Der Arbeitsbereich „Texte/ Medien und Kontexte“ ist im Rahmenplan für das Fach Deutsch in der Gymnasialen Oberstufe vorgesehen. Im Rahmen dieses Bereichs sollen die Schüler u.a. gattungsspezifische und sprachliche Phänomene von Medien kennen lernen und diese für eigene Analysen, Deutungen und Wertungen heranziehen. Weiterhin sollen die Schüler Produkte der Medien kritisch reflektieren und ein methodisches Repertoire zum Umgang mit Medienerzeugnissen entwickeln.
Darüber hinaus ist mir zu Beginn der Einheit aufgefallen, dass viele der Schüler regelmäßig die Bild-Zeitung lesen und mit den Veröffentlichungen vollkommen unkritisch umgehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Planungsrelevante Faktoren
1.1 Schülerbezogene Planungsfaktoren
1.2 Lehrerbezogene Planungsfaktoren
1.3 Organisatorische Planungsfaktoren
2. Entscheidungen
2.1 Makroebene
2.1.1 Legitimation des Unterrichts und grundsätzliche Absichten
2.1.2 Einbettung in den laufenden Unterricht
2.2 Mikroebene
2.2.1 Didaktische Reduktion
2.2.2 Stundenlernziel
2.2.3 Einzellernziele
3. Unterrichtsverlauf
3.1 Phasierung
3.2 Durchführungskonzept
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser unterrichtspraktischen Übung ist es, Schülern einer 11. Klasse die kritische Auseinandersetzung mit Printmedien – exemplarisch anhand der Bild-Zeitung und des Hamburger Abendblatts – näherzubringen, um ihre Medienkompetenz und Urteilsfähigkeit gegenüber boulevardjournalistischen Darstellungsformen zu stärken.
- Analyse und Vergleich sprachlicher Gestaltungsmittel verschiedener Zeitungen
- Kritische Reflexion von Medienmanipulation und Tatsachenverzerrung
- Praktische Anwendung von erlernten Stilmerkmalen durch eigene Textproduktion
- Methodenkompetenz durch Gruppenarbeit und Präsentation der Ergebnisse
- Evaluation des eigenen Medienkonsumverhaltens
Auszug aus dem Buch
Aussage von Karl-Heinz Z.
Ich suche die Akteure der BILD-Geschichte auf: Herrn Z. in seiner Wohnung in Wesel. Er ist erst 30, sieben Jahre jünger als BILD ihn Deutschlands unverheirateten, geschiedenen oder verwitweten Frauen offerierte. Dafür ist seine Wohnung kleiner als ausgeschrieben: statt sechs sind es vier Zimmer.
Herr Z. spielt die Rolle, wie BILD sie für ihn geschrieben hat. Er spricht nicht von seiner Frau, sondern von der „Mutti“, die ihm, obwohl sie „keinen Grund hatte und immer wunschlos glücklich war, mit dem Türken betrogen“ hätte. Herr Z. ist bei der Sortierung der zahlreichen Bewerberinnenbriefe, die ihm BILD beschert hat. Von einem 18-jährigen „anspruchslosen und hingebungsvollen Mädchen“ bis zur ausgereiften Studienrätin, die sich mit ihm, dem Arbeiter, sexuell nicht einlassen möchte, dafür jedoch ihre ganze Liebe den armen im Stich gelassenen Kleinen schenken will, hat er unter hundert Angeboten die freie Auswahl. Er erzählt, wie BILD ihn zur Redaktion nach Essen fuhr und ihn einen Tag lang mit Bewerberinnen aus ganz Deutschland telefonieren ließ und einen neuen Artikel „Die neue Mutti soll nie schimpfen“ nachzog.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Planungsrelevante Faktoren: Dieses Kapitel beschreibt die Ausgangslage der Klasse, die Rolle der Lehrkraft sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen der Unterrichtsstunde.
2. Entscheidungen: Hier werden die didaktischen und methodischen Entscheidungen auf Makro- und Mikroebene begründet und in den laufenden Unterricht eingebettet.
3. Unterrichtsverlauf: Dieser Abschnitt erläutert die Phasen der Unterrichtsstunde vom Einstieg über die Erarbeitung bis zur Evaluation und präsentiert ein detailliertes Durchführungskonzept.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Bild-Zeitung, Boulevardjournalismus, Unterrichtsentwurf, Sprachanalyse, Medienmanipulation, Gymnasiale Oberstufe, Didaktische Reduktion, Schreibaufgabe, Medienkritik, Fach Deutsch, Printmedien, Urteilsfähigkeit, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Es handelt sich um einen Entwurf für eine unterrichtspraktische Übung im Fach Deutsch, in der Schüler der 11. Klasse lernen, die Berichterstattung der Bild-Zeitung kritisch zu hinterfragen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf den Bereich "Texte/Medien und Kontexte", insbesondere auf den Vergleich von Boulevardzeitungen mit regionalen Nachrichtenmedien.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen die stilistischen Merkmale von Zeitungen kennenlernen, ihre Seriosität bewerten und eine kritische Distanz zu Medienerzeugnissen entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht eingesetzt?
Unter anderem wird die Methode der szenischen Interpretation sowie der vergleichende Textvergleich zwischen verschiedenen Presseerzeugnissen genutzt.
Was wird im Hauptteil des Entwurfs thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodisch-didaktische Begründung des Vorgehens, die Einbettung in den Lehrplan und den konkreten Ablauf der Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienmanipulation, Sprachanalyse, Boulevardstil, kritische Reflexion und fachliche Kompetenzentwicklung.
Warum wurde die Bild-Zeitung als Untersuchungsobjekt gewählt?
Die Lehrkraft hat beobachtet, dass viele Schüler dieses Medium regelmäßig und unkritisch konsumieren, was eine inhaltliche Auseinandersetzung notwendig macht.
Welche Bedeutung kommt dem Hintergrundmaterial von Günter Wallraff zu?
Das Material verdeutlicht den Schülern durch den Vergleich von BILD-Artikeln mit Hintergrundrecherchen, wie stark Boulevardmedien die Realität verzerren können.
Wie werden die Ergebnisse der Schüler gesichert?
Die Ergebnisse werden auf Metaplankarten gesammelt, fotografiert und den Schülern in der Folgestunde als Kopien zur Verfügung gestellt.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Hilbert (Autor:in), 2008, Manipulation durch Medien: Kritische Auseinandersetzung mit der Bild-Zeitung (Unterrichtsstunde), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274900