Es handelt sich vorliegend um einen Bericht zum obligatorischen Blockpraktikum an einem Thüringer Gymnasium. Schwerpunkt und Kern der Ausführungen bilden dabei Überlegungen rund um die Ebenen der Unterrichtsplanung aus der Perspektive der Fächer Deutsch und Sport. Zu den jeweiligen Fächern finden sich ausführliche Stundenplanungen, -dokumentationen und -auswertungen vor. Darüber hinaus ergänzen Hospitationsprotokolle, Diskussionen ausgewählter Beobachtungsschwerpunkte sowie die Planung, Durchführung, Dokumentation und Auswertung erster eigener Unterrichtserfahrungen diesen Bericht.
Inhaltsverzeichnis
1. Charakterisierung der Schulsituation
1.1 Charakterisierung der Schulsportsituation
1.2 Charakterisierung der Situation im Deutschunterricht
2. Vorbesinnung: Erwartungen im Vorfeld des Praktikums
3. Hospitationsanalysen
3.1 Hospitationsprotokolle Sport
3.2 Hospitationsschwerpunkt im Fach Sport: „Ängstliche Schüler“
3.2.1 Definition, Auswahl und Begründung der Schwerpunktwahl
3.2.2 Fallbeispiel zum Hospitationsschwerpunkt „Ängstliche Schüler“
3.2.3 Ermittlung der Diskrepanzen
3.2.4 Handlungsempfehlungen
3.3 Hospitationsanalyse Deutsch
3.3.1 Vorbesinnung
3.3.2 Ausführliches Hospitationsprotokoll
3.3.3 Auswertung
4. Eigene Lehrerfahrungen: Planung, Durchführung und Auswertung einer selbst gehaltenen Stunde (in Sport und Deutsch)
4.1 Analyse einer Stunde im Fach Sport
4.1.1 Planung und Vorbesinnung
4.1.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.1.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.1.1.3 Sachanalyse
4.1.1.4 Lernziele
4.1.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.1.2 Verlaufsordnung („Spielstunde“)
4.1.3 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Spielstunde“)
4.2 Analyse einer weiteren Stunde im Fach Sport
4.2.1 Planung und Vorbesinnung
4.2.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.2.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.2.1.3 Sachanalyse
4.2.1.4 Lernziele
4.2.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.2.2 Verlaufsordnung („Volleyballstunde → Festigung des oberen und unteren Zuspiels“)
4.2.3 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Volleyball-Stunde“)
4.3 Analyse einer Stunde im Fach Deutsch
4.3.1 Planung und Vorbesinnung
4.3.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.3.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.3.1.3 Sachanalyse
4.3.1.4 Lernziele
4.3.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.3.2 Verlaufsordnung zum Stundenthema „Einführung in >>Faust – Der Tragödie Erster Teil<<“
4.3.3 Arbeitsblätter, Folie und Tafelanschriften
4.3.4 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Faust-Stunde“)
5. Praktikumsauftrag („Leistungsbewertung im Sportunterricht“)
5.1 Der Thüringer Lehrplan und die Bewertung – ein definitorischer Ansatz
5.1.1 Die Ebenen und Grundsätze der Benotung
5.1.2 Aspekte der Gerechtigkeit und Objektivität
5.2 Ermittlung einer Lernbereichsnote im Komplex „Gerätturnen“
5.3 Beispielsituationen und Eindrücke aus dem Praktikum
6. Reflexion des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieses Praktikumsberichts ist die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als angehende Lehrkraft sowie die methodische Analyse und Reflexion des beobachteten und selbst gehaltenen Unterrichts. Dabei wird insbesondere untersucht, wie komplexe Lerninhalte in den Fächern Deutsch und Sport professionell vermittelt werden können und wie institutionelle Rahmenbedingungen den Unterricht beeinflussen.
- Reflexion über die Rolle als Praktikantin im schulischen Alltag
- Analyse der Unterrichtsplanung, Durchführung und Auswertung in Sport und Deutsch
- Umgang mit der „Angst-Thematik“ im Gerätturnunterricht
- Methodische Gestaltung von Einführungsstunden (Beispiel: Goethes Faust)
- Problematiken der Leistungsbewertung im Spannungsfeld von Richtlinien und Praxis
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Definition, Auswahl und Begründung der Schwerpunktwahl
Die Wahl meines Schwerpunktes fiel in mehrperspektivischer Hinsicht auf die „Angst-Thematik“: Zum Einen war mein Interesse inhaltlich geleitet. Bereits in meiner eigenen Schulzeit konnte jene Problematik als ein häufiges und allgegenwärtiges Phänomen beobachtet werden. Jeder Schüler hatte in irgendeiner Hinsicht Angst: Angst vor Verletzungen, Angst hinsichtlich eines Versagens bei Leistungsüberprüfungen, Angst vor einer Blamage, etc. So überkam beispielsweise auch mich in gymnastischen Inhalten stets ein unangenehmes, ängstliches Gefühl, sodass man sich „unwohl in der eigenen Haut“ fühlte.
Bereits innerhalb meiner wenigen Lehrerfahrungen, die ich sammeln konnte, begegnete mir schließlich jene Emotion -wenngleich auf der „anderen Seite“ als Lehrperson- erneut. Insofern erscheint es für jeden Sportlehrer unumgänglich, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Von großem Interesse waren für mich folglich Strategien und Lösungsansätze zum angemessenen und leistungsfördernden Umgang mit dieser Angst. Denn schließlich ist es Aufgabe des Lehrers, diese auf Seiten der Schüler zu minimieren und auf einem erträglichen Maß einzupegeln, um auf diese Weise die Zahl der diesbezüglichen „Leistungsverweigerer“ zu reduzieren.
Mir als angehendem Lehrer ist es eben nicht egal, wenn sich der Ein oder Andere schlichtweg mit einer oftmals die Angst überspielenden Lapidar-Begründung billigend in Kauf nehmend eine Sechs eintragen lässt. Jene Konsequenzen lehrten mich zumindest die Beobachtungen in der Praxis. Des Weiteren bot sich die Wahl dieser Thematik auf Grund der „äußeren Umstände“ an: Besonders in der aktuellen Unterrichtseinheit „Gerätturnen“ lassen sich durchaus häufig Facetten der Angst beobachten. „Angst“ ist eine hochkomplexe physische und psychische Emotion (vgl. Senff, 2005). Daher scheint es zunächst erforderlich, die hier thematisierte Begrifflichkeit weiter zu spezifizieren. So trifft man im Schulsport typischer Weise auf die sog. Verletzungsangst – eine Art Selbstschutzform, die mit risikobehafteten Situationen einhergeht. Sie stellt ein Signal für die im schulischen Kontext subjektiv empfundene Gefahrensituation dar. Laut psychoanalytischem Ansatz nach Freud entspricht das nachfolgend dargelegte Fallbeispiel der sog. „Realangst“ (= Angst vor den Gefahren der Außen- und Umwelt).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Charakterisierung der Schulsituation: Beschreibung der Geschichte, der baulichen Modernisierung und des Schulklimas der Praktikumsschule unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenlegung von Schulzweigen.
2. Vorbesinnung: Erwartungen im Vorfeld des Praktikums: Darstellung der persönlichen Erwartungen, Ängste und Lernziele der Praktikantin sowie ihres Bildes vom Lehrerberuf.
3. Hospitationsanalysen: Detaillierte Protokolle und Auswertungen von Unterrichtsstunden im Sport und Deutsch mit Fokus auf spezifische Problemstellungen wie Schülerangst.
4. Eigene Lehrerfahrungen: Planung, Durchführung und Auswertung einer selbst gehaltenen Stunde (in Sport und Deutsch): Analyse der eigenen Unterrichtsversuche, inklusive methodischer Überlegungen, Lernziele und Reflexion der Ergebnisse.
5. Praktikumsauftrag („Leistungsbewertung im Sportunterricht“): Untersuchung der Mechanismen der Leistungsbewertung im Sportunterricht unter Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben und der individuellen Schulsituation.
6. Reflexion des Praktikums: Abschließende Zusammenfassung der persönlichen Entwicklung, der Erkenntnisse zum Lehrerberuf und des Fazits zur Hospitationszeit.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die theoretische Fundierung des Berichts.
Schlüsselwörter
Blockpraktikum, Lehramt Gymnasium, Unterrichtsplanung, Hospitationsanalyse, Leistungsbewertung, Sportunterricht, Deutschunterricht, Angstthematik im Sport, Methodik, Didaktik, Lehrerpersönlichkeit, Selbstreflexion, Erziehungsinstrument, Schulentwicklung, Kompetenzschulung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Bericht grundsätzlich?
Der Bericht dokumentiert ein vierwöchiges Blockpraktikum an einem Gymnasium in Thüringen im Frühjahr 2007. Er umfasst die Analyse der Schulsituation, hospitierte Stunden sowie die Vorbereitung, Durchführung und Reflexion eigener Unterrichtssequenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die professionelle Unterrichtsplanung und -analyse, der Umgang mit heterogenen Lerngruppen sowie die komplexe Thematik der Leistungsbewertung im Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel des Praktikums?
Das Ziel ist die Schulung der unterrichtlichen Analysekompetenz und das Kennenlernen verschiedener Lehrerpersönlichkeiten, um die eigene Rolle als angehende Lehrkraft zu formen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der offenen Fremdbeobachtung, die Erstellung von Verlaufsordnungen sowie die Reflexion auf Basis schulpädagogischer Theorien und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse hospitierter Stunden, die Reflexion eigener Unterrichtsversuche in Sport und Deutsch sowie die spezifische Untersuchung der Leistungsbewertung im Schulsport.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Blockpraktikum, Leistungsbewertung, Angstthematik, Methodik/Didaktik, Lehrerrolle und Unterrichtsreflexion.
Wie geht die Autorin mit dem Problem "ängstlicher Schüler" um?
Die Autorin identifiziert Angst als Schutzmechanismus und plädiert nicht für deren Beseitigung, sondern für einen „Umgang mit Angst“ durch Entschärfung der Situation, schrittweise Orientierung und angstreduzierende Gruppenarbeit.
Welche Rolle spielt die Leistungsbewertung im Sportunterricht laut Bericht?
Die Note wird als Erziehungsinstrument betrachtet, das motivierend wirken kann, jedoch im Spannungsfeld zwischen Objektivität und pädagogischem Ermessen steht.
- Arbeit zitieren
- Annabelle Senff (Autor:in), 2007, Praktikumsbericht für das Blockpraktikum im Hauptstudium Lehramt Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275204