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In Verantwortung geeint? Besondere moralische Pflichten innerhalb der Europäischen Union

Eine Betrachtung aus partikularistischer Sicht

Titre: In Verantwortung geeint? Besondere moralische Pflichten innerhalb der Europäischen Union

Dossier / Travail , 2013 , 25 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Herbst (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Bei bestimmten Problemen besteht zwischen Bürgerinnen eines Staates normalerweise Einigkeit darüber, dass es moralisch geboten ist, sich gegenseitig zu unterstützen. Im Hinblick auf die Zukunft der EU stellt sich ganz allgemein die Frage, wie sich moralische Pflichten im Staat und jene innerhalb der EU zueinander verhalten. Daran anknüpfend wird in dieser Arbeit untersucht, inwiefern sich innerhalb der EU trotz der fortgeschrittenen Integration weiterhin besondere moralische Pflichten gegenüber Landsleuten begründen lassen, die sich von denen gegenüber allen EU-Bürgerinnen unterscheiden.

Hier wird sich von der Tradition gelöst, der zufolge besondere Pflichten vor allem gegenüber der eigenen Familie und Landsleuten bestehen. Um die Fragestellung zu untersuchen, geht diese Arbeit wie folgt vor: Als theoretische Grundlage werden zwei zentrale Texte von Thomas Nagel und David Miller herangezogen (Broszies und Hahn 2010). Dass, wie diese jeweils begründen, die entsprechenden Kriterien für besondere Pflichten innerhalb von Nationalstaaten erfüllt sind, wird in dieser Arbeit nicht hinterfragt. Vielmehr wird untersucht, ob nicht dieselben Pflichten auch gegenüber allen EU-Bürgerinnen gelten, so dass kein Unterschied besteht. Dazu wird zunächst dargelegt, wie ganz allgemein besondere Pflichten gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen hergeleitet werden. Anschließend wird überprüft, ob diese Kriterien für Beziehungen zwischen EU-Bürgerinnern erfüllt sind und sich so überhaupt besondere Pflichten ihnen gegenüber ableiten lassen und falls ja, ob diese mit denen gegenüber Landsleuten identisch sind. Ist dies der Fall, wäre es auf dieser theoretischen Basis moralisch nicht mehr begründbar, im Hinblick auf besondere moralische Pflichten einen Unterschied zwischen Landsleuten und EU-Bürgerinnen zu machen.
Dabei zeigt sich, dass sich auf Grundlage von Nagels Überlegungen auch bei fortgeschrittener Integration innerhalb der EU gegenüber Landsleuten besondere moralische Pflich- ten rechtfertigen lassen. Auf Basis von Millers Gedanken ist aber der entgegengesetzte Schluss möglich. Ein anschließender Vergleich liefert eine mögliche Erklärung für diese unterschiedlichen Resultate. Abschließend werden beide Ansätze auf Grundlage der Anwendung in dieser Arbeit bewertet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die theoretische Herleitung besonderer moralischer Pflichten gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen

2.1 Die Kriterien zur Begründung besonderer moralischer Pflichten nach David Miller

2.2 Kriterien zur Begründung besonderer moralischer Pflichten nach Thomas Nagel

3 Methodik und argumentative Vorgehensweise

4 Analyse der Beziehungen zwischen Bürgerinnen der Europäischen Union im Hinblick auf besondere moralische Pflichten

4.1 Anwendung der Kriterien zur Begründung besonderer moralischer Pflichten nach David Miller auf Beziehungen innerhalb der Europäischen Union

4.1.1 Der intrinsische Wert der Beziehungen

4.1.2 Moralische Pflichten als integraler Bestandteil der Beziehungen

4.1.3 Ungerechtigkeit nicht als elementare Basis der Beziehungen

4.1.4 Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf die Fragestellung

4.2 Anwendung der Kriterien zur Begründung besonderer moralischer Pflichten nach David Miller auf Beziehungen innerhalb der Europäischen Union

4.2.1 Die Bedingung eines gemeinsamen Souveräns

4.2.2 Die Bedingung geteilter Institutionen

4.2.3 Die Bedingung des „doppelten Zwangs“

4.2.4 Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf die Fragestellung

4.3 Vergleich der Ergebnisse der Untersuchung und Bewertung der beiden Argumentationen von Miller und Nagel

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer partikularistischen Perspektive, inwiefern innerhalb der Europäischen Union trotz fortgeschrittener Integration weiterhin besondere moralische Pflichten gegenüber Landsleuten bestehen, die sich von denen gegenüber anderen EU-Bürgerinnen unterscheiden.

  • Analyse der Gerechtigkeitstheorien von David Miller und Thomas Nagel
  • Anwendung theoretischer Kriterien auf die supranationale Struktur der EU
  • Untersuchung der moralischen Relevanz von EU-Bürgerschaft und Solidarität
  • Vergleich der staatszentrierten Argumentation mit der funktionalen Integration
  • Bewertung von Souveränität, Institutionen und politischer Partizipation

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Der intrinsische Wert der Beziehungen

Zuerst geht es demnach nun darum zu untersuchen, ob Beziehungen zwischen EU-Bürgerinnen intrinsisch wertvoll sind. In Nationen ist dies laut Miller der Fall, da sonst die „Vorteile, die die nationale Solidarität mit sich bringt“ (Miller 2010: 152) nicht möglich wären. Offen bleibt hierbei jedoch, um welche Art von Vorteilen es sich handelt. Da dies nicht genauer spezifiziert wird, können die Vorteile, die die EU mit sich bringt, ebenfalls als Beleg für die Gültigkeit des Kriteriums für Beziehungen zwischen EU-Bürgerinnen angesehen werden.

Zu diesen Vorteilen können etwa die Möglichkeiten, die die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes schaffen, das Bezahlen mit einer gemeinsamen Währung, die positiven Folgen einer gemeinsame Agrarpolitik oder das gemeinsame Studierendenaustauschprogramm ERASMUS gezählt werden (European Commission 2013: 4). Sie alle fußen auf einer „europäischen Solidarität“ als elementare Grundlage. Diese wird an der Zurverfügungstellung von Studienplätzen heimischer Universitäten für EU-Bürgerinnen, an der Unterstützung gemeinsamer Währungsrettungsschirme, an der gemeinsamen Finanzierung von Agrarsubventionen und an dem Verzicht auf Einreisekontrollen deutlich, die alle ein gewisses Maß an Solidarität voraussetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Untersuchung durch aktuelle politische Herausforderungen wie die Jugendarbeitslosigkeit und leitet die Forschungsfrage nach den moralischen Pflichten innerhalb der EU ab.

2 Die theoretische Herleitung besonderer moralischer Pflichten gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen: In diesem Kapitel werden die Gerechtigkeitstheorien von David Miller und Thomas Nagel als theoretisches Fundament für die Arbeit detailliert dargestellt.

3 Methodik und argumentative Vorgehensweise: Die methodische Vorgehensweise zur Anwendung der theoretischen Kriterien auf die europäische Integration wird erläutert und begründet.

4 Analyse der Beziehungen zwischen Bürgerinnen der Europäischen Union im Hinblick auf besondere moralische Pflichten: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit, in dem die Kriterien von Miller und Nagel kritisch auf die Strukturen der EU angewendet werden.

5 Schluss: Die Arbeit fasst ihre Ergebnisse zusammen und reflektiert über die theoretischen Implikationen sowie die politische Relevanz der Untersuchung für die aktuelle Eurokrise.

Schlüsselwörter

Internationale Gerechtigkeit, Partikularismus, Europäische Union, David Miller, Thomas Nagel, moralische Pflichten, soziale Gerechtigkeit, politische Integration, Supranationalität, Souveränität, Institutionen, Solidarität, EU-Bürgerschaft, Eurokrise, politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Frage, ob die europäische Integration so weit fortgeschritten ist, dass traditionelle moralische Pflichten gegenüber dem eigenen Nationalstaat auch auf andere EU-Bürgerinnen ausgedehnt werden müssen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder sind die politische Philosophie der Gerechtigkeit, das Konzept der nationalen versus europäischen Solidarität sowie die Analyse supranationaler Integrationsprojekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, ob innerhalb der EU aus partikularistischer Sicht weiterhin stärkere moralische Pflichten gegenüber Landsleuten bestehen oder ob diese moralische Differenzierung hinfällig geworden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deduktive Analyse verwendet, bei der die Kriterien von David Miller und Thomas Nagel zur Begründung besonderer Pflichten auf die faktischen Gegebenheiten und rechtlichen Strukturen der EU angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, inwieweit die EU Kriterien wie Souveränität, geteilte Institutionen und den sogenannten „doppelten Zwang“ erfüllt, um zu bestimmen, ob sie als moralische Gemeinschaft analog zum Nationalstaat fungieren kann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Partikularismus, moralische Pflichten, soziale Gerechtigkeit, Souveränität und europäische Integration.

Warum spielt die Souveränität für die Theorie von Thomas Nagel eine so zentrale Rolle?

Nach Nagel ist Souveränität die Grundvoraussetzung für soziale Gerechtigkeit, da nur ein zentrales Gewaltmonopol ein koordiniertes Verhalten sicherstellt, das erst assoziative Verpflichtungen unter den Bürgern legitimiert.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die aktuelle Euro-Politik?

Der Autor argumentiert, dass die fortgeschrittene Integration innerhalb der Eurozone moralische Maßnahmen wie Eurobonds rechtfertigen könnte, da die EU-Bürger bereits in einem gemeinsamen, für sie verbindlichen System stehen.

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Résumé des informations

Titre
In Verantwortung geeint? Besondere moralische Pflichten innerhalb der Europäischen Union
Sous-titre
Eine Betrachtung aus partikularistischer Sicht
Université
University of Bamberg
Note
1,3
Auteur
Tobias Herbst (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
25
N° de catalogue
V274384
ISBN (ebook)
9783656673835
ISBN (Livre)
9783656673842
Langue
allemand
mots-clé
Partikularismus Kosmopolitismus EU Europäische Union Bürger Pflichten Moral David Miller Thomas Nagel Globale Gerechtigkeit Global Justice
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Herbst (Auteur), 2013, In Verantwortung geeint? Besondere moralische Pflichten innerhalb der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274384
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Extrait de  25  pages
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