Diese Bachelorarbeit untersucht die beiden in der Postmoderne geschriebenen Romane "Der Alchimist" und "Brida" von Paulo Coelho. Es wird analysiert, ob sie auch in der Romantik ihren Platz finden. Dafür werden zunächst die Merkmale der deutschen Romantik dargestellt und die Texte daraufhin untersucht. Abschließend wird kurz auf Coelhos Erfolg eingegangen und dies in Verbindung zu seinen Romanen und dem aktuellen Zustand unserer Gesellschaft gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Romantik und ihre Merkmale
2.1 Romantische Gefühle
2.2 Philosophie
2.2.1 Fichtes Ich-Bewusstsein
2.2.2 Schlegels Progressive Universalpoesie
2.2.3 Romantische Ironie
2.3 Religion
2.4 Natur
2.5 Romantische Charaktere
2.6 Sprachkonzepte
2.7 Nachtseiten
3 Der Alchimist
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Erzählstruktur
3.3 Romantische Gefühle
3.4 Natur
3.5 Religion
3.6 Das Phantastische
3.7 Empirisches und Transzendentales Ich
4 Brida
4.1 Inhaltsangabe
4.2 Erzählstruktur
4.3 Romantische Gefühle
4.4 Das Phantastische
4.5 Natur
4.6 Religion
4.7 Empirisches und Transzendentales Ich
4.8 Nachtseiten
5 Coelho – der Weltbestsellerautor
5.1 Coelho als Persönlichkeit
5.2 Romantik in der Postmodernen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Kennzeichen der deutschen und europäischen Epoche der Romantik auf die Romane „Der Alchimist“ und „Brida“ von Paulo Coelho anwendbar sind und ob diese als Werke romantischer Natur eingestuft werden können.
- Grundlagen der Romantik und ihre zentralen Merkmale
- Analyse inhaltlicher Aspekte der Romane im Kontext romantischer Tradition
- Die Rolle der Weltbestsellerautorschaft von Paulo Coelho
- Intertextualität und das Konzept der Universalpoesie
- Verbindung von Empirie und Transzendenz in der modernen Literatur
Auszug aus dem Buch
3.3 Romantische Gefühle
Zu Beginn des Romans scheint die Sehnsucht, einer der romantischen Gefühlen, kein großes Thema in dieser Erzählung zu sein, obgleich sie das zentrale Thema ist. Zwar verlangt es Santiago nach seinem Schatz, doch scheint dies nur deshalb so zu sein, weil die Zeichen dorthin führen. Er nimmt viele Hürden und Beschwerden auf sich, um ihn endgültig zu erreichen. Dass sich aber sein Herz nach diesem Schatz verzehrt und er ohne diesen nicht mehr leben könne, ist nicht der Fall. Zumindest wird dies nicht explizit erwähnt. Vielmehr scheint es, als würde Angst vor der verzehrenden Sehnsucht, die in ihm aufflammt, wenn er sich die Suche versagt, dazu treiben bzw. sogar nötigen (vgl. Coelho 1996, S. 126 ff.). Er erweckt den Anschein, dass er sich davor fürchtet, was aus ihm werden könnte, wenn er seinen Traum nicht verfolgen würde. Als Beispiele dafür dienen ihm u.a. sein eigener Vater, der Obstverkäufer in Spanien (vgl. ebd. S. 29-30) und vor allem der Kristallwarenhändler, der nie seine Reise nach Mekka angetreten hat. Sie alle sind den Zeichen und somit ihrem Lebensweg nicht gefolgt und ihr Leben scheint nicht vollständig zu sein bzw. sie sehnen sich nach der Erfüllung ihres Traumes. Der Vater möchte seinen Sohn zunächst dazu bewegen, seinen Traum, ein Schafhirte in Spanien zu werden, aufzugeben, doch hilft er seinem Sohn schließlich, da er sich erinnert, dass er seinen Traum nicht verwirklicht hat (vgl. ebd., S. 16). Daraus lässt sich schließen, dass er seinem Sohn, diese Chance geben möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Begriffsdeutung der Romantik ein und skizziert die Fragestellung, inwiefern die Werke Coelhos als romantische Literatur betrachtet werden können.
2 Romantik und ihre Merkmale: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Epoche definiert, einschließlich philosophischer Ansätze wie Schlegels Universalpoesie und Fichtes Ich-Bewusstsein sowie zentraler Motive wie Natur, Religion und Nachtseiten.
3 Der Alchimist: Das Kapitel analysiert Santiago als Protagonisten und prüft die Präsenz romantischer Kernthemen wie Sehnsucht, Religion und transzendentales Streben in diesem spezifischen Werk.
4 Brida: Hier erfolgt eine Untersuchung des Romans „Brida“ unter besonderer Berücksichtigung magischer Rituale, der Mondtradition und der Verbindung zwischen Empirie und Transzendenz.
5 Coelho – der Weltbestsellerautor: Dieses Kapitel beleuchtet Coelhos öffentliche Wahrnehmung als Autor sowie die Relevanz romantischer Motive innerhalb einer pluralistischen, postmodernen Gesellschaft.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass beide Werke trotz ihrer Unterschiede wesentliche romantische Züge tragen und eine Verbindung zur Universalpoesie aufweisen.
Schlüsselwörter
Romantik, Paulo Coelho, Der Alchimist, Brida, Universalpoesie, Sehnsucht, Transzendenz, Weltseele, Magie, Postmoderne, Schlegel, Fichte, Religion, Natur, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung, inwieweit die Werke „Der Alchimist“ und „Brida“ des brasilianischen Autors Paulo Coelho Merkmale der deutschen und europäischen Epoche der Romantik aufweisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die romantische Sehnsucht, das Konzept der Universalpoesie, das Verhältnis von Empirie und Transzendenz sowie die Rolle von Religion, Natur und dem Phantastischen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit soll klären, ob die untersuchten Romane von Coelho trotz ihrer Herkunft aus einem anderen kulturellen Kontext als romantische Literatur im Sinne der europäischen Epoche klassifiziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Gegenüberstellung von romantischen Merkmalen (nach Fichte, Schlegel u.a.) und den inhaltlichen Aspekten der Romane basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Romantik und deren Merkmale sowie eine detaillierte textanalytische Untersuchung von „Der Alchimist“ und „Brida“ hinsichtlich der genannten Merkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Romantik, Universalpoesie, Transzendenz, Weltseele, Magie sowie die konkreten Titel und der Autor Paulo Coelho.
Inwiefern spielt der „Dunkle Nacht“-Aspekt in „Brida“ eine Rolle?
In „Brida“ symbolisiert die „Dunkle Nacht“ die notwendige Konfrontation mit dem Unbekannten und den eigenen Ängsten, um sich spirituell weiterzuentwickeln und ein tieferes Verständnis des Universums zu erlangen.
Welche Rolle spielt die „Weltenseele“ in den untersuchten Werken?
Die Weltenseele fungiert als verbindendes Element, in dem sich alle Fäden des Schicksals, Gedanken und Träume vereinen; sie repräsentiert das allumfassende Ganze, analog zu Schlegels Konzept der Universalpoesie.
- Citar trabajo
- Sara Weege (Autor), 2012, Romantik in der Postmoderne. Eine Untersuchung zu den Romanen „Der Alchimist“ und „Brida“ von Paulo Coelho, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274361