Der Fokus dieser Arbeit liegt auf den notwendigen Grundlagen in ihren wichtigsten Punkten. So werden in dieser Arbeit die aktuellen Entwicklungen im europäischen Stromgroßhandelsmarkt erklärt, wobei speziell auf die Preis- und Liquiditätsentwicklung seit dem Beginn der Strommarktliberalisierung im Jahr 1998 eingegangen wird. Es werden auch die rechtlichen Eckpfeiler der Strommarktliberalisierung erklärt, wobei die Richtlinien zum EU-Strombinnenmarkt, die Richtlinie zum Emissionshandel und die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente Berücksichtigung finden.
Aus dem Inhalt: Aktuelle Entwicklungen, Folgen der Liberalisierung, Kommoditisierung, neue Teilmärkte im Stromgroßhandelsmarkt
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Aktuelle Entwicklungen am europäischen Stromgroßhandelsmarkt
2.1.1 Preisentwicklung am europäischen Stromgroßhandelsmarkt
2.1.2 Liquiditätsentwicklung am europäischen Stromgroßhandelsmarkt
2.2 Eckpfeiler des europäischen Stromgroßhandelsmarktes
2.2.1 Richtlinien zum Strombinnenmarkt
2.2.2 Richtlinie zum Emissionshandel
2.2.3 Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente
2.3 Folgen der Liberalisierung für den europäischen Stromgroßhandel
2.3.1 Kommoditisierung
2.3.2 Marktkonvergenz
2.3.3 Neue Teilmärkte im Stromgroßhandelsmarkt
2.3.4 Handelsmöglichkeiten im Stromgroßhandel
2.3.5 Liquide Stromhandelsmärkte
2.3.6 Neue Stromhandelsprodukte
2.3.7 Neue Marktakteure
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den notwendigen Grundlagen des europäischen Stromgroßhandelsmarktes. Das Ziel ist es, die aktuellen Entwicklungen seit der Marktliberalisierung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die daraus resultierenden Folgen für den Handel, insbesondere in Bezug auf Marktpreis- und Kreditrisiken, zu analysieren und deren Steuerungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Analyse der Preis- und Liquiditätsentwicklung im europäischen Stromgroßhandel
- Darstellung der regulatorischen Eckpfeiler (Strombinnenmarkt, Emissionshandel, MiFID)
- Untersuchung der Folgen der Liberalisierung wie Kommoditisierung und Marktkonvergenz
- Beschreibung der Struktur und Funktion neuer Teilmärkte und Handelsprodukte
- Betrachtung neuer Marktakteure wie Stromhändler, Broker und Finanzintermediäre
Auszug aus dem Buch
2.3.7.1 Stromhändler
Stromhändler müssen dafür Sorge tragen, dass die am Spotmarkt kontrahierte Menge synchron durch Endkunden abgenommen wird, da eine Zwischenspeicherung nicht möglich ist. Überdies unterliegen sie der Pflicht, den Kunden gegenüber im Rahmen der bestehenden Vertragsverpflichtungen immer lieferfähig zu sein.175 Stromhändler sind für die operative Durchführung und Erfassung der physischen und derivativen Stromhandelsgeschäfte eines Handelshauses zuständig. Stromhändler bilden das Zwischenglied zwischen Kraftwerks- und Vertriebsgesellschaften bzw. Weiterverteilern und Stadtwerken.176 Diese Stromhandelshäuser, wie RWE Trading177, E.ON Sales & Trading oder EDF Trading, sind organisatorisch ausgelagerte Tochtergesellschaften riesiger Energiekonzerne. Stromhändler richten ihre Strategie auf das Angebot der handelsspezifischen Produkte für andere Energieversorger aus und handeln im Innenverhältnis des Stromhandelshauses aufgrund der Vorgaben des Portfoliomanagers. Reine Stromtrader178 umgehen hohe Fixkosten der Eigenerzeugung und bedienen vor allem andere Stromhändler und Energieversorger.179 Im Gegensatz zum Strombroker handelt der Stromhändler auf eigenen Namen und eigene Rechnung und trägt somit alle Risiken selbst, die das Stromhandelsgeschäft mit sich bringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Wandel des Stromgroßhandels von staatlich regulierten Monopolen hin zum wettbewerbsorientierten Markt durch die EU-Strommarktliberalisierung.
2 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Marktentwicklungen wie Preis- und Liquiditätsveränderungen und definiert die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen des europäischen Stromhandels.
2.1 Aktuelle Entwicklungen am europäischen Stromgroßhandelsmarkt: Der Abschnitt analysiert die Dynamik von Preisen und Liquidität seit Beginn der Liberalisierung und beleuchtet die Korrelationen zwischen den Handelsplätzen.
2.1.1 Preisentwicklung am europäischen Stromgroßhandelsmarkt: Hier wird untersucht, wie sich die Strompreise von Grenzkostenpreissetzung bis zu den Auswirkungen von CO2-Zertifikaten und Primärenergiekosten entwickelt haben.
2.1.2 Liquiditätsentwicklung am europäischen Stromgroßhandelsmarkt: Dieser Teil betrachtet den Rückzug von Akteuren nach dem Enron-Debakel und die anschließende Erholung des Marktes durch neue Risikomanagement-Standards.
2.2 Eckpfeiler des europäischen Stromgroßhandelsmarktes: Das Kapitel führt die wesentlichen regulatorischen Vorgaben wie Richtlinien zum Strombinnenmarkt, Emissionshandel und Finanzinstrumente auf.
2.2.1 Richtlinien zum Strombinnenmarkt: Zusammenfassung der EU-Meilensteine zur Marktöffnung, wie die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie 96/92/EG und deren Umsetzung in nationales Recht.
2.2.2 Richtlinie zum Emissionshandel: Erläuterung der Bedeutung des Emissionshandelssystems (2003/87/EG) als Kostenkomponente und Steuerungsinstrument für den Strompreis.
2.2.3 Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente: Analyse der Auswirkung der MiFID auf den Handel mit Stromderivaten und deren Einstufung als Finanzinstrumente.
2.3 Folgen der Liberalisierung für den europäischen Stromgroßhandel: Der Abschnitt diskutiert die strukturellen Veränderungen am Markt, die durch die Liberalisierung ausgelöst wurden.
2.3.1 Kommoditisierung: Beschreibung des Prozesses, bei dem Strom durch Standardisierung zu einem fungiblen Handelsgut wurde.
2.3.2 Marktkonvergenz: Untersuchung des Trends, dass Strommärkte und Primärenergiemärkte wie Gas und Kohle durch Arbitrage und regulatorische Einflüsse stärker zusammenwachsen.
2.3.3 Neue Teilmärkte im Stromgroßhandelsmarkt: Vorstellung der verschiedenen Handelssegmente, unterteilt in Ausgleichs-, Regelenergie-, Intra-Day-, Spot- und Terminmärkte.
2.3.4 Handelsmöglichkeiten im Stromgroßhandel: Gegenüberstellung der bilateralen Over-the-Counter-Geschäfte mit den strukturierten Anforderungen an börslichen Handelsplätzen.
2.3.5 Liquide Stromhandelsmärkte: Definition und Messgrößen der Marktliquidität, wie Markttiefe und Preisvolatilität, im Kontext des Stromhandels.
2.3.6 Neue Stromhandelsprodukte: Erläuterung der Produktinnovationen, die nötig wurden, um Risiken effizient handelbar zu machen und Absicherungsstrategien umzusetzen.
2.3.7 Neue Marktakteure: Analyse der verschiedenen Akteure wie Stromhändler, Independent Power Producer, Broker, Banken und Private Equity Funds, die nach der Liberalisierung den Markt prägen.
Schlüsselwörter
Stromgroßhandel, Strommarktliberalisierung, Stromderivate, Risikomanagement, Marktliquidität, Preisbildung, Strombörsen, OTC-Handel, Emissionshandel, Marktkonvergenz, Kommoditisierung, Kraftwerksoptimierung, Termingeschäfte, Spotmarkt, Energieversorgungsunternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Grundlagen und die Entwicklung des europäischen Stromgroßhandelsmarktes nach dessen Liberalisierung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Messung und Steuerung von Marktpreis- und Kreditrisiken liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Preis- und Liquiditätsentwicklung an europäischen Strombörsen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU-Energiepolitik sowie die strategische Bedeutung von Risikomanagementinstrumenten im Stromhandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Marktmechanismen nach der Liberalisierung zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Beschaffungs- und Absatzportfolios in einem volatilen Umfeld optimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse aktueller Marktentwicklungen, rechtlicher Richtlinien und Fachliteratur, um die Evolution der Handelsmärkte von rein physischen Lieferverträgen hin zu einem derivatebasierten, hochliquiden Markt darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen der Marktliberalisierung, die detaillierte Analyse der neuen Teilmärkte (Spot/Termin) sowie die Untersuchung der verschiedenen Marktteilnehmer und ihrer jeweiligen Rollen und Risikostrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Stromgroßhandel, Marktliquidität, Risikomanagement, Stromderivate, Strombörsen und Marktkonvergenz.
Wie hat sich die Liquidität im Stromgroßhandel entwickelt?
Nach einem Einbruch infolge der Enron-Krise haben sich die Märkte durch die Einführung strengerer Risikomanagement-Richtlinien und standardisierter börslicher Produkte wieder erholt, was zu einer deutlich höheren Marktliquidität geführt hat.
Welche Rolle spielen Banken im Stromhandel?
Banken engagieren sich verstärkt im Stromhandel, indem sie Clearing-Dienstleistungen anbieten, in den Rohstoffhandel einsteigen oder als Berater für Risikomanagement-Prozesse agieren.
Warum ist das OTC-Clearing von Bedeutung?
Das OTC-Clearing ermöglicht es, das Kontrahentenrisiko im bilateralen Handel auszuschließen, indem die Börse als zentraler Counterpart auftritt und offene Positionen mittels täglichem Margining ausgleicht.
Welchen Einfluss haben CO2-Zertifikate auf den Strompreis?
Seit der Einführung des Emissionshandels beeinflussen CO2-Zertifikatspreise direkt das Strompreisniveau, da sie eine wesentliche Kostenkomponente bei der Stromerzeugung darstellen und die Korrelation zwischen Primärenergieträgern und Strom verstärkt haben.
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- Dr. Andreas Pschick (Author), 2008, Grundwissen: Europäischer Stromgroßhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274697