perspektiven, um das österreichische Erbe in der Region einzuordnen.

  • Analyse der politischen, kulturellen und demographischen Transformation zwischen 1775 und 1918.
  • Kontrastive Betrachtung von Quellen, um die österreichische Annexion und Verwaltung zu bewerten.
  • Untersuchung der sozialen Lage der bäuerlichen Bevölkerung und der ethnischen Vielfalt (insbes. jüdische Bevölkerung).
  • Darstellung des Wandels der Region während des Ersten Weltkriegs und der geopolitischen Folgen.
  • Reflexion über die moderne Bukowinaforschung und die Konstruktion regionaler Identität.

Auszug aus dem Buch

Die Annexion

Zu Beginn der Geschichte der habsburgischen Bukowina steht eine Annexion, die in einschlägigen Quellen und der Literatur sehr unterschiedlich begründet und bewertet wird. Die Bukowina sei der „Preis Österreichs für sein Stillhalten“ gewesen, sagt Kreuter. Sie habe kompensatorischen Charakter für die Habsburger besessen. Helmedach und Roth sehen in der Abtretung der Bukowina durch das Osmanische Reich an die Österreicher eher eine „Belohnung für kaiserliche Vermittlerdienste“ im russisch-türkischen Krieg. Der bereits zitierte Kreuter gibt außerdem an, Österreich habe sich gegenüber der Hohen Pforte auf einen alten polnischen Rechtsanspruch berufen, der mit Galizien verknüpft gewesen sei. Demnach hätte Österreich das bukowinische Gebiet legal zugestanden. Damit sei jedoch ein „faktischer Raub“ kaschiert worden. In eine ähnliche Richtung geht die Darstellung von Lupu. Demnach hätten die Habsburger den osmanischen Herrschern eine historische Karte vorgelegt, wonach die Moldau zu Südgalizien (Pokutien) gehört habe. Auf diese Weise seien die Türken von Österreich bestochen worden.

Interessant war die Bukowina für Österreich einerseits aus strategischen, andererseits aus geografischen Gründen: 1699 war Siebenbürgen im Südwesten des bukowinischen Gebietes im Frieden von Karlowitz der (ungarischen) Habsburger Herrschaft unterstellt worden; Galizien im Nordwesten der bukowinischen Region war 1772 im Gefolge der ersten Teilung Polens österreichisch geworden. Das Territorium der Bukowina lag zwischen diesen beiden Habsburger Einflusssphären; eine Annexion bedeutete für Österreich das Schließen einer geografischen Lücke. Gleichzeitig war damit eine Zurückweisung russischer Machtaspirationen gelungen. Kreuter gibt diesbezüglich an, dass Österreich im Falle einer Souveränität der Bukowina befürchtet habe, diese könnte zu einem prorussischen Satellitenstaat werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Rezeption der Bukowina in verschiedenen historiographischen Kontexten und skizziert das methodische Vorgehen zur Rekonstruktion der Habsburger Ära.

2. Die Bukowina bis 1775: Dieses Kapitel kontrastiert zwei entgegengesetzte Sichtweisen auf den Zustand des Landes vor der Annexion und erörtert die Etymologie sowie die historische Einbettung der Region.

3. Die Habsburger Zeit 1775-1918: Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen unter habsburgischer Verwaltung, inklusive Bildungs- und Kirchenpolitik sowie der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs.

4. Die Bukowina nach 1918: Hier wird der Anschluss an Rumänien sowie die spätere Teilung und sowjetische Einflussnahme betrachtet, gefolgt von einem Blick auf die heutige Forschung.

5. Bewertung: Das abschließende Kapitel würdigt das architektonische und kulturelle Erbe der Habsburger Zeit und hinterfragt die Möglichkeiten einer historischen Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Bukowina, Habsburger Herrschaft, Annexion, Czernowitz, Moldau, Kulturlandschaft, Vielvölkerstaat, Rumänen, ethnische Vielfalt, österreichische Monarchie, Modernisierung, Erste Weltkrieg, jüdische Bevölkerung, Bukowinaforschung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Bukowina während der Zugehörigkeit zum Habsburgerreich zwischen 1775 und 1918.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die politische Annexion, Verwaltungsstrukturen, Modernisierungsprozesse, das Bildungswesen sowie die demographische und soziale Situation verschiedener Ethnien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, anhand einer kritischen Quellenanalyse die Habsburger Zeit in der Bukowina objektiv zu bewerten und die Bedeutung des österreichischen Erbes für die Region aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive Quellen- und Literaturanalyse angewandt, um unterschiedliche historiographische Perspektiven, etwa rumänische versus österreichische Sichtweisen, gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Annexion, die Modernisierung von Infrastruktur und Wirtschaft, die Rolle der Kirche und Bildung, das Schicksal der Bauern sowie die spezielle Situation der jüdischen Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bukowina, Habsburger Ära, Vielvölkerstaat, Annexion, Kulturlandschaft, Regionalidentität und historische Quellenkritik.

Warum wird die Rolle der Moldauklöster hervorgehoben?

Sie werden als wesentliches kulturelles Erbe genannt, das bereits weit vor der österreichischen Annexion existierte und die kulturelle Prägung der Region maßgeblich mitbestimmte.

Welche Bedeutung wird dem Begriff "Homo bucoviniensis" zugeschrieben?

Der Begriff beschreibt eine durch die spezifischen Bedingungen der Habsburger Herrschaft und das Aufeinandertreffen verschiedener Ethnien geprägte, eigene Identitätsform in der Region.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bukowina zur Habsburger Zeit
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Romanistik)
Curso
Die rumänische Sprache und Kultur außerhalb Rumäniens
Calificación
1,3
Autor
Janka Vogel (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
26
No. de catálogo
V274335
ISBN (Ebook)
9783656668589
ISBN (Libro)
9783656668541
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bukowina Habsburg Südosteuropa Ukraine Rumänien Czernowitz Suczawa Österreich Ungarn Geschichte Geografie Kultur Sprache Galizien Juden Erster Weltkrieg Sowjetunion Bukowinaforschung 1775 1918
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Janka Vogel (Autor), 2014, Die Bukowina zur Habsburger Zeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274335
Leer eBook
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