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"Welch ein Geschwätz". Robert Walsers "Jakob von Gunten"

Titel: "Welch ein Geschwätz". Robert Walsers "Jakob von Gunten"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: stud. phil. Dennis Ried (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Robert Walsers Werk umfasst insgesamt nur drei Romane, die allesamt in Berlin entstanden sind. Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit dem letzten Roman "Jakob von Gunten", welchen Walser 1908 veröffentlichte. Aufgrund von zahlreichen Lesarten, die der Roman bietet, wird zunächst der Aspekt der Genrezugehörigkeit
und der Romanart näher betrachtet. Daraus folgt die nähere Untersuchung des Genres Tagebuch und seine formale Übereinstimmung mit bzw. Anwendbarkeit auf "Jakob von Gunten". In Kapitel 1.2 geht es um den Aspekt der Zeit, welcher primär eine direkte Verbindung mit dem Tagebuch als zeitabhängige Gattung aufweist. mit dem Tagebuch als zeitabhängige Gattung zu tun hat. In wie weit ‚Zeit‘ in diesem Roman überhaupt existiert, wird auch hinterfragt.
Ein weiterer thematischer Aspekt, den Walser behandelt, ist die Bildung, deren Verständnis und Ausprägung untersucht wird. Auch gibt es im Institut Benjamenta nur ein einziges Lehrbuch, dessen Inhalt förmlich das Gesetz bildet und in einem Bestimmten Verhältnis (Gesetz und Kommentar) zum Protagonisten Jakob steht. Damit beschäftigt sich das Kapitel 1.3 Wissen und Lernen, Gesetz und Kommentar. Kapitel 2 widmet sich dem Begriff des ‚Kleinen‘ in Jakob von Gunten und Jakobs Idee vom Dienen. Es wird in diesem Kapitel zu klären sein, ob Jakobs Dieneridee für ihn ein reales und somit erreichbares Ziel bildet, oder ob es ein Ideal bleibt. Vor der abschließenden Zusammenfassung wird in aller Kürze auf die Frage ,Wer herrscht wirklich?‘ eingegangen. Ob Jakob sich unterordnet und von Herrn und Fräulein Benjamenta beherrscht wird, oder ob die beiden nicht eher von Jakob abhängig sind bzw. werden, wird dort angeschnitten. Zur vereinfachten Nachvollziehbarkeit von Primärtextzitaten wurden alle Seitenangaben, die
sich in zitierter Sekundärliteratur auf eine andere als die hier verwendete Ausgabe von Jakob von Gunten beziehen, auf die hier verwendete Ausgabe angepasst. Verwendet wurde für diese Ausarbeitung die im Literaturverzeichnis ausgewiesene Ausgabe, die 2013 im Verlag Suhrkamp in der 17. Auflage erschienen ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Tagebuch, Zeit und Wissen

1.1. Tagebuch

1.2. Zeit

1.3. Wissen und Lernen, Gesetz und Kommentar

2. Das Kleine

2.1. Jakobs Idee vom Dienen

3. Wer herrscht wirklich?

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Roman „Jakob von Gunten“ von Robert Walser unter besonderer Berücksichtigung der Gattungsproblematik, der Darstellung von Zeitlosigkeit und des komplexen Bildungsbegriffs innerhalb der fiktiven Institution Benjamenta. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen der angestrebten Selbstauslöschung des Protagonisten und seiner unbewussten Individualität, sowie die damit einhergehende Dekonstruktion klassischer Bildungsroman-Strukturen.

  • Die Gattungsspezifik des Tagebuchs und dessen Literarisierung im Roman.
  • Die ästhetische und strukturelle Bedeutung der Zeitlosigkeit als "Nicht-Geschichte".
  • Die Analyse des Bildungsbegriffs und der "Nicht-Erziehung" im Institut Benjamenta.
  • Die Dynamik der Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Jakob, den Benjamentas und dem Institut.

Auszug aus dem Buch

Jakob von Gunten. Ein Tagebuch

Der Roman Jakob von Gunten erzählt „die ganze Geschichte seines Dienerschülerdaseins, vom Tag seines Eintritts in das Institut bis zum unvermeidlichen Weggang […].“ Robert Walser selbst äußert sich kaum zum Roman bzw. zur Romantheorie, was durchaus daran liegen mag, dass der Roman nicht zu seinem Genre-Schwerpunkt gehört. Vielleicht aber, doch dies bleibt spekulativ, war sich Walser bewusst, welchen Grenzbereich er mit seinem Roman Jakob von Gunten beschritt und äußerte sich deshalb nicht zu der Diskussion, zu welchem Genre, zu welcher Romanart Jakob von Gunten gehöre. Die Forschungsliteratur diskutiert diesen Roman mit äußerst gespaltenen Positionen.

Nach Borchmeyer ist Jakob von Gunten ein Anti-Bildungsroman, denn im klassischen Bildungsroman findet der Held durch die Begegnung mit der Welt zu sich selbst, während er bei Walser „durch die Ausschaltung der Welt zur Unterdrückung des Selbst“ gelangt. Die absolute Unterdrückung von Persönlichkeit, wie wir sie in Jakob von Gunten vorfinden, ist nur durch den Ausschluss der Welt möglich. Kirsch wiederum argumentiert für den Begriff des Bildungsromans: In der Forschung wird Jakob von Gunten häufig als Anti-Bildungsroman beschrieben. Doch das Dargestellte macht deutlich: Zwar ist das Institut Benjamenta seiner Struktur nach gegen Entwicklung gerichtet, die Erzählung dagegen berichtet sehr wohl von einer Entwicklung: der Menschwerdung, dem klassischen Thema des Bildungsromans.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk Robert Walsers ein und skizziert die methodische Herangehensweise zur Untersuchung des Romans „Jakob von Gunten“ unter den Gesichtspunkten Gattung, Zeit und Bildung.

1. Tagebuch, Zeit und Wissen: Dieses Kapitel analysiert die Funktion des Tagebuchs als literarische Form, die radikale Zeitlosigkeit innerhalb der Institution und das paradoxe Verhältnis von Wissen, Gesetz und Kommentar.

2. Das Kleine: Hier wird der Begriff des „Kleinen“ und Jakobs spezifische Motivation zur Dienstbarkeit als bewusst gewählter, aber paradoxer Lebensentwurf beleuchtet.

3. Wer herrscht wirklich?: Das Kapitel untersucht die komplexen Macht- und Abhängigkeitsstrukturen zwischen den Zöglingen, der Leitung und dem Protagonisten.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Walsers Roman eine Dekonstruktion konventioneller Bildungs- und Gattungsbegriffe darstellt, wobei Jakob durch seine individuelle Verweigerung eine Transformation des Instituts herbeiführt.

Schlüsselwörter

Robert Walser, Jakob von Gunten, Anti-Bildungsroman, Tagebuch, Zeitlosigkeit, Institut Benjamenta, Dienstbarkeit, Selbstauslöschung, Moderne, Literaturwissenschaft, Intertextualität, Machtverhältnisse, Ironie, Autorschaft, Fiktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Robert Walsers Roman „Jakob von Gunten“ und untersucht, wie der Text tradierte Konzepte wie den Bildungsroman oder das klassische Tagebuch ironisch unterläuft und dekonstruiert.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Gattungsproblematik, die Darstellung von Zeit bzw. Zeitlosigkeit, den Bildungsauftrag der fiktiven Schule und die Dynamik der Macht zwischen den Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie Jakob durch seine bewusste Entscheidung für ein "kleines", untergeordnetes Dasein eigentlich eine subtile Kontrolle über das Institut gewinnt und inwiefern dies den Zerfall der Institution einleitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit der bestehenden Forschungsliteratur (Sekundärliteratur) und der detaillierten Interpretation von Primärtextstellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Spannungsverhältnis zwischen dem Tagebuchformat und dem Inhalt, die Aufhebung von Zeitlichkeit durch die geschlossene Welt des Instituts sowie das komplexe Motiv der "Selbstbildung" versus der "Null-Werdung".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit besonders?

Zentrale Begriffe sind neben dem Autor und dem Werktitel vor allem "Anti-Bildungsroman", "Zeitlosigkeit", "Dienstbarkeit", "Selbstauslöschung" und "Ironie".

Warum spielt die Form des "Tagebuchs" eine so große Rolle im Roman?

Das Tagebuch wird hier nicht als rein dokumentarische Form genutzt, sondern ironisiert und literarisch überhöht, um Jakobs subjektive Wahrnehmung und seine Flucht vor der Außenwelt abzubilden.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Rolle von Jakob von Gunten?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Jakob trotz seines Wunsches, eine unbedeutende "Null" zu werden, durch sein reflektiertes Bewusstsein und seine Interaktionen das starre System des Instituts unfreiwillig transformiert und zum Untergang führt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Welch ein Geschwätz". Robert Walsers "Jakob von Gunten"
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)  (Institut für Germanistik: Literatur, Sprache, Medien (früher: Institut für Literaturwissenschaft))
Veranstaltung
Der schweizer Kafka: Robert Walser
Note
1,0
Autor
stud. phil. Dennis Ried (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
26
Katalognummer
V274726
ISBN (eBook)
9783656668053
ISBN (Buch)
9783656668046
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Robert Walser Walser Jakob von Gunten Gerneproblematik Dienen Herrschein Null Klein und Groß moderner Roman Moderne literarische Moderne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
stud. phil. Dennis Ried (Autor:in), 2014, "Welch ein Geschwätz". Robert Walsers "Jakob von Gunten", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274726
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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