Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject French - Literature, Works

Ironie in Jean-Phillipe Toussaints "La salle de bain"

Title: Ironie in Jean-Phillipe Toussaints "La salle de bain"

Seminar Paper , 2014 , 17 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Catherine Schilling (Author)

Didactics for the subject French - Literature, Works
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Jean-Philippe Toussaint, dessen erstes Werk 1985 veröffentlicht wurde, gehört zu den Autoren deren Romane zu den sogenannten "romans impassibles" des renommierten Verlagshaus Éditions de Minuit gezählt werden. Sie zeichnen sich unter anderem "durch einen spielerisch-subversiven Umgang mit der écriture sowie durch eine ironisch-distanzierte Grundstimmung" aus. Doch wie überträgt sich diese geschriebene Ironie auf den Leser? Im Film oder im Theater kann eine ironische Szene durch Gestik oder bestimmte Ausdrucksweise untermalt werden. In einem Roman jedoch kann der Autor ausschließlich mit der Sprache spielen. Schreibt er also explizit hin, dass es sich bei seinen Erzählungen um Ironie handelt oder gibt es andere Methoden um eine ironische Haltung zu vermitteln?
Um diese Frage zu beantworten möchte ich mich in dieser Hausarbeit zum Proseminar Der französische Roman der 1980er und 1990er Jahre, mit dem Thema Ironie beschäftigen, insbesonders mit Bezug auf Toussaints ersten veröffentlichten Roman La salle de bain. Zunächst möchte ich den Begriff Ironie laut Definition und Erklärung des Reallexikons der deutschen Literaturwissenschaft erläutern, anschließend werde ich eine Zusammenfassung des Romans verfassen, den ich schließlich aus Perspektive der Ironie genauer analysieren werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Begrifflichkeit

2. Die Ironie in Toussaints Roman La salle de bain

2.1. Zusammenfassung des Romans

2.2. Der ironische Schreibstil

2.2.1. Eine zerstückelte Geschichte

2.2.2. Nummerierung der Absätze

2.2.3. Paris - L'hypothénuse - Paris

2.2.4. Distanz zwischen erlebendem und erzähltem Ich

2.2.5. Spiel mit der Leseerwartung

2.3. Situationsironie

2.3.1. Die Flucht in das Badezimmer

2.3.2. Die Vorherrschaft des Nichtstuns

2.3.3. Gewaltspiele

2.3.4. Die Ironie des Alltags

2.4. Ironie der Romanhelden

2.4.1. Der Protagonist

2.4.2. Figuren ohne Vergangenheit

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die spezifischen ironischen Merkmale in J.-P. Toussaints Roman La salle de bain. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Autor durch eine besondere Schreibweise und narrative Distanz eine ironische Grundstimmung erzeugt, obwohl ihm im Vergleich zu Film oder Theater nur die Sprache als Mittel zur Verfügung steht.

  • Analyse des Begriffs der Ironie in der Literatur
  • Untersuchung des ironischen Schreibstils bei Toussaint
  • Deutung von Situationsironie und Alltagselementen
  • Charakterisierung der ironischen Haltung des Protagonisten

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Eine zerstückelte Geschichte

Wenn man den Inhalt des Romans genauer betrachtet, erkennt man schnell, dass in diesem Buch im Grunde nichts Besonderes passiert, wie etwa in einem Kriminalroman, in dem die Spannung darin besteht einen Fall zu lösen und in dem sich der ganze Roman zu einem Höhepunkt entwickelt. Dennoch gelingt es dem Autor eine gewisse Neugier beim Leser auszulösen, indem er ihn auf unterschiedliche Art in die Irre führt und viel Raum für Erwartungen bietet, diese jedoch entweder nicht erfüllt, oder offen lässt. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von alltäglichen Geschehnissen ohne Zusammenhang. Es besteht zwar eine gewisse Chronologie, jedoch tragen die zeitlichen Angaben wenig zum Verständnis der Geschichte bei.

Diese Banalisierung kann als ironisch wahrgenommen werden, wenn man die Tatsache, dass das Buch aus alltäglichen, banalen und trivialen Aktivitäten besteht, als ironische Darstellung der modernen Welt versteht. Eine Welt in der man sich ständig mit unwichtigen Dingen beschäftigt und das Wesentliche oft aus den Augen verliert.

Andererseits ist diese Fragmentierung von zusammenhanglosen Begebenheiten auch eine Möglichkeit Leseerwartungen auszulösen, da der Leser erfahren möchte wie es weitergeht. Diese Folgen bleiben jedoch verschwiegen, was wiederum zu einer Form von Ironie zählt, da der Autor etwas ankündigt was am Ende doch ein Geheimnis bleibt. Die Handlungsmotive bleiben ungewiss, die Ortswechsel werden weder durch Ereignisse in der Geschichte, noch durch entscheidende Hinweise vom Erzähler nachvollziehbar. Außer dem Protagonisten und Edmondsson gibt es im Roman ausschließlich Figuren die nur in einer konkreten Situation auftauchen und die Aneinanderreihung der Prozesse im Roman erheben den Eindruck, dass ihre Chronologie nicht von großer Bedeutung ist.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk von Toussaint und die Thematik der geschriebenen Ironie ein, die in dieser Arbeit analysiert werden soll.

1. Begrifflichkeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ironie von seinen griechischen Ursprüngen bis hin zur literaturwissenschaftlichen Unterscheidung zwischen Simulatio und Dissimulatio.

2. Die Ironie in Toussaints Roman La salle de bain: Das Hauptkapitel untersucht die verschiedenen Ebenen der Ironie in Toussaints Roman, von der Schreibweise über die Handlungsführung bis hin zur Charakterisierung der Figuren.

2.1. Zusammenfassung des Romans: Hier wird der Inhalt des Romans La salle de bain kurz skizziert, um ein Verständnis für die Ausgangslage des Protagonisten zu schaffen.

2.2. Der ironische Schreibstil: Dieser Abschnitt analysiert die stilistischen Mittel, mit denen der Autor ironische Brüche erzeugt, darunter die Zerstückelung des Textes und das Spiel mit der Leseerwartung.

2.2.1. Eine zerstückelte Geschichte: Fokus auf die Fragmentierung und die Banalisierung des Erzählten als Ausdruck ironischer Weltdarstellung.

2.2.2. Nummerierung der Absätze: Analyse der absichtlichen, aber "sinnlosen" Nummerierung der Textfragmente als Mittel zur Vortäuschung einer Logik.

2.2.3. Paris - L'hypothénuse - Paris: Untersuchung der Titelstruktur der drei Buchteile und deren Verhältnis zum zitierten Satz des Pythagoras.

2.2.4. Distanz zwischen erlebendem und erzähltem Ich: Analyse der "camera-eye-Technik" und der distanzierten Erzählweise des Protagonisten.

2.2.5. Spiel mit der Leseerwartung: Beschreibung, wie der Autor durch abrupte Unterbrechungen von Szenen ironische Widersprüche erzeugt.

2.3. Situationsironie: Behandlung unerwarteter, oft absurder Ereignisse, die den Leser verwirren und Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Handlung aufkommen lassen.

2.3.1. Die Flucht in das Badezimmer: Deutung des exzessiven Aufenthalts in der Badewanne als Ausdruck von Passivität und Abgrenzung.

2.3.2. Die Vorherrschaft des Nichtstuns: Analyse der Resistenz des Protagonisten gegen gesellschaftliche Normen der Aktivität.

2.3.3. Gewaltspiele: Untersuchung der Funktion von Dartspielen als harmlose Form des Aggressionsabbaus.

2.3.4. Die Ironie des Alltags: Analyse der Diskrepanz zwischen banalen Alltagsereignissen und der Art der Darstellung, etwa durch offizielle Reden oder Sprachlosigkeit.

2.4. Ironie der Romanhelden: Untersuchung der Figur als "Ironiker" im Sinne der ironia vitae.

2.4.1. Der Protagonist: Vergleich des Protagonisten mit der sokratischen Figur des Ironikers.

2.4.2. Figuren ohne Vergangenheit: Analyse der Bedeutungslosigkeit und Zufälligkeit der Nebenfiguren für das Verständnis des Protagonisten.

3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyse, wobei hervorgehoben wird, dass Toussaint die ironische Schreibweise erfolgreich nutzt, um eine "ironische Haltung" im Roman zu definieren.

Schlüsselwörter

Ironie, Jean-Philippe Toussaint, La salle de bain, Roman impassible, Erzählform, Situationsironie, literarische Analyse, Fragmentierung, Leseerwartung, Romanhelden, Schreibstil, Distanz, Alltag, literarische Rhetorik, Postavantgarde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ironischen Merkmale und die ironische Erzählweise im Roman La salle de bain von Jean-Philippe Toussaint.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der ironische Schreibstil, die Situationsironie und die Charakterisierung des Protagonisten als "Ironiker" innerhalb einer modernen, banalen Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, wie Toussaint trotz der rein textuellen Möglichkeiten eines Romans eine distanzierte und ironische Wirkung beim Leser erzielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, gestützt durch Definitionen aus dem Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft sowie Bezugnahmen auf Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Schreibstils (Fragmentierung, Nummerierung, Distanz), der Situationsironie (Alltag, Nichtstun, Gewaltspiele) und der Rolle der Romanhelden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Ironie, Erzählform, Fragmentierung, Distanz, Leseerwartung und Roman impassible.

Welche Funktion hat die Nummerierung der Absätze im Roman?

Die Nummerierung dient laut Toussaint dazu, dem Leser eine logische Struktur vorzutäuschen, wo eigentlich keine vorhanden ist, was als ironisches Mittel wahrgenommen wird.

Wie lässt sich der Protagonist als Ironiker klassifizieren?

Der Protagonist wird in Anlehnung an das sokratische Konzept der ironia vitae als Figur beschrieben, bei der zwischen Handeln und Denken ein Bruch besteht, was sich in seiner Passivität und Distanz zur Gesellschaft zeigt.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Ironie in Jean-Phillipe Toussaints "La salle de bain"
College
Free University of Berlin  (französische Philologie)
Course
Der französische Roman der 1980er und 1990er Jahre
Grade
2.3
Author
Catherine Schilling (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V274937
ISBN (eBook)
9783656676447
ISBN (Book)
9783656676430
Language
German
Tags
Jean-Philippe Toussaint La salle de bain Ironie französischer Roman Editions de Minuit 80er 90er
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Catherine Schilling (Author), 2014, Ironie in Jean-Phillipe Toussaints "La salle de bain", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274937
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint