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Paradoxon der Pädagogik: Denken und Gehorsam

Wie pädagogische Lenksamkeit gelingen kann. Ein philosophisch-/neurobiologischer Ansatz.

Title: Paradoxon der Pädagogik: Denken und Gehorsam

Internship Report , 2011 , 30 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: B.A. Manuel Berg (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Summary Excerpt Details

[...] Das Resultat daheraus kann man heute vermehrt wahrnehmen, Beratungsbedarf in Sachen Erziehung wächst und Kinder und Jugendliche zeigen sich immer mehr delinquent und sind für ihre Erziehungsverantwortlichen oft nicht mehr erreichbar, wobei hier das Problem nicht die Kinder bilden, sondern ihre Umwelt! [...]
Was können wir nun in Anbetracht obiger Argumentation schlussfolgern? Wie kommt es dazu, dass Kinder und Jugendliche sich unserem Einfluss scheinbar immer weiter entziehen?
Der Graben päd. Einflussnahme gegenüber dem Kind wird breiter, dafür verantwortlich zeigen sich mir vor allem der Zeitfaktor (Eltern haben aufgrund ihrer Arbeit immer weniger Zeit für ihre Kinder, um eine Beziehung aufbauen zu können, es fehlen Rituale, gemeinsame Erlebnisse), der Trennungsfaktor (das Kind wächst mit nur einem Elternteil auf und ist hin- und hergerissen, dabei erlebt es ständig Streitigkeiten, es herrscht keine vertrauenswürdige Atmosphäre zu Hause, was wiederum zu Verschlossenheit führen kann, das Kind fühlt sich wie ein Spielball und ist oft außen vor – will heißen, das Kind wird an Entscheidungen nicht beteiligt), der Erziehungsfaktor (Erziehungsstile werden unreflektiert weitergegeben und alte Denkmuster auf „die neue Welt“ angewendet.). Dazu tritt der Wissensfaktor (Eltern halten nicht mit der Entwicklung der Kinder und der Welt/Technik mit, es herrschen unterschiedliche Interessen vor: Konservativ vs. Modern –> Konfliktpotential) [...] Die Problematik betreffend, ob Zwang sein müsse, so sage ich: Ja! Wobei Zwang mehr oder minder zusammen mit der Strafe einhergeht. Habe ich kein „Gegenmittel“, womit soll ich dann Zwang ausüben? Ja deshalb, weil das Vorgehen der Kinderläden (antiautoritäre Erziehung) als völliger Irrweg in der Geschichte enttarnt wurde. Hier wollte man gar nicht ins Leben der Kinder eingreifen (sie taten dort wonach ihnen war ohne Anleitung und Zwänge). So wollte man die Fehler aus der Zeit der Schwarzen Pädagogik (Bestrafung durch Schläge, Formung des Kindes, Untersagung seiner Natur) nicht wiederholen [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorstellung der Einrichtung Wellenbrecher e.V.

3 Der Naturhochseilgarten und das Tipi-Hotel

4 Die intensiv-pädagogische Betreuung auf einem Ponyhof

4.1 Vorwort

4.2 Der erste Tag(esablauf)

4.3 Vorkommnis 1: Abwesenheit der Pflegemutter

4.4 Vorkommnis 2: Das Baumhaus

4.4.1 Reflexion

4.5 Vorkommnis 3: Die Fabrik und der Fahrradausflug

4.5.1 Reflexion: Warum soll das Kind auf den Erwachsenen „hören“?

4.5.1.1 Päd. Handeln über die Spiegelung

4.5.1.2 Die Erzieher-Zögling Beziehung

4.5.1.3 Ja zur Strafe?

4.5.1.4 Soll der Erwachsene auf das Kind hören?

4.6 Vorkommnis 4: Die Schulaufgaben

4.7 Vorkommnis 5: Der letzte Tag – ein bisschen Wehmut

5 Erweiterte Reflexion der Vorkommnisse durch die kant'sche Lektüre

6 Neurobiologische Untermalung meiner bisherigen Erkenntnisse

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das pädagogische Paradoxon zwischen Lenksamkeit und Gehorsam sowie die Möglichkeiten, pädagogisches Handeln auf einer philosophischen und neurobiologischen Basis zu fundieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Erzieher und Kind aufgebaut werden kann, ohne dabei die Individualität des Kindes zu unterdrücken.

  • Grundlagen der intensiv-pädagogischen Betreuung
  • Reflexion praktischer Erziehungssituationen aus einem Praktikumsbericht
  • Verbindung pädagogischer Praxis mit der Philosophie Immanuel Kants
  • Neurobiologische Aspekte von Bindung und Spiegelneuronen
  • Kritik an autoritären Strafmechanismen

Auszug aus dem Buch

4.5.1 Reflexion: Warum soll das Kind auf den Erwachsenen „hören“?

An diesem Punkt habe ich mir zum ersten Mal die Frage gestellt: Warum soll das Kind eigentlich immer auf den Erwachsenen hören, bzw. gibt es nicht auch Situationen in denen der Erwachsene auf das Kind „hören“ sollte? In meinem Fall z.B. denke ich, dass ich viel zu ungeduldig war, und einfach nur den Tagesablauf im Kopf hatte. Zudem war die Firma für mich nicht interessant. Ich vergaß dabei aber völlig, es für den Jungen hätte interessant sein können (vielleicht hat er überlegt was er später werden möchte oder was die generell dort machen). Es wäre doch ein Leichtes gewesen dort anzuhalten und wenn es in der Tat für eine halbe Stunde gewesen wäre, denn wirklich unter Zeitdruck waren wir auch nicht. Eigentlich muss ich an diesem Punkt zugestehen, dass ich dem Jungen gegenüber unfair war. Vielleicht hat er dort nach Lösungen für Probleme gesucht oder sich seine Zukunft ausgemalt. Ich weiß in dieser Konstellation der Geschehnisse und ihrer Bewertungen bis jetzt immer noch nicht, ob er wirklich nur zuschaute, um zu „lernen“ oder weil es ihn interessierte, oder weil er Zeit schinden wollte, um nicht auf dem Hof „arbeiten“ zu müssen. Es könnte sicherlich auch ein Mix aus beidem gewesen sein, in diesem Fall hätte ich dennoch ungerecht dem Jungen gegenüber gehandelt, denn ich wollte ursprünglich schnell weiter und wieder zurück zum Ponyhof. Dabei habe ich aber völlig die möglichen Bedürfnisse und Interessen des Jungen übersehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Praktikumsortes Wellenbrecher e.V. und der Zielsetzung, administrative und pädagogische Einblicke zu gewinnen.

2 Vorstellung der Einrichtung Wellenbrecher e.V.: Überblick über die Struktur, Ziele und Arbeitsweisen des freien Trägers der Kinder- und Jugendhilfe.

3 Der Naturhochseilgarten und das Tipi-Hotel: Schilderung der Erfahrungen mit erlebnispädagogischen Angeboten und der Schwierigkeit, sich in die Erlebniswelt von Kindern hineinzuversetzen.

4 Die intensiv-pädagogische Betreuung auf einem Ponyhof: Detaillierte Analyse spezifischer Erziehungssituationen und der Beziehungsdynamik zwischen Praktikant und Kind.

5 Erweiterte Reflexion der Vorkommnisse durch die kant'sche Lektüre: Verknüpfung der praktischen Erlebnisse mit Kants Überlegungen zu Gehorsam, Pflicht und pädagogischem Handeln.

6 Neurobiologische Untermalung meiner bisherigen Erkenntnisse: Einbezug der Forschung zu Spiegelneuronen, um die Bedeutung von emotionaler Bindung und authentischer Vorbildfunktion zu stützen.

7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einschätzung, dass pädagogischer Erfolg auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt basiert, statt auf strafendem Zwang.

Schlüsselwörter

Pädagogik, Gehorsam, Lenksamkeit, Wellenbrecher e.V., Erziehung, Immanuel Kant, Neurobiologie, Spiegelneuronen, Bindung, Vertrauen, Erlebnispädagogik, Kindheit, Zögling, Erzieher, Paradoxon.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?

Der Bericht dokumentiert die erziehungswissenschaftlichen Erfahrungen während eines Praktikums bei der Einrichtung "Wellenbrecher e.V." und reflektiert diese kritisch.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Dynamik zwischen erzieherischem Zwang und kindlicher Freiheit sowie die Bedeutung von emotionaler Bindung für den Lernprozess.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt das Paradoxon der Pädagogik: Wie kann pädagogische Lenksamkeit gelingen, ohne den Willen des Kindes zu brechen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verbindet phänomenologische Praxisreflexion mit theoretischer Fundierung durch die Philosophie Immanuel Kants und neuere neurobiologische Erkenntnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Schilderung konkreter Vorkommnisse (z.B. Baumhausbau, Fahrradausflug) und deren anschließende theoretische Analyse durch Kant und Erkenntnisse über Spiegelneuronen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Pädagogik, Gehorsam, Lenksamkeit, Spiegelneuronen, Zögling-Erzieher-Beziehung und Vertrauen.

Wie bewertet der Autor den Einsatz von Strafen in der Erziehung?

Der Autor lehnt strafende Praktiken ab, da diese eher zu Unterwürfigkeit und Abneigung führen als zu einem moralischen Verständnis des Kindes.

Welche Rolle spielt die Neurobiologie in dieser Untersuchung?

Die Neurobiologie dient als Beleg dafür, dass Kinder durch intuitives Spiegeln und emotionale Bindung lernen, weshalb authentische Vorbilder entscheidend sind.

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Details

Title
Paradoxon der Pädagogik: Denken und Gehorsam
Subtitle
Wie pädagogische Lenksamkeit gelingen kann. Ein philosophisch-/neurobiologischer Ansatz.
College
University of Osnabrück  (Erziehungswissenschaften)
Course
Praktikum
Grade
bestanden
Author
B.A. Manuel Berg (Author)
Publication Year
2011
Pages
30
Catalog Number
V274643
ISBN (eBook)
9783656675754
ISBN (Book)
9783656675747
Language
German
Tags
paradoxon pädagogik denken gehorsam lenksamkeit ansatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Manuel Berg (Author), 2011, Paradoxon der Pädagogik: Denken und Gehorsam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274643
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