Changemanagement und Implementierung eines Schulkonzeptes


Seminararbeit, 2014
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Ziel- und Fragestellung der Arbeit

2 Der Index für Inklusion als Grundvoraussetzung für ein Inklusionskonzept
2.1 Der Index für Inklusion
2.2 Teamarbeit als Ausgangspunkt für ein inklusives Schulkonzept

3 Grobkonzept für eine inklusive Schule
3.1 Welche Schülerinnen und Schüler sollen inklusiv beschult werden?
3.2 Prinzipien der sonderpädagogischen Förderung im inklusiven Unterricht
3.3 Kompetenzentwicklungen der Lehrerinnen und Lehrer
3.4 Zusammenarbeit im Team
3.5 Organisationsform

4 Steuerungsmöglichkeiten für die Schulleitung
4.1 Umsetzung des Konzeptes nach dem Implementierungsmodell
4.2 Evaluation der Implementation

5 Diskussion über Risiken und Konfliktpotentiale bei der Implementierung

6 Fazit

7 Literatur- und Quellenverzeichnis

0 Einleitung

Bei dieser Hausarbeit mit dem Titel Changemanagement und Implementierung eines Schulkonzeptes beispielhaft für die Umsetzung eines Inklusionskonzeptes geht es um die Frage, inwieweit eine Schulleitung ein Inklusionskonzept wirkungsvoll an einer Schule umsetzen und steuern kann. Die Hausarbeit wird im dazu begleitenden Seminar Schule als lernende Institution, verfasst. In der Gegenwart und in Zukunft wird die Frage für Schulen immer bedeutsamer, wie Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen in die Regelschulen integriert werden können. Im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist diese Frage für zukünftige Schulleitungen immer wichtiger. Die Förder- oder Sonderschulen werden aufgelöst, die Schülerinnen und Schülerinnen mit Behinderungen und mit besonderen Bedürfnissen werden integriert. Dies erfordert viel Kraft, einen hohen Willen im Lehrerkollegium und vor allem gute und ausgebildete Lehrkräfte, die sich auch mit der sonderpädagogischen Thematik befasst haben.

Im ersten Kapitel wird daher explizit auf die Ziel- und Fragestellung der Arbeit eingegangen. Dies dient dazu, um das Thema wissenschaftlich abzugrenzen und eine genaue und detaillierte Fragestellungen zu formulieren.

Im zweiten Kapitel geht es um den Index für Inklusion, welcher nach Hinz und Boban grundlegend ist für die Entwicklung eines Inklusionskonzeptes. Des Weiteren wird kurz auf die Notwendigkeit der Teamarbeit zwischen den Regelschul- und Förderschullehrkräften eingegangen.

Im Kapitel drei wird ein Grobkonzept für eine inklusive Schule, welches an einer Schule umgesetzt werden soll, dargestellt. Das Inklusionskonzept beruht auf theoretischer Literatur und den Praxiserfahrungen seitens des Verfassers. Dieses Kapitel ist bedeutend und nimmt daher einen quantitativen hohen Anteil der Hausarbeit ein.

Die wesentliche Aufgabe der Schulleitung, eine eine wirkungsvolle Umsetzung des Inklusionskonzeptes zu steuern, wird in Kapitel vier erläutert. Der Verfasser geht daher noch auf die Grundlagen des Changemanagements sowie mögliche Konfliktpotentiale im Implementierungsprozess ein.

Im Kapitel fünf diskutiert der Verfasser kritisch, welche Dinge beim Implementierungsprozess bedeutsam sind und wie die Schulleitung eine wirkungsvolle Umsetzung steuern kann.

Ein Fazit erfolgt im Kapitel sechs. Hier wird Bezug genommen auf die in Kapitel eins vorangegangenen Fragestellungen.

1 Ziel- und Fragestellung der Arbeit

Die Ziel- und Fragestellung dieser Hausarbeit wurde bereits im Kapitel 0 „Einleitung“ erwähnt, allerdings wird diese in diesem Kapitel konkretisiert. Die Umsetzung der Inklusion an den Schulen ist in vollem Gange, nur stellt sich die zentrale Frage, wie dies im Einzelnen gelingen soll. Die Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen an normale Regelschulen zu integrieren ist eine große Herausforderung.

Folgende vier Teilfragestellungen wird der Verfasser explizit versuchen zu beantworten.

1 Was ist Inklusion und welche Grundvoraussetzung sind für ein Inklusionskonzept notwendig?
2 Unter welchen Bedingungen von Zusammenarbeit ist die Umsetzung der Inklusion möglich?
3 Wie kann die Schulleitung die Implementierung eines Inklusionskonzeptes steuern?
4 Welche Risiken und Konfliktpotentiale sind bei der Implementierung von der Schulleitung zu berücksichtigen?

2 Der Index für Inklusion als Grundvoraussetzung für ein Inklusionskonzept

2.1 Der Index für Inklusion

Der Index für Inklusion wurde 2003 von Tony Booth und Mel Ainscow verfasst und auf Initiative von Prof. Dr. Hinz und Ines Boban ins Deutsche übersetzt. Der Index für Inklusion gibt zahlreiche Hinweise für eine systematische Schulentwicklung und Anregungen zur Reflexion. Der Grundgedanke des Index besteht darin, die vorhandene Vielfalt in der Schule wahrzunehmen, zuzulassen sowie als wertvolle Bereicherung anzusehen.[1]

Der Index für Inklusion legt den Schwerpunkt auf die Teambildung und die Teamarbeit, die voraussetzend für einen inklusiven Schulentwicklungsprozess sind. Demnach muss Teamarbeit zwischen Regelschullehrern und Sonderpädagogen funktionieren. Für den Fall, dass diese Voraussetzung nicht gegeben ist, kann keine Inklusion stattfinden.

Der Index verfolgt nicht die Absicht, ein festes inklusives Modell für jede Schule zu entwickeln, da jede Schule eigene Voraussetzungen mitbringt. Das Index-Konzept ist flexibel und kann den Bedingungen, die in der jeweiligen Schule vorherrschen in mehretappigen Prozessphasen angepasst werden.

Der Index für Inklusion wurde in dreijähriger Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Pädagogen, Schulleitungen und Eltern von Tony Booth und Mel Ainscow in Großbritannien „zur Qualitätsentwicklung von Schulen“[2] entwickelt. Die Übersetzung erfolgte in zwanzig Sprachen und wurde für deutschsprachige Verhältnisse von den Integrationspädagogen Ines Boban und Andreas Hinz übersetzt, bearbeitet und herausgegeben.[3]

Der Begriff „Index“ wird im Fremdsprachenwörterbuch wie folgt definiert: „(…) Sachverzeichnis, Liste (bes. verbotener Schriftwerke; Register, Stichwortverzeichnis (…)“.[4] Der Index für Inklusion ist nach dem Inklusionsgedanken jedoch mehr als nur ein Register oder Sachverzeichnis. Es werden Konzepte und Methoden formuliert, die sich in dem Prozess einer inklusiven Schulentwicklung widerspiegeln sollen.

Der Index beinhaltet „(…) Vorschläge, er ist kein Test für Schulen, die als Ergebnis bescheinigt bekommen, wie sehr - oder auch wie wenig - sie inklusiv sind.“[5] Das heißt, dass der Index vielmehr eine Systematik und Hilfestellung in der Entwicklung zu einer inklusiven Schule bietet und einen Bezugsrahmen und Reflexionsmöglichkeiten enthält.

„Der Index umfasst einen Prozess der Selbstevaluation, in dessen Rahmen eine Reihe von Schulentwicklungsphasen durchlaufen werden.“[6] Dieser Prozess kann einige Jahre andauern. Dies sollte für diejenigen im Voraus klar sein, welche sich an dem inklusiven Schulentwicklungsprozess beteiligen.

Wie bereits erwähnt, existiert kein vorgefertigtes inklusives Schulmodell. Daher sollte jede Schule das Bestreben haben, einen eigenen Index der Inklusion zu entwickeln. Dieser sollte an die jeweilige Schulsituation und die Bedürfnisse der Schule angepasst sein.

In diesem Sinn sind die im Index formulierten Fragestellungen zur Entwicklung einer inklusiven Schule veränderbar und ergänzbar.[7]

Der Aufbau des Index für Inklusion gliedert sich in fünf Teile. Der erste Teil umfasst die theoretischen Ansätze und Schlüsselkonzepte, die den Gedanken der Inklusion erfassen und eine Reflexion über eine inklusive Schulentwicklung ermöglichen.

Der Teil zwei bietet Vorschläge, die sich konkret auf den Prozess der Inklusion beziehen und diesen beschreiben sollen. Teil drei schließt die inhaltlichen Komponenten mit allen Indikatoren sowie Fragestellungen ein.

Im vierten Teil werden Fragebögen angeboten, die bei dem Entwicklungsprozess zu einer inklusiven Schule herangezogen werden können, um dem Schulentwicklungsteam dabei zu helfen Prioritäten festzulegen. Diese können für weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden. Der letzte und fünfte Teil beinhaltet englische und deutsche Literatur sowie ein Glossar mit Erklärungen.[8]

Die wesentlichen Ziele der Inklusion werden im Index für Inklusion projiziert.

Demnach zielt „Inklusion in Erziehung und Bildung auf

- die gleiche Wertschätzung aller Schüler und Mitarbeiter,
- die Weiterentwicklung der Kulturen, Strukturen und Praktiken in Schulen, so dass sie besser auf die Vielfalt der Schüler, ihres Umfeldes eingehen,
- den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schüler, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen wird,
- die Anregung durch Projekte, die Barrieren für Zugang und Teilhabe bestimmter Schüler überwinden und mit denen Veränderungen zum Wohl vieler Schüler bewirkt werden konnten,
- die Sichtweise, dass Unterschiede zwischen den Schülern, Chancen für das gemeinsame Lernen sind und nicht Probleme, die es zu überwinden gilt,
- die Anerkennung, dass alle Schüler, ein Recht auf wohnortnahe Bildung und Erziehung haben,
- die Verbesserung von Schulen nicht nur für die Schüler mit besonderem Förderbedarf, sondern auch für alle anderen Beteiligten,
- die Betonung der Bedeutung von Schulen dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu entwickeln und Leistungen zu steigern,
- den Auf- und Ausbau nachhaltiger Beziehungen zwischen Schulen und Gemeinden,
- den Anspruch, dass Inklusion in Erziehung und Bildung ein Aspekt von Inklusion in der Gesellschaft ist.“[9]

Anhand der Bildungs- und Erziehungsziele der Inklusion kann zusammenfassend gesagt werden, dass Inklusion darauf ausgerichtet ist, alle Barrieren in Bildung, Erziehung sowie Gesellschaft zu reduzieren.

Um den Bezugspunkt zu dem Thema der Hausarbeit herzustellen, muss zunächst dargestellt werden, dass der Index einen Schwerpunkt auf die „(…) Steigerung von Leistungen mit der Entwicklung kooperativer Beziehungen (…)“[10] legt. Teamarbeit ist eine Kooperationsform und stellt für die Umsetzung der Inklusion einen wichtigen Indikator dar. Anders ausgedrückt ist Teamarbeit eine tragende und voraussetzende Ressource für ein Inklusionskonzept.

Des Weiteren sieht der Index für Inklusion vor, dass drei Dimensionen vorherrschen müssen, um Inklusion in einer Regelschule zu entwickeln. Somit gilt es „inklusive Kulturen zu schaffen, indem sich die Gemeinschaft akzeptiert und zusammenarbeitet, inklusive Strukturen zu etablieren, das heißt Inklusion als das Leitbild zu etablieren und inklusive Praktiken zu entwickeln, in denen die inklusive Kultur und Struktur erkennbar ist.“[11] Erst wenn diese drei Dimensionen stehen, kann mit der inklusiven Schulentwicklung begonnen werden.

Die nachfolgende Abbildung stellt die inklusive Schulentwicklung in einem Kreislauf bestehend aus fünf Prozessphasen dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Der Index-Prozess der Schulentwicklung im Planungskreislauf[12]

In der Abbildung wird der fortlaufende Prozess der inklusiven Schulentwicklung erkennbar. Sinnvoll ist es, eine Hilfestellung von außen zu holen, um ein neutrales Sichtfeld auf die Voraussetzungen über den aktuellen Stand der Schule zu schaffen. So kann ein Einstieg in den Prozess ermöglicht werden. Um die erste Phase der Schulentwicklung einzuleiten, muss ein Index-Team aufgestellt werden (dieser Prozess kann bis zu sechs Wochen andauern), denn ohne diese Organisationsgruppe kann erstens keine Schulgemeinschaft repräsentiert werden und zweitens die inklusive Entwicklung nicht fundiert werden.[13]

[...]


[1] Vgl. Index für Inklusion, Online im WWW unter URL: http://www.montag-stiftungen.de/jugend-und-gesellschaft/jugend-gesellschaft-projekte/index-fuer-inklusion/index-fuer-inklusion0.html

[2] Hinz, o. J., S. 2.

[3] Vgl. Zickgraf, 2005, o. S., Online im WWW unter URL: http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/bildungplus.html?artid=458

[4] Klien/ Uhlmann/ Becker, 1954, S. 257.

[5] Boban/ Hinz, 2003, S. 3.

[6] Hinz, o. J., S. 3.

[7] Vgl. Boban/ Hinz, 2003, S. 16.

[8] Vgl. Hinz, 2003, S. 8.

[9] Boban/ Hinz, 2003, S. 10.

[10] Ebenda, S. 8.

[11] Ebenda, S. 14f.

[12] Abbildung modifiziert entnommen in: Boban/ Hinz, 2003, S. 19.

[13] Vgl. Boban/ Hinz, 2003, S. 19.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Changemanagement und Implementierung eines Schulkonzeptes
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V274796
ISBN (eBook)
9783656678786
ISBN (Buch)
9783656678755
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Schulleitung, Schulwesen, Changemanagement, Change Management, Veränderung, Veränderungsprozesse
Arbeit zitieren
M. Ed. Christoph Staufenbiel (Autor), 2014, Changemanagement und Implementierung eines Schulkonzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274796

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