Drogen entwickeln sich zunehmend zu einem Problem unserer Gesellschaft. Während der Konsum von Drogen früher überwiegend für die medizinische Anwendung und für Festlichkeiten oder Rituale genutzt wurde, spielt der Konsum im Alltagsleben unserer heutigen Gesellschaft eine stetig wachsende Rolle. Dieser Wandel ist durch den erheblichen Anstieg der Menschen, welche durch den Drogenkonsum starben sowie durch die stetig wachsende Zahl an Drogenabhängigen zum Ende der 70er Jahre, Anfang der 80er Jahre in das Bewusstsein der Gesellschaft getreten. Politik und Gesellschaft reagierten darauf unter anderem mit dem Aufbau von Einrichtungen, welche speziell für Drogenabhängige zuständig waren. Eine effektive Behandlungsmethode Opiatabhängiger ist dabei die Substitution.
In der folgenden Ausarbeitung werde ich mich zunächst in Kapitel 2 mit der Substitution befassen. Dabei wird der Begriff „Substitution“ erörtert. Anschließend erfolgt eine genauere Betrachtung der Substitutionsbehandlung, wobei eingangs auf ihre geschichtliche Entwicklung eingegangen wird und darauf aufbauend ihr Behandlungsablauf- sowie mögliche Therapieziele erläutert werden. Im Anschluss daran werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Substitution Opiatabhängiger betrachtet. Danach wird in Kapitel 3 auf die psychosoziale Betreuung in der Substitutionsbehandlung eingegangen, wobei im Unterkapitel 3.2 sowohl auf Problematiken, als auch auf Chancen und Vorteile der psychosozialen Beratung hingewiesen wird. In einem kurzen Fazit wird die Fragestellung „Substitution – Überlebenshilfe oder Einstieg zum Ausstieg“ anhand der vorrangegangenen Kapitel erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Substitution
2.1 Begriffsbestimmung Substitution
2.2 Die Substitutionsbehandlung
2.2.1 Die geschichtliche Entwicklung der Substitutionsbehandlung
2.2.2 Ziele und Behandlungsformen der Substitutionstherapie
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen der Substitutionsbehandlung
3. Psychosoziale Betreuung in der Substitutionsbehandlung
3.1 Inhalt von PSB
3.2 Notwendigkeit und Wirksamkeit von PSB
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Substitution in der Behandlung Opiatabhängiger und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Substitutionsbehandlung primär als Überlebenshilfe zu verstehen ist oder einen Einstieg in den Ausstieg aus der Drogenabhängigkeit darstellt.
- Grundlagen und Definition der Substitution
- Historische Entwicklung der Substitutionsbehandlung
- Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
- Bedeutung und Wirksamkeit der psychosozialen Betreuung (PSB)
Auszug aus dem Buch
Die geschichtliche Entwicklung der Substitutionsbehandlung
Schon im Jahre 1887 hat Albrecht Erlenmeyer darauf hingewiesen, dass langjährige Morphiumabhängigkeit von Menschen dazu führt, dass ihr Körper diese Substanz benötigt und sie aus diesem Grund nie ganz von diesem Suchtmittel entzogen werden können. Dennoch setzte sich diese Meinung für lange Zeit nicht durch und lediglich in England entstand 1924 ein Therapiekonzept, welches auf ähnlichen Ansichten beruhte. 1955 forderte die New York Academy of medicine eine neue Herangehensweise im Umgang mit drogenabhängigen Menschen. Sie sollten nicht mehr als kriminell, sondern als krank wahrgenommen sowie legal mit dem Substitutionsmittel Morphin versorgt werden können. Dies wurde von den Amerikanern Vincent Dole und Marie Nyswander umgesetzt, indem sie gemeinsam 1965 ein Konzept zur Behandlung von Opiatabhängiger mit Methadon veröffentlichten. Daher gelten sie als die Begründer der Substitutionsbehandlung obwohl bereits seit 1959 Robert Halliday Versuche zur Abstinenz Opiatabhängiger durch Methadon durchführte und schon vor Dole und Nyswander vom obersten Behandlungsziel des Drogenentzuges abrückte. Zu Beginn der 1960er Jahre ergänzte er sein Konzept der Substitutionsbehandlung durch das Hinzufügen der psychosozialen Behandlungskomponente.
In Europa wurde daraufhin ein paar Jahre später 1966 in Schweden das erste nationale Methadonprogramm eingeführt. Dänemark, England und die Niederlande ergänzten bis Ende der 1960er Jahre ihre Behandlungstherapien. Bis Ende der 1970er Jahre führten auch Portugal, Finnland und Italien die Substitutionsbehandlung ein. In Deutschland dauerte es sogar bis 1992, bis ein gesetzlicher Rahmen für die Substitution geschaffen wurde, welcher es dem behandelnden Arzt erlaubt Substitutionsmittel – auch wenn nicht grenzenlos – einzusetzen (Vgl. §13 Abs. 1 Satz 1 BtMG). Allerdings wurde das Substitutionsmittel Methadon erst 1994 zugelassen. Rechtliche Vorgaben in Bezug auf den Verlauf einer Substitutionsbehandlung wurden sogar erst 2000 in Deutschland – in Form des BtMVV – erlassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Drogenkonsums ein, erläutert die Relevanz der Substitution als Behandlungsmethode und skizziert den Aufbau der Seminararbeit.
2. Substitution: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Substitution, beleuchtet ihre geschichtliche Entwicklung und analysiert die medizinischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen der Behandlung.
3. Psychosoziale Betreuung in der Substitutionsbehandlung: Dieses Kapitel erläutert die Inhalte, die Notwendigkeit und die wissenschaftlich diskutierte Wirksamkeit der psychosozialen Unterstützung für Substituierte.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile der Substitutionsbehandlung zusammen und reflektiert die Ausgangsfrage nach der Einordnung als Überlebenshilfe oder Ausstiegshilfe.
Schlüsselwörter
Substitution, Opiatabhängigkeit, Substitutionsbehandlung, Methadon, Psychosoziale Betreuung, PSB, Suchttherapie, Betäubungsmittelgesetz, BtMVV, Abstinenz, Sozialwesen, Drogenhilfe, Reintegration, Gesundheitsvorsorge, Beschaffungskriminalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Substitutionsbehandlung von Opiatabhängigen und untersucht deren Stellenwert als therapeutische Maßnahme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition der Substitution, der historischen Entwicklung, den rechtlichen Grundlagen in Deutschland sowie der Rolle der psychosozialen Betreuung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Frage zu erörtern, ob Substitution eher als reine Überlebenshilfe fungiert oder ob sie den Einstieg in einen dauerhaften Ausstieg aus der Sucht ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert, einschließlich relevanter gesetzlicher Verordnungen und Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medizinisch-rechtliche Betrachtung der Substitution sowie die Analyse der psychosozialen Betreuungsangebote für die Patienten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind Substitution, Opiatabhängigkeit, psychosoziale Betreuung (PSB), BtMG, Suchttherapie und Reintegration.
Warum wird im Kapitel zur psychosozialen Betreuung ein "Recht statt Pflicht" gefordert?
Die Autorin argumentiert, dass eine gesetzliche Pflicht zur Beratung in ländlichen Regionen den Zugang zur medizinischen Substitution verhindern kann, weshalb ein Wahlrecht für Patienten sinnvoller wäre.
Welche Rolle spielt das Betäubungsmittelgesetz für die Substitution?
Das BtMG bildet zusammen mit der BtMVV das strenge rechtliche Fundament, welches den Umgang mit Substitutionsmitteln regelt und die ärztliche Verschreibungspraxis festlegt.
Was zeigt das Fazit bezüglich der Wirksamkeit der Substitution?
Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass die Substitution global gesehen einen hohen Erfolg erzielt, die persönliche Einordnung als Überlebens- oder Ausstiegshilfe jedoch stark vom Einzelfall abhängt.
- Citation du texte
- Jacqueline Sprey (Auteur), 2013, Substitution. Überlebenshilfe oder Einstieg zum Ausstieg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274792