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Die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder in Kindertagesstättengruppen

Im Kontext der Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten

Title: Die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder in Kindertagesstättengruppen

Term Paper , 2013 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Siebert (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Seit August 2010 besteht für Kinder ab dem vollendeten 2. Lebensjahr, in Rheinland-Pfalz, ein Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz. Besonders Frauen und Alleinerziehende haben dadurch die Möglichkeit, ihre Berufstätigkeit wieder früher aufzunehmen. In den letzten Jahren hat der Wandel, bezüglich der Altersstruktur, die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstätte verändert. Teilweise wurden die Gruppenstrukturen verändert, so dass die Zweijährigen in einer normalen Regelgruppe aufgenommen werden konnten. Dadurch wird leicht der Eindruck erweckt, dass die Kinder „verwahrt“ anstatt betreut und in ihrem Lernen begleitet werden. Wirkt es sich da noch positiv aus, dass bereits die Zweijährigen eine außerfamiliäre Institution besuchen können, welche familienergänzend- und unterstützend tätig ist? Sie haben die Möglichkeit früher in Kontakt mit anderen und gleichaltrigen Kindern zu treten, wodurch die Entwicklung ihrer Sozialkompetenz beeinflusst wird. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Entwicklung positiv oder negativ beeinflusst wird? Und was bedeutet diese veränderte Rechtslage für die Kinder dieser Altersgruppe? Hat diese Struktur auch Auswirkungen auf die pädagogischen Fachkräfte? Die Praxis zeigt, dass die normale Gruppenstruktur häufig bestehen bleibt und somit die pädagogische Fachkraft-Kind-Relation nicht übereinstimmt. Es ist kaum möglich auf die individuellen Bedürfnisse der „Kleinsten“ ausreichend einzugehen und den nötigen empathischen Umgang zu gewährleisten. Zudem ist in vielen Kindertagesstätten das Raumprogramm nicht auf Kinder dieser Altersgruppe abgestimmt. Aus dem geschilderten Praxisproblem resultiert die Frage, wie die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder durch die Gruppengröße beeinflusst wird?
Im Rahmen dieser Hausarbeit wird zu Beginn die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder näher betrachtet. In diesem Kontext wird ein Einblick u. a. in die entwicklungspsychologischen Grundlagen sowie die Grundbedürfnisse zur Entwicklung gegeben. Ein weiteres Kapitel beschreibt die Haltung der pädagogischen Fachkraft gegenüber den Kindern. Darüber hinaus erscheint es wichtig, die Rahmenbedingungen und Richtlinien für Kindertagesstätten zu beleuchten. Welche Empfehlungen gibt es in Bezug auf die Gruppengröße und das Personal. Anschließend werden die Auswirkungen der Umgebung, wie z. B. die Gestaltung der Gruppenräume, auf die soziale Entwicklung beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Entwicklung

2.1 Entwicklungspsychologische Grundlagen

2.2 Grundbedürfnisse zur Entwicklung

2.3 Grundlagen der Bindungstheorie

2.4 Eingewöhnung in der Kindertagesstätte

2.5 Die Fachkraft-Kind-Beziehung

3. Die Haltung der pädagogischen Fachkraft

4. Rahmenbedingungen und Richtlinien für Kindertagesstätten

4.1. Die Gruppengröße

4.2 Die Gruppenstruktur / Raumkonzept

4.3 Das Personal

4.4 Bildungs- und Erziehungsempfehlungen

4.4.1 Leben und lernen in der Gruppe

4.4.2 Kinder im Krippenalter

5. Auswirkungen der Umgebung auf die soziale Entwicklung

5.1 Gruppenraum gleich Bildungsraum

5.2 Gestaltung der Gruppenräume

5.3 Spielverhalten

6. Schlussbetrachtung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten, insbesondere der Gruppengröße und Raumgestaltung, auf die soziale Entwicklung von zweijährigen Kindern. Dabei wird analysiert, inwiefern eine qualitativ hochwertige Betreuung trotz gestiegener Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte gewährleistet werden kann.

  • Soziale Entwicklung und Bindungstheorie bei Kleinkindern
  • Bedeutung der pädagogischen Fachkraft-Kind-Beziehung
  • Anforderungen an Rahmenbedingungen (Gruppengröße, Personal, Raumkonzept)
  • Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für unter Dreijährige
  • Auswirkungen der Umgebung auf das kindliche Spielverhalten

Auszug aus dem Buch

2.3 Grundlagen der Bindungstheorie

Der britische Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby entwickelte in den 1950er Jahren die Bindungstheorie. Damit setzte er das biologisch angelegte Bindungssystem gegen die von Sigmund Freud entwickelte Triebtheorie. Bowlby beschreibt, dass bereits Neugeborene von Geburt an ein Bedürfnis nach Nähe, Zuwendung und Schutz einer ihnen vertrauten Person besitzen. Sie sind in der Lage, gleich nach der Geburt, Bindungsverhaltensweisen zu entwickeln. Das Bindungsverhalten wird in unterschiedlichen Situationen deutlich. Kinder suchen ihre Bindungs- oder Bezugsperson, sie rufen sie, weinen nach ihr oder halten sie fest. Im Gegenzug können Kinder auch mit Wut, Verzweiflung, Trauer oder emotionalem Rückzug reagieren, wenn sie verlassen werden. Wichtig ist es, dass Kinder sich von ihrer Bindungsperson beschützt fühlen und sie somit emotionale und reale Sicherheit erfahren. Erst wenn Kinder durch die Eltern ein sicheres emotionales Fundament kennen gelernt haben, können sie ein Explorationsverhalten entwickeln. Kinder im zweiten Lebensjahr haben ein großes Bedürfnis sich ihre Umwelt anzueignen, sie zu entdecken. Dabei greift das Bindungsverhalten, denn Kinder suchen durch Blicke oder Körperkontakt mit der Bindungsperson eine Bestätigung für das was sie tun. Eltern obliegt die Aufgabe, die Kinder zu ermutigen und zu unterstützen. Ebenfalls sind Kinder in diesem Alter in der Lage dazu, die Gefühlslage anderer Menschen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren, z. B. durch Trost spenden oder anderen gegenüber hilfsbereit sein. Mit zunehmendem Alter entfernen sich die Kinder immer weiter von dem zuverlässigen Fundament, welches die Eltern ihnen bieten. Ein solches kann nur dann entstehen, wenn die Bindungspersonen das Bindungsverhalten der Kinder intuitiv erkennen, „[…] respektieren und als angeborenes Merkmal akzeptieren.“(Bowlby 2010, S.10) Bowlby sagt, dass Kinder nur zu wenigen Menschen dauerhafte Bindungen aufbauen, wogegen das Bindungsverhalten der Kinder auf mehrere Personen ausgerichtet sein kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Zweijährige und die resultierenden Auswirkungen auf Gruppenstrukturen und Fachkräfte.

2. Soziale Entwicklung: Analyse der psychologischen Grundlagen, Bindungstheorien und der essenziellen Bedeutung der Eingewöhnungsphase für die Fachkraft-Kind-Beziehung.

3. Die Haltung der pädagogischen Fachkraft: Darstellung der notwendigen ressourcenorientierten und empathischen Einstellung gegenüber dem Kind als eigenständige Persönlichkeit.

4. Rahmenbedingungen und Richtlinien für Kindertagesstätten: Übersicht über gesetzliche Standards bezüglich Gruppengröße, Personalschlüssel und räumlicher Ausstattung.

5. Auswirkungen der Umgebung auf die soziale Entwicklung: Untersuchung des Gruppenraums als Bildungsraum und dessen Einfluss auf das individuelle Spielverhalten und die soziale Interaktion.

6. Schlussbetrachtung: Zusammenführende Reflexion der theoretischen Aspekte in Bezug auf die pädagogische Praxis und die Notwendigkeit flexiblerer Strukturen.

7. Fazit: Abschließende Bewertung, die den Bedarf an kleineren Gruppen und besserer Personalausstattung betont, um die soziale Entwicklung der Kinder positiv zu fördern.

Schlüsselwörter

Soziale Entwicklung, Kindertagesstätte, Bindungstheorie, Gruppengröße, Pädagogische Fachkraft, Eingewöhnung, Raumgestaltung, Kleinkindalter, Bildungsraum, Personalschlüssel, Spielverhalten, Frühkindliche Bildung, Erziehungsempfehlungen, Exploration, Soziale Kompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Entwicklung von zweijährigen Kindern in Kindertagesstätten unter besonderer Berücksichtigung der bestehenden Rahmenbedingungen wie Gruppengröße und Raumgestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit beleuchtet die Bindungstheorie, die Rolle der pädagogischen Fachkraft, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung der Umgebung für das kindliche Spielverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder durch die Gruppengröße und das Betreuungsumfeld in Kindertagesstätten beeinflusst wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch die Literaturanalyse von entwicklungspsychologischen Grundlagen und aktuellen Richtlinien zur Kindertagesbetreuung sowie deren Verknüpfung mit der pädagogischen Praxis fundiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale Entwicklung, Bindungsaspekte, die Haltung der Fachkräfte, rechtliche Rahmenbedingungen wie Gruppengröße und Personal sowie die Gestaltung von Lernumgebungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Entwicklung, Bindungstheorie, Gruppengröße, Eingewöhnung, pädagogische Fachkraft und frühkindliche Bildung.

Warum ist die Eingewöhnungsphase so kritisch für Zweijährige?

Die Eingewöhnung ist die Grundlage für eine sichere Bindung zur pädagogischen Fachkraft, die als Basis für die weitere psychische Gesundheit und soziale Integration des Kindes dient.

Welche Auswirkung hat die Gruppengröße auf die Betreuungsqualität?

Zu große Gruppen erschweren es den Fachkräften, individuell auf die Bedürfnisse der unter Dreijährigen einzugehen, was die Qualität der Beziehungsarbeit und damit die soziale Förderung beeinträchtigen kann.

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Details

Title
Die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder in Kindertagesstättengruppen
Subtitle
Im Kontext der Rahmenbedingungen in Kindertagesstätten
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
1,0
Author
Daniela Siebert (Author)
Publication Year
2013
Pages
28
Catalog Number
V274344
ISBN (eBook)
9783656698944
ISBN (Book)
9783656699705
Language
German
Tags
entwicklung kinder kindertagesstättengruppen kontext kindertagesstätten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Siebert (Author), 2013, Die soziale Entwicklung zweijähriger Kinder in Kindertagesstättengruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274344
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