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Das Schicksal des Studenten Anselmus in "Der goldne Topf"

Berufung zum Poeten, oder ein psychopathologischer Fall von Wahnsinn?

Titre: Das Schicksal des Studenten Anselmus in "Der goldne Topf"

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 20 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Tatjana Enderle (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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„Wahnsinn!“ – Heute ein Ausruf von Begeisterung, eine Hyperbel mit positiver oder negativer Konnotation. Doch zu Zeiten E.T.A Hoffmanns war dies eine Kategorie für Seelenkrankheit und eine Abweichung gesellschaftlicher Normen – „Nicht recht bei Troste“ und „wahnwitzig“, schlicht psychisch krank. Der Mensch, welcher der Bürgerlichkeit und der Gesellschaft nicht von Nutzen war galt es zurückzuführen in einen Lebenswandel, der als gesittet galt und sich zu fügen wusste. Wahnsinnige wurden ausgegrenzt, waren nicht Teil der Gesellschaft. Es wurde strikt differenziert zwischen krank und gesund – und die Kranken galt es zu heilen. Die Wahnsinns-Thematik ist auch in den Werken Hoffmanns zu finden. Er war belesen in den medizinischen Schriften seiner Zeit und wusste sein Wissen geschickt einzusetzen, mit Poesie zu verbinden. Auch in „Der goldne Topf“, der erstmals 1814 erschien und den Untertitel „Ein Märchen aus der neuen Zeit“ trägt, wird die Geschichte des Studenten Anselmus erzählt. Er erlebt Wunderbares in einer bürgerlichen Welt, die sich doch lieber für Wunderbares verschließen mag. Findet er seinen Weg zum poetischen Leben in Atlantis durch Helfer, wie den Archivarius Lindhorst und seine geliebte Serpentina? Oder ist er schlicht verrückt, wie es die Philister Konrektor Paulmann und andere Philister behaupten? Anselmus einmal durch die Brille eines Psychologen zu betrachten und die märchenhaften Elemente als Symptome seiner psychischen Krankheit zu deuten, dies ist die Sicht auf „Der goldne Topf“, wie sie in der anschließenden Arbeit einmal expliziert werden soll.
Zunächst wird die Geschichte des Poeten Anselmus beschrieben, eine Dichterinitaitonsgeschichte, die für die bürgerlichen Figuren des Märchens nicht erkennbar ist, die der Student jedoch durchlebt. Anschließend wird die Kehrseite betrachtet: Der Fall Anselmus. Begeht er letztendlich Suizid?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Seelenkunde und E.T.A Hoffmann

3. Anselmus: Erkenntnisprozess eines Poeten

4. Die Leiden des Studenten Anselmus: Eine Fallstudie

4.1. Unter dem Holunderbaum

4.2. Auf der Elbe

4.3. Vor der Haustür

4.4. Die Melancholie

4.5. Der Alkoholrausch

4.6. Der Fall ins Kristall

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal des Studenten Anselmus aus E.T.A. Hoffmanns "Der goldne Topf" und analysiert, ob dessen Entwicklung als Prozess der poetischen Initiation oder als psychopathologische Fallgeschichte innerhalb einer bürgerlichen Gesellschaftsordnung zu interpretieren ist.

  • Historischer Krankheitsbegriff und Seelenkunde um 1800
  • Die Dichterinitiation als Gegenentwurf zur bürgerlichen Vernunft
  • Medizinische Fallstudien zur Melancholie und zum Wahnsinn
  • Spannungsfeld zwischen Realität, Illusion und Suizidgedanken
  • Die ästhetische Funktionalität des Wahnsinnsmotivs

Auszug aus dem Buch

4.1. Unter dem Holunderbaum

Der erste Moment des Wahnsinns überkommt den Studenten Anselmus unter dem Holunderbaum, unter den er sich nach dem unglücklichen Zusammenstoß mit der Apfelfrau zurückzieht. Der Student nimmt das Rascheln neben ihm zunächst als Flüstern des Abendwindes wahr, doch die Einbildungskraft lassen die Lichtreflexe und die Naturgeräusche zu drei goldgrünen Schlänglein werden, die ihn fortan in den Bann ziehen. So beschreibt Reil die Symptome einer Seelenkrankheit, wie sie auf Anselmus‘ passen, wie folgt:

„Die Seele starrt zuweilen unverwandt auf ein Object, oder auf einen engen Kreis verwandter Objekte hin, wie ein Thier, das von einer Klapperschlange ins Gesicht gefasst ist.“

In der Szene zeigt sich ebenfalls, dass Anselmus anscheinend schon einen gewissen Hang zur Naturmystik besitzt, der seine Phantasie beflügelt. Laut des animalischen Magnetismus nach Mesmer wird dieser Zustand durch den magnetisierten Holunderbaum ausgelöst, der zuvor von einem Hypnotiseur aufgeladen wurde und sich auf Anselmus entlädt. So verfällt der Student der Kraft des Baumes und es ist eine Symbiose von Einbildungskraft und visueller Wahrnehmung, die ihn in phantastische Momente versetzt. Von seinem bürgerlichen Umfeld werden sie als wahnsinnige Seelenkrankheit empfunden.

Die Überschrift dieser ersten Vigilie „Die Unglücksfälle des Studenten Anselmus“ deuten schon auf eine Seelenkrankheit hin, die nach Auhuber zu einer Melancholie führen kann. In dem Monolog, welcher Anselmus unter dem Holunderbusch vor der Begegnung mit Serpentina führt wird deutlich wie negativ beladen er seine akute Situation, aber auch sein gesamtes Leben empfindet. Er grübelt und fällt in eine einsame, depressive Stimmung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Wahnsinnsthematik bei Hoffmann und Darstellung der zwei Lesarten: poetische Initiation versus psychische Erkrankung.

2. Seelenkunde und E.T.A Hoffmann: Beleuchtung des historischen Kontextes um 1800 und der medizinischen Einflüsse auf die Darstellung des Anselmus.

3. Anselmus: Erkenntnisprozess eines Poeten: Analyse der Entwicklung des Studenten als Dichterwerdung unter dem Einfluss von Serpentina und Archivarius Lindhorst.

4. Die Leiden des Studenten Anselmus: Eine Fallstudie: Detaillierte Untersuchung verschiedener Episoden des Protagonisten unter dem Aspekt pathologischer Symptome wie Melancholie und Wahn.

5. Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine medizinische Deutung der Ereignisse trotz der poetischen Einbettung stützt.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der goldne Topf, Anselmus, Wahnsinn, Melancholie, Dichterinitiation, Romantik, Seelenkunde, Psychiatrie, Animalischer Magnetismus, Medizinische Fallbeschreibung, Illusion, Realität, Suizid, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte des Studenten Anselmus unter dem Gesichtspunkt, ob dessen Erlebnisse als eine poetische Berufung oder als Anzeichen für eine psychische Erkrankung gedeutet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Psychiatrie um 1800, der literarische Diskurs über Wahnsinn und die ambivalente Darstellung von Realität und Fantasie bei E.T.A. Hoffmann.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit versucht, die "Krankheitsgeschichte" des Anselmus durch den Abgleich mit zeitgenössischen medizinischen Texten nachzuweisen und kritisch gegenüber der Interpretation als Dichterinitiation abzuwägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primäre Textstellen durch den Kontext historischer medizinischer Fachliteratur (z. B. Reil, Mesmer) interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fallstudien, die einzelne Episoden der Erzählung (unter dem Holunderbaum, auf der Elbe, der Fall ins Kristall) auf ihre psychopathologischen Anzeichen untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wahnsinn, Melancholie, Dichterinitiation, Philisterwelt, Animalischer Magnetismus und die psychologische Deutung romantischer Literatur.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Philister von der des Anselmus?

Während Anselmus seine Erlebnisse als Zugang zum Wunderbaren versteht, bewertet die bürgerliche Welt (Philister) sein Verhalten konsequent als Symptom für geistige Umnachtung oder Krankheit.

Welche Bedeutung hat das Motiv des Suizids in dieser Arbeit?

Das Motiv wird als eine mögliche Deutung für den "Fall ins Kristall" angeführt, wobei der Sturz in die Arme Serpentinas metaphorisch mit dem Freitod in den Fluten der Elbe gleichgesetzt wird.

Warum spielt das Glas- und Kristallmotiv eine besondere Rolle?

Es fungiert als Metapher für den bürgerlichen Kerker einerseits und für die Sphäre des Wunderbaren andererseits, in der Anselmus letztlich seine Identität verliert.

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Titre
Das Schicksal des Studenten Anselmus in "Der goldne Topf"
Sous-titre
Berufung zum Poeten, oder ein psychopathologischer Fall von Wahnsinn?
Université
University of Cologne
Note
2,3
Auteur
Tatjana Enderle (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
20
N° de catalogue
V274976
ISBN (ebook)
9783656679721
ISBN (Livre)
9783656679707
Langue
allemand
mots-clé
schicksal studenten anselmus topf berufung poeten fall wahnsinn
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tatjana Enderle (Auteur), 2013, Das Schicksal des Studenten Anselmus in "Der goldne Topf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274976
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