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Wäre eine militärische Intervention in Syrien gerecht?

Titel: Wäre eine militärische Intervention in Syrien gerecht?

Seminararbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Spieß (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Charakter des Kriegs hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Durch den Bedeutungsgewinn der Menschenrechte sind humanitäre Interventionen zu einem festen Bestandteil des Repertoires der internationalen Gemeinschaft geworden. Die Frage, die sich dabei immer stellt, ist, wann sollten Staaten militärisch eingreifen, um Gräueltaten in anderen Ländern zu verhindern? Momentan wird über ein Eingreifen in Syrien debattiert. Einige sind dafür, anderen dagegen, sodass noch keine einheitliche Linie der internationalen Gemeinschaft gefunden werden konnte. Vor diesem aktuellen Hintergrund ist die Fragestellung dieser Arbeit, ob eine militärische Intervention in Syrien gerecht wäre. Ziel dabei ist
anhand von Kriterien der bellum iustum-Tradition und der Schutzverantwortung die Möglichkeiten einer militärischen Intervention zu diskutieren und schließlich eine Antwort darauf zu geben, ob nach aktuellem Stand ein Eingreifen gerechtfertigt werden kann. Die Arbeit beginnt dabei mit der bellum iustum-Tradition, die auf römische Wurzeln zurück geht
und im Laufe der Zeit von Augustinus und Thomas von Aquin weiter entwickelt wurde. Trotz aller Wandlungen im Laufe der Geschichte strahle sie auf die völkerrechtliche Entwicklung aus und ist auch in der gegenwärtigen Debatte präsent. Darüber hinaus hat das Prinzip der Schutzverantwortung seit der Jahrtausendwende den normativen Rahmen für die Debatte über humanitär begründete Militärinterventionen verändert. Nach der Erfahrung mit Ruanda 1994, als eine Intervention trotz Genozids unterblieb, rückte die Frage
nach der moralischen Interventionspflicht stärker in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Auch diese Aspekte werden mit in die Analyse aufgenommen. Abschließend wird auf
Grundlage der Kriterien beurteilt, ob eine militärische Intervention in Syrien sinnvoll ist oder nicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie des gerechtes Krieges

2.1 bellum iustum-Tradition

2.2 Schutzverantwortung

3. Fallbeispiel Syrien

3.1 Gerechter Grund

3.2 Gerechte Absicht

3.3 Legitime Autorität

3.4 Letztes Mittel

3.5 Verhältnismäßigkeit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vor dem Hintergrund des Syrien-Konflikts die ethische Legitimität militärischer Interventionen. Ziel ist es, anhand der klassischen Kriterien der bellum iustum-Tradition sowie des modernen Konzepts der Schutzverantwortung zu eruieren, ob ein militärisches Eingreifen in Syrien unter den gegebenen Umständen als gerechtfertigt betrachtet werden kann.

  • Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen der bellum iustum-Tradition.
  • Analyse der Schutzverantwortung als normativer Rahmen für humanitäre Interventionen.
  • Anwendung der Kriterien gerechter Grund, Absicht, Autorität und Verhältnismäßigkeit auf den Syrien-Konflikt.
  • Diskussion geopolitischer Interessen im Kontext moralischer Interventionspflichten.

Auszug aus dem Buch

2.1 bellum iustum-Tradition

Der lateinische Ausdruck bellum iustum kann mit „rechtmäßiger Krieg“ oder mit „gerechter Krieg“ übersetzt werden. In dieser Arbeit wird der Begriff der Tradition verwendet, anstatt dem Ausdruck der Lehre, um nicht zu implizieren, dass es sich hierbei um eine einheitliche Lehre handelt. Viel mehr sollte die Tradition als ein geschichtlicher Lernprozess verstanden werden. Seit der Jahrtausendwende erleben wir eine Renaissance der bellum iustum-Tradition. Durch neue Konzepte wie etwa der Schutzverantwortung, die auf dieser Tradition basiert, wird versucht Probleme der legitimen Gewaltanwendung zu lösen. Dabei liegt der Ursprung der Idee bereits in der Antike.

Cicero ist laut Ergebnissen der Forschung der erste Autor, der den Begriff bellum iustum verwendete. Er war Philosoph und Politiker der römischen Republik, die große innenpolitische Probleme hatte, da sie sich über weite Teile des Mittelmeerraumes erstreckte. In der Zeit, in der Cicero seine Schriften „De officiis“ und „de re publica“ verfasste, wurde Rom seiner Ansicht nach einer gerechten Schutzmacht nicht gerecht, weil sich römische Politiker gegenüber Bundesgenossen, die bereits besiegt sind, ungerecht verhielten und somit die ungerechte Herrschaft der römischen Politiker für die Römer selbst zum Problem wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik humanitärer Interventionen ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Rechtmäßigkeit eines militärischen Eingreifens in Syrien anhand spezifischer ethischer Kriterien zu bewerten.

2. Theorie des gerechtes Krieges: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der bellum iustum-Tradition und integriert das moderne Konzept der Schutzverantwortung als normativen Rahmen.

2.1 bellum iustum-Tradition: Hier werden die philosophischen Wurzeln von Cicero bis Thomas von Aquin dargelegt, um die Kriterien für einen gerechten Krieg als geschichtlichen Lernprozess aufzuzeigen.

2.2 Schutzverantwortung: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept der Schutzverantwortung als Erweiterung der klassischen Tradition und vergleicht dessen Kriterien mit den Prinzipien des gerechten Krieges.

3. Fallbeispiel Syrien: In diesem Kapitel wird der Konflikt in Syrien vor dem Hintergrund der erarbeiteten ethischen Theorien analysiert.

3.1 Gerechter Grund: Es wird diskutiert, ob die Schwere der Menschenrechtsverletzungen in Syrien als causa iusta für eine militärische Intervention ausreicht.

3.2 Gerechte Absicht: Dieses Kapitel untersucht die Motive der beteiligten Akteure und hinterfragt, ob geopolitische Interessen die moralische Intention einer Intervention untergraben.

3.3 Legitime Autorität: Es wird erörtert, inwiefern eine fehlende UN-Resolution die Legitimität einer Intervention ohne breiten internationalen Konsens einschränkt.

3.4 Letztes Mittel: Dieses Kapitel analysiert, ob alle diplomatischen Möglichkeiten tatsächlich ausgeschöpft wurden oder ob militärische Gewalt noch vermieden werden kann.

3.5 Verhältnismäßigkeit: Hier wird abgewogen, ob ein militärisches Eingreifen mehr Schaden anrichten könnte, als es zu verhindern sucht, insbesondere unter Berücksichtigung potenzieller Bodentruppen.

4. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine militärische Intervention in Syrien nach aktueller Lage der Dinge nicht gerechtfertigt werden kann, da entscheidende Kriterien nicht erfüllt sind.

Schlüsselwörter

Gerechter Krieg, bellum iustum, Schutzverantwortung, humanitäre Intervention, Syrien-Konflikt, Menschenrechte, legitime Autorität, ultima ratio, Verhältnismäßigkeit, Friedensethik, Völkerrecht, Souveränität, militärische Intervention, gerechte Absicht, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und völkerrechtlichen Bewertung einer möglichen militärischen Intervention in den syrischen Bürgerkrieg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Theorie des gerechten Krieges (bellum iustum), das Konzept der Schutzverantwortung (Responsibility to Protect) sowie die Anwendung dieser Prinzipien auf den aktuellen Konflikt in Syrien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob ein militärisches Eingreifen in Syrien nach aktuellem Stand ethisch gerechtfertigt wäre.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und eine normativ-ethische Fallstudie, indem klassische Kriterien auf die aktuelle politische Situation angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Interventionskriterien und die konkrete Prüfung dieser Kriterien am Beispiel Syrien, inklusive der Aspekte Gerechter Grund, Absicht, Autorität, letztes Mittel und Verhältnismäßigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere bellum iustum, Schutzverantwortung, humanitäre Intervention und die spezifischen Kriterien für gerechte Kriegführung.

Warum wird im Kontext der legitimen Autorität auf das Veto Russlands eingegangen?

Das Veto Russlands im UN-Sicherheitsrat blockiert derzeit eine formale Legitimierung durch die Vereinten Nationen, was die Frage nach alternativen Formen der Autorisierung aufwirft.

Welche Rolle spielt die Freie Syrische Armee in der Bewertung?

Sie wird als relevanter Akteur betrachtet, dessen Widerstand gegen das Regime Auswirkungen auf die Einschätzung hat, ob militärische Gewalt bereits als "letztes Mittel" einzustufen ist.

Was ist das Fazit zur Verhältnismäßigkeit im Syrien-Konflikt?

Das Fazit betont, dass ein militärisches Eingreifen den Konflikt vermutlich weiter intensivieren würde, insbesondere unter Berücksichtigung der Drohungen mit Chemiewaffen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wäre eine militärische Intervention in Syrien gerecht?
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,3
Autor
Patrick Spieß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V274486
ISBN (eBook)
9783656671466
ISBN (Buch)
9783656671435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wäre intervention syrien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Spieß (Autor:in), 2014, Wäre eine militärische Intervention in Syrien gerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274486
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Leseprobe aus  16  Seiten
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