In der heutigen Zeit werden Lehrerinnen und Lehrer andauernd mit der Frage konfrontiert: „Mit welchen Medien kann ich meine Unterrichtsstunden interessant aber auch ebenso lehrreich gestalten?“. Besonders Religionsstunden, die aus eintönigem Bibelunterricht bestehen, wirken sich verstärkt auf das Desinteresse vieler Schülerinnen und Schülern aus. Religion, egal in welchem Zusammenhang, begegnet uns tagtäglich und genau aus diesem Grund können Medien einem Lehrer helfen, seinen Schülern ein bestimmtes Thema näher zu bringen. Da beispielsweise mehr als 73 % der deutschen Bevölkerung einen Computer mit Internetanschluss besitzen , weiß auch fast jeder, wie man damit umgeht. Auch einen Fernseher findet man in fast jedem Haushalt an, sodass er in der heutigen Zeit zu einem neuen Leitmedium geworden ist und das Buch und die Zeitung von ihrem Platz verdrängt hat.
In meiner Ausarbeitung bzw. im Laufe der Unterrichtsplanung meiner Sitzung werde ich kurz auf mehrere Medien eingehen, wobei sich der Hauptteil auf den Kurzfilm „De un hilo – am seidenen Faden“ stütz. Der neun Minuten lange Kurzfilm zeigt einen Bergsteiger, der in der Dunkelheit einen Berg bezwingen will und abstürzt. Er ist tief gefallen, hängt aber noch an seinem Seil und als er Gott um Hilfe bittet, antwortet dieser er solle das Seil kappen. Der Bergsteiger hat dann doch nicht genug Vertrauen in Gott und entscheidet sich dafür, hängen zu bleiben. Am nächsten Morgen sieht man den Mann erfroren einen Meter über dem Boden hängen.
„De un hilo – am seidenen Faden“ ist ein Kurzfilm, der für Kinder ab dem zwölften Lebensjahr freigegeben ist und zum Nachdenken über die verschiedensten Dinge anregen soll. Das Thema, mit dem ich mich hauptsächlich in meiner Sitzung beschäftigen werde, ist das Vertrauen. Dieses Vertrauen zu Gott bringe ich im Laufe meiner Sitzung mit einer Bibelstelle in Verbindung.
Meine persönliche Position zu diesem Thema hat sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt. Meiner Meinung nach schenkt Gottvertrauen Hoffnung und zwar die Art von Hoffnung, die man braucht, um an seinen Zielen im Leben festhalten zu können und auf diesem Weg nicht zu verzweifeln. Besitzt man Gottvertrauen und glaubt an das, was in der Bibel steht, kann man selbst den schlimmsten Situationen etwas Positives abgewinnen. Das Gottvertrauen, welches in „De un hilo“ geschildert wird, ist schwierig einzuschätzen. Aber sollte es wirklich so sein, dass sich Gott jemandem in diesem Maße zeigt und zuwendet, müss
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bezug zum Seminar
3. Weitere Reflexion vor dem Hintergrund der Elementarisierung
4. Konkrete Planung der Einheit
5. Fazit
6. Anhang
7. Literaturangaben
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der didaktischen Planung einer Religionsunterrichtsstunde für eine achte Klasse. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch den Einsatz moderner Medien – insbesondere des Kurzfilms „De un hilo – am seidenen Faden“ – das komplexe Thema „Gottvertrauen“ lebensnah und verständlich näherzubringen und dabei die Verbindung zwischen mediendidaktischen Ansätzen und biblischen Inhalten zu verdeutlichen.
- Integration von Mediendidaktik im Religionsunterricht
- Anwendung des Konzepts der Elementarisierung auf biblische Inhalte
- Einsatz des Kurzfilms „De un hilo“ als Impulsgeber
- Förderung von Schülerkommunikation und Reflexion
- Vergleich von filmischen Narrativen mit biblischen Texten (Psalm 121, Markus 10)
Auszug aus dem Buch
3. Weitere Reflexion vor dem Hintergrund der Elementarisierung
Elementarisierung steht für das Vereinfachen von Inhalten, sodass diese für die Schülerinnen und Schüler schnellst möglich verständlich gemacht werden können und somit ist sie ein wichtiger Faktor bei der Unterrichtsplanung. Dabei gibt es wesentliche Kriterien, nach der sich die Elementarisierung richtet. Das heißt, dass die Elementarisierung schülergerecht, fachlich richtig und didaktisch relevant sein muss. Dies lässt sich in einem Elementarisierungskonzept noch weiter ausführen, in dessen Mittelpunkt eben die Reflexion über ein bestimmtes Thema steht. Als Lehrer muss ich mich fragen, „inwieweit ein Inhalt für sie [meine Schüler] zum Thema werden könnte.“ Dabei spielen elementare Erfahrungen und elementare Zugänge eine wesentliche Rolle. Zu den elementaren Erfahrungen gehört erstens das Wissen, dass die Schülerinnen und Schüler einen anderen Erfahrungskontext besitzen, als die ursprünglichen Adressaten und zweitens, dass ihnen der Religionsunterricht die Chance zu neuen Erfahrungen geben kann. Die elementaren Zugänge bestehen aus den Entwicklungsvoraussetzungen, welche die Schülerinnen und Schüler mitbringen, aus den Entwicklungsphasen, in denen sie sich befinden und aus der Frage, wie der Verstehenskontext der Schülerinnen und Schüler aussieht. In dem Bereich der sachanalytischen Klärung und Thematik muss der fachgerechte Inhalt vom Lehrer intensiv studiert werden, sodass später ein vielseitiger Unterricht zu interessierten Fragen der Schüler im Klassenverband führt bzw. anregt. „Am Ende der sachanalytischen Klärung steht der zusammenfassende Blick auf elementare Strukturen und den Wahrheitsanspruch des Themas.“ Genauer bedeutet dies: Bei der elementaren Struktur muss der Lehrer ersichtlich machen, in welchem Kontext der zu bearbeitende Text verfasst wurde und in welcher Art und Weise die Inhalte dort vorkommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Herausforderung, modernen Religionsunterricht durch den Einsatz zeitgemäßer Medien wie Kurzfilme interessanter zu gestalten.
2. Bezug zum Seminar: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Anforderungen des Seminars zur Bibeldidaktik und Mediendidaktik mit der praktischen Umsetzung im Unterricht.
3. Weitere Reflexion vor dem Hintergrund der Elementarisierung: Hier wird das fachdidaktische Konzept der Elementarisierung erläutert und auf die Unterrichtsplanung angewendet.
4. Konkrete Planung der Einheit: Dieser Abschnitt beschreibt den geplanten Stundenverlauf inklusive Einstieg, Hauptteil mit Film und der abschließenden Erarbeitungsphase.
5. Fazit: Das Fazit reflektiert die geplanten Methoden und bewertet den Nutzen des Kurzfilms für die Vermittlung des Themas „Gottvertrauen“.
6. Anhang: Der Anhang enthält zusätzliche Informationen zum verwendeten Kurzfilm.
7. Literaturangaben: Eine Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Mediendidaktik, Elementarisierung, Unterrichtsplanung, Gottvertrauen, Kurzfilm, De un hilo, Bibeldidaktik, Kommunikation, Psalm 121, Markus 10, Schülerorientierung, Religionspädagogik, Film, Wahrheitsanspruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration von Medien, insbesondere Kurzfilmen, im Religionsunterricht, um Lerninhalte wie das „Gottvertrauen“ zielgruppengerecht aufzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die mediendidaktische Unterrichtsgestaltung, das Konzept der Elementarisierung und die Verknüpfung von moderner Mediennutzung mit biblischen Texten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Religionsunterricht durch eine schülergerechte Aufbereitung von Themen lebendiger zu gestalten und die Hemmschwelle gegenüber biblischen Texten durch mediale Impulse zu senken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf fachdidaktischen Analysen, insbesondere der Elementarisierung nach Bahr, um Unterrichtsinhalte professionell zu strukturieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Reflexion über Didaktik und die detaillierte Planung einer Unterrichtseinheit, die den Kurzfilm „De un hilo“ verwendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Elementarisierung, Gottvertrauen, mediendidaktische Einbahnstraßenkommunikation und schülerzentrierte Unterrichtsplanung.
Warum wurde der Kurzfilm „De un hilo“ gewählt?
Der Film ist kurz, anregend und eignet sich aufgrund seiner extremen Fragestellung zum Thema Gottvertrauen ideal, um eine vertiefte Diskussion bei Jugendlichen zu provozieren.
Welche Rolle spielt die „Elementarisierung“ in dieser Arbeit?
Die Elementarisierung dient als Werkzeug, um komplexe religiöse Themen auf die Lebenswelt von Achtklässlern herunterzubrechen, ohne die fachliche Korrektheit zu verlieren.
- Arbeit zitieren
- Anna Kudella (Autor:in), 2010, Elementarisierung am Beispiel von Gottvertrauen durch einen Kurzfilm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274532