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Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Gehörlosen

Title: Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Gehörlosen

Academic Paper , 2008 , 56 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Die wohl wichtigste Frage im Kontext des Themenkomplexes dieser Arbeit ist die nach den Handlungsmöglichkeiten. Was können Erzieher, Kinderpfleger, Lehrer oder auch alle anderen professionell mit gehörlosen, verhaltensaufälligen Kindern und Jugendlichen arbeitenden machen? Im Besonderen stellt sich diese Frage auch deren Eltern und Erziehungsberechtigen. Sie ist natürlich nicht so einfach zu beantworten, wie es manchmal gewünscht wird.
Ein Rezept, durch das ein Allheilmittel erkenn- und anwendbar wird, kann es nicht geben und ist bei genauerem Überlegen auch nicht gewünscht. Denn dadurch würde die Individualität und Einzigartigkeit des Kindes missachtet werden. Deswegen werden die in dieser Arbeit angeführten Handlungsmöglichkeiten mal eine bessere und mal ein nicht ganz so gute Wirkung entfalten.
Es wird hier speziell von pädagogischen Handlungsmöglichkeiten gesprochen, da es bei Verhaltensauffälligkeiten um ein pädagogisches Problem bzw. eine pädagogische Fragestellung geht. Das heißt, es werden im Folgenden weder Hinweise auf therapeutische Ansätze gegeben und erörtert, noch medizinische Behandlungsvorschläge in den Fokus genommen. Damit soll keineswegs der Wert interdisziplinärer Arbeit geschmälert werden, aber so wie ein medizinisches Problem von einem Arzt als dem entsprechenden Fachmann behandelt wird, kümmert sich um ein pädagogisches Problem ebenfalls der jeweilige Fachmann, also der Pädagoge.
Die Bandbreite der Handlungsmöglichkeiten geht dabei von Prävention bis Intervention oder mit anderen Worten:
Es sind Vorschläge für alle drei Arten der Prävention vorhanden, ohne aber zwanghaft der Reihenfolge von der primären über die sekundäre bis zur tertiären Prävention zu folgen. Außerdem können die hier beschriebenen Handlungsmöglichkeiten sowohl präventive als auch interventive Wirkung entfalten. Nun aber zum ersten Ansatzpunkt.

Aus dem Inhalt:
- Ansatzpunkt Kind: Möglichkeiten der Kommunikation, Training sozialer Kompetenzen;
- Ansatzpunkt Eltern: Akzeptanz förder, Netzwerke bilden;
- Ansatzpunkt Fachleute: Leiblichkeit und Interkulturalität

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ansatzpunkt Kind

2.1 Adäquate Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen

2.2 Training sozialer Kompetenzen

2.2.1 Konstruktiver Umgang mit der Gehörlosigkeit

2.2.2 Kiosk-Projekt

2.3 Gehörlose Personen in den Erfahrungskontext einbeziehen

3. Ansatzpunkt Eltern

3.1 Akzeptanz fördern

3.2 Netzwerke bilden und Belastbarkeit stärken

3.2.1 Erfahrungsaustausch unter betroffenen Eltern

3.2.2 Familienentlastende Dienste (FED)

3.2.3 Kontakt zu gehörlosen Bezugspersonen herstellen

4. Ansatzpunkt Fachleute

4.1 Leiblichkeit er- und anerkennen

4.2 Interkulturalität als Norm des pädagogischen Handelns

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht pädagogische Handlungsmöglichkeiten zur Förderung gehörloser Kinder und Jugendlicher, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Pädagogen, Eltern und Fachleute durch einen ressourcenorientierten Ansatz und eine offene Haltung Prävention und Intervention erfolgreich gestalten können, ohne dabei die Individualität des Kindes zu missachten.

  • Bedeutung adäquater Kommunikation und Sprachförderung
  • Methoden zur Stärkung sozialer Kompetenzen bei Kindern
  • Unterstützungsangebote und Netzwerkbildung für betroffene Eltern
  • Die Rolle der Phänomenologie der Leiblichkeit in der pädagogischen Arbeit
  • Interkulturalität als normativer Rahmen für pädagogisches Handeln

Auszug aus dem Buch

2.1 Adäquate Möglichkeiten der Kommunikation eröffnen

Die Kommunikationsfähigkeit des Kindes ist eine elementare Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung und somit die Vermeidung von Verhaltensauffälligkeiten. So schreibt HINTERMAIR: „Funktionierende Kommunikation schafft die Voraussetzung, um sich die Welt in ihrer Vielfalt aber auch in ihren Widersprüchlichkeiten aneignen zu können, bedürfnisorientierte Kommunikation sorgt dafür, daß die Sichtweise des Kindes, seine Möglichkeiten, sich einzubringen, wahrgenommen und im Dialog entsprechend berücksichtigt werden“ (HINTERMAIR 1999b, S. 88–89, Hervorhebung im Original). Hier muss abermals angemerkt werden, dass es nicht darum geht, Lautsprache im Kontext der Erziehung und Bildung gehörloser Kinder abzuwerten oder die Gebärdensprache als untauglich zu bezeichnen. „Es geht nun nicht mehr um die Frage, welche der beiden Sprachen in ihrer Qualität besser ist, sondern unter welchen Bedingungen der (gehörlose) Mensch überhaupt zu einer Sprache kommt, die ihn die Anforderungen des Lebens zufriedenstellend bewältigen lässt. Es geht um den Besitz von Sprache“ (HINTERMAIR, LEHMANN-TREMMEL 2003a, S. 197). Zu dieser Einsicht sind inzwischen immer mehr Fachleute gelangt, so dass an dieser Stelle eine beinah zahllose Menge an Zitaten aneinander gereiht werden könnte, um die Relevanz der Kommunikationsfähigkeit – unabhängig vom Modus – für das gehörlose Kind zu belegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Suche nach pädagogischen Handlungsmöglichkeiten für Erzieher und Lehrer im Umgang mit gehörlosen, verhaltensauffälligen Kindern, wobei medizinische Ansätze bewusst ausgeklammert werden.

2. Ansatzpunkt Kind: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit, das Training sozialer Kompetenzen durch Projekte wie den Schulkiosk und die Integration gehörloser Vorbilder.

3. Ansatzpunkt Eltern: Hier wird die Notwendigkeit einer ressourcenorientierten Beratung zur Akzeptanzförderung erläutert und Möglichkeiten zur Stärkung sozialer Netzwerke, wie etwa durch familienentlastende Dienste, diskutiert.

4. Ansatzpunkt Fachleute: Dieses Kapitel fokussiert auf phänomenologische Aspekte der Leiblichkeit und das Konzept der Interkulturalität als wesentliche Grundlage für das pädagogische Denken und Handeln.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass Offenheit und Anerkennung in allen Bereichen das zentrale Fundament für eine gelingende Erziehung bilden.

Schlüsselwörter

Gehörlosigkeit, Verhaltensauffälligkeiten, Pädagogische Handlungsmöglichkeiten, Gebärdensprache, Kommunikationstaktik, Ressourcenorientierung, Sozialkompetenz, Elternberatung, Familienentlastende Dienste, Phänomenologie, Leiblichkeit, Interkulturalität, Identitätsbildung, Inklusion, Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit pädagogischen Ansätzen und Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung und Förderung gehörloser Kinder und Jugendlicher, die zusätzlich Verhaltensauffälligkeiten aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Kommunikationsförderung, das soziale Training, die elterliche Beratung sowie die phänomenologische und interkulturelle Perspektive auf die pädagogische Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine wertschätzende und ressourcenorientierte pädagogische Haltung Verhaltensauffälligkeiten präventiv begegnet oder interventiv bearbeitet werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender Fachliteratur, pädagogischer Theorien und die Analyse von Praxisberichten (z.B. GIB ZEIT, Kiosk-Projekt).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Ansatzpunkte Kind, Eltern und Fachleute, in denen jeweils spezifische Strategien zur Verbesserung der jeweiligen Lebens- und Entwicklungssituation erörtert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gehörlosenpädagogik, soziale Kompetenzen, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Leiblichkeit und Interkulturalität geprägt.

Warum ist das Kiosk-Projekt für die Arbeit relevant?

Das Kiosk-Projekt dient als praktisches Beispiel dafür, wie verhaltensauffällige Schüler durch die Übernahme von Verantwortung und regelmäßige Reflexion sozial-emotional gestärkt werden können.

Was bedeutet "Anerkennungshandeln im Medium von Nicht-Verstehen" nach Mecheril?

Es beschreibt die Haltung, dass eine vollständige Vereinnahmung oder das "Verstehen" des Gegenübers eine Form der Machtausübung sein kann; stattdessen soll dem Fremden durch bewusste Achtung und Anerkennung ein Raum gelassen werden.

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Details

Title
Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Gehörlosen
Grade
1,0
Author
Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Author)
Publication Year
2008
Pages
56
Catalog Number
V275214
ISBN (eBook)
9783656673651
ISBN (Book)
9783656673736
Language
German
Tags
pädagogische handlungsmöglichkeiten gehörlosen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Pädagoge Frank Alibegovic (Author), 2008, Pädagogische Handlungsmöglichkeiten bei Gehörlosen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275214
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