Rauf & Rangelspiele als Projekt


Unterrichtsentwurf, 2014

28 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Grundlagen & Ziele

Inhalte des Sportprojekts

Sicherheit

Die Stoppregel

Verlaufsplan Erster Tag & Reflexion

Verlaufsplan Zweiter Tag & Reflexion

Verlaufsplan Dritter Tag & Reflexion

Verlaufsplan Vierter Tag & Reflexion

Verlaufsplan Fünfter Tag & Reflexion

Verlaufsplan Sechster Tag & Reflexion

Schluss

Literaturverzeichnis

Anhang

Vorwort

Hiermit möchte ich mein gruppenübergreifendes Sportprojekt an der Grundschule“

„Rauf- und Rangelspiele“

Ich wünsche dir einen fairen Kampf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

vorstellen, welches ab Anfang Februar jeden Donnerstag zur Pausenzeit in der Turnhalle stattfindet.

Mein Projekt richtet sich an Anfänger der 1.- 4. Klasse. Insbesondere für übergewichtige und schüchterne, sowie motorisch zu fördernde Schüler. Das Angebot „Rauf & Rangelspiele“ besitzt sportlich, sowie sozial ein großes Entwicklungs- und Förderpotential, dass besonders auch den überaktiven oder grenzüberschreitenden Kindern aus meiner Schule zu Gute kommt.

Einführung

Jungen und Mädchen leben in jedem Alter das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt über das Rangeln und Raufen aus. Fast überall kann man Kinder beim Toben und miteinander Rangeln beobachten. Als erfahrene Erzieherin begegne ich zudem einer Vielzahl an aggressiven und verhaltensauffälligen Kindern auf unserem Schulhof, deren Handlungsgewohnheiten sich oftmals fernab der Norm bewegen.

Aufgrund der entwicklungsbedingt, noch fehlenden Möglichkeiten, Konflikte und Streit auf kognitiver und verbaler Ebene auszutragen, habe ich mich dazu entschieden ein Sportprojekt über das Raufen, Rangeln und Ringen mit offenem Ende anzubieten. Die körperliche Auseinandersetzung war schon immer ein Mittel gewesen Kräfte zu messen und sich durchzusetzen. Kleinere Raufereien zwischen Kindern sind also etwas Natürliches, aber sie dürfen nicht ausarten. Kinder sollen merken, wann es genug ist, sie dürfen dem Anderen nicht absichtlich Weh tun wollen.

In den letzten Jahren haben Rauf- und Rangelspiele, das bedeutet eine bewusste, regelgeleitete, pädagogische Auseinandersetzung mit Formen des Körperkontaktes, an Bedeutung und erzieherischem Potential enorm zugenommen.

Grundlagen & Ziele

Die Zieldimesionen von meinem Sportprojekt „Rauf- und Rangelspiele“ sind äußerst vielseitig und decken somit die wichtigsten Bereiche ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Raufen & Rangeln dient mit seinen Inhalten insbesondere der Kanalisation von Aggressionen und einem konfliktfreien Umgang mit Misserfolgen.

Rauf –und Rangelspiele haben bei Kindern die Funktion, das Repertoire an angemessenen und ritualisierten Aggressionsformen zu erweitern und gleichzeitig destruktive Impulse zu kanalisieren.

Somit können Kampfspiele einen Weg anbieten, die auftretenden Aggressionen im schulischen Alltag konstruktiv zu bearbeiten, indem sie erlebt und ausgelebt werden. Vor allem Jungs bietet sich hier durch die Möglichkeit männliche Sozialisationserwartungen zu erfahren und ihnen angemessen zu begegnen.

Erlebt man bewusst mit den Kindern das Thema „Kämpfen, Raufen und Rangeln“, können sich die Kinder zwar in gewohnter Weise austoben, müssen sich dabei aber an bestimmte Regeln halten. Ziel ist es also, diese Regeln auch ins „echte Leben“ zu übertragen.

Inhalte meines Sportprojekts

- Rituale und Regeln einführen: Rituale und Regeln stellen eine Strukturierungshilfe für alle Beteiligten dar. Somit wird Sicherheit und Vertrauen geschaffen um sich riskanteren und wagnisreichen Situationen stellen zu können. Soziales Verhalten aufgrund vereinbarter Regeln ist für jeden meiner Schüler bindend und eine Voraussetzung für einen fairen und verantwortungsvollen Umgang miteinander.
- Spiel und Übungsformen ohne direkten Körperkontakt: Am Anfang der Sporteinheit werde ich immer Übungen durchführen, die die Sinne ansprechen und die Berührungsängste abbauen.
- Spiel- und Übungsformen mit gesteigertem Körperkontakt: Jeder meiner Schüler entscheidet selbstständig, wie stark er sich in die Gruppe einbringen möchte, bzw. sich auf den Spielpartner einlassen will.
- Spiel- und Übungsformen mit direkten Körperkontakt: Die Kinder treten in einen direkten körperlichen Kontakt miteinander, entweder informell in der großen Gruppe oder formell als Wettkampf mit dem Partner. (z.B. Schiebe – und Ziehwettkämpfe)
- Spiel und Übungsformen in unterschiedlichen sozialen Konstellationen: Alle gegen alle, Zweikämpfe oder Team gegen Team sind unterschiedliche Begegnungen mit jeweils eigenen Herausforderungen.
- Vertrauensübungen: Damit möchte ich die Grundlage für eine vertrauensvolle und positive Grundstimmung in der Gruppe schaffen. Die Kinder werden sich zudem ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst.
- Entspannungsübungen: Durch entsprechende Momente können die Kinder wieder zur Ruhe kommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sicherheit

Bei meinem Sportprojekt „Ringen & Raufen“ kommt es gewollt zu einem engen Körperkontakt mit dem Partner. Diese Nähe ist im Gegensatz zu anderen Sportarten deutlich intensiver und stellt die Grundvoraussetzung für die sportliche Auseinandersetzung dar. Aus diesem Grund müssen besondere Anforderungen gestellt werden.

- Schmuck, wie Kettchen, Ohrringe, oder Uhren sind auf jeden Fall abzulegen
- Brille muss ausgezogen werden
- Fingernägel sollten kurz sein
- Lange Haare sollten mit einem Haarband (keine Haarklammern) zusammen gebunden werden.

Werden folgende Punkte zusätzlich zu den oben aufgeführten Anmerkungen beachtet, wird die Sportstunde in der Regel vollständig verletzungsfrei ablaufen.

- Stoppregel beachten
- Der Kopf des Partners darf nicht mit den Armen eingeklemmt werden (Schwitzkasten)
- Schlagen und Würgen ist nicht erlaubt
- Beißen oder Haare ziehen ist nicht erlaubt
- Der Kampf findet auf der Matte statt und die Zuschauer sitzen mindestens 1 Meter davon entfernt

Die Stoppregel

Wenn mich jemand verletzt, verzichte ich auf jede Gegengewalt. Ich gebe ein lautes STOPP-Signal und sage, was der andere tun soll, z.B. STOPP…hör auf!

Ziel der Stoppregel:

Kinder spüren ihre eigenen Grenzen und akzeptieren die Grenzen der Anderen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verlaufsplan

Rauf und Rangelspiele

„Ich wünsche dir einen fairen Kampf“

Erster Tag

Einleitung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Warmlaufspiel- Einstimmungsphase

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hauptteil – Rauf- und Rangelspiele Schwanzfight

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hauptteil – Fairplay: Gefängsnisball

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ausklang

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Reflexion

Vorinformation…

An unserer Schule findet Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern statt.

Unsere OGS besuchen ca. 140 Kinder, davon haben ca. 25 Kinder sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Lernen, soziale und emotionale Entwicklung und den Bereichen Hören und Kommunikation, sowie geistige Entwicklung.

Am ersten Tag meines Projekts standen die Kinder in großer Anzahl vor der Turnhalle. Alle waren neugierig und interessiert was wohl hinter dem „Ringen & Raufen“ steckt. Da ich nicht mit so einer großen Gruppe von ca. 60 Teilnehmer starten konnte, entschied mich anfänglich für 30 Kinder. Nach dem Umziehen trafen wir uns alle zum Einstiegsgespräch auf der Bank. Meine Sportstunde beginne ich immer auf der Bank, da wir dann in Ruhe alle Fragen beantworten, Regeln erörtern und das Einstiegsspiel erklärt werden kann. Gut gelaunt starteten die Kinder in die Aufwärmphase mit dem Spiel „Körperteile begrüßen sich“. Hier war deutlich zu erkennen, dass viele Kinder den ersten vorsichtigen Körperkontakt merkwürdig fanden. Einige reagierten recht schüchtern, andere wiederum kicherten laut vor sich hin. Wenige Kinder hatten bei diesem Spiel eine offene Einstellung im Bezug auf Körperkontakt. Besonders im Augenmerk empfand ich die muslimischen Jungs, die sich mit ihren Körperteilen der Mädels näherten. Ein türkischer Junge (8) sagte zu mir: „Ey Frau Feld, ich darf keine Mädchen anfassen, das erlauben meine Eltern nicht. Wir sind ja Moslems“. Dieses Diskusionsthema haben wir dann zum Ende der Sportstunde nochmals aufgegriffen. Anschließend war den Kindern deutlich, dass es hier nur um Sport geht und um nichts anders.

Bei dem Spiel „Schwanzfight“ ging es schon etwas wilder zur Sache. Um an den Schwanz der anderen Kinder zu kommen wurde schon nach den besprochenen Regeln gerangelt. Die Wilden meiner Kinder gingen mit dem Körperkontakt in die vollen. Die Schüchternen Kinder oftmals Mädels oder Erstklässler wichen zart zurück und ließen sich ihren Schwanz kampflos rauben.

Für den Hauptteil entschied ich mich für ein Fairplay-Spiel „Gefängsnisball“.

Im Großen und Ganzen war der Einstieg sehr gelungen und die Kinder zeigten in der Abschlussrunde den Daumen nach oben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Rauf & Rangelspiele als Projekt
Hochschule
LVR-Akademie für seelische Gesundheit; früher Rheinisches Institut für Fort- und Weiterbildung in der Psychiatrie
Veranstaltung
Sportpädagoge
Note
1
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V274391
ISBN (eBook)
9783656674085
ISBN (Buch)
9783656674054
Dateigröße
28045 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rauf, rangelspiele, projekt
Arbeit zitieren
Litza Feld (Autor), 2014, Rauf & Rangelspiele als Projekt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274391

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