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Ereignis und Akt. Badiou und Zizek

Title: Ereignis und Akt. Badiou und Zizek

Term Paper , 2013 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Danny Krämer (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Die neuen Proteste, sowohl die des „arabischen Frühlings“, als auch die von Occupy Wall Street (OWS), haben eins deutlich gemacht: „Das Ende der Geschichte“ das Fukuyama verkündete, ist vorbei. Die liberale Demokratie und der globale Kapitalismus sind nicht das non plus ultra menschlicher Entwicklung. Immer mehr Symptome werden offensichtlich: Gut ausgebildete, junge Leute sitzen mit einem Haufen Schulden arbeitslos auf der Straße. Gerade mit denen, die eigentlich alles richtig gemacht haben, kann der Kapitalismus nichts anfangen. Und auf der anderen Seite vom Westen geduldete, repressive Regime. Vor den Protesten war die westliche Arroganz kaum zu überbieten: Den arabischen Ländern traute man Mobilisierung nur durch religiösen Fundamentalismus zu. Sie belehrten uns eines Gegenteils. Echte emanzipatorische Bewegungen sind entstanden, die nicht einfach Demokratie und Kapitalismus forderten, sondern ein „Neues Ägypten“ oder eine „Neues Tunesien“. Und auch Occupy Wall Street lehnte es ab, ein Programm mit Forderungen aufzustellen, die das System erfüllen konnte. Sie wollten eine wahre Veränderung des Systems selbst, das diese Ungerechtigkeiten produziert. Um die wahre Bedeutung dieser zwei Ereignisse zu verstehen, braucht man einen Rahmen, eine Theorie, die hilft, wahre Veränderung zu denken. Sowohl Alain Badiou, als auch Slavoj Žižek sind zwei Theoretiker, die seit Jahrzenten sich um solch eine Theorie bemühen. Im Folgenden soll auf Badious Theorie des Ereignisses und Žižeks Theorie des Akts eingegangen werden, um anschließend zu zeigen, wo die Besonderheiten des arabischen Frühlings und OWS liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Das Ende der Geschichte ist vorbei

2. Alain Badiou – Sein und Ereignis

2.1. Das Ereignis

2.2. Politik: Arabischer Frühling

2.3. Occupy Wall Street

3. Slavoj Žižek: Ideologie und der Akt

3.1. Fantasie und Ideologie

3.2. Der Akt und die Subtraktion

3.3. Arabischer Frühling: unvollendete Revolution

3.4. Occupy Wall Street: Zeit nachzudenken!

4. Fazit: Etwas geht vor sich...

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ereignisse des Arabischen Frühlings und der Occupy Wall Street-Bewegung durch die theoretischen Linsen von Alain Badiou und Slavoj Žižek, um das Potenzial für echte politische Transformation gegenüber der herrschenden Ideologie zu bewerten.

  • Analyse des Ereignisbegriffs bei Alain Badiou und dessen Anwendung auf aktuelle Protestbewegungen.
  • Untersuchung von Slavoj Žižeks Ideologiekritik und seinem Verständnis des politischen Akts.
  • Vergleich der Konzepte von Badiou und Žižek hinsichtlich emanzipatorischer Möglichkeiten.
  • Kritische Reflexion über die langfristige Wirksamkeit von Protesten und die Notwendigkeit von Alternativkonzepten.

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Akt und die Subtraktion

Wie sieht nun für Žižek ein wahres politisches Ereignis oder wie er sagen würde ein Akt aus? Žižeks Akt hat einige Ähnlichkeiten mit Badious Ereignis. „Ein wahrer Akt ist eine Intervention, die nicht nur innerhalb eines gegebenen Rahmens wirkt, sondern dessen Koordinaten stört und ihn somit als Rahmen sichtbar macht.“ (Ebd. S. 214) Was ist der Rahmen gegen den sich die Intervention richten muss? Es ist der Kapitalismus in seiner heutigen Form. Diesen hat Badiou als eine Zeit „ohne Welt“ bezeichnet. Das heißt, der Kapitalismus unterminiert selbst jegliche Strukturen. Hier sieht Žižek jedoch einen Fehlschluss bei Badiou: Wenn der Kapitalismus selbst jegliche Struktur zerstört, von der ein badiousches Ereignis ausgehen könnte, wie soll es dann noch möglich sein, überhaupt zu intervenieren?

Jeder wahre Akt muss einen neuen Herren-Signifikanten erzeugen. (Vgl. Ebd. S. 204) Es kommt also nicht nur darauf an, etwas zu zerstören, sondern auch etwas Neues an dessen Stelle zu setzen. Žižek setzt hier auf den klassischen hegelschen Begriff der „bestimmten Negation“. Er enthält zwei Momente: Erstens die Destruktion des bestehenden, aber zweitens auch die Veränderung und Neugestaltung der Koordinaten des Systems. (Vgl. Ebd. S. 224) Den zweiten Aspekt sieht Žižek bei Badiou vernachlässigt. Es geht also auch Žižek um eine Subtraktion. Diese muss aber nicht zwingend außerhalb des Staates stattfinden, wie bei Badiou.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Ende der Geschichte ist vorbei: Die Einleitung konstatiert das Scheitern des "Endes der Geschichte" durch neue Protestbewegungen und führt in die Theorien von Badiou und Žižek ein.

2. Alain Badiou – Sein und Ereignis: Dieses Kapitel erläutert Badious philosophische Grundlagen zum Ereignisbegriff und verknüpft diese mit dem Arabischen Frühling und Occupy Wall Street.

3. Slavoj Žižek: Ideologie und der Akt: Hier wird Žižeks Ideologiekritik analysiert und sein Konzept des politischen Akts als Intervention kontrastierend zu Badiou dargestellt.

4. Fazit: Etwas geht vor sich...: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass trotz der Bedeutung von Ereignissen für emanzipatorische Politik eine anschließende Neugestaltung der sozialen Ordnung entscheidend bleibt.

Schlüsselwörter

Alain Badiou, Slavoj Žižek, Arabischer Frühling, Occupy Wall Street, Ereignis, Akt, Ideologie, Kapitalismus, Emanzipation, Subtraktion, politische Theorie, Revolution, soziale Veränderung, Universalismus, Herren-Signifikant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert aktuelle Protestbewegungen wie den Arabischen Frühling und Occupy Wall Street anhand der politischen Philosophie von Alain Badiou und Slavoj Žižek.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen den Begriff des politischen Ereignisses, Ideologiekritik, emanzipatorische Politik und die Frage, wie dauerhafte gesellschaftliche Transformation gelingen kann.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das theoretische Potenzial der Konzepte von Badiou und Žižek zu nutzen, um die Bedeutung und die Grenzen aktueller politischer Ereignisse kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und den Vergleich philosophischer Positionen sowie deren Anwendung auf reale historische Ereignisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Badious Theorie des Ereignisses, Žižeks Theorie der Ideologie und des Akts sowie die spezifische Betrachtung der Proteste in der arabischen Welt und den USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ereignis, Akt, Ideologie, Kapitalismus und emanzipatorische Politik charakterisiert.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen Badiou und Žižek laut der Arbeit?

Der Unterschied liegt primär im Umgang mit dem Staat: Während Badiou eine radikale Distanzierung ("Subtraktion") fordert, sieht Žižek auch die Möglichkeit, innerhalb des Systems zu intervenieren, sofern dies den Kern der Ideologie trifft.

Warum betont die Arbeit die Bedeutung von "Nachdenken" bei Occupy Wall Street?

Die Arbeit hebt hervor, dass OWS durch den Verzicht auf starre Programme einen notwendigen Raum schafft, um Alternativen zum Kapitalismus jenseits blinden Aktionismus zu entwickeln.

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Details

Title
Ereignis und Akt. Badiou und Zizek
College
University of Erfurt
Grade
1,7
Author
Danny Krämer (Author)
Publication Year
2013
Pages
15
Catalog Number
V274708
ISBN (eBook)
9783656676195
ISBN (Book)
9783656676164
Language
German
Tags
ereignis badiou zizek
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Danny Krämer (Author), 2013, Ereignis und Akt. Badiou und Zizek, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274708
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