Reflexion der Moral nach der Philosophie von Friedrich Nietzsche


Essay, 2013

8 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Die Herkunft des Begriffes der Moral
2.1 Der Ursprung bei der Herrenmoral
2.2 Die Umwertung zur Sklavenmoral

3 Nietzsches Moralkritik
3.1 Verschiedenste Moralsysteme
3.2 Der Widerspruch
3.2.1 Die Herangehensweise an die Moral
3.2.2 Eine widernatürliche Moral

4 Nietzsches Moralvorstellung
4.1 Der Umgang mit der Frage: Eine neutrale Betrachtung
4.2 Die Philosophie der Macht: Verständnisgrundlagen
4.2.1 Der Wille zur Macht
4.2.2 Die Sublimierung
4.3 Definition der Moralgrundlage: Selbstüberwindung

5 Bewertung von Moralität
5.1 Die Verdrehung von Ursache und Folge
5.2 Moralisch, unmoralisch und amoralisch

6 Fazit: Eine angeborene Moral

7 Literaturverzeichnis

1 Vorwort

Auf der Suche nach einem Essaythema, für das ich mich begeistern kann, gelangte ich schnell zu Fragen nach moralischen Werten, Wahrheit und Lüge. Als ein Philosoph, der sich ausführlich mit diesen Themen befasst hat, stellte sich Friedrich Nietzsche heraus. Eines der Hauptmerkmale Nietzsches ist, dass er sich weigerte seine Philosophie auf traditionell gefestigte Grundlagen aufzubauen und diese kritisch nachprüfte. So entstanden umfangreiche Texte, auch zu der Frage nach der menschlichen Moral, weshalb es mir im Rahmen dieses Essays nur möglich ist einen grundsätzlichen Ansatz, keinesfalls aber eine vollständige Erläuterung seiner Arbeit, zu bieten.

2 Die Herkunft des Begriffes der Moral

2.1 Der Ursprung bei der Herrenmoral

Will man die Anfänge der Moral ermitteln, so sollte man diese im Zusammenhang mit dem Begriff „gut“ untersuchen.[1] Es waren „die Vornehmen, Mächtigen, Höhergestellten und Hochgesinnten, welche sich selbst und ihr Tun als gut, nämlich als ersten Ranges empfanden“[2]. Wer Macht hatte, zählte sich selber zu „den Guten“ und Unterliegende zu „den Schlechten“[3]. Dieser Umstand war namengebend für den Begriff des „Guten“, so lässt er sich in verschiedenen Sprachen aus den Grundbegriffen „vornehm“ oder „edel“ ableiten, während „schlecht“, gleichgesetzt mit „schlicht“, den Gegensatz zum Vornehmen darstellte.[4] So liegt das sinngebende Merkmal der Herrenmoral in der Bezeichnung „der Guten“ a priori.

2.2 Die Umwertung zur Sklavenmoral

Während in der Herrenmoral „schlecht“ erst im Nachhinein als Abgrenzung zu „den Guten“ konzipiert wurde, stand unter den Unterlegenen, den Sklaven, „das Böse“ als Bezeichnung für die Herrscher fest und erst als Folge daraus die Selbstbezeichnung „der Guten“[5]. Nietzsche kritisierte an dieser zweiten Moral, der Unterscheidung von „gut und böse“[6]: „Von der Stärke verlangen, daß sie sich nicht als Stärke äußere, daß sie nicht ein Überwältigen-Wollen, ein Niederwerfen-Wollen […] sei, ist gerade so widersinnig, als von der Schwäche verlangen, daß sie sich als Stärke äußere.[7]

3 Nietzsches Moralkritik

3.1 Verschiedenste Moralsysteme

Moralsysteme können den Urheber vor anderen oder vor sich selbst rechtfertigen, ihn erniedrigen oder sonst irgendeinen Sinn verfolgen, der durch den Urheber gegeben wurde[8]. Diese Vielfalt der Moralen bewirkt eine Widersprüchlichkeit jeder einzelnen, da sie sich gegenseitig ausschließen und so die, für die Gültigkeit einer Moral erforderliche, Allgemeinheit verhindern[9].

3.2 Der Widerspruch

3.2.1 Die Herangehensweise an die Moral

Den ersten grundlegenden Fehler in der Moral als Wissenschaft sieht Nietzsche darin, dass sie begründet wurde, „die Moral selbst aber galt als „gegeben“.“[10] Die herrschende Vorstellung von Moral wurde nicht hinterfragt[11], denn sie wurde von den Philosophen immer nur als Einzelnes betrachtet, „etwa als Moralität ihrer Umgebung, ihres Standes, ihrer Kirche […]“[12]. Kritisch können Moralen aber nur im Vergleich mit anderen Moralen betrachten werden[13].

3.2.2 Eine widernatürliche Moral

Nietzsche behauptete, der Mensch sei nicht moralisch, sondern werde dazu gemacht[14], und zwar aus der Unmoralität heraus[15]. Wenn der Mensch anfangs unmoralisch war, so ist die Moral unnatürlich und damit widersprüchlich[16]. Die herrschende Moral erlangte ihre Glaubwürdigkeit, weil lange an sie geglaubt wurde[17], ein Umstand der Nietzsche zu weiteren Nachforschungen bewegte. Nietzsche behauptete, jede gesunde Moral werde vom „Instinkt des Lebens“ gesteuert und die herrschende Moralvorstellung verurteile diesen Instinkt[18], was als „Auflehnung gegen das Leben“[19] verstanden werden könne. Der „Instinkt des Lebens“ ist gleichbedeutend mit dem „Willen zur Macht“, der im Weiteren noch erläutert wird.

[...]


[1] Vgl. Nietzsche, Genealogie d. Moral, 250.

[2] Nietzsche, Genealogie d. Moral, 251.

[3] Vgl. Prossliner, http://nietzsche.is.uni-sb.de/faq/xsl/faq_04027.xml, 2.11.13.

[4] Vgl. Nietzsche, Genealogie d. Moral, 253.253.

[5] Vgl. Nietzsche, Genealogie d. Moral, 267.

[6] Vgl. Prossliner, http://nietzsche.is.uni-sb.de/faq/xsl/faq_04027.xml, 2.11.13.

[7] Nietzsche, Genealogie d. Moral, 272.

[8] Vgl. Nietzsche, Gut und Böse, 95f.

[9] Vgl. Choi, http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/choi-soon-young-2002-02-11/PDF/Choi.pdf, 3.11.13.

[10] Nietzsche, Gut und Böse, 93f.

[11] Nietzsche, Gut und Böse, 31f.

[12] Nietzsche, Gut und Böse, 94.

[13] Vgl. Nietzsche, Gut und Böse, 94.

[14] Vgl. Choi, http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/choi-soon-young-2002-02-11/PDF/Choi.pdf, 3.11.13.

[15] Vgl. Choi, http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/choi-soon-young-2002-02-11/PDF/Choi.pdf, 3.11.13.

[16] Vgl. Nietzsche, Gut und Böse, 96.

[17] Vgl. Choi, http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/choi-soon-young-2002-02-11/PDF/Choi.pdf, 3.11.13.

[18] Vgl. Nietzsche, http://gutenberg.spiegel.de/buch/6185/7, 3.11.13.

[19] Nietzsche, http://gutenberg.spiegel.de/buch/6185/7, 3.11.13.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Reflexion der Moral nach der Philosophie von Friedrich Nietzsche
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
8
Katalognummer
V274445
ISBN (eBook)
9783656674351
ISBN (Buch)
9783656674313
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moral, Nietzsche, Herrenmoral, Sklavenmoral, Trieb, Vernunft, Philosophie, moralisch, Macht, Wille, Friedrich, Schopenhauer, Moralsysteme, menschlich, Mensch, gut, böse, triebgesteuert, Wesen, Erziehung
Arbeit zitieren
Tammy Terstegge (Autor), 2013, Reflexion der Moral nach der Philosophie von Friedrich Nietzsche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274445

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Reflexion der Moral nach der Philosophie von Friedrich Nietzsche



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden