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Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen

Titel: Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen

Seminararbeit , 2014 , 38 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Andreas-Holger Sonntag (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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"Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht, und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen.“ Mit diesen Worten unterstrich Premierminister David Cameron rigoros gegen Randalierer und Plündere, Hooligans und Straßengangs vorzugehen. .(...) „Am Anfang stand ein mysteriöser Todesfall: Am Abend des 4. August starb der Tottenhamer Mark Duggan durch eine Polizeikugel. Zwei Tage später, am Samstagnachmittag, versammelten sich Duggans Angehörige und Freunde vor der örtlichen Polizeistation. Die mehr als 100 Demonstranten forderten Gerechtigkeit, Duggans Verlobte verlangte von den Behörden Antworten – ohne Erfolg. Ein erhofftes Gespräch mit einem Polizeioffizier blieb aus. Am Abend kippte die bis dahin friedliche Kundgebung: „Kriminelle Element“ hätten die Demonstration übernommen, konstatierte die Polizei später. Der lokale Konflikt mündete in einen Gewaltexzess der sich auf drei benachbarte Stadtteile sowie auf Brixton im Süden Londons – allesamt Problemviertel – ausweitete." Auf den ersten Blick schien es so, als ob eine Aneinanderreihung unglücklicher Zufälle gepaart mit Frust und blinder Zerstörungswut Auslöser für die Krawalle waren. Auf den zweiten Blick allerdings gehen sie aber auf ein „tief sitzendes Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit“ zurück. Die reichsten zehn Prozent Londons besitzen 273 Mal mehr als die ärmsten zehn Prozent. „An keinem Ort Großbritanniens – und womöglich in ganz Westeuropa – leben so viele Menschen aus verschiedenen Ethnien wie in South Tottenham, besagt eine Studie der University College London aus dem Jahr 2007. 113 Volksgruppen und mehr als 190 Sprachen zählten die Forscher. Die Kriminalitätsrate ist hoch, ebenso die Arbeitslosenquote.“
Um nun die Auslöser für die sozialen Missstände in Großbritannien, welche eng mit den Sozialreformen unter der Ära Margaret Thatcher und denen der aktuellen Regierung Cameron verknüpft sind, klarer darzustellen sowie die Funktionsweisen des britischen Arbeitsmarktes besser fassen zu können und idealerweise genaue Informationen über die aktuellen Veränderung in der Sozial- und Gesundheitspolitik bereitzustellen, habe ich mich in meiner kurzen Seminarbarbeit eingehend mit der Thematik beschäftigt, deren Ergebnisse Sie mit dieser Arbeit in Händen halten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau der Arbeit

3. Die Ära Margaret Thatcher

4. Der Arbeitsmarkt in Großbritannien

5. Die Sozial- und Gesundheitspolitik in Großbritannien

6. Aktuelle Reformbestrebungen/ Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die aktuellen Reformbestrebungen des sozialen Sicherungssystems in Großbritannien, insbesondere vor dem Hintergrund historischer Weichenstellungen durch die Ära Thatcher bis hin zur aktuellen Politik unter David Cameron, um die Ursachen sozialer Missstände und die Funktionsweise des Arbeitsmarktes zu analysieren.

  • Gesellschaftspolitische Auswirkungen der Ära Margaret Thatcher
  • Strukturelle Veränderungen und Reformen am britischen Arbeitsmarkt
  • Historische Entwicklung und Grundprinzipien der Sozial- und Gesundheitspolitik
  • Analyse aktueller Sparmaßnahmen und deren gesellschaftliche Folgen

Auszug aus dem Buch

3. Die Ära Margaret Thatcher

„1979 gewannen die Konservativen unter Margaret Thatcher die Wahlen zum Unterhaus und konnten daraufhin mit einer klaren Mehrheit von 339 der 635 Sitze im Unterhaus regieren. Margaret Thatcher war mit dem Programm angetreten, den Nachkriegskonsens aufzukündigen und zu einer monetaristischen Politik überzugehen. Den wohlfahrtsstaatlichen Ansichten der Nachkriegszeit innerhalb ihrer eigenen Partei erteilte sie eine Absage. Die neokonservative Wende von Margaret Thatcher ist als eine bewusste Umkehr dieser „sozialdemokratischen“ Orientierung der Konservativen zu verstehen. Sie trat ihre Regierungszeit mit der Vision an, die Zeit der Unsicherheit und Instabilität zu beenden.“

Grund hierfür war die wirtschaftliche Schwäche Großbritanniens in der Mitte der siebziger Jahre. „Diese Krise, die schlagwortartig, mit dem Begriff der „englischen Krankheit“ umschrieben wurde, äußerte sich in der geringen Produktivität und einer mangelnden Konkurrenzfähigkeit der britischen Wirtschaft. Sie wuchs sich schließlich durch die verhängnisvolle Kombination aus gleichzeitig hohen Inflationsraten und steigender Arbeitslosigkeit zu einer sogenannten Stagflation aus.“

Die Ölkrise 1974 und die von ihr verursachte Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage bewirkten einen Prozess des Umdenkens der Zentralregierungen gegenüber der Ausgabenpraxis der Kommunalverwaltungen. Die hohe Inflationsrate, die mit 24,2 % 1975 einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, gefährdete massiv die Preisstabilität. Die in Folge dessen und auch aufgrund des Drucks des internationalen Währungsfonds notwendig gewordene Sparpolitik, um den Haushalt zu sanieren und die Ausgaben zu kürzen, stand nun vor dem Problem der unkontrollierten Gemeindeausgaben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sozialen Unruhen in Großbritannien im August 2011 und leitet daraus die Forschungsfrage nach den tieferliegenden Ursachen der sozialen Exklusion ab.

2. Aufbau der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert den logischen Aufbau der Proseminararbeit von der historischen Analyse bis hin zu den aktuellen Reformbestrebungen.

3. Die Ära Margaret Thatcher: Das Kapitel analysiert die neokonservative Wende unter Thatcher, die das Ende des Nachkriegskonsenses markierte und eine Abkehr von wohlfahrtsstaatlichen Strukturen bedeutete.

4. Der Arbeitsmarkt in Großbritannien: Hier werden die Prozesse der Deindustrialisierung und die Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik unter Labour, insbesondere die "welfare to work"-Strategie, untersucht.

5. Die Sozial- und Gesundheitspolitik in Großbritannien: Das Kapitel befasst sich mit der historischen Entwicklung des britischen Wohlfahrtsstaates und der Funktionsweise des NHS sowie dessen Herausforderungen durch Finanzierungsprobleme.

6. Aktuelle Reformbestrebungen/ Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung der harten Sparmaßnahmen unter der Regierung Cameron und deren gesellschaftlichen Auswirkungen auf den Sozialstaat.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen.

8. Anhang: Enthält eine chronologische Auflistung aller britischen Premierminister seit 1945.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Sozialstaat, Arbeitsmarktpolitik, Thatcherismus, Welfare to work, NHS, Sozialreformen, Austeritätspolitik, soziale Ungleichheit, Kinderarmut, Wirtschaftsordnung, Wohlfahrtsstaat, Privatisierung, Staatsfinanzen, Arbeitslosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das soziale Sicherungssystem in Großbritannien, seine historischen Wurzeln seit der Ära Thatcher und die Auswirkungen aktueller politischer Reformen auf die Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die neokonservative Wende unter Margaret Thatcher, die britische Arbeitsmarktpolitik, das staatliche Gesundheitswesen (NHS) und die aktuelle Sparpolitik zur Sanierung des Staatshaushalts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Ursachen sozialer Missstände in Großbritannien darzustellen, die Funktionsweisen des Arbeitsmarktes zu erfassen und die aktuellen Veränderungen in der Sozial- und Gesundheitspolitik kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Auswertung bestehender Fachliteratur, Wirtschaftsdaten sowie offizieller politischer Berichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ära Thatcher, die Transformation des Arbeitsmarktes, die Analyse der Sozial- und Gesundheitspolitik sowie die kritische Würdigung der aktuellen Sparmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sozialstaat, Thatcherismus, Welfare-to-work, NHS, Sparpolitik und soziale Exklusion.

Wie bewertet die Arbeit die Einführung der "bedroom tax"?

Die Arbeit ordnet diese Maßnahme in den Kontext der drastischen Sparmaßnahmen ein, weist auf die Kontroversen hin und stellt fest, dass sie trotz der Kritik von Opposition und Kirchen eine bemerkenswerte Zustimmung in Teilen der Bevölkerung erfährt.

Was bedeutet der "Third Way" im Kontext der Labour-Regierung?

Der "Dritte Weg" beschreibt einen Ansatz der Regierung Blair, der zwischen dem staatlich geprägten Wohlfahrtsmodell und freien Märkten vermitteln wollte, mit einem starken Fokus auf Effizienz und Eigenverantwortung.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen
Hochschule
Hochschule für Politik München
Veranstaltung
Wirtschaftsordnung der BRD
Note
3,0
Autor
Andreas-Holger Sonntag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
38
Katalognummer
V274567
ISBN (eBook)
9783656672593
ISBN (Buch)
9783656672562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sicherungssystem großbritannien reformbestrebungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas-Holger Sonntag (Autor:in), 2014, Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274567
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Leseprobe aus  38  Seiten
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